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Das Menschenbild Gehlens und die pädagogischen Konsequenzen

Title: Das Menschenbild Gehlens und die pädagogischen Konsequenzen

Seminar Paper , 2003 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marion Klotz (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Summary Excerpt Details

Was ist der Mensch? Diese Frage beschäftigte Philosophen seit Beginn der Menschheit und tut es auch heute noch. Arnold Gehlen hat in den vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts den Versuch gewagt, eine Typologie des Menschen zu erstellen, eine Definition, die den Menschen in seiner Gesamtheit umfaßt. In seinem Werk Der Mensch. Seine Natur und Stellung in der Welt, das er im Laufe der Jahre überarbeitet, aber nie grundsätzlich verändert hat, erstellt er ein Menschenbild, das den Menschen nicht nur im Verhältnis zu sich selbst, sondern vor allem auch im Umgang mit anderen und mit der Gesellschaft beschreibt. Dieses Menschenbild sowie seine Konsequenzen für die moderne Pädagogik werden in der vorliegenden Arbeit näher vorgestellt.

In einem ersten Teil erläutere ich Gehlens Bild vom Menschen und gehe dabei nacheinander auf seine Mängelwesentheorie, sein Verständnis vom Menschen als handelndes Wesen, die Theorie der Reizüberflutung und Entlastung sowie des Antriebsüberschusses und des Ursprungs menschlicher Moral ein.

Der zweite Teil befasst sich mit den Konsequenzen des erarbeiteten Menschenbildes für die Pädagogik. Hier werde ich zuerst die Voraussetzung für Erziehung als solche, die Mittel der Erziehung und darauffolgend die Ziele von Erziehung und Pädagogik erläutern. Im letzten Kapitel dieses zweiten Teiles werde ich die wichtigsten Punkte zusammenfassen, um dann ein abschließendes Fazit zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Menschenbild Gehlens

2.1. Der Mensch als Mängelwesen

2.1.1. Unspezialisiertheit

2.1.2. Weltoffenheit

2.2. Menschliches Handeln

2.3. Reizüberflutung und Entlastung

2.3.1. Kultur

2.3.2. Institutionen

2.3.3. Fantasie

2.4. Antriebsüberschuss

2.5. Die Wurzeln der Moral

2.5.1. Ethos der Gegenseitigkeit

2.5.2. Physiologische Tugenden

2.5.3. Humanitarismus

2.5.4. Institutionenmoral

2.6. Zusammenfassung

3. Zu den erziehungswissenschaftlichen Konsequenzen

3.1. Voraussetzungen für Erziehung

3.2. Mittel der Erziehung

3.2.1. Individuelle Erziehung

3.2.2. Institutionelle Erziehung

3.2.3. Kooperative Erziehung

3.3. Ziele der Erziehung

3.3.1. Für den Menschen als Individuum

3.3.2. Für den Menschen als Teil der Gesellschaft

3.4. Zusammenfassung

4. Kritisches Fazit

5. Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das anthropologische Menschenbild Arnold Gehlens und leitet daraus zentrale Konsequenzen für die moderne Pädagogik ab. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Annahme des Menschen als "Mängelwesen", das auf kulturelle und institutionelle Entlastung angewiesen ist, auf erzieherische Voraussetzungen, Mittel und Ziele auswirkt.

  • Die Theorie des Menschen als Mängelwesen und dessen biologische Unspezialisiertheit.
  • Die Notwendigkeit von Institutionen und Kultur als Mechanismen der Entlastung.
  • Der Umgang mit dem Antriebsüberschuss im Kontext pädagogischer Disziplinierung.
  • Die moralische Fundierung menschlichen Zusammenlebens und deren Bedeutung für die Erziehung.
  • Pädagogische Schlussfolgerungen hinsichtlich der individuellen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Mensch als Mängelwesen

Im Gegensatz zu anderen Lebewesen ist der Mensch „hauptsächlich durch Mängel bestimmt“4. Gehlen bezeichnet diese näher als „Unangepaßtheiten, Unspezialisiertheiten, als Primitivismen, d.h. als Unentwickeltes“5 und nennt als Beispiele für diese Mängel das fehlende Haarkleid des Menschen, seinen Instinktmangel, die Schutzbedürftigkeit seiner Nachkommen im Kleinkindalter sowie fehlende Angriffs- oder Fluchtorgane. Der Mensch ist somit ein „‚riskiertes‘ oder ‚monströses‘ Wesen, das ständig ums Überleben kämpfen muss; Selbsterhaltung ist die erste Pflicht“6.

Die mangelhafte natürliche Ausstattung des Menschen zeigt sich in seinem Umgang mit sich selbst und der ihm feindlich gegenüberstehenden Welt und soll im Folgenden näher beschrieben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Menschenbild Arnold Gehlens ein und skizziert das Vorhaben, dessen anthropologische Annahmen kritisch auf die moderne Pädagogik zu beziehen.

2. Zum Menschenbild Gehlens: Dieses Kapitel erläutert die zentrale anthropologische Theorie, in der der Mensch als unspezialisiertes Mängelwesen definiert wird, das zur Überlebenssicherung auf Kultur, Institutionen und Entlastungsmechanismen angewiesen ist.

3. Zu den erziehungswissenschaftlichen Konsequenzen: Hier werden die Voraussetzungen, Mittel und Ziele erzieherischen Handelns abgeleitet, wobei die Notwendigkeit der sozialen und institutionellen Einbindung des Individuums hervorgehoben wird.

4. Kritisches Fazit: Das Fazit reflektiert die Ambivalenz von Gehlens Werk, welches trotz konservativer Grundzüge wichtige Erkenntnisse über die menschliche Körperlichkeit und soziale Verfasstheit für eine moderne Pädagogik bietet.

Schlüsselwörter

Arnold Gehlen, Mängelwesen, Weltoffenheit, Entlastung, Institutionen, Antriebsüberschuss, Sozialregulationen, Pädagogik, Menschwerdung, Erziehungswissenschaft, Anthropologie, Moral, Handeln, Kultur, Instinktmangel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das philosophische Menschenbild des Anthropologen Arnold Gehlen und untersucht, welche Bedeutung dieses Bild für erzieherische Prozesse und pädagogisches Handeln in der modernen Gesellschaft hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die Mängelwesentheorie, die Notwendigkeit der Entlastung durch Kultur und Institutionen, die Rolle des Antriebsüberschusses sowie die Entwicklung moralischer Sozialregulationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die anthropologischen Grundannahmen Gehlens auf die Pädagogik zu beziehen, um daraus Voraussetzungen, Mittel und Ziele für eine gelingende Erziehung abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der Gehlens Hauptwerke sowie ergänzende sekundärliterarische Quellen systematisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Erläuterung der Anthropologie Gehlens und eine darauf aufbauende Darstellung der erziehungswissenschaftlichen Implikationen, unterteilt in Voraussetzungen, Mittel und Ziele der Erziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mängelwesen, Entlastung, Institutionen, Antriebsüberschuss, Sozialregulation und Erziehungsbedürftigkeit.

Warum ist laut Gehlen eine „zweite Geburt“ für den Menschen notwendig?

Da der Mensch biologisch mittellos geboren wird und kaum über Instinkte verfügt, muss er erst durch die sozio-kulturelle Einbindung in die Familie und Gesellschaft zum Menschen werden.

Wie begründet der Autor die Notwendigkeit von Institutionen in der Erziehung?

Institutionen bieten laut Gehlen die notwendige Handlungssicherheit und Stabilität, ohne die der Mensch an der Reizüberflutung und seinem eigenen Antriebsüberschuss scheitern würde.

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Details

Title
Das Menschenbild Gehlens und die pädagogischen Konsequenzen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Pädagogisches Institut)
Course
Mittelseminar Anthroplogie II: Die Zukunft der menschlichen Natur
Grade
2,0
Author
Marion Klotz (Author)
Publication Year
2003
Pages
31
Catalog Number
V33536
ISBN (eBook)
9783638339858
ISBN (Book)
9783638687249
Language
German
Tags
Menschenbild Gehlens Konsequenzen Mittelseminar Anthroplogie Zukunft Natur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marion Klotz (Author), 2003, Das Menschenbild Gehlens und die pädagogischen Konsequenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33536
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