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Die Ehegesetze des Augustus. Zur "Lex Iulia de maritandis ordinibus"

Vom "pater familias" zum "pater patriae"

Titre: Die Ehegesetze des Augustus. Zur "Lex Iulia de maritandis ordinibus"

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 22 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Annalena Schäfer (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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In seinem Werk "de officiis" beschreibt Cicero die Bedeutung der Ehe für das römische Staatswesen. Sie sei "seminarium rei publicae", also die Keimzelle des Staates. Ihr galt demzufolge ein selbstverständliches öffentliches Interesse. Diese Arbeit befasst sich mit der Bedeutung der Familie für den Staat und vor allem mit der Frage, inwiefern Kaiser Augustus, mit Hilfe seiner Ehegesetzgebung, die "patria potestas" der römischen Familienväter minimiert beziehungsweise außer Kraft gesetzt hat.

Schwerpunktmäßig sollen hier die Beschlüsse der "lex Iulia de maritandis ordinibus" vorgestellt und analysiert werden. Ein Problem der Authentizität dieses Gesetzes ergibt sich daraus, dass der Gesetzestext nicht in geschlossener Form überliefert ist, er musste hingegen aus verschiedenen literarischen Quellengattungen, sowie epigraphischem Material rekonstruiert werden. Die wichtigsten Quellen sind an dieser Stelle Kommentare späterer, nicht augusteischer Juristen, deren Umfang Zeugnis von der rechtsalltäglichen Bedeutung der lex gibt. Die lex Iulia de maritandis ordinibus ist nach Ernst Baltrusch mit einiger Sicherheit in das Jahr 18 v. Chr. zu datieren, zusammengefasst beinhaltet sie die Pflicht zur Ehe für alle römischen Bürger innerhalb eines bestimmten Alters und innerhalb eines bestimmten Rahmens.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vom pater familias zum pater patriae

3. Folgen der lex Iulia de maritandis ordinibus

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftspolitische Bedeutung der Ehegesetzgebung unter Kaiser Augustus, insbesondere der lex Iulia de maritandis ordinibus. Dabei wird analysiert, inwiefern der Kaiser durch diese Gesetzgebung die traditionelle patria potestas der römischen Familienväter einschränkte, um seine eigene auctoritas zu stärken und die römische Gesellschaftsstruktur im Sinne eines neuen monarchischen Systems umzugestalten.

  • Bedeutung der Familie für den römischen Staat
  • Einfluss der lex Iulia auf die patria potestas
  • Reglementierung privater Lebensbereiche durch den Princeps
  • Politische Privilegierung des Familienstandes
  • Verhältnis zwischen augusteischer Gesetzgebung und mores maiorum

Auszug aus dem Buch

Die lex Iulia de maritandis ordinibus

Die Datierung der lex Iulia de maritandis ordinibus wird, so Mette-Dittmann übereinstimmend in das Jahr 18 n. Chr. gesetzt. Ein senatus consultum de ludis saecularibus, das die Wirksamkeit der lex für die Sekularspiele vom 23. Mai 17 n. Chr. bezeugt, sichert ebenso, wie Angaben von Sueton und Cassius Dio eine solche Datierung.

Die Ehegesetze des Augustus spiegeln die Spannung wieder, die sich aus den veränderten sozialen und politischen Bedingungen und dem Versuch ergaben, eine Alleinherrschaft zu etablieren, die die bestehende Sozialordnung nicht direkt veränderte, sondern sie vielmehr den neuen Gegebenheiten anpasste. Die Ehegesetze werden damit zum Teil eines Prozesses, der versucht eine neue monarchische Alleinherrschaft aufzubauen, versuchen aber zur gleichen Zeit die römischen Gesellschaftsstrukturen des hierarchischen Stände-Schichten-Systems zu stabilisieren.

Im Folgenden sollen die, von Angelika Mette-Dittmann vorgestellten, drei systematisch ausgearbeiteten Bereiche analysiert werden, die die lex Iulia in ihren Grundzügen charakterisieren.

Erstens wäre eine für alle Bürger geltende Pflicht zur Eheschließung zu nennen und die damit zusammenhängende Beseitigung von Hindernissen, die einer Heirat im Wege stehen könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel legt die theoretische Basis dar, erläutert die Bedeutung der Ehe im römischen Staatswesen und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Einschränkung der patria potestas durch Augustus.

2. Vom pater familias zum pater patriae: Hier wird der Wandel der kaiserlichen Rolle vom traditionellen Familienvater zum staatlichen Retter analysiert und aufgezeigt, wie sich rechtliche Befugnisse auf den Princeps verschoben haben.

3. Folgen der lex Iulia de maritandis ordinibus: In diesem Kapitel werden die konkreten Auswirkungen der Ehegesetze auf die römische Gesellschaft sowie die Verknüpfung von privatem Familienstand und öffentlicher Ämterlaufbahn untersucht.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Tragweite der augusteischen Gesetzgebung zusammen und bewertet diese als einen unrepublikanischen, jedoch systematisch vollzogenen Eingriff in die Privatsphäre zur Stabilisierung der monarchischen Herrschaft.

Schlüsselwörter

Augustus, Ehegesetze, lex Iulia de maritandis ordinibus, patria potestas, pater familias, pater patriae, mores maiorum, Römische Kaiserzeit, Gesellschaftspolitik, Familienrecht, Erbrecht, Standespolitik, auctoritas, res publica, Sozialstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Ehegesetzgebung des Kaisers Augustus und deren Einfluss auf die römische Gesellschaft und das traditionelle Familienrecht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Themenfelder Familienpolitik, das Verhältnis von privater Hausgewalt (patria potestas) zur kaiserlichen Macht (auctoritas) sowie die Umgestaltung der römischen Gesellschaftsstruktur unter Augustus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es zu ergründen, inwiefern Augustus durch seine Ehegesetze die Macht der Familienväter beschnitt, um die staatliche Kontrolle zu festigen und sein monarchisches System zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Analyse juristischer und historischer Quellen sowie der Auswertung einschlägiger Forschungsliteratur, insbesondere der Untersuchungen von Angelika Mette-Dittmann und Ernst Baltrusch.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bestimmungen der lex Iulia de maritandis ordinibus, die Privilegierung verheirateter Bürger im politisch-öffentlichen Leben und die Eingriffe in das Erbrecht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die lex Iulia, patria potestas, pater patriae, mores maiorum und die soziale Neuordnung des Senatorenstandes.

Wie wirkte sich die lex Iulia konkret auf die Karrierechancen römischer Bürger aus?

Die Gesetzgebung koppelte politische Privilegien und Ämterlaufbahnen an den Familienstand; wer verheiratet war und Kinder hatte, erhielt bei der Ämterbewerbung oder bei der Zuweisung von Ämtern Vorrang gegenüber Unverheirateten oder Kinderlosen.

Welchen Einfluss hatte das Gesetz auf das Erbrecht?

Unverheiratete oder kinderlose Personen wurden in ihrer Erbfähigkeit stark eingeschränkt, was den Staat zum Erben machte und den Druck auf die aristokratischen Familien erhöhte, ihre Vermögensverhältnisse im Sinne der augusteischen Politik anzupassen.

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Résumé des informations

Titre
Die Ehegesetze des Augustus. Zur "Lex Iulia de maritandis ordinibus"
Sous-titre
Vom "pater familias" zum "pater patriae"
Université
University of Siegen  (Alte Geschichte)
Cours
Recht und Gesellschaft in der römischen Antike
Note
2,7
Auteur
Annalena Schäfer (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
22
N° de catalogue
V335384
ISBN (ebook)
9783668252400
ISBN (Livre)
9783668252417
Langue
allemand
mots-clé
ehegesetze augustus iulia
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Annalena Schäfer (Auteur), 2012, Die Ehegesetze des Augustus. Zur "Lex Iulia de maritandis ordinibus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335384
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Extrait de  22  pages
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