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"Der Hessische Landbote" von Georg Büchner und seine biblische Intertextualität

Titre: "Der Hessische Landbote" von Georg Büchner und seine biblische Intertextualität

Dossier / Travail , 2013 , 16 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Osman Taskiran (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Die folgende Arbeit soll versuchen darzustellen, inwieweit und in welcher Form es biblische Intertextualität in der Flugschrift „Der Hessische Landbote“ gibt. Dabei wird auch kurz auf die Entstehung eingegangen, der Bezug Georg Büchners zur Religion mithilfe seiner Werke erörtert und anschließend „Der Hessische Landbote“ (HL) im Speziellen betrachtet. Dabei werden die Arten der Bibelzitate beziehungsweise -vergleiche untersucht und die Gründe hierfür analysiert.

Georg Büchner ist bekanntlich in seinem dreiundzwanzigsten Lebensjahr verstorben und war nicht nur Schriftsteller; sondern gleichermaßen sowohl Naturwissenschaftler als auch Revolutionär, wie es am HL auch zu sehen ist. Es wäre vielleicht sogar nicht zu vermessen von einer „Dreifaltigkeit“ zu sprechen, würde man bei der biblischen Sprache bleiben wollen. Es ist nämlich kein Geheimnis, dass das literarische Werk von nur drei Jahren - und das in wirklich jungem Alter - die Arbeit viele seiner Kollegen überragt.

Der Grund hierfür liegt sicherlich zum Teil eben an der Tatsache, dass Büchner jene Elemente in seine Arbeiten mit einwebt. Vergleichte man ihn zum Beispiel mit Goethe, stieße man auf die Tatsache, dass jener im Alter von dreiundzwanzig Jahren „lediglich einige Gedichte, den kleinen Aufsatz 'Von deutscher Baukunst' und das Drama 'Götz von Berlichingen' gedruckt hinterlassen“88 hat. Nicht umsonst trägt der bedeutendste Literaturpreis in Deutschland seinen Namen. Er ist international bekannt, seine Stücke werden auf der ganzen Welt gespielt und auch viele ausländische Dissertationen behandeln oft ihn und sein Werk.

Nun stellt sich die Frage, womit gerade Büchner es schafft so viele zu begeistern. Auf den HL beschränkt gibt es hierbei einige Punkte, die diesem Ziel dienen. Zum einen ist es die Tatsache, dass er neben der Finanzstatistik, die Bibel als Hauptquelle für seine Metaphern und seine Wortwahl benutzt. Die ganze Flugschrift hat von Anfang bis Ende den Beigeschmack einer Predigt. Wiederholungen werden sehr oft benutzt, biblische Geschehnisse gemäß Büchners Zeit ausgelegt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Der Hessische Landbote“ und seine biblische Intertextualität

2.1 Die Zusammenarbeit Büchners mit Friedrich Ludwig Weidig

2.2 Büchners Bezug zum Christentum

2.3 Gründe für die biblischen Einflüsse in „Der hessische Landbote“

2.4 Biblische Intertextualität und ein Versuch einer Analyse

2.5 Direkte Zitate aus der Bibel

3. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Funktion und Ausprägung biblischer Intertextualität in der Flugschrift „Der Hessische Landbote“ von Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig, um aufzuzeigen, wie religiöse Referenzen als rhetorisches Instrument zur politischen Mobilisierung der ländlichen Bevölkerung genutzt wurden.

  • Analyse der Autorschaft und Zusammenarbeit zwischen Georg Büchner und Friedrich Ludwig Weidig.
  • Untersuchung von Büchners persönlichem Bezug zum Christentum.
  • Analyse der gezielten Instrumentalisierung biblischer Texte zur Legitimierung politischen Widerstands.
  • Interpretation von direkten Bibelzitaten und deren Übertragung auf die sozioökonomische Situation im 19. Jahrhundert.

Auszug aus dem Buch

2.4 Biblische Intertextualität und ein Versuch einer Analyse

In der dieser Arbeit zugrunde liegenden Fassung des HL fällt auf, dass jede Seite ohne Ausnahme mit biblischen Elementen versehen ist. Die genannte Intertextualität ist aus verschiedenen Sichtweisen zu betrachten. Ganz grob kann zum einen die Gewichtung zwischen dem Alten und Neuen Testament (NT) in Augenschein genommen werden. Hierbei überwiegen eindeutig Einflüsse aus dem Alten Testament (AT). Zum anderen ist eine Einordnung in bestimmte Themenbereiche möglich. Büchners Gesamtwerk im Allgemeinen ist in seiner bildlicher Sprache mit „apokalyptische[n] Einfärbungen und Züge[n]“33, sowie Elementen aus der „Passionsgeschichte Christi und der biblischen Offenbarung“34 versehen, nicht anders auch die Flugschrift. Im Folgenden sollen einige ausgesuchte Beispiele analysiert werden. Hierbei wird aber, auch aufgrund der begrenzten Möglichkeit alles in einer Hausarbeit kaum bewältigen zu können, lediglich auf Beispiele aus der ersten, sprich der Büchner zugesprochenen Hälfte, genauer eingegangen.

Allen biblischen Parallelen voran ist die Entlehnung aus der Schöpfungsgeschichte, dem bekanntesten Vergleich aus der Flugschrift zu nennen. Einprägsam und gewaltig wie er in seiner Gestaltung ist, findet der Vergleich seinen Platz logischerweise gleich am Anfang des Schriftstückes. Es sähe aus, als hätte Gott, anders als in der originalen Fassung der Bibel, die Bauern und Handwerker am fünften Tag und die Vornehmen am sechsten geschaffen.35 Die Bauern hätte er zum Gewürm, also zu noch niedrigeren Geschöpfen als normale Tiere gezählt, und den Vornehmen die Herrschaft über jene gewährt.36 Die Bibel würde also, die ja eigentlich besagt, dass die Tiere am fünften und die Menschen am sechsten Tag geschaffen wurden, anscheinend Lügen gestraft.37 Auf den ersten Blick macht diese Äußerung unweigerlich einen befremdlichen Eindruck und weckt das Interesse eines gläubigen Rezipienten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die soziopolitische Ausgangslage im frühen 19. Jahrhundert und führt in die Fragestellung zur Rolle der Religion in Büchners Flugschrift ein.

2. „Der Hessische Landbote“ und seine biblische Intertextualität: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert die Verfasserschaft, religiöse Hintergründe sowie die textimmanente Nutzung biblischer Motive und Zitate.

3. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die historische Wirkung der Flugschrift sowie Büchners literarisches Erbe.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Der Hessische Landbote, Friedrich Ludwig Weidig, biblische Intertextualität, Vormärz, Flugschrift, Religion als Herrschaftsinstrument, Altes Testament, Neues Testament, politische Agitation, Literaturgeschichte, 19. Jahrhundert, soziale Ungleichheit, rhetorische Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Verwendung biblischer Texte und Motive in Georg Büchners Flugschrift „Der Hessische Landbote“ im Kontext der politischen Auseinandersetzungen des Vormärz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Zusammenarbeit zwischen Büchner und Weidig, die Bedeutung des Christentums für die damalige Bevölkerung sowie die ideologische Nutzung religiöser Sprache.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu ergründen, inwieweit die biblische Intertextualität als strategisches Mittel eingesetzt wurde, um Bauern und Handwerker für den politischen Aufstand zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine philologische Analyse der Flugschrift sowie auf den Vergleich mit historischen Zeugenaussagen und existierender Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Autorenschaft, die Analyse der Bibelzitate aus dem Alten und Neuen Testament und die Erläuterung der politischen Rhetorik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Georg Büchner, Flugschrift, Intertextualität, politischer Widerstand und Bibelrezeption.

Wie wurde die Rolle von Friedrich Ludwig Weidig bei der Entstehung des Textes bewertet?

Die Arbeit stellt dar, dass die Forschung die genaue Trennung der Textanteile aufgrund fehlender Manuskripte erschwert sieht, erkennt jedoch die gemeinsame ideologische Ausrichtung an.

Welche Bedeutung kommt der Schöpfungsgeschichte innerhalb der Argumentation zu?

Die Schöpfungsgeschichte wird als zentrales rhetorisches Beispiel angeführt, mit dem Büchner die hierarchische Gesellschaftsordnung untergräbt, indem er die Bauern und Vornehmen metaphorisch anders klassifiziert.

Wie dient die Religion als Instrument in der Flugschrift?

Religion dient laut Analyse als ideologisches Moment, um durch die emotionale Verankerung bei einer stark gläubigen Bevölkerung den sozialen Umsturz biblisch zu legitimieren.

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Résumé des informations

Titre
"Der Hessische Landbote" von Georg Büchner und seine biblische Intertextualität
Université
University of Würzburg  (Institut für Deutsche Philologie)
Cours
Georg Büchner
Note
2,3
Auteur
Osman Taskiran (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
16
N° de catalogue
V335755
ISBN (ebook)
9783668257474
ISBN (Livre)
9783668257481
Langue
allemand
mots-clé
der hessische landbote georg büchner büchner neuere deutsche literatur intertextualität bibel katholizismus
Sécurité des produits
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Citation du texte
Osman Taskiran (Auteur), 2013, "Der Hessische Landbote" von Georg Büchner und seine biblische Intertextualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335755
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Extrait de  16  pages
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