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Programmierter Zelltod. Apoptose, einfach erklärt

Title: Programmierter Zelltod. Apoptose, einfach erklärt

Elaboration , 2014 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Harris Maneka (Author)

Biology - General, Basics
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der Apoptose, auch programmierter Zelltod genannt.

Die Geschichte der Erforschung der Apoptose reicht bis in das zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Ein römischer Arzt namens Gelenus Galen beschrieb, dass sich gewisse Strukturen des Herzens im Zuge der Ontogenese durch programmierten Zelltod (Apoptose) zurückbilden. In der Neuzeit gilt Vesalius im Jahre 1564 als erster Verfasser einer solchen Arbeit.

Später wurde eine Vielzahl von Werken die sich mit der Strukturveränderung des Herzens beschäftigen publiziert. Rathke entdeckte 1825, dass auch die Föten von Säugetieren in ihrer Entwicklung vorübergehend Kiemenbögen besitzen. Antoine Louis Dugès lieferte eine präzise Beschreibung der Metamorphose von Kaulquappen. Im Zuge der fortschreitenden Entwicklung der Zellenlehre im 19. Jahrhundert, beschäftigten sich Wissenschaftler wie Vogt weiter mit dem Absterben von Zellen in Verbindung mit der morphologischen Entwicklung von Organismen.

Im späten 19. Jahrhundert beschäftigte man sich vor allem mit Zelltod im neuronalen Bereich. Alfred Glucksmann führte 1951 das Ab-sterben von embryonalem Gewebe auf den Tod einzelner Zellen zurück. John Kerr, Andrew Wyllie und Alastair Currie beobachteten toxinbehandelte Leberzellen die eine ähnliche morphologische Erscheinung aufweisen wie absterbende Embryonalzellen und prägten schließlich den Begriff Apoptose. Der Begriff setzt sich aus zwei griechischen Wörtern, apo (weg) und ptosis (Fall), zusammen und soll an das Herabfallen des Herbstlaubes erinnern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Allgemeines

1.1 Historisches

1.2 Definition und Auftreten von Apoptose

1.3 Apoptose und Nekrose

2) Caenorhabitis elegans als Modell

Analogien von C. elegans-Proteinen zu Säugerproteinen:

3) Steuerung, Regulation und apoptotische Signalwege

Die Caspasen

4) Der extrinsische Apoptoseweg

Hemmer des extrinsischen Signals

5) Der mitochondriale, intrinsische Signalweg

Die Bcl2-Proteinfamilie als Regulator des intrinsischen Signalwegs

6) Die IAPs

7) Extrazelluläre Signale

Überlebensfaktoren

8) Apoptose in Bezug auf Krankheiten

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit den komplexen molekularbiologischen Mechanismen des programmierten Zelltods, bekannt als Apoptose. Das primäre Ziel ist es, die steuernden Signalwege, die beteiligten Proteinfamilien und deren Bedeutung für die Gewebehomöostase sowie für pathologische Prozesse wie Krebs zu erläutern und wissenschaftlich einzuordnen.

  • Historische Entwicklung und Definition der Apoptose im Vergleich zur Nekrose
  • Bedeutung von Caenorhabitis elegans als Modellorganismus in der Zelltodforschung
  • Detaillierte Analyse des extrinsischen und mitochondrialen intrinsischen Signalwegs
  • Die regulatorische Rolle der Bcl2-Proteinfamilie und der IAPs (Inhibitors of Apoptosis)
  • Einfluss von extrazellulären Signalen und Überlebensfaktoren auf das Zellschicksal

Auszug aus dem Buch

Die Caspasen

Die für die Apoptose verantwortliche intrazelluläre Maschinerie ist bei fast allen tierischen Zellen ähnlich. Die bedeutendsten Signalvermittler sind Cystein haltige Proteasen, die sich gegenseitig in bestimmter Reihenfolge, durch schneiden ihrer Zielproteine an spezifischen Asparaginsäuren, aktivieren.Aufgrund ihrer Eigenschaft nennt man diese Familie "Caspasen" (zusammengesetzt aus Cystein und Aspartat). In der Zelle werden Caspasen von inaktiven Vorläufern, den Procaspasen, synthetisiert. Dies geschieht durch proteolytische Spaltung an ein bis zwei spezifischen Asparaginsäuren der Zielproteine. Die Reaktion wird dabei von bereits aktivierten Caspasen katalysiert. Einmal aktivierte Caspasen schneiden und aktivieren weitere Procaspasen. Dadurch kommt es zu einer sich verstärkenden proteolytischen Kaskade, die das immer stärker werdende Apoptosesignal durch die Zelle leitet.

Doch nicht alle Caspasen vermitteln Apoptose. Das erste identifizierte Protein dieser Familie war das menschliche ICE (interleukin-1-cnverting enzyme), das an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Nach der Entdeckung von ICE konnte man zeigen, dass in C. elegans ein für die Apoptose erforderliches Gen für ein Protein codiert, das in Struktur und Funktion dem ICE stark ähnelt. Somit konnte man beweisen, dass Proteolyse und Caspasen maßgeblich am programmierten Zelltod beteiligt sind. Heute wissen wir, dass die meisten Caspasen an der Apoptose beteiligt sind und nur wenige von ihnen bei Immun-und Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen.

Manche Prokaspasen wirken zu Beginn der proteolytischen Kaskade (z.B Caspase 8 & 10) und werden daher Initiator-Procaspasen genannt. Nach ihrer Aktivierung haben sie die Aufgabe sogenannte nachgelagerte Effektor-Procaspasen zu spalten und zu aktivieren, damit diese wiederum weitere Effektor-Procaspasen und weitere Zielproteine spalten und aktivieren und die Kaskade somit vorantreiben. Die Auslösung der einzelnen Caspasen nacheinander geschieht immer in bestimmter,festgelegter Reihenfolge (z.B. Caspase 8 aktiviert Caspase 3.) Kernlaminine gehören zu den Zielproteinen die von den aktivierten Effektor-Caspasen geschnitten werden. Diese Spaltung löst den irreversiblen Abbau der Kernlamina aus.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Allgemeines: Gibt einen historischen Überblick über die Erforschung des Zelltods und definiert die Apoptose im Kontrast zur Nekrose.

2) Caenorhabitis elegans als Modell: Erläutert die Nutzung des Fadenwurms zur Identifikation der ersten apoptoserelevanten Gene und deren Analogien im Menschen.

3) Steuerung, Regulation und apoptotische Signalwege: Beschreibt die Rolle der Caspasen und die Unterscheidung zwischen dem extrinsischen und intrinsischen Signalweg.

4) Der extrinsische Apoptoseweg: Behandelt die Aktivierung der Apoptose über Todesrezeptoren an der Zelloberfläche und die Rolle des DISC-Komplexes.

5) Der mitochondriale, intrinsische Signalweg: Analysiert die Freisetzung von Cytochrom c aus den Mitochondrien und die Rolle der Bcl2-Proteinfamilie bei der Regulation.

6) Die IAPs: Erklärt die Funktion der Inhibitoren der Apoptose bei der Unterdrückung des Zelltods in verschiedenen Organismen.

7) Extrazelluläre Signale: Diskutiert die Kommunikation zwischen Zellen und die essenzielle Rolle von Überlebensfaktoren zur Verhinderung der Apoptose.

8) Apoptose in Bezug auf Krankheiten: Zeigt die klinische Relevanz gestörter Apoptose-Mechanismen bei Krebs und Virusinfektionen auf.

Schlüsselwörter

Apoptose, programmierter Zelltod, Caspasen, Mitochondrien, Bcl2-Proteinfamilie, Signalwege, Zellhomöostase, IAPs, Todesrezeptoren, Cytochrom c, Signaltransduktion, Krebserkrankungen, Embryonalentwicklung, Procaspasen, Zellbiologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die biologischen Abläufe des programmierten Zelltods (Apoptose), die für die Entwicklung und Aufrechterhaltung vielzelliger Organismen unerlässlich sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den molekularen Signalwegen (extrinsisch vs. intrinsisch), der Regulation durch verschiedene Proteinfamilien und der klinischen Bedeutung bei Krankheiten wie Krebs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die detaillierte Darstellung der Mechanismen, die entscheiden, ob eine Zelle in den programmierten Zelltod eintritt oder durch Überlebensfaktoren geschützt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erläuterung herangezogen?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf dem Vergleich genetischer Erkenntnisse aus Modellorganismen (wie C. elegans) und biochemischen Studien an Säugerzellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Caspasen, die Beschreibung der beiden Hauptsignalwege und die regulatorische Funktion von Bcl2- und IAP-Proteinen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die zentralen Begriffe umfassen Apoptose, Caspasen, Bcl2-Familie, intrinsische und extrinsische Signalwege sowie Gewebehomöostase.

Was unterscheidet die Apoptose grundlegend von der Nekrose?

Während die Apoptose ein kontrollierter, genetisch gesteuerter Prozess ist, der zur geordneten Entsorgung führt, ist die Nekrose ein unkontrollierter Zelltod durch äußere Schädigungen, der Entzündungsreaktionen hervorruft.

Warum spielt die Bcl2-Familie eine so zentrale Rolle bei Krankheiten?

Die Bcl2-Familie steuert das "Gleichgewicht" des Zelltods. Mutationen oder Fehlfunktionen dieser Proteine können dazu führen, dass geschädigte Zellen nicht mehr absterben, was ein Hauptmerkmal bei der Entstehung von Tumoren ist.

Welche Funktion hat die Caspase-Kaskade?

Die Kaskade ermöglicht eine kontrollierte, sich verstärkende Signalübertragung innerhalb der Zelle, die sicherstellt, dass der einmal eingeleitete Apoptoseprozess irreversibel und effizient abläuft.

Wie verknüpfen Viren die Apoptose mit ihrer eigenen Vermehrung?

Viren produzieren oft anti-apoptotische Proteine, um den programmierten Zelltod der Wirtszelle zu verhindern, damit sie ungestört ihre eigene DNA innerhalb der Zelle vervielfältigen können.

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Details

Title
Programmierter Zelltod. Apoptose, einfach erklärt
Grade
2
Author
Harris Maneka (Author)
Publication Year
2014
Pages
16
Catalog Number
V335769
ISBN (eBook)
9783668273405
ISBN (Book)
9783668273412
Language
German
Tags
Apoptose Programmierter Zelltod
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Harris Maneka (Author), 2014, Programmierter Zelltod. Apoptose, einfach erklärt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335769
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