Anwendbarkeit der Wachstumstheorie von Edith Penrose unter Berücksichtigung des Property-Rights-Ansatzes


Hausarbeit, 2014

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionsversuche
2.1 Definition: Wachstum
2.2 Definition: Property-Rights-Ansatz

3. Aussagen über das Wachstum eines Unternehmens im Buch "The Theory of the Growth of the Firm"

4. Konflikte zwischen dem Property-Rights-Ansatz und der Wachstumstheorie von Edith Penrose

5. Eigenschaften und Auswirkungen von Verfügungsrechten

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nach Edith Penrose entsteht Wachstum in einem Unternehmen dadurch, dass bei bisher ungenutzten Ressourcen nach Verwendungsalternativen gesucht wird und diese schließlich angewendet werden. Doch wie lässt sich diese Theorie anwenden, wenn Lizenzen und Patente die Verwendungsmöglichkeiten von Ressourcen regeln und einschränken? Mit dieser Problemstellung soll sich folgende Hausarbeit auseinandersetzen, indem dabei der Frage „Ist die Wachstumstheorie von Edith Penrose unter Berücksichtigung des PropertyRights-Ansatzes noch anwendbar?“ nachgegangen wird.

Diese Arbeit gliedert sich in vier Teile. Der erste Teil widmet sich kurzen Definitionen von Wachstum und des Property-Rights-Ansatzes, so dass diese Begriffe einheitlich verstanden werden. Danach werden die wichtigsten Aussagen des Buches The Theory of the Growth of the Firm von Edith Penrose zusammengefasst. Anschließend wird nach den Konfliktpunkten zwischen der Wachstumstheorie von Edith Penrose und dem Property-Rights-Ansatz gesucht. Zu guter Letzt werden die Eigenschaften und Auswirkungen von Verfügungsrechten untersucht und Vor- und Nachteile gegenübergestellt.

Da in der Veranstaltung Organisationsökonomik nur Auszüge des Buches The Theory of the Growth of the Firm bearbeitet wurden, wird in folgender Hausarbeit davon ausgegangen, dass Edith Penrose diese Problemstellung in ihrem Buch nicht behandelt.

2. Definitionsversuche

2.1 Definition: Wachstum

Bei der Definition von Wachstum wird zwischen biologischem, mathematischem und wirtschaftlichem Wachstum unterschieden. Um den Begriff Wachstum genauer zu verstehen, möchte ich auf diese drei unterschiedlichen Definitionen eingehen und diese kurz vergleichen.

Biologisches Wachstum bezeichnet einerseits die Vermehrung der Gesamtmasse individueller Strukturen, bei denen verschiedene Ebenen unterschieden werden können, andererseits aber auch die Zunahme der Größe ganzer Individuen1. Mathematisch wird Wachstum durch die Veränderung einer bestimmten Messgröße in einem festgelegten Zeitraum beschrieben.2 Unter wirtschaftlichem Wachstum, begrenzt auf betriebswirtschaftliches, also unternehmerisches Wachstum, versteht man die Zunahme einer bestimmten Maßzahl, wie zum Beispiel Gewinn oder Umsatz.3

Auch Edith Penrose bezieht sich bei ihrem Erklärungsversuch von Wachstum auf einen natürlichen biologischen Prozess, bei dem zusammenhängende interne Veränderungen eines Objektes zu einer Zunahme der Größe in Kombination mit Veränderungen der Eigenschaften führen.4

Nun lässt sich die Definition wirtschaftlichen Wachstums äquivalent zu den anderen beiden betrachten. Ein Unterschied zu biologischem Wachstum besteht jedoch darin, dass es dispositionsabhängig ist und keinem Naturgesetz folgt.5

2.2 Definition: Property-Rights-Ansatz

Der Property-Rights-Ansatz (dt.: Verfügungsrechte) dient dazu, innerhalb einer Gesellschaft unerlaubte von erlaubten Handlungen abzugrenzen.

Unter Verfügungsrechten versteht man dabei einerseits das Recht auf Nutzung (usus) und auf Veränderung (abusus) eines Gutes und andererseits das Recht auf Erträge aus der Nutzung eines Gutes (usus fructus) sowie das Recht, das Gut zu veräußern.6

Elisabeth Göbels definiert Property-Rights im Sinne der Verfügungsrechtstheorie. Sie schreibt, dass zu Verfügungsrechten jeder Art von Berechtigung zählt, über materielle oder immaterielle Ressourcen zu verfügen. Dabei ist es egal, ob diese Berechtigung aufgrund des Gesetzes, aus Verträgen oder aus sozialen Verpflichtungen kommt.7

Auch Jansen stellt sich einer Definition und bezieht sich im Gegensatz zu Göbels auf Vermögensgegenstände anstatt auf Ressourcen.

Zu den Verfügungsrechten lassen sich sowohl Ansprüche auf materielle als auch auf immaterielle Vermögensgegenstände zählen. Verfügungsrechte beziehen sich damit, anders als es die angelsächsische Bezeichnung „Property-Rights“ vermuten lässt, nicht nur auf das Eigentum an Sachen, sondern auch auf Ansprüche auf die Gewährung von Dienstleitungen durch Menschen.8

3. Aussagen über das Wachstum eines Unternehmens im Buch "The Theory of the Growth of the Firm"

Edith Penrose definiert in ihrem Buch das Unternehmen als ein Bündel von Ressourcen.9 Diese Ressourcenbündel können einerseits von materieller, andererseits aber auch von immaterieller Art sein. Erstgenanntes meint damit die Güter an sich, von denen ein Unternehmen Gebrauch macht. Letzteres hingegen bezeichnet beispielsweise das Wissen über die Nutzung eines Gutes, also geistige Güter.10 Aufgabe des Managements ist es nun, diese Ressourcenbündel durch Planung und Organisation auf beste Weise zu nutzen.11 Durch diese Nutzungskombination aus physischen Ressourcen und aus dem Wissen des Managements entstehen sogenannte individuelle „productive services“12. Des Weiteren schreibt sie, dass diese Ressourcen auf verschiedene Arten genutzt werden können. Jedes Ressourcenbündel hat viele potentielle Nutzungsalternativen, die von den Unternehmen erkannt und genutzt werden müssen und aus denen ein Unternehmen einen Vorteil ziehen kann. Da Ressourcen in ihrer Nutzung beliebig kombiniert werden können und jedes Unternehmen durch seine spezifischen Ressourcenbündel und das darauf spezialisierte Management verschiedene Nutzungsalternativen auf die Ressourcen anwendet, schließt Edith Penrose daraus, dass jedes Unternehmen unterschiedlich ist.13 Wenn nun sogenannte ungenutzte Ressourcen in einem Unternehmen produktiv gemacht werden, können neue „productive services“14 entstehen, was letztendlich zum Wachstum eines Unternehmens führt. Edith Penrose erwähnt dieses Ereignis wie folgt: „Unused productive services are, for the enterprising firm, at the same time a challenge to innovate, an incentive to expand, and a source of competitive advantage“15. Diese neuen Kombinationen aus Ressourcen werden in den darauffolgenden Zeilen auch als Innovationen bezeichnet, "They facilitate the introduction of new combinations of ressources -innovation- within the firm“16.

4. Konflikte zwischen dem Property-Rights-Ansatz und der Wachstumstheorie von Edith Penrose

Zuvor wurde kurz zusammengefasst, wie sich Edith Penrose das Wachstum eines Unternehmens erklärt. Wie soll jedoch innerhalb eines Unternehmens mit den bisher ungenutzten Ressourcen und den „unused productive services“17 umgegangen werden, wenn diese plötzlich entdeckt und genutzt werden wollen? Was geschieht, wenn dabei Regeln und Restriktionen einerseits die gewünschte Nutzung und Veränderung von Ressourcen und andererseits die Veräußerung der daraus entstandenen Güter und die Anteilnahme aus den daraus entstehenden Erträgen einschränken oder gar ganz verbieten? Diesem Gedanken soll nun im folgenden Abschnitt nachgegangen werden.

Es wird dabei davon ausgegangen, dass die verschiedenen Ressourcenbündel unendlich viele Nutzungsmöglichkeiten haben, die von den Unternehmen beliebig angewandt werden können. Voraussetzung hierfür ist der entsprechende Wissensstand des Managements, um die Nutzungsmöglichkeiten tatsächlich zu realisieren. Nehmen wir an, dass ein Unternehmen

[...]


1 Vgl. Lüllmann-Rauch, R.: Taschenlehrbuch Histologie. 2. Auflage. Thieme-Verlagsgruppe, Stuttgart 2006, S. 84

2 Vgl. Wikipedia: Wachstum (Mathematik), 2014. Online im Internet: http://de.wikipedia.org/wiki/Wachstum_(Mathematik), Zugriffsdatum: 20.06.2014

3 Vgl. Institut für Handelswissen Köln: Wachstum, 2014. Online im Internet: http://www.handelswissen.de/data/handelslexikon/buchstabe_w/Wachstum.php, Zugriffsdatum: 20.06.2014

4 Vgl. Penrose, E.: The Theory of the Growth of the Firm. Oxford University Press, New York 1959, S. 5

5 Vgl. Ramirez, F. O.: Wachstum, 2013. Online im Internet: http://www.wirtschaftslexikon.co/d/wachstum/wachstum.htm, Zugriffsdatum: 20.06.2014

6 Vgl. Erlei, M./Leschke, M./Sauerland, D. Neue Institutionenökonomik. 2. Auflage. Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2007, S. 294

7 Vgl. Göbel, E.: Neue Institutionenökonomik. Lucius und Lucius, Stuttgart 2002, S. 67

8 Jansen, H.: Verfügungsrechte und Transaktionskosten. In: Horsch, A. /Meinhövel, H. /Paul, S.: Institutionenökonomie und Betriebswirtschaftslehre. Verlag Vahlen, München 2005, S. 105

9 Vgl. Penrose, E.: The Theory of the Growth of the Firm. Oxford University Press, New York 1959, S. 24

10 Vgl. Ebd.

11 Vgl. Ebd. S. 45

12 Ebd. S. 67

13 Vgl. Penrose, E.: The Theory of the Growth of the Firm. Oxford University Press, New York 1959, S. 25

14 Ebd. S. 67

15 Ebd. S. 85

16 Ebd.

17 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Anwendbarkeit der Wachstumstheorie von Edith Penrose unter Berücksichtigung des Property-Rights-Ansatzes
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz
Veranstaltung
Organisationsökonomik
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V335776
ISBN (eBook)
9783668255678
ISBN (Buch)
9783668255685
Dateigröße
943 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ressourcen, Lizenzen, Patente, Property-Rights-Ansatz, Edith Penrose, Verfügungsrechte
Arbeit zitieren
Lukas Bartmann (Autor), 2014, Anwendbarkeit der Wachstumstheorie von Edith Penrose unter Berücksichtigung des Property-Rights-Ansatzes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335776

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