Die Generationenthematik und insbesondere die „Generation Y“ liegen im Trend – und das mehr denn je. Denn nicht nur die populärwissenschaftliche Berichterstattung über Generationen und wie diese sein sollen hat in den letzten Jahren nahezu inflationäre Gestalt angenommen, was auch an den von den Medien vielfach ausgerufenen Generationenbezeichnungen wie zum Beispiel „Generation Golf“ zu erkennen ist. Dabei kommt es zu einem Substanzverlust des Generationenbegriffs im Sinne der Soziologie. Auch wissenschaftliche Publikationen zur Generationenthematik, darunter nicht nur soziologische, haben vor allem in den USA, wo der Begriff „Generation Y“ im Jahr 1993 zum ersten Mal in der Fachzeitschrift „Advertising Age“ genannt worden ist, in den letzten Jahren deutlich zugenommen.
Doch bei der Lektüre dieser Publikationen und Beiträge fällt insbesondere Eines auf: Ein einheitliche Definition der „Generation Y“ gibt es nicht – weder welche Geburtsjahrgänge die Generation umfasst, noch welche Eigenschaften sie bestimmen. Folglich fragt man sich: Sind die wirklich so, wie sie dort beschrieben werden? Die vorliegende Arbeit soll einen Beitrag zur Beantwortung dieser Frage leisten. Konkret lautet die in dieser Arbeit zu beantwortende Frage: Inwiefern können die in der Literatur angenommenen Unterschiede an beruflichen sowie privaten Werten und Einstellungen zwischen der „Generation Y“, verstanden als Kohorte der zwischen 1980 und 1994 Geborenen, und vorangegangenen Kohorten innerhalb der deutschen Bevölkerung empirisch nachgewiesen werden?
Dazu wird in einem ersten Schritt der theoretische Hintergrund zur eben genannten Forschungsfrage erläutert und dabei auf die Themenbereiche Generationen(forschung) sowie Werte und Wertewandel – mit besonderem Fokus auf die Werte und Einstellungen der „Generation Y“ – eingegangen. Nach Vorstellung der darauf aufbauenden und durch die empirische Analyse dieser Arbeit zu überprüfenden Hypothesen wird das empirische Vorgehen einschließlich der Datenbasis der empirischen Analyse (die ALLBUS), der durchgeführten Operationalisierung der Daten sowie des gewählten Designs der Analyse vorgestellt. Im Anschluss an die Darstellung der empirischen Befunde mit Bezug auf die aufgestellten Hypothesen folgt eine Zusammenfassung der Arbeit, die mit einem abschließenden Fazit endet.
Inhaltsverzeichnis
1. Sind die wirklich so?
2. Theoretischer Hintergrund: Generationen und Werte
2.1. Generationen – Was sie sind und wie sie entstehen
2.1.1. Generationenforschung
2.1.2. Der Generationenbegriff
2.1.3. Karl Mannheim: „Das Problem der Generationen“
2.1.4. Einflussfaktoren auf die Entstehung von Generationen
2.1.5. Generationen – Welche gibt es?
2.2. Werte- und Wertewandelforschung: Von den Materialisten zu den Postmaterialisten und zurück?
2.2.1. Werte und Wertewandel
2.2.2. Ronald Ingleharts „Silent Revolution“
2.2.3. Die Umkehrung des Wertewandels?
2.3. Die „Generation Y“ und ihre Werte
2.3.1. Einflussfaktoren auf die Entstehung der „Generation Y“
2.3.2. Die Werte und Einstellungen der „Generation Y“
3. Hypothesen
4. Empirisches Vorgehen
4.1. Datenbasis
4.2. Operationalisierung
4.3. Analysedesign
5. Empirische Befunde
6. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht empirisch, inwiefern sich die in der Literatur postulierten Unterschiede zwischen der „Generation Y“ (1980–1994 Geborene) und vorangegangenen Generationen in Bezug auf berufliche und private Wertvorstellungen in der deutschen Bevölkerung nachweisen lassen.
- Soziologische Grundlagen der Generationenforschung
- Theorien zum Werte- und Wertewandel (Inglehart, Klages)
- Analyse der „Generation Y“ und ihrer spezifischen Kontextfaktoren
- Empirische Kohortenanalyse auf Basis der ALLBUS-Daten
- Vergleich beruflicher und privater Lebensbereiche (Work-Life-Balance)
Auszug aus dem Buch
1. Sind die wirklich so?
„Generation Y: Hoffnungslose Optimisten“ – „Generation Y: ‚Ich hoffe nur, nicht abzustürzen‘“
„Generation Y: Wollen die auch arbeiten?“ – „Generation Y: Von wegen superflexibel“
„Generation Y: ‚Wir sind angepasster als jede Generation zuvor‘“ – „[…] Wie die Generation Y die Berufswelt verändert […].“
Na was denn nun? Eines auf jeden Fall: „Generation Y: Nehmt sie ernst!“
Dies sind nur einige der Titel vergangener Artikel der „ZEIT“. Und sie alle zeigen: Die Generationenthematik beziehungsweise die Berichterstattung darüber und insbesondere über die „Generation Y“ liegen im Trend – und das mehr denn je. Ernst zu nehmen oder zumindest untersuchenswert ist die „Generation Y“ nicht nur deswegen in jedem Fall.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sind die wirklich so?: Einleitung in die Thematik der Generation Y anhand der medialen Berichterstattung und Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2. Theoretischer Hintergrund: Generationen und Werte: Darstellung soziologischer Grundlagen zu Generationen und Wertewandel, inklusive der Theorie der Silent Revolution.
3. Hypothesen: Ableitung von drei Hypothesenpaaren basierend auf der Literaturrecherche bezüglich Leistungsbereitschaft, Selbstverwirklichung und der Gewichtung von Berufs- und Privatleben.
4. Empirisches Vorgehen: Erläuterung der methodischen Kohortenanalyse mittels ALLBUS-Daten, Operationalisierung der Variablen und Darstellung des Analysedesigns.
5. Empirische Befunde: Detaillierte Auswertung der Daten durch Mittelwertvergleiche und Regressionsanalysen zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
6. Zusammenfassung und Fazit: Rückführung der Ergebnisse auf die Forschungsfrage und kritische Reflexion des Bildes der Generation Y.
Schlüsselwörter
Generation Y, Generationenforschung, Werte, Wertewandel, Postmaterialismus, Kohortenanalyse, ALLBUS, Berufsleben, Privatleben, Work-Life-Balance, Leistungsgesellschaft, Sozialisation, Demografie, Deutschland, Empirische Sozialforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch die in der Literatur verbreiteten Annahmen über die „Generation Y“ und prüft diese anhand von empirischen Daten auf ihre Validität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft die soziologische Generationenforschung mit der Wertewandelforschung und analysiert spezifisch die Einstellungen zu Berufs- und Privatleben.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist festzustellen, ob sich die behaupteten Unterschiede in den Werten zwischen der „Generation Y“ und älteren Geburtskohorten in Deutschland empirisch belegen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine empirische Kohortenanalyse auf Basis der kumulierten ALLBUS-Daten (1980–2012) mittels bivariater Mittelwertvergleiche und multipler Regressionsanalysen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Generationen- und Wertetheorie sowie einen empirischen Teil, in dem Hypothesen zu Leistung, Selbstverwirklichung und Lebensbereichen statistisch geprüft werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Generation Y, Wertewandel, Kohortenanalyse, Arbeit, Privatleben, Work-Life-Balance und Postmaterialismus.
Wie unterscheidet sich die „Generation Y“ von den „Baby Boomern“ bezüglich ihrer Werte?
Die Ergebnisse zeigen, dass das Privatleben für die Generation Y einen höheren Stellenwert als für ältere Kohorten hat, während die Erwartungen an „höhere“ Berufswerte teilweise geringer ausfallen als von der Literatur vermutet.
Warum konnte die Hypothese zur „höheren“ Bedeutung von Berufswerten nicht bestätigt werden?
Die Analyse deutet darauf hin, dass der in der Literatur angenommene Trend zu postmaterialistischen Werten in Richtung einer Rückbesinnung auf Sicherheit und traditionellere Aspekte (im Kontext der Umkehrung des Wertewandels) beeinflusst wurde.
Welchen Einfluss hat das Wohnen in Ost- oder Westdeutschland auf die Ergebnisse?
Die Analyse zeigt, dass der Wohnort einen statistisch signifikanten Einfluss hat; Befragte in Ostdeutschland messen dem Berufsleben eine deutlich höhere Bedeutung bei als Befragte in Westdeutschland.
Was ist das abschließende Fazit des Autors zur Generation Y?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Generation Y sehr facettenreich ist und ihre Werte sich oft nur als „alte Werte in einem neuen Gewand“ zeigen, weshalb eine pauschale Kategorisierung wissenschaftlich schwer haltbar ist.
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- Jan Gröger (Author), 2015, Gibt es die „Generation Y“? Zu den Werten und Einstellungen der nach 1980 Geborenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335872