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Der Letzte macht das Licht aus. Ein Gedankenexperiment zur Narration nach dem Weltuntergang

Titre: Der Letzte macht das Licht aus. Ein Gedankenexperiment zur Narration nach dem Weltuntergang

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 26 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Nathalie Exo (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, warum es, trotz der Gewalt der wie auch immer gearteten Zerstörung, in modernen Katastrophenerzählungen scheinbar immer mindestens diesen einen Überlebenden geben muss, um die Welt nach dem Untergang erzählen zu können. Da es für den entgegengesetzten Fall, das heißt eine Katastrophe ohne Überlebende, kein Beispiel gibt oder sich zumindest kein Verweis auf eines finden ließ, nähert sich die Arbeit der Frage gewissermaßen ex negativo in einem Gedankenexperiment, das sich mit Möglichkeiten der Erzählung beschäftigt, ohne auf deren konkrete Umsetzung näher einzugehen.

Auf T-Shirts, Aufklebern und ähnlichen Merchandise-Artikeln findet sich, oft in der Rubrik ‚Fun‘, ein recht beliebter Aufdruck, der einen Menschen mit Atemschutzmaske vor einer nuklearen Wüste zeigt, überschrieben mit dem Kommentar Der Letzte macht das Licht aus. Dieser Satz, der, ohne verlässliche Quellen nennen zu können, wohl zunächst aus einem politisch-satirischen Kontext stammte, scheint treffend und nicht wenig zynisch die Zustände abzubilden, die der Menschheit im Falle eines nuklearen Krieges oder einer ähnlich weitreichenden, selbst herbeigeführten globalen Katastrophe bevorsteht.

Tatsächlich kommt es aber in einer Vielzahl der aktuellen und vergangenen Katastrophenliteratur selten so weit, dass nur ein einziger Mensch den Weltuntergang überlebt. Ein grober Überblick zeigt, dass Endzeitfilme und -literatur momentan die Kernfamilie als Protagonist für sich in Anspruch nehmen (z. B. in Roland Emmerichs Filmen The Day After Tomorrow und 2012) oder aber einander eigentlich fremde Menschen, die durch den Weltuntergang zu einem familienähnlichen Verband zusammengeschweißt werden (z. B. in Frank Schätzings Der Schwarm).

Eine Sichtung von Weltuntergangsszenarien aus Film, Literatur sowie Sekundärliteratur zum Thema hat gezeigt, dass es in der Erzählung, wenn schon nicht eine durch spezielle Merkmale gekennzeichnete Gruppe, immer doch wenigstens einen Menschen in der Welt nach dem Untergang gibt, der überlebt, der die Geschichte erzählt. Dieser Mensch ist eben der Letzte, der das Licht ausmacht – der ewige einsame Überlebende wirkt wie ein Indiz dafür, dass mit ihm auf die Erzählung ‚sterben‘ würde.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE HANDLUNG

2.1 DIE FLUCHT INS WELTALL

2.2 KEIN AUSWEG FÜR DIE MENSCHHEIT

2.3 DIE NATUR KENNT KEINE KATASTROPHEN

2.4 DIE RACHE DER ERDE

3. DER ERZÄHLER

3.1 DREI SICHTWEISEN

3.2 ZWEI DISTANZEN

3.3 VIER STIMMEN

3.4 EXKURS: ZUM PROBLEM DER ANTHROPOMORPHISIERUNG

4. DER SINN

5. DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Möglichkeiten und Grenzen narrativer Texte, die einen Weltuntergang ohne überlebende menschliche Akteure darstellen. Im Zentrum steht die Frage, wie ein Erzählvorgang legitimiert und eine Sinnstiftung aufrechterhalten werden kann, wenn die Instanz des Erzählers keine Anknüpfungspunkte an menschliche Figuren mehr findet.

  • Analyse von Weltuntergangsszenarien in der modernen Literatur
  • Anwendung der Grenzüberschreitungstheorie nach Lotman auf Katastrophenkonstellationen
  • Erzähltheoretische Verortung der Erzählinstanz bei Genette
  • Problematik der Anthropomorphisierung nicht-menschlicher Handlungsträger
  • Diskussion über Sinnstiftung und Moral in einer Welt ohne Erneuerung

Auszug aus dem Buch

3.1 DREI SICHTWEISEN

Zunächst zur Fokalisierung, d. h. zu der Sichtweise, aus der erzählt wird. In einer fiktionalen Erzählung stehen bei der Frage nach der Sicht mehr Möglichkeiten zur Verfügung als in faktualen Texten, da die Sichtweise keinen physischen Grenzen unterworfen ist. Die Unterscheidung, wer wahrnimmt, erfolgt nach GENETTE in drei Punkten:

Die NULLFOKALISIERUNG, alltagssprachlich gerne als allwissender Erzähler bezeichnet, nimmt einen Erzähler an, der grundsätzlich mehr weiß als jede der Figuren der erzählten Welt. Oberflächlich betrachtet stellt diese Sichtweise für eine Erzählung nach dem Weltuntergang kein Problem dar, ja, sie scheint sogar am Geeignetsten zu sein für eine umfassende Erzählung des Untergangs selbst. Ein Erzähler mit Nullfokalisierung ist nicht auf die Augen einer Figur der erzählten Welt angewiesen und kann damit die globale Katastrophe in ihrem ganzen Ausmaß erzählen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Gedankenexperiment über die Möglichkeiten der Narration in einer post-apokalyptischen Welt ohne menschliche Überlebende.

2. DIE HANDLUNG: Untersuchung der Handlungsstruktur anhand der Grenzüberschreitungstheorie, um zu prüfen, ob und wie Bewegung in einem Szenario ohne Menschen möglich ist.

3. DER ERZÄHLER: Analyse der narrativen Instanz hinsichtlich Fokalisierung, Distanz und Stimme, um die Erzählbarkeit nach dem Verschwinden der Menschheit zu klären.

4. DER SINN: Erörterung der moralischen und inhaltlichen Sinnstiftung von Katastrophenerzählungen, die über die bloße Zerstörung hinausgehen.

5. DER LETZTE MACHT DAS LICHT AUS?: Fazit des Gedankenexperiments mit dem Ergebnis, dass eine Narration des Endes unter spezifischen erzähltechnischen Bedingungen realisierbar bleibt.

Schlüsselwörter

Weltuntergang, Katastrophenliteratur, Erzähltheorie, Grenzüberschreitung, Handlungsträger, Narration, Anthropomorphisierung, Nullfokalisierung, Sinnstiftung, Apokalypse, Erzählinstanz, Binnenerzählung, Metalepse, Welt nach dem Ende, Gedankenexperiment

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretische Möglichkeit, den Weltuntergang in einer fiktionalen Erzählung abzubilden, wenn kein Mensch überlebt, um die Geschichte zu vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Handlung, erzählerische Vermittlung (Erzählinstanz) und die Sinnstiftung innerhalb moderner Katastrophenliteratur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob ein Erzählen ohne menschliche Figuren möglich ist, ohne dass die Narration ihre Struktur und Sinnhaftigkeit verliert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorin nutzt die Grenzüberschreitungstheorie nach Jurij Lotman sowie erzähltheoretische Konzepte von Gérard Genette, um die Bedingungen für eine Erzählung nach der Apokalypse zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet vier verschiedene Varianten der Rollenbesetzung und die Auswirkungen von Fokalisierung, Distanz und Erzählebenen auf das Erzählen nach der Auslöschung der Menschheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Weltuntergang, Erzähltheorie, Anthropomorphisierung, Grenzüberschreitung und Sinnstiftung.

Warum ist die "Rache der Erde" als Variante problematisch?

Sie führt in eine Sackgasse, da die Zuweisung menschlicher Eigenschaften (Anthropomorphismus) an einen Planeten nur dann funktioniert, wenn es noch Menschen gibt, die diese Wahrnehmung teilen können.

Wie kann eine Erzählung ohne Überlebende dennoch funktionieren?

Durch den Einsatz von Binnenerzählungen und Metalepsen oder einen bewussten Wechsel der Erzählzeitpunkte kann das Erzählen nach dem Weltuntergang strukturell abgesichert werden.

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Résumé des informations

Titre
Der Letzte macht das Licht aus. Ein Gedankenexperiment zur Narration nach dem Weltuntergang
Université
University of Göttingen  (Seminar für Deutsche Philologie)
Cours
Naturkatastrophe und Umweltwandel in der Literatur
Note
1,0
Auteur
Nathalie Exo (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
26
N° de catalogue
V335876
ISBN (ebook)
9783668255951
ISBN (Livre)
9783668255968
Langue
allemand
mots-clé
Naturkatastrophe Weltuntergang Apokalypse Gedankenexperiment Narratologie Erzählen Katastrophe Erzähler Erzählinstanz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nathalie Exo (Auteur), 2011, Der Letzte macht das Licht aus. Ein Gedankenexperiment zur Narration nach dem Weltuntergang, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335876
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Extrait de  26  pages
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