Auswirkungen und Ursachen der Schattenwirtschaft auf den Arbeitsmarkt


Hausarbeit, 2004
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Schattenwirtschaft
2.1. Einleitung
2.2. Bereiche der Schattenwirtschaft

3. Erfassung der zugrunde gelegten Zahlen
3.1. Einleitung
3.2. Direkte Methoden
3.2.1. Befragung
3.2.2. Erhebungen
3.3. Indirekte Methoden
3.3.1. Diskrepanz zwischen Einnahme und Ausgabe in Statistiken
3.3.2. Differenz zwischen tatsächlicher und offizieller Erwerbsquote
3.3.3. Monetäre Ansätze zu Erfassung der Schattenwirtschaft
3.3.4. Input-Ansatz (Messung des Elektrizitätsverbrauches)
3.4. Kausale Methode
3.5. Zusammenfassung

4. Ursachen der Schattenwirtschaft
4.1. Einleitung
4.2. Hohe Abgaben- und Steuerbelastung
4.3. Umfangreiche staatliche Regulierung
4.4. Arbeitszeit / Einkommen
4.5. Wertewandel einer Gesellschaft
4.6. Zusammenfassung

5. Auswirkungen der Schattenwirtschaft auf den Arbeitsmarkt
5.1. Einleitung
5.2. Allokationswirkung
5.2.1. Negative Wirkung auf die Wohlfahrt
5.2.1.1. Volkswirtschaftliche Ressourcenverschwendung
5.2.1.2. Verzerrte Produktionsstruktur
5.2.1.3. Mangelnde Finanzierungsmöglichkeiten
5.2.2. Positive Wirkung auf die Wohlfahrt
5.2.2.1. Unverzerrte Knappheitspreise
5.2.2.2. Förderung der Arbeitsteilung
5.2.2.3. Intensivierung des Wettbewerbs
5.2.2.4. Innovationspotential durch die Schattenwirtschaft
5.2.2.5. Nutzung brachliegender Ressourcen
5.3. Eigene Gedanken
5.4. Verteilungswirkungen
5.5. Stabilisierungswirkung
5.6. Fiskalische Wirkung
5.7. Zusammenfassung

6. Maßnahmen gegen die Schattenwirtschaft
6.1. Einleitung
6.2. Gesetz gegen Schwarzarbeit
6.2.1. Ziele des Gesetzes
6.3. Zusammenfassung

7. Ausblick auf mögliche Entwicklungen und Ansätze
7.1. Einleitung
7.2. Ansätze zur Reduzierung nach Prof. Schneider
7.2.1. Schattenwirtschaftspauschale
7.2.2. Staatliche Förderung im Wohnbau auf den Faktor Arbeit
7.2.3. Mehrwertsteuervergütung (Befristete)
7.3. Zusammenfassung

Auswirkungen und Ursachen der Schattenwirtschaft auf den Arbeitsmarkt

Maßnahmen gegen die Schattenwirtschaft

1. Einleitung

Jeden Tag hören wir von steigenden Arbeitslosenzahlen und in diesem Zusammenhang auch von der steigenden Zahl der Schwarzarbeiter in der Schattenwirtschaft. Oft wird der Eindruck vermittelt, dass die Schattenwirtschaft die Ursache für die Arbeitslosigkeit ist. Im Folgenden werden die Auswirkungen und Ursachen auf den Arbeitsmarkt betrachtet, ebenso wie die Maßnahmen gegen die Schattenwirtschaft.

2. Schattenwirtschaft

2.1. Einleitung

In einer Volkswirtschaft werden von inländischen Unternehmen, Haushalten und dem Staat in einem bestimmten Zeitraum (meist 1 Jahr) Güter und Dienstleistungen geschaffen.

Bewertet man diese, nicht wieder in den Produktionsprozess eingebrachten Güter und Leistungen, nach ihrem Marktpreis, so erhält man das Sozialprodukt (Volkseinkommen).[1]

Jede Volkswirtschaft hat aber auch Bereiche, welche nicht im Sozialprodukt erfasst werden. Zum einen wird die Erstellung von Gütern und Dienstleistungen absichtlich verheimlicht zum anderen sind die Erfassungsmethoden unzureichend bzw. es wurde auf die Erfassung, gemäß internationaler Grundsätze, verzichtet. Daraus ergibt sich der Begriff Schattenwirtschaft.

Der Begriff der Schattenwirtschaft ist von unterschiedlichen Autoren unterschiedlich formuliert worden. Ich werde die Formulierung aus dem Werk „Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit“ nach Prof. Schneider nutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Definition: Schattenwirtschaft

„Unter dem Begriff Schattenwirtschaft (im weiteren Sinn [i.w.S.]) werden alle jene Leistungen zusammengefasst, die normalerweise zum Sozialprodukt gerechnet werden müssten, aber aus welchen Gründen auch immer, nicht im offiziellen Sozialprodukt enthalten sind. (Pommerehne und Kirchgässner, 1994, S. 851)“[2]

2.2. Bereiche der Schattenwirtschaft

Zur Schattenwirtschaft gehören zwei Bereiche[3].

Im ersten Bereich werden für andere inoffiziell Güter bzw. Leistungen geschaffen, der Erbringer erhält eine Vergütung. Der Erbringer dieser Leistung bzw. des Gutes verwendet die Vergütung um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, bzw. seinen Lebensstandart zu erhöhen, daher die Bezeichnung erwerbswirtschaftlicher Bereich. Der Vorteil ergibt sich durch die Einsparung von Steuern, Abgaben, Versicherungen und Gebühren. Dieser Bereich ist die eigentliche Schattenwirtschaft, er wird auf Grund der drohenden Sanktionen vertuscht und wird somit auch nicht erfasst.

Beispielhaft sei hier der Bau einer Garage genannt, der Bauarbeiter wird mit 30 € vergütet, es werden keine Steuern und Versicherungsbeiträge entrichtet.

Der zweite Bereich wird als bedarfswirtschaftlicher Bereich bezeichnet, hier werden zum Eigenbedarf Güter bzw. Leistungen auf freiwilliger Basis erbracht. Diese Leistungen im privaten Haushalt, sowie für wohltätige Organisationen werden auf Grund der schweren Erfassbarkeit international nicht im Sozialprodukt aufgenommen.

Zum Beispiel der Bau der eigenen Garage.

Die Aktivitäten in der Schattenwirtschaft unterteilen sich somit in legal und illegal. Diese Aktivitäten können monetärer (Geldwerte) bzw. nicht monetärer Art sein, zur Verdeutlichung möchte ich folgende Tabelle[4] nutzen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Stellt sich nun die Frage, wie kann Schwarzarbeit erfasst werden?

3. Erfassung der zugrunde gelegten Zahlen

3.1. Einleitung

Jede Person, die in der Schattenwirtschaft tätig wird, ist bemüht, diese Tätigkeit und den daraus entstandenen Vorteil (z.B. Geld) vor dem Staat und den gesetzlichen Vertretern (Finanzamt, Arbeitsamt usw.) verborgen zu halten. So entwickelt sich die Suche nach Zahlen und Daten zum Kriminalfall, es müssen Spuren gesucht und verfolgt werden. Dies erfolgt durch die „Direkte-“, „Indirekte-“ oder „Kausale Methode“.

3.2. Direkte Methoden

Bei der direkten Methode müssen Daten vorliegen, welche durch Befragung oder bei Erhebungen von den betreffenden Personen selbst gemacht wurden.

3.2.1. Befragung

Hier wird unter der Wahrung der Anonymität und mit speziellen Fragemethoden, eine Befragung von Personen durchgeführt. Zwar wird durch die Befragung ein verzerrtes Bild gezeichnet da nicht alle Befragten wahre Angaben machen aber es ist doch ein gewisser Rückschluss auf die Zahlen der Schattenwirtschaft möglich. Diese Art der Befragung markiert daher die unterste Grenze.

3.2.2. Erhebungen

Bei Erhebungen wird aus Angaben, die eine Person gegenüber Behörden oder anderen Einrichtungen abgibt (z.B. Steuererklärung) und dem tatsächlichen Sachverhalt (welcher natürlich überprüft wird) ein Ergebnis errechnet. Dies geschieht in Stichprobenform, durch eine Hochrechnung wird dann ein Rückschluss auf das Ausmaß der Schattenwirtschaft möglich. Durch die Ungenauigkeit der Hochrechnung kann nur die unterste Grenze ermittelt werden.

3.3. Indirekte Methoden

Bei der indirekten Methode werden Daten ausgewertet, die ungewollt in der Wirtschaft hinterlassen wurden und Rückschlüsse auf die Schattenwirtschaft zulassen.

3.3.1. Diskrepanz zwischen Einnahme und Ausgabe in Statistiken

Durch diese Methode wird das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben untersucht. Übersteigen die Ausgaben die Einnahmen, wird von schwarz erwirtschafteten Einnahmen ausgegangen. Diese Methode wird auch in Deutschland verwendet, Nachteil ist die Ungenauigkeit durch:

- Fehlende Angaben zu Kreditfinanzierten Konsum
- Fehler durch unterschiedliche statistische Erfassung, sowie durch unterschiedliche Erfassungsinteresse / -bemühungen der zuständigen Stellen

3.3.2. Differenz zwischen tatsächlicher und offizieller Erwerbsquote

Die Differenz zwischen offizieller und tatsächlicher Erwerbsquote weist auf die Größe der Schattenwirtschaft hin. Da aber auch hier eine große Fehlerquote auftritt, da nicht alle Schwarzarbeiter ausschließlich in der Schattenwirtschaft tätig sind, kann das Ergebnis nur ein grober Anhalt sein.

3.3.3. Monetäre Ansätze zu Erfassung der Schattenwirtschaft

Um die Aktivitäten in der Schattenwirtschaft möglichst anonym zu halten, wird die Leistung meist mit Bargeld beglichen. Berücksichtigt man die normalen Schwankungen im Bargeldverkehr, kann man aus dem Bedarf von Bargeld (Bargeldumsatz) und dem Bargeldumlauf von großen Banknoten indirekt auf den Umfang der Schattenwirtschaft schließen. Dass Ergebnis dieser Methode kann aber ebenfalls nur als Ansatz zu sehen sein.

3.3.4. Input-Ansatz (Messung des Elektrizitätsverbrauches)

In dieser Methode, wird aus dem Energieverbrauch auf die Größe der Schattenwirtschaft geschlossen. Aber nicht jede schattenwirtschaftliche Betätigung ruft einen Energieverbrauch hervor. Ebenso kann die Zuordnung, zwischen Privat und zur Produktion verwendeter Energie nur schwer nachvollzogen werden, diese Methode ergibt nur grobe Richtwerte über den Umfang der Schattenwirtschaft.

3.4. Kausale Methode

Werden die Ursachen und Indikatoren, wie Regulierungsdichte, Steuerumfang und Entwicklung des Sozialproduktes betrachtet, um den Umfang der Schattenwirtschaft zu ermitteln, nennt man dies Kausale Methode. Wenn zum Beispiel die Steuerbelastung (Ursache) steigt und die Arbeitslosenquote (Indikator) ebenfalls steigt, kann man daraus schlussfolgern, dass Arbeiter vom offiziellen Arbeitsmarkt in die Schattenwirtschaft gewechselt sind, mit der Folge, der Umfang der Schattenwirtschaft vergrößert sich.

[...]


[1] Vgl.: Czada 1996: Wirtschaftskreislauf und Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Skript, S. 7

[2] Schneider, Enste 2000: Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit, Oldenbourg Verlag, S. 7

[3] Vgl.: Schneider, Enste 2000: Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit, Oldenbourg Verlag, S. 7

[4] Schneider, Enste 2000: Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit, Oldenbourg Verlag, S. 8

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen und Ursachen der Schattenwirtschaft auf den Arbeitsmarkt
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V33594
ISBN (eBook)
9783638340380
ISBN (Buch)
9783638761536
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auswirkungen, Ursachen, Schattenwirtschaft, Arbeitsmarkt
Arbeit zitieren
Diplom Verwaltungswirt (FH) Lars Hecht (Autor), 2004, Auswirkungen und Ursachen der Schattenwirtschaft auf den Arbeitsmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33594

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