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Wie demokratisch sind Präferenzbildungen in liberalen Staaten? Zum Doppelbefund des Demokratischen Friedens

Der Entscheidungsprozess zum Irakkrieg 2003 in den USA

Titel: Wie demokratisch sind Präferenzbildungen in liberalen Staaten? Zum Doppelbefund des Demokratischen Friedens

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 31 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lena Griebel (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Sind Demokratien tatsächlich friedliebender als Nicht-Demokratien? Wann entscheidet sich eine demokratische Gesellschaft für einen kriegerische Auseinandersetzung? Wieso sind demokratische Staaten in Kriege mit illiberalen verwickelt? Ziel dieser Arbeit soll es neben der Beantwortung dieser Fragen sein, Kants Theorem und die Theorie des Demokratischen Friedens auf ihre heutige Gültigkeit hin zu überprüfen. Dabei soll ein besonderer Blick auf den Entscheidungsprozess der Vereinigten Staaten von Amerika für den Irakkrieg 2003 geworfen werden.

Demokratien führen untereinander keine Kriege – diese Tatsache „comes as close as anything we have to an empirical law in international politics“ (Levy 1988: 662). Bereits 1795 hat „der Urvater“ des Demokratischen Friedens, Immanuel Kant, gezeigt, dass ein Unterschied zwischen den Kriegsaffinität demokratischer und nicht-demokratischer Staaten besteht. Aber erst seitdem Michael Doyle 1983 die Theorie des Demokratischen Friedens wiederentdeckt hat, ist sie im politikwissenschaftlichen Diskurs heftig umstritten. Der internationalen Forschung ist es seither gelungen, „Regelmäßigkeiten zu entdecken, die auf eine besondere Kooperationsfähigkeit zwischen Demokratien hinweisen“ (Dembinski/ Hasenclever 2010: 15).

Im Gegensatz zu illiberalen Staaten haben Demokratien häufiger das Bedürfnis, Konflikte durch Mediation anstatt durch Kriege zu beseitigen. Auch die Bildung von Allianzen und internationalen Organisationen gelingt zwischen diesen häufiger und erfolgsversprechender.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Worte

2. Theorieentwicklung: Von Kant zu Doyle

2.1. Kants Theorem – Mit drei Artikeln „zum Ewigen Frieden“

2.1.1. Der erste Definitivartikel

2.1.2. Der zweite Definitivartikel

2.1.3. Der dritte Definitivartikel

2.2. Exkurs: Der Liberalismus in den Internationalen Beziehungen

2.3. Der Demokratische Frieden

3. Demokratien auf dem Prüfstand: Wie friedlich sind sie wirklich?

3.1. Der empirische Doppelbefund

3.2. Der Rational Choice-Ansatz

3.3. Der Irakkrieg 2003 und die Präferenzbildung in den USA

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Gültigkeit der Theorie des Demokratischen Friedens sowie des kantischen Theorems vor dem Hintergrund des Irakkriegs 2003. Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, inwieweit demokratisch legitimierte Regierungen durch die Manipulation innenpolitischer Präferenzbildungspozesse kriegerische Auseinandersetzungen initiieren können, obwohl Demokratien theoretisch als friedliebender gelten.

  • Theoretische Grundlagen des Liberalismus und des kantischen Modells.
  • Analyse des "Doppelbefunds" des Demokratischen Friedens.
  • Anwendung des Rational Choice-Ansatzes auf Entscheidungsprozesse in Demokratien.
  • Fallbeispiel: Der Entscheidungsprozess der USA zum Irakkrieg 2003.
  • Kritische Reflexion über die Rolle von Desinformation und Medienmanipulation.

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Rational Choice-Ansatz

Die internationale Politikwissenschaft versucht, diese im empirischen Doppelbefund definierten Wesensinhalte liberaler Staaten anhand von vier unterschiedlichen Erklärungsansätzen zu bestimmen. Dazu gehören der Rational Choice-Ansatz, der Sozialkonstruktivismus sowie der institutionalistische und der normative Ansatz. Im Folgenden wird jedoch nur die Rationalitätsannahme dargestellt, da diese sowohl die monadische als auch die dyadische Variante des Demokratischen Friedens erklären versucht und bereits im ersten Definitivartikel Kants angesprochen wurde. Anhand dieser wird erläutert werden, wie sowohl der Demokratische Frieden, als auch die Initiierung des Irakkrieges 2003 durch die USA erklärt werden kann.

Die monadische, präferenz-orientierte Variante des Demokratischen Friedens wird durch den Rational Choice-Ansatz dadurch erklärt, dass dem Kosten-Nutzen-Kalkül bei der Frage, ob ein Krieg begonnen werden soll, eine besondere Bedeutung zukommt. Nicht nur die möglichen wirtschaftlichen, monetären und tödlichen Folgen eines Krieges spielen bei dieser Abwägung eine Rolle, sondern auch die etwaigen Einbußen der innerstaatlichen Wohlfahrt zählen zu den abzuwiegenden Faktoren (Felber 2005: 6-7). Der rationale Bürger einer Demokratie ist demnach „generally peace-prone because war endangers not only his life (as a combatant or as a civilian victim), but is economically expensive as well“ (Müller/ Wolff 2006: 43).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Worte: Einführung in die Forschungsfrage, ob Demokratien tatsächlich friedliebender sind und wie dies mit dem Irakkrieg 2003 korrespondiert.

2. Theorieentwicklung: Von Kant zu Doyle: Darstellung der philosophischen und theoretischen Grundlagen des Friedensbegriffs bei Kant sowie der Weiterentwicklung durch den modernen Liberalismus.

3. Demokratien auf dem Prüfstand: Wie friedlich sind sie wirklich?: Empirische Untersuchung des "Doppelbefunds" und Anwendung theoretischer Ansätze auf den spezifischen Fall des US-Entscheidungsprozesses 2003.

4. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Antwort auf die Forschungsfrage mit der Erkenntnis, dass auch Demokratien Kriege initiieren können, wenn Präferenzbildungsprozesse manipuliert werden.

Schlüsselwörter

Demokratischer Frieden, Kants Theorem, Rational Choice-Ansatz, Irakkrieg 2003, Außenpolitik, Präferenzbildung, Liberalismus, Kriegführung, Politische Entscheidungsprozesse, Institutionelles Versagen, Internationale Beziehungen, Demokratische Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit die Theorie des Demokratischen Friedens und der empirische "Doppelbefund" bei der Analyse des Irakkriegs 2003 als Erklärungsmodell dienen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die liberale Theorie der Internationalen Beziehungen, der Friedensbegriff Immanuel Kants sowie die Analyse von Entscheidungsprozessen in westlichen Demokratien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Prüfung der Gültigkeit des Demokratischen Friedens unter Berücksichtigung der Manipulation innenpolitischer Präferenzbildung durch Regierungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf Literaturanalyse und der Anwendung des Rational Choice-Ansatzes auf ein konkretes Fallbeispiel basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Kants Friedenstheorie, die Erläuterung liberaler Ansätze und die empirische Anwendung auf den Irakkrieg 2003.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Demokratischer Frieden, Rational Choice, Irakkrieg, Präferenzbildung, Kants Theorem und liberale Außenpolitik.

Warum wird der Irakkrieg 2003 als Fallbeispiel gewählt?

Der Irakkrieg dient als prominentes Beispiel für einen Krieg, der von einer demokratischen Macht initiiert wurde und somit den theoretischen Annahmen des "ewigen Friedens" unter Demokratien entgegensteht.

Welche Rolle spielt der Rational Choice-Ansatz für die Argumentation?

Er dient als Erklärungsmodell dafür, warum demokratische Regierungen trotz innenpolitischer Kosten-Nutzen-Erwägungen kriegerische Handlungen wählen können, wenn sie durch Manipulation die öffentliche Zustimmung sichern.

Was schlussfolgert der Autor über das Verhältnis von Demokratien und Krieg?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Demokratien nicht per se friedliebend sind, sondern dass ihre Friedfertigkeit von der Transparenz der innerstaatlichen Präferenzbildung abhängt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wie demokratisch sind Präferenzbildungen in liberalen Staaten? Zum Doppelbefund des Demokratischen Friedens
Untertitel
Der Entscheidungsprozess zum Irakkrieg 2003 in den USA
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Lektürekurs zur Theorie der internationalen Politik
Note
1,3
Autor
Lena Griebel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
31
Katalognummer
V335989
ISBN (eBook)
9783668256873
ISBN (Buch)
9783668256880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irakkrieg Demokratischer Frieden Rational-Choice Internationale Beziehungen Kant Definitivartikel Demokratische Kriege Präferenzbildungen Politik Theorie Politische Theorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lena Griebel (Autor:in), 2016, Wie demokratisch sind Präferenzbildungen in liberalen Staaten? Zum Doppelbefund des Demokratischen Friedens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335989
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Leseprobe aus  31  Seiten
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