Das ganze Schaffen des Schweizer Schriftstellers Max Frisch ist von der Frage der Identitätssuche durchdrungen, die den Schwerpunkt dieser Arbeit bildet. Die Identitätssuche als Hauptproblem wird am Beispiel seines Romans "Mein Name sei Gantenbein" anhand des Stilmittels der Wiederholung dargestellt.
Das Ziel der Hausarbeit ist Erforschung der überwiegenden Typen der Wiederholung, die Max Frisch im Roman „Mein Name sei Gantenbein“ verwendet hat, um das Problem der Personenidentifikation zu verdeutlichen. Dem Ziel entsprechend ist die Semesterarbeit in 2 Teile eingeteilt.
Im theoretischen Teil wird das Verständnis der Personenidentität bei Max Frisch, das Problem der Beziehungen der Persönlichkeit zu der Gesellschaft in seinen Romanen „Mein Name sei Gantenbein“, „Stiller“, „Homo faber“ und in seinem „Tagebuch“ betrachtet.
Im praktischen Teil ist die Analyse der Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation im Roman „Mein Name sei Gantenbein” durchgeführt. Zuerst wird das Problem der Identität als Hauptthema im Roman betrachtet. Dann werden die Typen der Wiederholung angeführt. Als Nächstes wird die Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation angesehen, und zwar in den Gestalten von den Hauptpersonen: Gantenbein, Enderlin und Svoboda. Danach ist die Wiederholung als Mittel des Ausdrucks von Aussehen, Gefühlen und Gedanken angeschaut.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Teil I : Personenidentität bei Max Frisch
1.1. Personenidentität in Romanen von Max Frisch
1.2. Entfremdung
Teil II: Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation im Roman „Mein Name sei Gantenbein“.
2.1.Problem der Identität als Hauptthema im Roman „Mein Name sei Gantenbein“
2.2. Wiederholung. Typen der Wiederholung.
2.3. Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation
2.3.1.Gantenbein, Enderlin oder Svoboda
2.3.2. Aussehen
2.3.3. Gefühle und Gedanken von den Hauptpersonen
Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie Max Frisch in seinem Roman "Mein Name sei Gantenbein" das Stilmittel der Wiederholung einsetzt, um die komplexe und oft prekäre Identitätsfindung seiner Protagonisten zu verdeutlichen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwiefern die Wiederholung als Ausdrucksmittel dient, um Identität nicht als festen Zustand, sondern als Konstrukt aus verschiedenen, teilweise irrealen Möglichkeiten darzustellen.
- Analyse der Wiederholung als literarisches Stilmittel bei Max Frisch.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Personenidentität und Erzählstruktur.
- Interpretation der Rollen von Gantenbein, Enderlin und Svoboda.
- Bedeutung von äußeren Merkmalen wie Kleidung und Requisiten für die Identitätsbildung.
- Rolle von Gefühlen und Gedanken bei der Entfaltung von Identitätsentwürfen.
Auszug aus dem Buch
2.3. Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation
Im Roman entscheidet sich der Protagonist auch die Rollen von zwei anderen Männern zu spielen, sich nennt er Gantenbein. Er wird zu dem Menschen, der seine Sehkraft verloren hat, weil er hoffte, dass die Menschen ihn ehrlicher und offener behandeln würden und er zu ihnen bessere Beziehungen entwickeln könnte [7].
In dem Werk sieht man keine Krise der Identität. Gantenbein fühlt sich bei solcher Mannigfaltigkeit ganz wohl. Es gibt keinen Zwang, sondern eigene Entscheidung und Zustimmung. Er täuscht seine Blindheit vor. Gantenbein fühlt sich nicht schuldig oder unsicher wie Enderlin. Es ist nicht unbedingt schlimm in einer Gesellschaft die Rolle zu spielen. Man muss nur nicht vergessen, dass das ein Spiel ist.
Zu den einleitenden Repliken gehören: „Ich stelle mir vor…“ „Ich probiere Geschichten an wie Kleider“ [12,22]. „…der Anfang wäre leicht…“ [12,26]. Sie zeigen auf die Unechtheit von den Geschichten [8, 186]. „Ich stelle mir vor“ ist die echte unterbrochene Wiederholung, wo der Satz sich an der Spitze wiederholt, deshalb ist es Anapher.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Definition des Themas, des Objekts und des Ziels der Forschungsarbeit sowie ein kurzer Überblick über den Forschungsstand.
Teil I : Personenidentität bei Max Frisch: Theoretische Auseinandersetzung mit Max Frischs Verständnis von Identität und dem Einfluss von Entfremdungseffekten.
Teil II: Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation im Roman „Mein Name sei Gantenbein“.: Hauptteil, der das Problem der Identität als zentrales Thema beleuchtet und verschiedene Wiederholungstypen analysiert.
2.1.Problem der Identität als Hauptthema im Roman „Mein Name sei Gantenbein“: Untersuchung der multiplen Möglichkeiten und des Konjunktivs in der Identitätsgestaltung der Protagonisten.
2.2. Wiederholung. Typen der Wiederholung.: Theoretische Klassifizierung der Wiederholung in wortwörtliche, variierte und synonymische Formen.
2.3. Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation: Anwendung der Stilmittelanalyse auf die Charaktere und ihr Verhalten im Roman.
2.3.1.Gantenbein, Enderlin oder Svoboda: Analyse der individuellen Rollenkonzepte und der Maskeraden der Hauptfiguren.
2.3.2. Aussehen: Betrachtung von Kleidung und Requisiten als wiederkehrende Elemente zur Identitätsstiftung.
2.3.3. Gefühle und Gedanken von den Hauptpersonen: Untersuchung der inneren Prozesse und der "Gier nach Geschichten" als Antrieb der Figuren.
Schlussfolgerungen: Fazit der Arbeit, das die "echte wortwörtliche Wiederholung" als das dominierende Stilmittel bei Frisch identifiziert.
Schlüsselwörter
Max Frisch, Mein Name sei Gantenbein, Identität, Wiederholung, Stilmittel, Personenidentifikation, Erzählstruktur, Blindheit, Rollenspiel, Entfremdung, Existenz, Literaturanalyse, Maskerade, Gantenbein, literarische Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das literarische Werk „Mein Name sei Gantenbein“ von Max Frisch unter dem Aspekt, wie das Stilmittel der Wiederholung genutzt wird, um das komplexe Thema der Personenidentität darzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Konstruktion von Identität durch Rollenspiele, das Leben in Möglichkeiten, die Wirkung von Entfremdung und die Analyse literarischer Wiederholungstechniken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die überwiegenden Typen der Wiederholung im Roman zu erforschen und aufzuzeigen, wie diese dazu dienen, das Identitätsproblem der Protagonisten für den Leser zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung von Stilmitteln (insb. Wiederholung) sowie einer thematischen Interpretation der Romanfiguren und ihrer Identitätskonzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Identitätsproblem im Roman, klassifiziert die verschiedenen Wiederholungstypen und wendet diese Analyse auf spezifische Aspekte wie das Aussehen und die Gedankenwelt der Hauptpersonen an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Identität, Wiederholung, Max Frisch, Personenidentifikation, Rollenspiel und existenzielle Entfremdung.
Warum spielt die Blindheit eine so zentrale Rolle für Gantenbein?
Die Blindheit dient Gantenbein als Maske, die es ihm ermöglicht, die soziale Identität zu simulieren, sich von gesellschaftlichen Zwängen zu befreien und die Menschen um ihn herum ungestört zu beobachten.
Was bedeutet das "Spiel mit Rollen" im Kontext von Gantenbein, Enderlin und Svoboda?
Die drei Figuren werden als verschiedene "Möglichkeiten" des Erzählers betrachtet, wobei die Wiederholung dieser Rollen verdeutlicht, dass Identität im Roman nicht statisch ist, sondern ein wandelbares, durch Phantasie geschaffenes Konstrukt bleibt.
- Arbeit zitieren
- Julienne Lakres (Autor:in), 2013, Wiederholung als Ausdrucksmittel der Personenidentifikation in Max Frischs „Mein Name sei Gantenbein”, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336324