Ein Bericht der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) aus 2015 mit dem Schwerpunktthema „Doping am Arbeitsplatz“ schätzte, dass rund jeder Achte (12,1%) der etwa 5.000 befragten Erwerbstätigen, Mittel zur Erhöhung ihrer kognitiven Kapazitäten oder zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens, ohne medizinische Notwendigkeit eingenommen hat. Doch ist so ein Vorgehen überhaupt notwendig, um sein neurologisches Potenzial zu verbessern oder gibt es alternative Wege die gewünschten Effekte sowohl im Sport, als auch in anderen relevanten Lebensbereichen zu erzielen? In meiner Arbeit werde ich der Frage auf den Grund gehen und die Chancen, sowie Risiken untersuchen, um schlussendlich ein Fazit zu ziehen.
Citius, altius, fortius oder zu Deutsch: Schneller, höher, stärker. Das ist das Motto der Olympischen Spiele. Der Trend geht dazu, immer mehr zu leisten, alles schneller zu erledigen, ständig erreichbar zu sein und höhere Gewinne zu erzielen, um immer besser zu sein, als die Konkurrenz. Schon lang ist das nicht mehr nur allein im Sport der Fall, sondern vor allem in der Wirtschaft, sowie dem Arbeits- bzw. akademischem Umfeld. Unsere moderne Leistungsgesellschaft hat das einst bei den Olympischen Spielen gebildete Credo für sich übernommen, um daraus einen erbitterten Wettkampf weit über den eigentlich dafür vorgesehenen Rahmen hinaus zu machen. Wenig überraschend ist die daraus resultierende Überforderung vieler Menschen. Sie ist es schlussendlich, die den Weg für den Wunsch nach Möglichkeiten zur Leistungssteigerung ebnet, wie man es eben bisher nur aus dem Sport kannte.
Konsterniert, frustriert und sprachlos. Das sind auf der anderen Seite für gewöhnlich die Reaktionen auf desillusionierende Nachrichten über Doping in immer mehr Gebieten des Leistungssports. Langsam aber sicher zeichnet sich dabei ein Gewöhnungseffekt ab. Die Gesellschaft beginnt Vorkommnisse wie diese resignierend hinzunehmen. Man wird sich darüber im Klaren, dass der körperlichen Trainierbarkeit Grenzen gesetzt sind, die man nur noch durch Doping in seinen zahlreichen Facetten, zu überschreiten in der Lage ist. Gerade jene sich breitmachende Akzeptanz ist allerdings zugleich der sprichwörtliche „Fuß in der Tür“, für die Rechtfertigung derlei Maßnahmen in Bereichen fernab sportlicher Rivalität.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmung Cognitive Enhancement
2.1 Wer nutzt Cognitive Enhancement im Alltag und was sind ihre Motive?
2.2 Was sind die Motive für den Wunsch nach Leistungssteigerung im Sport?
2.3 Das Wirkungsprofil der gängigsten Substanzen
2.4 Ihre Nebenwirkungen
3 Der Missbrauch von Methylphenidat und Modafinil
3.1 Ist der zweckwidrige Gebrauch im Alltag erfolgversprechend?
3.2 Methylphenidat und Modafinil als Dopingmittel im Sport
4 Alternativen zum pharmazeutischen Enhancement
4.1 Körperliche Aktivität zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten
4.2 Sports Vision Training im Leistungssport
5 Nutzen und Risiken von Cognitive Enhancement – ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Phänomen des Cognitive Enhancements, also die kognitive Leistungssteigerung bei gesunden Menschen durch pharmakologische und nicht-pharmakologische Methoden. Das primäre Ziel ist die Analyse der Motive, Wirkungsweisen und Risiken dieser Praxis im Alltag sowie im Leistungssport, um anschließend das Potenzial natürlicher Alternativen zu bewerten.
- Verbreitung und Motive von "Gehirn-Doping" bei Schülern, Studenten und im Berufsalltag.
- Pharmakologische Profile und Risiken von Methylphenidat und Modafinil.
- Die Problematik des Doping-Missbrauchs im professionellen Sport.
- Körperliche Aktivität als effektive und sichere Alternative zur kognitiven Förderung.
- Anwendung und Evidenz von Sports Vision Training im Leistungssport.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Citius, altius, fortius oder zu Deutsch: Schneller, höher, stärker. Das ist das Motto der Olympischen Spiele. Der Trend geht dazu noch mehr zu leisten, alles schneller zu erledigen, ständig erreichbar zu sein und höhere Gewinne zu erzielen, um immer besser zu sein, als die Konkurrenz. Schon lang ist das nicht mehr nur allein im Sport der Fall, sondern vor allem in der Wirtschaft, sowie dem Arbeits- bzw. akademischem Umfeld. Unsere moderne Leistungsgesellschaft hat das einst bei den Olympischen Spielen gebildete Credo für sich übernommen, um daraus einen erbitterten Wettkampf weit über den eigentlich dafür vorgesehenen Rahmen hinaus zu machen. Wenig überraschend ist die daraus resultierende Überforderung vieler Menschen. Sie ist es schlussendlich, die den Weg für den Wunsch nach Möglichkeiten zur Leistungssteigerung ebnet, wie man es eben bisher nur aus dem Sport kannte.
Konsterniert, frustriert und sprachlos. Das sind auf der anderen Seite für gewöhnlich die Reaktionen auf desillusionierende Nachrichten über Doping in immer mehr Gebieten des Leistungssports. Langsam aber sicher zeichnet sich dabei ein Gewöhnungseffekt ab. Die Gesellschaft beginnt Vorkommnisse wie diese resignierend hinzunehmen. Man wird sich darüber im Klaren, dass der körperlichen Trainierbarkeit Grenzen gesetzt sind, die man nur noch durch Doping in seinen zahlreichen Facetten, zu überschreiten in der Lage ist. Gerade jene sich breitmachende Akzeptanz ist allerdings zugleich der sprichwörtliche „Fuß in der Tür“, für die Rechtfertigung derlei Maßnahmen in Bereichen fernab sportlicher Rivalität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Leistungsdruck als Ursprung für den Wunsch nach kognitiver Leistungssteigerung und führt in die Problematik des Neuro-Enhancements ein.
2 Begriffsbestimmung Cognitive Enhancement: Dieses Kapitel definiert Cognitive Enhancement und untersucht die Motive für dessen Nutzung in verschiedenen Lebensbereichen wie Schule, Studium und Berufsalltag.
3 Der Missbrauch von Methylphenidat und Modafinil: Hier werden die Wirkmechanismen, die Wirksamkeit sowie die Nebenwirkungen der gängigsten pharmakologischen Substanzen analysiert und ihr Missbrauch im Sport thematisiert.
4 Alternativen zum pharmazeutischen Enhancement: Dieses Kapitel stellt nicht-pharmakologische Wege der kognitiven Leistungssteigerung vor, insbesondere körperliche Aktivität und spezielles Sehtraining.
5 Nutzen und Risiken von Cognitive Enhancement – ein Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, kritisiert die mediale Berichterstattung und stellt körperliche Aktivität als sicherere Alternative dar.
Schlüsselwörter
Cognitive Enhancement, Neuro-Enhancement, Gehirn-Doping, Methylphenidat, Modafinil, Leistungssteigerung, Leistungsdruck, Sportmedizin, Arbeitsgedächtnis, Sports Vision Training, Kognition, Nebenwirkungen, Leistungsgesellschaft, Pharmakologisches Enhancement, Gesundheitsrisiken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Trend der kognitiven Leistungssteigerung ("Cognitive Enhancement") durch pharmakologische und nicht-pharmakologische Mittel bei gesunden Menschen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Motive für "Gehirn-Doping" im Alltag, die Risiken der Medikamenteneinnahme, der Doping-Missbrauch im Sport sowie gesunde Alternativen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Chancen und Risiken von Cognitive Enhancern zu untersuchen und zu bewerten, ob diese Methoden für gesunde Menschen tatsächlich sinnvoll sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor führt eine Literaturanalyse durch und wertet zahlreiche Studien und Berichte zur Verbreitung und Wirkung von Cognitive Enhancement aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe definiert, die gängigen Substanzen Methylphenidat und Modafinil hinsichtlich ihrer Wirkung und Nebenwirkung geprüft und nicht-pharmakologische Alternativen wie Bewegung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Neuro-Enhancement, Leistungsdruck, Gehirn-Doping, kognitive Leistungssteigerung und präventive Alternativen sind zentral.
Warum wird Methylphenidat (Ritalin) trotz Risiken von Gesunden konsumiert?
Gesunde Konsumenten erhoffen sich dadurch eine Steigerung von Konzentration, Motivation und Gedächtnisleistung sowie eine Reduktion des Schlafbedürfnisses, um Leistungsanforderungen besser zu bewältigen.
Was unterscheidet das Sports Vision Training von pharmakologischem Doping?
Im Gegensatz zur pharmakologischen Intervention setzt das Sports Vision Training auf eine natürliche Verbesserung der visuellen Wahrnehmung und der Hand-Augen-Koordination ohne die gesundheitlichen Risiken von Medikamenten.
- Citar trabajo
- Ricardo Wenzel (Autor), 2016, Cognitive Enhancement. Gehirndoping im Alltag und Leistungssport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336349