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Bildungsprozesse als Habitustransformation? Habitustheoretische Reflexionen zum Ansatz Rosenbergs

empirische Untersuchung eines biographischen Interviews zum „Lehrerberuf"

Title: Bildungsprozesse als Habitustransformation? Habitustheoretische Reflexionen zum Ansatz Rosenbergs

Term Paper , 2015 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sarah Ricke (Author)

Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
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Im Zentrum der bildungstheoretischen Diskurse steht die Auseinandersetzung mit einem anschlussfähigen Bildungsbegriff, indem versucht wird, Bildungstheorie und empirische Bildungsforschung in ein sinnvolles Wechselverhältnis zu bringen. Diese Relationierung soll sich hier in einer bildungstheoretisch orientierten Biographieforschung widerspiegeln. Bildung findet statt, wenn es zu Transformationsprozessen des Selbst- und Weltverhältnisses kommt und differenziert sich damit von dem Begriff des Lernens, der als Wissenszuwachs innerhalb eines Orientierungsrahmens gekennzeichnet ist. Der so verstandene Bildungsbegriff wirft folglich zwei grundlegende Forderungen auf: Zum einen nach der theoretischen Konzeptualisierung und zum anderen nach der empirischen Rekonstruktion.

In diesen belebten Diskurs reiht sich auch das Habituskonzept ein, das durch die praxeologische Bildungstheorie von Rosenberg um einen wertvollen Beitrag erweitert wurde. Florian von Rosenberg, der als Professor am Lehrstuhl für Allgemeine Erziehungswissenschaft mit den Schwerpunkten Bildungstheorie und Bildungsphilosophie tätig ist, setzt sich in seiner Dissertation Bildung und Habitustransformation. Empirische Rekonstruktionen und bildungstheoretische Reflexionen (2011) mit der Frage auseinander, ob und wie sich ein gesellschaftlich fundierter Habitus wandelt bzw. transformiert. Diese Arbeit wird als Hauptlektüre für die Ausarbeitungen genutzt.

Die vorliegende Hausarbeit gliedert sich in zwei Teile; der habitustheoretischen Grundlegung, wo die bildungstheoretischen Anschlüsse an Bourdieus Habitustheorie als Referenzrahmen für die Vorstellung des Ansatzes Rosenbergs dienen sollen. Im zweiten Teil wird sich der empirischen Untersuchung von Bildungsprozessen mittels biographischem Interview gewidmet, indem zunächst Habitusrekonstruktionen im Sinne der dokumentarischen Interpretation in den Blick genommen werden und daran anschließend eine Fallbetrachtung bzw. - analyse eines biographischen Interviews erfolgt.

Mit der vorgestellten Thematik zur bildungstheoretisch orientierten Biographieforschung soll sich hier auseinandergesetzt werden, und aus diesem Grundinteresse wird auch die Fragestellung „Bildungsprozesse als Habitustransformation?“ formuliert, die anhand von habitustheoretischen Reflexionen zum Ansatz Rosenbergs und einer empirischen Untersuchung von Bildungsprozessen anhand eines biographischen Interviews beantwortet werden soll.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HABITUSTHEORETISCHE GRUNDLEGUNG

Bildungsprozesse und Habitus: Der Ansatz von Rosenberg

2.1. Bildungstheoretische Anschlüsse an Bourdieus Habitustheorie

2.2. Der Ansatz von Rosenberg: Bildung und Habitustransformation

2.2.1. Die Möglichkeit der Habitustransformation

2.2.2. Phasentypologien von Bildungsprozessen

3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG VON BILDUNGSPROZESSEN MITTELS BIOGRAPHISCHEM INTERVIEW

Biographisches Interview: Der Fall Silvia

3.1. Habitusrekonstruktionen im Sinne der dokumentarischen Methode

3.2. Biographische Der Fall Silvia: „Wie die Jungfrau zum Kinde, zum Lehrerberuf gekommen “

4. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern Bildungsprozesse als Habitustransformationen verstanden werden können, indem sie theoretische Konzepte von Pierre Bourdieu und Florian von Rosenberg mit einer empirischen Einzelfallanalyse eines biographischen Interviews verbindet.

  • Habitustheoretische Fundierung nach Bourdieu und Weiterentwicklung durch von Rosenberg
  • Differenzierung zwischen Wandlung und Transformation des Habitus
  • Methodik der dokumentarischen Interpretation zur Rekonstruktion biographischer Prozesse
  • Analyse eines autobiographisch-narrativen Interviews einer Lehrperson
  • Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen sozialer Herkunft und beruflicher Identität

Auszug aus dem Buch

3.1. Habitusrekonstruktionen: Zur dokumentarischen Interpretation narrativer Interviews

Bei den methodologischen Ausarbeitungen zur Habitusrekonstruktion stützt sich Rosenberg auf die rekonstruktive Sozialforschung im Sinne der dokumentarischen Methode nach Bohnsack 2001 und nach Nohl 2005. Dabei lässt er nicht außer Acht, dass die umfangreichen metatheoretischen Arbeiten von Bourdieu einen enormen Beitrag zum Habituskonzept geleistet haben, aber eben auch die forschungspraktische Umsetzung von Bourdieu vernachlässigt wurde (von Rosenberg 2011, S. 95). Die dokumentarische Methode fokussiert mit dem Habituskonzept die empirische Rekonstruktion der a-theoretischen habitualisierten Wissensbestände von Akteuren und zielt dabei analytisch auf den Herstellungsprozess und die Praktiken ab. Mit dieser „prozesskonstruktiven Perspektive“ wird mit der dokumentarischen Interpretation die „ Rekonstruktion der generativen Praxis, des Erzeugungsprinzips der Praxisformen, nämlich des Habitus.“ geleistet (Bohnsack 2001, S. 247). Dabei gelten narrative und besonders autobiographische Interviews als eine geeignete Erhebungsmethode für die empirische Rekonstruktion von Bildungsprozessen. Nohl bezieht sich bei seinen Ausarbeitungen auf die Methodik der Biographieforschung von Fritz Schütze (1983) und erweitert diese um die Perspektive der praxeologischen Wissenssoziologie.

Im Zentrum der Interpretation steht demnach das der Praxis zugrunde liegende Generierungsprinzip des Habitus, indem sich auf die zweite Ebene des Beobachten begeben wird, d.h. für die Rekonstruktion eines Habitus geht es um das „Beobachten des modus operandi des Habitus“ (von Rosenberg 2011, S. 97). Bei diesem Beobachtungswechsel von Was- zu Wie-Fragen wird zudem der Geltungscharakter der Aussagen des Biographieträgers bewusst vernachlässigt, es wird also keine bewertende Haltung gegenüber dem Erzählten eingenommen. Neben der Einklammerung des Geltungscharakters werden weitere Forschungsinstrumente verfolgt, die durch die dokumentarische Methode für Habitusrekonstruktionen aufgezeigt werden, die bereits angesprochene komparative Analyse und die mehrdimensionale Typenbildung, die sich gegenseitig bedingen. Eine fundierte und eindeutige Typenbildung ist nur durch empirische Fallvergleiche möglich. (von Rosenberg 2009, S. 282).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt das Interesse an einer bildungstheoretisch orientierten Biographieforschung dar und führt die Fragestellung ein, ob Bildungsprozesse als Habitustransformationen begreifbar sind.

2. HABITUSTHEORETISCHE GRUNDLEGUNG: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Bezugspunkte der Arbeit, insbesondere Bourdieus Habitusbegriff und dessen Weiterführung durch den Ansatz von Florian von Rosenberg.

3. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG VON BILDUNGSPROZESSEN MITTELS BIOGRAPHISCHEM INTERVIEW: Hier wird die dokumentarische Methode zur Analyse von Interviews methodisch begründet und anschließend beispielhaft am Fall einer Lehrperson angewendet.

4. FAZIT: Das Fazit führt die theoretischen Überlegungen und die empirischen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Möglichkeiten und Grenzen der untersuchten Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Bildungstheorie, Habitustransformation, Pierre Bourdieu, Florian von Rosenberg, Biographieforschung, dokumentarische Methode, Habitus, Habitusrekonstruktion, biographisches Interview, Lehrerberuf, soziale Herkunft, Sozialisation, Praxis, Feldtheorie, Bildungsprozesse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Frage, wie Bildungsprozesse im biographischen Verlauf als Transformation des Habitus verstanden und untersucht werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der bildungstheoretischen Habitus-Analyse nach Bourdieu und von Rosenberg, der Methodik der dokumentarischen Interpretation sowie der empirischen Untersuchung von Lebensgeschichten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: "Bildungsprozesse als Habitustransformation?", wobei untersucht wird, ob und wie sich ein gesellschaftlich fundierter Habitus wandelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die dokumentarische Interpretation nach Bohnsack und Nohl, um habitualisierte Wissensbestände in narrativen Interviews zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Habitus-Ansatz von Rosenberg und eine praktische Anwendung dieser Theorie auf das Fallbeispiel eines biographischen Interviews einer Lehrerin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungstheorie, Habitustransformation, Habitusrekonstruktion, dokumentarische Methode und biographische Forschung.

Welche Rolle spielt die Fallstudie "Silvia" in dieser Untersuchung?

Der Fall Silvia dient als empirisches Anschauungsbeispiel, um die theoretischen Konzepte von Rosenberg und Nohl anzuwenden und die Prozesse einer Habituswandlung in der Biografie einer Lehrkraft nachzuvollziehen.

Warum konnte die Arbeit nur hypothetische Aussagen über den Fall Silvia treffen?

Da es sich um eine Einzelfallanalyse handelt und die notwendige komparative Analyse mehrerer Fälle den Rahmen einer Hausarbeit gesprengt hätte, bleiben die Ergebnisse als methodisch reflektierte Hypothesen bestehen.

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Details

Title
Bildungsprozesse als Habitustransformation? Habitustheoretische Reflexionen zum Ansatz Rosenbergs
Subtitle
empirische Untersuchung eines biographischen Interviews zum „Lehrerberuf"
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,0
Author
Sarah Ricke (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V336802
ISBN (eBook)
9783668262515
ISBN (Book)
9783668262522
Language
German
Tags
Habitus Bildung Habitustransformation Bildungsprozesse Bourdieu Bourdieus Habitustheorie Florian von Rosenberg Biographisches Interview Dokumentarische Methode Lehrerberuf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Ricke (Author), 2015, Bildungsprozesse als Habitustransformation? Habitustheoretische Reflexionen zum Ansatz Rosenbergs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336802
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