Diese Seminararbeit widmet sich der Frage, welche Auswirkungen sich aus dem gesellschaftlichen Engagement von Banken auf den finanziellen Erfolg ergeben. Um die Beziehung zwischen der gesellschaftlichen und finanziellen Performance zu untersuchen, wird zunächst in Kapitel 2 auf die theoretischen Grundlagen eingegangen. Anschließend werden in Kapitel 3 mögliche Beziehungen zwischen den zwei zu untersuchenden Variablen erläutert. Darauf aufbauend werden in Kapitel 4 und 5 die Messansätze vorgestellt, die zur Messung der gesellschaftlichen Engagements und des Unternehmenserfolges herangezogen werden. In Kapitel 6 folgen beispielhafte Studien, die bis dato die Beziehung zwischen CSP und CFP untersucht haben.
Noch vor einigen Jahren hielten Banken an dem Anhaltspunkt fest, dass ihre Tätigkeiten aus ethischer Sicht nicht relevant sind und die Geschäfte den Shareholder-Value maximieren und sich allein an die Gesetze der Finanzmathematik halten müssen. Es wurde der Standpunkt vertreten, dass durch die Rationalität der Marktteilnehmer/innen und die volle Offenlegung der Vertragsbedingungen keine Ausrichtung der Banken an ethischen Kriterien wie Fairness erforderlich ist.
Die Forderung nach einer Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung hat seit den letzten Jahren, vor allem der Finanzkrise, jedoch stark zugenommen. Durch die Globalisierung der Märkte und den Wunsch der Gesellschaft nach mehr Übernahme an Verantwortung sind Banken einem enormen Druck ausgesetzt CSR auszuüben und somit nach den gesellschaftlichen Werten und Normen zu handeln.
Dem CSR-Konzept liegt der Gedanke zu Grunde, dass Banken jenseits der ökonomischen Dimension zur Übernahme von Verantwortung für Herausforderungen verpflichtet sind, da sie eine zunehmenden Gestaltungsmacht und Größe aufweisen und „wo es ein großes Maß an Einfluss und Macht gibt, muss es auch ein großes Maß an Verantwortungsbewusstsein und moralischem Bewusstsein geben, weil Macht selbst ein moralisches oder ethisches Phänomen ist.“ Die öffentliche Forderung nach einer Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung der Banken wird in der Literatur kontrovers diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Corporate Social Responsibility
2.1 Definition
2.2 Das Konzept nach Carroll
2.3 Anwendungsgebiete im Bankensektor
3 Mögliche Beziehungen zwischen CSP und CFP
3.1 Negative Beziehung
3.2 Positive Beziehung
3.3 Gemischte Beziehung
3.4 Keine Beziehung
4 Die Messung der gesellschaftlichen Performance
4.1 Messansätze
4.1.1 Inhaltsanalysen
4.1.2 Fragebogenerhebungen
4.1.3 Reputationsanalysen
4.1.4 Eindimensionale Indikatoren
4.1.5 Ethische Ratings (Multidimensionale Indikatoren)
5 Die Messung der finanziellen Performance
5.1 Messansätze
5.1.1 Marktbasierte Bewertung
5.1.2 Buchhaltungsbasierte Bewertung
6 Beurteilung der Beziehung zwischen CSP und CFP auf Grundlage empirischer Ergebnisse
6.1 Durchgeführte Studien
6.2 Beurteilung der Studien
6.3 Stichprobenanalyse
6.4 Ergebnisse der Stichprobenanalyse
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Auswirkungen des gesellschaftlichen Engagements von Banken auf deren finanziellen Erfolg zu analysieren und zu hinterfragen, ob eine positive Korrelation zwischen Corporate Social Performance (CSP) und Corporate Financial Performance (CFP) existiert.
- Grundlagen von Corporate Social Responsibility (CSR) und das Carroll-Konzept.
- Theoretische Hypothesen zur Beziehung zwischen CSP und CFP.
- Methodische Ansätze zur Messung gesellschaftlicher und finanzieller Leistungsindikatoren.
- Empirische Auswertung bestehender Studien und eine eigene Stichprobenanalyse italienischer Banken.
Auszug aus dem Buch
3 Mögliche Beziehungen zwischen CSP und CFP
Um den Zusammenhang zwischen CSP und dem finanziellen Erfolg im Bankensektor zu untersuchen, wurden in den letzten Jahrzehnten zahlreiche anglo-amerikanische empirische Studien durchgeführt. Dabei wurden vier mögliche Hypothesen aufgestellt, die im Folgenden erläutert werden (vgl. Soana, 2011, S.134).
Gemäß Friedman (1970, o.S.) entstehen durch die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung Kosten, die deutlich über den entstehenden Erlösen liegen und somit den finanziellen Erfolg schmälern. Diese hohen Kosten sind zurückzuführen auf die Beschäftigung von zusätzlichem Personal, die Beschränkung der Regionen und Geschäftsbereiche und auf die zunehmenden Ausgaben, die auf Aktivitäten oder Prozesse anfallen, um die Forderungen der Stakeholder zu befriedigen.
Waddock und Graves (1997, S. 306) argumentieren damit, dass ertragsreiche Unternehmen /Banken über mehr Ressourcen verfügen, um gesellschaftliche Verantwortung übernehmen zu können und somit sich eine gute finanzielle Performance positiv auf die gesellschaftliche Performance auswirkt. Ribstein (2005, S. 21) ist der Ansicht, dass durch strategische Neubewertung, Prozessverbesserungen und Loyalität zu Arbeitnehmern, Kunden und der Gesellschaft CSR zu einem Anstieg der CFP führt. Formbrun et al. (2000, S. 91f.) und Peloza (2005, S. 4ff.) sind der Meinung, dass CSR Vorteile für den Ruf des Unternehmens / der Bank bringt und damit zu einer Besserung der finanziellen Lage führen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der gesellschaftlichen Verantwortung von Banken und Formulierung der Forschungsfrage.
2 Corporate Social Responsibility: Definition und Erläuterung des CSR-Konzepts sowie dessen spezifische Anwendungsgebiete im Bankenbereich.
3 Mögliche Beziehungen zwischen CSP und CFP: Darstellung theoretischer Hypothesen zum Zusammenhang von sozialer und finanzieller Performance.
4 Die Messung der gesellschaftlichen Performance: Vorstellung empirischer Messmethoden wie Inhaltsanalysen und Reputationsratings.
5 Die Messung der finanziellen Performance: Erläuterung der marktbasierten und buchhaltungsbasierten Bewertungsmethoden für Unternehmen.
6 Beurteilung der Beziehung zwischen CSP und CFP auf Grundlage empirischer Ergebnisse: Kritische Analyse bestehender Studien und Durchführung einer eigenen Stichprobenanalyse.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf künftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, Corporate Social Performance, Corporate Financial Performance, Bankensektor, Stakeholder, Nachhaltigkeit, Finanzielle Performance, Inhaltsanalyse, Reputationsrating, Ethik, Gewinn je Aktie, Eigenkapitalrentabilität, Korrelation, Wirtschaftspsychologie, Unternehmenserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der gesellschaftlichen Verantwortung (CSR/CSP) und dem finanziellen Erfolg (CFP) von Banken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von CSR, den theoretischen Hypothesen zur Interaktion von Sozial- und Finanzperformance sowie der methodischen Erfassung beider Variablen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen des gesellschaftlichen Engagements von Banken auf deren finanzielle Kennzahlen empirisch zu beleuchten und Widersprüche in der Literatur zu adressieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse bestehender Studien sowie eine lineare bivariate Korrelationsanalyse nach Pearson, basierend auf Daten italienischer Banken von 2005.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert theoretische Ansätze, stellt Messinstrumente für CSP und CFP vor und diskutiert empirische Ergebnisse, die sowohl positive als auch negative oder fehlende Zusammenhänge aufzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Corporate Social Responsibility, Corporate Financial Performance, Bankensektor, Stakeholder und Rentabilitätskennzahlen.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der Hypothesen?
Der Autor stellt fest, dass aufgrund der enormen Widersprüchlichkeit der bisherigen Studienergebnisse keine allgemeingültige, direkte Aussage über eine positive oder negative Beziehung getroffen werden kann.
Welche Rolle spielt die Cost-Income-Ratio in der Analyse?
Die Cost-Income-Ratio dient als Indikator für die interne Effizienz einer Bank; ihre Korrelation mit CSR-Ratings liefert spezifische Erkenntnisse über die operative Auswirkung von Nachhaltigkeitskommunikation.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2016, Sustainable banking? The relationship between Corporate Social Performance and Corporate Financial Performance in the banking sector, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336838