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Tierschutzrechtliche und Ethische Problematik von Rituellem Schächten. Schächten als Aspekt der Religionsfreiheit?

Título: Tierschutzrechtliche und Ethische Problematik von Rituellem Schächten. Schächten als Aspekt der Religionsfreiheit?

Trabajo , 2009 , 37 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Martin Schneider (Autor)

Ética
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Dass es in Bezug auf den Tierschutz und die Religionsfreiheit im Rechtsstaat durchaus zu Problemen und unterschiedlichen Ansichten sowohl in der Theorie als auch in der praktischen Ausführung kommen kann, zeigt das konkrete Beispiel des „rituellen Schächtens“. Eine Betrachtung der Frage nach der Notwendigkeit des „rituellen Schächtens“ im Islam und im Judentum und die damit einhergehende Problematik der Frage, inwieweit das Schächten aus ethischer Sicht somit der 2002 formulierten Änderung des Grundgesetzes in Bezug auf den Tierschutz widerspricht, soll in dieser Arbeit Gegenstand der Betrachtung sein.

Solch ein Aufzeigen der Problematik und des Zuwiderlaufens verschiedener Grundrechte wie der Religionsfreiheit mit formulierten und in der Verfassung verankerten Staatszielen sowie dem Tierschutz ergibt nur dann einen Sinn, wenn sich aus den beiden Positionen die jeweiligen Argumente für die jeweilige Position fair, möglichst objektiv und in Hinsicht auf ihrer ethischen Bedeutung darlegen lassen. Darauf aufbauend könnte dann eventuell ein Kompromiss festgelegt werden, der beiden Seiten entgegen kommt oder klar entweder für die eine oder die andere Position Stellung bezieht.

Deswegen soll folglich zunächst auf den Begriff des „rituellen Schächtens“ eingegangen werden, um eine detaillierte Kenntnis über dessen Anwendungsmotive im Islam und im Judentum zu erlangen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema und Fragestellung

1.2 Forschungsstand und Vorgehensweise

2. Der Begriff des Schächtens

3. Schächten im Judentum und im Islam

3.1 Rahmenbedingungen und Wahrnehmung durch die Religionsgruppen

3.2 Historischer Überblick

4. Schächten als Aspekt der Religionsfreiheit

4.1 Rahmenbedingungen des Art. 4 GG

4.2 Vorgeschichte zur Entscheidung des BVerfGE

4.3 Entscheidung des BVerfGE vom 15. Januar 2002

4.4 Bedeutung dieser Entscheidung

5. Tierschutzrechtliche Aspekte des Schächtens

5.1 Vorgaben des Tierschutzgesetzes bei Schlachtungen

5.2 Tierschutzrechtliche Anforderungen an das Schächten

5.3 Die Sicht der Tierärzte

5.4 Die Tierschutzethische Sicht

6. Bewertung des erhobenen Sachstandes unter ethischer Sicht

8. Anhang:

8.1 Interview mit Dr. Jörg Luy

8.2 § 4 Tierschutzgesetz

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der durch das Grundgesetz geschützten Religionsfreiheit und dem als Staatsziel verankerten Tierschutz am Beispiel des rituellen Schächtens im Islam und Judentum. Ziel ist es, die ethische Problematik des betäubungslosen Schlachtens objektiv zu beleuchten und mögliche Wege für einen gesellschaftlichen Kompromiss aufzuzeigen.

  • Grundlagen des rituellen Schächtens in Judentum und Islam
  • Verfassungsrechtliche Einordnung und Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts
  • Tierschutzrechtliche Bewertung und Expertenmeinungen (Tierärzte)
  • Ethische Reflexion der Tötungsfrage und Tierquälerei
  • Lösungsansätze durch tierschutzgerechte Schlachtmethoden

Auszug aus dem Buch

3. Schächten im Judentum und im Islam

Inwieweit die eigene Religion nun das „rituelle Schächten“ fordert, soll deswegen zunächst als Nächstes betrachtet werden, um die Situation bzw. Position der gläubigen Juden und Muslime besser nachvollziehen zu können. Denn um in Deutschland Ausnahmegenehmigungen nach § 4a Abs. 2 Nr. 2 TierSchG für das betäubungslosen Schlachten erteilt zu bekommen, müssen hierfür zwingende religiöse Vorschriften als Begründung aufgeführt werden. Hierbei ist insbesondere auf die derzeitige überwiegende juristische Sichtweise einzugehen, wonach weder für sunnitische Muslime noch für andere muslimische Glaubensrichtungen eine zwingende aus dem Glauben gebotene Anwendung des Schächtens als Begründung vorhanden ist, während dies bei den Juden durchaus zutrifft. Doch ist diese Annahme wirklich so korrekt?

Fakt ist, dass das „rituelle Schächten“ im Islam auch schon seit langem geläufige und weit verbreitete Art der rituellen Schlachtung von Tieren darstellt. Zudem belegen laut Sahlfeld auch Koranstellen, dass das Schächten im Islam eine gängige und zugleich zwingende religiöse Vorschrift ist. Zudem moniert Sahlfeld, dass von der Gegenseite immer eine Fatwa der al-Azhar-Universität in Kairo als Argument in Bezug auf diese Thematik genannt wird, nach welchen Muslimen „in Umständen, die ihnen keine andere Wahl lassen, auch Fleisch von Tieren essen (dürfen), die kurz vor dem Kehlschnitt (mit der Elektrozange) betäubt wurden.“ Doch bei diesem Gutachten ist die eigentliche Absicht, welche dahinter steht, genau zu beachten, nämlich, dass dies ausschließlich für gläubige Muslime in Notsituationen, und nicht als allgemein gültige Regel gelten soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Spannungsverhältnis von Religionsfreiheit und Tierschutz unter Berücksichtigung der Grundgesetzänderung von 2002.

2. Der Begriff des Schächtens: Definition des Begriffs sowie Erläuterung der rituellen Vorgänge und Anforderungen nach jüdischem Ritus.

3. Schächten im Judentum und im Islam: Analyse der religiösen Rahmenbedingungen und der Wahrnehmung durch die jeweiligen Glaubensgruppen sowie ein historischer Abriss.

4. Schächten als Aspekt der Religionsfreiheit: Untersuchung der verfassungsrechtlichen Grundlagen, der relevanten Rechtsprechung und der Bedeutung der Entscheidung des BVerfG von 2002.

5. Tierschutzrechtliche Aspekte des Schächtens: Darstellung der gesetzlichen Vorgaben, der tierschutzrechtlichen Bedenken und der kritischen Sichtweise der Veterinärmedizin.

6. Bewertung des erhobenen Sachstandes unter ethischer Sicht: Ethische Würdigung der Problematik unter Miteinbeziehung von Tierrechtstheorien und Lösungsansätzen.

8. Anhang: Bereitstellung ergänzender Materialien, insbesondere des Experteninterviews mit Dr. Jörg Luy und des Gesetzestextes zu § 4 TierSchG.

Schlüsselwörter

Rituelles Schächten, Religionsfreiheit, Tierschutz, Grundgesetz, Tierethik, betäubungsloses Schlachten, Bundesverfassungsgericht, Judentum, Islam, Tierschutzgesetz, Schlachtung, Tierleid, Schmerzempfindung, Religionsausübung, Rechtsstaat.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ethische und rechtliche Problematik des rituellen, betäubungslosen Schlachtens im Kontext des deutschen Tierschutzrechts und der Religionsfreiheit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die verfassungsrechtliche Abwägung zwischen Art. 4 GG (Religionsfreiheit) und Art. 20a GG (Tierschutz) sowie die tierschutzethische Bewertung der Schlachtvorgänge.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine objektive Basis für die Beurteilung des rituellen Schächtens zu schaffen und zu prüfen, ob Kompromisse zwischen religiösen Anforderungen und Tierschutzstandards möglich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Auswertung von Gerichtsurteilen (insb. BVerfGE 2002) sowie die Einbeziehung tierärztlicher Studien und Experteninterviews.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen und religiösen Wurzeln, die verfassungsrechtliche Rechtsprechung, die Sicht der Veterinäre auf das Tierleid und die tierschutzethische Reflexion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schächten, Religionsfreiheit, Tierschutz, ethische Verantwortung und Rechtsgrundlagen der Ausnahmegenehmigungen.

Wie bewertet das Bundesverfassungsgericht die Situation?

Das Gericht erkennt das Tierschutzgesetz grundsätzlich an, gewichtet jedoch bei begründeten religiösen Bedürfnissen die Religionsfreiheit so hoch, dass Ausnahmegenehmigungen verhältnismäßig sein können.

Warum ist das Interview mit Dr. Jörg Luy für die Arbeit bedeutsam?

Dr. Luy liefert als Experte für Tierethik Ansätze für einen vorurteilsfreien Dialog und zeigt auf, dass Glaubensgemeinschaften und Veterinäre das Ziel der Schmerzminimierung teilen könnten.

Final del extracto de 37 páginas  - subir

Detalles

Título
Tierschutzrechtliche und Ethische Problematik von Rituellem Schächten. Schächten als Aspekt der Religionsfreiheit?
Universidad
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Katholische Sozialethik)
Curso
Katholische Sozialethik
Calificación
1,7
Autor
Martin Schneider (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
37
No. de catálogo
V336852
ISBN (Ebook)
9783668270725
ISBN (Libro)
9783668270732
Idioma
Alemán
Etiqueta
tierschutzrechtliche ethische problematik rituellem schächten aspekt religionsfreiheit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Schneider (Autor), 2009, Tierschutzrechtliche und Ethische Problematik von Rituellem Schächten. Schächten als Aspekt der Religionsfreiheit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336852
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