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Sind Hinduismus und Menschenrechte miteinander vereinbar? Zur Diskussion um den Universalitätsanspruch des Menschenrechtskonzepts

Titre: Sind Hinduismus und Menschenrechte miteinander vereinbar? Zur Diskussion um den Universalitätsanspruch des Menschenrechtskonzepts

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 40 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Magister Artium Martin Schneider (Auteur)

Philosophie - Pratique (Ethique, Esthétique, Culture, Nature, Droit, ...)
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Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, herauszufinden, inwieweit Hinduismus und Menschenrechte miteinander vereinbar sind. Es sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Hinduismus bei der Bedeutung der Menschenrechte festgestellt werden. Außerdem soll untersucht werden, woher diese unterschiedlichen Betrachtungsweisen kommen und was für ein Fazit generell bezüglich des Verhältnisses von Menschenrechten und Hinduismus aus dieser Analyse hinsichtlich einer ethischen Betrachtung zu ziehen ist.

Auch wenn die Idee der Menschenrechte und die 1948 verkündete „United Nations Universal Declaration of Human Rights“ unzweifelhaft eine neuzeitliche Idee war, ist die Entwicklung von ihren Anfängen bis zu ihrer Verkündung im Jahre 1948 stets an die jeweiligen philosophischen Sichtweisen vom Wesen des Menschen im Laufe der Zeit geknüpft gewesen. Daraus resultierten die jeweiligen Ansichten und Rechte, welche den Menschen in verschiedenen Epochen und Zeiten vom Staat zugestanden wurden.

Als originäre antike Wurzeln sind hier insbesondere die griechischen Philosophen Platon und Aristoteles anzusehen. Laut Platon war der der Staat ein „Mensch im Großen“ und sein Schüler Aristoteles betrachtete den Menschen als ein „politisches Wesen“, der nur in der Gemeinschaft eines griechischen Stadtstaates, der „Polis“, ein gutes Leben zu führen imstande sei. Der Mensch war also laut beiden Philosophen ein Wesen mit Vernunft, der „nous“, dass am Staat Teilhabe nahm. Die Grundlage einer solchen politischen Teilhabe beruhte auf dem natürlichen Recht, welches sie aus dem Wesen des Menschen ableiteten. Dabei gestanden sie den Menschen eine Pluralität bezüglich ihrer Anlagen und ihrer Fähigkeiten zu, unterschieden also zwischen einer formalen und einer faktischen Gleichheit. Während sich die formale aus der Natur des Menschen ergab, beruhte die faktische auf den bei Menschen unterschiedlich ausgeprägten Fähigkeiten wie etwa der Vernunft. Dieses von Platon und Aristoteles geforderte natürliche Recht galt allerdings nur für die freien Bürger der Polis.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in das Thema und Fragestellung

1.2 Literatur und Vorgehensweise

2. Der Hinduismus

2.1 Begriffsentstehung und Bedeutung

2.2 Das Kastenwesen

2.3 Individuelle und kollektive Rechte im Hinduismus

2.4 Säkularisierung und Religionsfreiheit im Zuge der Staatsgründung Indiens

3. Das hinduistische Konzept „Dharma“

3.1 Begriffsbedeutung

3.2 Menschenrechte und Dharma im Vergleich

4. Bewertung des erhobenen Sachstandes unter ethischer Sicht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Vereinbarkeit von Hinduismus und westlich geprägten Menschenrechten durch eine ethische Analyse. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den philosophischen Fundamenten – insbesondere zwischen dem hinduistischen Konzept des Dharma und dem Konzept individueller Menschenrechte – herausgearbeitet, um ein tieferes Verständnis für die jeweiligen Haltungen zu schaffen.

  • Historische und philosophische Grundlagen des Hinduismus
  • Struktur und Bedeutung des hinduistischen Kastenwesens
  • Vergleich von individuellem versus kollektivem Rechtsverständnis
  • Die Rolle des Dharma als ethisches Leitprinzip
  • Indiens säkulare Verfassung versus gelebte religiöse Traditionen

Auszug aus dem Buch

2.1 Begriffsentstehung und Bedeutung

Der Begriff Hinduismus ist mehr oder weniger ein vom Westen verwendeter künstlicher Begriff für diese Religion. Die Bezeichnung „Hinduismus“ „kam erst im 19. Jahrhundert in Bengalen auf, wo ihn die Angestellten der englischen East India Company einführten, um das, was sie für zahlreiche religiöse Sekten der Inder hielten, in einem Begriff zusammenzufassen.“ Er geht auf die Perser und Araber zurück, welche von Westen aus die Volksstämme des indischen Subkontinentes ostwärts des Flusses „Sindhu“, dem heutigen Indus, ansahen, woraus im Laufe der Zeit das Wort „Hinduismus“ entstand, mit welchem auf den ersten Blick die sehr komplexe und für Fremde zunächst verwirrende indische Religion bezeichnet wurde. Laut Gunturu wurde der Hinduismus in seiner heutigen Form sowohl von der für die Forschung noch immer rätselhaften Industal-Zivilisation (2.500 - 1.800 v. Chr.) als auch besonders durch die „Indo-Arier“ beeinflusst, die in mehreren Wellen vom Nordwesten her in den indischen Subkontinent eindrangen und ihre religiösen Kulte mitbrachten.

„Mit der Ankunft der arischen Nomaden beginnt eine neue Phase in der indischen Kultur und im Hinduismus. Zunächst gewann die vedische Religion, welche die Nomaden mitbrachten und in Indien weiterentwickelten, die Überhand, und die vormalige Religion wurde verdrängt. Jedoch nicht für immer, denn mit der Zeit behaupteten sich die religiösen Elemente der Industal-Zivilisation wieder und wurden feste Bestandteile der ewigen Religion.“

Als Beispiele für solche Einflüsse der Industal-Zivilisation sind die Götter wie der bekannte Shiva zu nennen, die Bilderverehrung der Hindus sowie die Anbetung von „Dingen“ in der Natur wie etwa Pflanzen, Flüsse oder Berge. Die Indo-Arier, welche zunächst keine eigene Schrift besaßen, gaben ihre Überlieferungen bezüglich ihrer Religion zunächst nur mündlich weiter.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung der Menschenrechte seit 1948 und stellt die Forschungsfrage nach der Vereinbarkeit dieser universellen Rechte mit hinduistischen Werten.

2. Der Hinduismus: Dieses Kapitel erläutert Entstehung und Charakteristika des Hinduismus, behandelt das Kastenwesen sowie die Dynamik individueller und kollektiver Rechte in einer sich wandelnden Gesellschaft.

3. Das hinduistische Konzept „Dharma“: Hier wird der zentrale Begriff „Dharma“ analysiert und in einen direkten Vergleich zu westlichen Menschenrechtsvorstellungen gesetzt, um Anknüpfungspunkte für einen interreligiösen Dialog zu finden.

4. Bewertung des erhobenen Sachstandes unter ethischer Sicht: Das Fazit fasst die ethische Untersuchung zusammen und diskutiert das Spannungsfeld zwischen religiöser Sinnstiftung und universellen Menschenrechten sowie die Notwendigkeit wechselseitigen Lernens.

Schlüsselwörter

Hinduismus, Menschenrechte, Dharma, Kastenwesen, Ethik, Weltreligionen, Säkularisierung, Karma, Interkultureller Dialog, Individuelle Rechte, Kollektive Rechte, Indische Verfassung, Religionsfreiheit, Religiöse Traditionen, Sozialgefüge

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem hinduistischen Glaubenssystem und der westlich geprägten Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, um deren grundsätzliche Vereinbarkeit zu prüfen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Dharma und des Karmas, die Bedeutung des Kastenwesens, die Rolle des Individuums gegenüber dem Kollektiv sowie die Auswirkung der indischen Verfassung auf das gesellschaftliche Zusammenleben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Hinduismus und westlichen Menschenrechten aufzuzeigen und zu analysieren, wie aus einer ethischen Perspektive ein konstruktiver Dialog zwischen diesen beiden Weltsichten geführt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger religionswissenschaftlicher Fachliteratur, historische Einordnungen sowie ein Experteninterview, um eine fundierte ethische Bewertung zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil bietet einen Überblick über den Hinduismus, dessen interne soziale Strukturen, die Bedeutung des Dharma sowie eine vergleichende ethische Gegenüberstellung mit dem westlichen Menschenrechtsverständnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Hinduismus, Menschenrechte, Dharma, Kastenwesen, Ethik, Karma und der interkulturelle Diskurs zwischen westlichen und indischen Traditionen.

Welche Rolle spielt das Kastenwesen im heutigen Indien laut der Arbeit?

Trotz der offiziellen Gleichheit vor dem Gesetz gemäß der indischen Verfassung, hat das Kastensystem weiterhin einen tiefgreifenden Einfluss auf das soziale Leben, die Politik und die Hierarchien innerhalb der indischen Gesellschaft.

Wie unterscheidet sich das hinduistische Selbstbild vom westlichen Verständnis?

Während im Westen ein starkes „I-self“-Bewusstsein (das autonome Individuum) dominiert, betont der Hinduismus ein „we-self“-Bewusstsein, das den Einzelnen als interdependenten Teil eines größeren kosmischen und sozialen Ganzen betrachtet.

Welchen Stellenwert hat das Dharma im Vergleich zu den Menschenrechten?

Das Dharma ist als religiöses Weltgesetz allumfassend und leitet den Einzelnen zu pflichtgemäßem Handeln an, während Menschenrechte als individuelle, dem Staat vorgelagerte Freiheitsrechte definiert sind; die Arbeit sucht hier nach funktionalen Parallelen und möglichen Kompromissen.

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Résumé des informations

Titre
Sind Hinduismus und Menschenrechte miteinander vereinbar? Zur Diskussion um den Universalitätsanspruch des Menschenrechtskonzepts
Université
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg  (Katholische Sozialethik)
Cours
Katholische Sozialethik
Note
1,7
Auteur
Magister Artium Martin Schneider (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
40
N° de catalogue
V336853
ISBN (ebook)
9783656985716
ISBN (Livre)
9783656985723
Langue
allemand
mots-clé
sind hinduismus menschenrechte diskussion universalitätsanspruch menschenrechtskonzepts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Magister Artium Martin Schneider (Auteur), 2009, Sind Hinduismus und Menschenrechte miteinander vereinbar? Zur Diskussion um den Universalitätsanspruch des Menschenrechtskonzepts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336853
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Extrait de  40  pages
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