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Gab es in Franken um 900 ein Stammesherzogtum?

Título: Gab es in Franken um 900 ein Stammesherzogtum?

Trabajo Escrito , 2010 , 13 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Andreas Ratz (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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„Unausrottbar scheinen die Herzogtümer Ost- und Westfranken, die uns die historischen Schulatlanten (…) auf den Karten für die Zeit von etwa 900 bis etwa 1200 einreden wollen. Das ist deshalb ärgerlich, da Atlanten ja historische Informationen geben wollen. Den Raum vom Hunsrück bis zum Fichtelgebirge darf man zwar mit Recht als Franken einzeichnen, aber eben nicht als Herzogtum Franken.“ Gerd Zimmermann weist uns 1963 in seinem Aufsatz „Vergebliche Ansätze zu Stammes- und Territorialherzogtum in Franken“ darauf hin, dass seiner Meinung nach ein „Herzogtum“ Franken um 900 gar nicht existiert habe. Da es aber auf heutigen Karten in historischen Atlanten so abgebildet ist, könnte man sich fragen wieso Zimmermann darauf kommt, dass Franken kein Stammesherzogtum war.

Betrachtet man die Forschung genauer, so kommt man zum dem Schluss das Franken im Gegensatz zu den anderen sich in den ersten Jahren des 10. Jahrhunderts ausbildenden Herzogtümern nicht eindeutig als solches bezeichnet werden kann. Viel zu groß scheinen die Unterschiede zu den anderen Herzogtümern Bayern, Schwaben, Lothringen und Sachsen. Neben Zimmermann untersuchen vor allem Herfried Stingl und Hans-Werner Goetz die Frage ob Franken Stammesherzogtum war oder nicht. Aufgrund der wenigen Quellen aus der Zeit um 900 ist diese Frage noch nicht endgültig beantwortet worden und diese Tatsache rechtfertigt eine Beschäftigung mit diesem Gegenstand.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Merkmale eines Stammesherzogtums

3. Die Aufgaben der Herzöge und der Titel „Dux“

4. Zählte Franken zu den Stammesherzogtümern und waren seine Führer Konrad der Jüngere und Eberhard Herzöge?

5. Wurde das fränkische „Stammesherzogtum“ von den Königen offiziell anerkannt?

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Existenz eines „Stammesherzogtums Franken“ um das Jahr 900. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Franken – im Gegensatz zu anderen Herzogtümern jener Zeit – tatsächlich als solches bezeichnet werden kann oder ob es sich lediglich um eine in historischen Atlanten tradiert falsch dargestellte Konstruktion handelt, insbesondere im Hinblick auf die Rolle der Konradiner Konrad der Jüngere und Eberhard.

  • Historische Abgrenzung und Definition des Begriffs „Stammesherzogtum“
  • Analyse der Ämter und Titel („Dux“ vs. „Herzog“) im 10. Jahrhundert
  • Untersuchung der politischen Stellung der Konradiner in Franken
  • Königliche Anerkennung und rechtlicher Status des fränkischen Raumes

Auszug aus dem Buch

2. Merkmale eines Stammesherzogtums

Die Merkmale, welche ein Stammesherzogtum kennzeichnen, sind bis zum heutigen Tag nicht allgemeingültig oder wissenschaftlich festgelegt. Auch ist die genaue Geschichte der Stammesherzogtümer nicht ausreichend untersucht und wird bis heute weiter diskutiert. Hans Werner Goetz beschreibt ein Stammesherzogtum zu karolingischer Zeit als eine ethnische, rechtliche, militärisch-politische sowie kulturelle Einheit. Er zeigt, dass sich diese durch ihre gemeinsame Abstammung und Sprache, wegen ihres Stammesrechtes, aufgrund der Heeresgliederung und wegen ihrer gemeinsamen Tradition als eine Gemeinschaft sahen.

Die Heeresführung, welche schon immer eng mit dem Herzogtum verbunden war, zeichnete sich als eine Möglichkeit ab, die Macht und das Ansehen der einzelnen Führer des Stammesherzogtums zu vergrößern. Die ständige Bedrohung von außen, vor allem durch die Normannen, Slawen und Ungarn erzwang das militärische Eingreifen und die Ausbildung starker Gewalten. Vor allem in den Grenzgebieten mussten sich die Grenzgrafen immer wieder gegen die Einfälle von außen durchsetzen. Als einen weiteren Grund für die Ausbildung der Stammesherzogtümer sieht Herfried Stingl die Schwäche des Königtums, vor allem unter Ludwig dem Kind, welches nicht in der Lage war, die Feinde von außen erfolgreich abzuwehren. Ohne Unterstützung durch den König waren die Herzöge gewissermaßen gezwungen eine starke Position einzunehmen um sich gegen die Feinde zu behaupten. Das Herzogtum war somit einerseits eine unabhängige Einrichtung weil der Herzog selbstständig regierte. Andererseits unterstand er aber dennoch dem König.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen der Darstellung Frankens als Herzogtum in historischen Atlanten und der wissenschaftlichen Skepsis hinsichtlich seiner tatsächlichen Existenz um 900.

2. Merkmale eines Stammesherzogtums: Dieses Kapitel definiert die strukturellen Merkmale eines Stammesherzogtums als ethnische und militärisch-politische Einheit unter Berücksichtigung der Forschungsansätze von Goetz und Stingl.

3. Die Aufgaben der Herzöge und der Titel „Dux“: Hier wird die begriffliche Komplexität und synonyme Verwendung von „Dux“ und „Herzog“ erörtert, wobei die militärische Rolle als entscheidendes Funktionsmerkmal hervorgehoben wird.

4. Zählte Franken zu den Stammesherzogtümern und waren seine Führer Konrad der Jüngere und Eberhard Herzöge?: Das Kapitel diskutiert die kontroversen Belege zur Position der Konradiner und kommt zu dem Schluss, dass ein staatsrechtliches Herzogtum in Franken schwer nachweisbar ist.

5. Wurde das fränkische „Stammesherzogtum“ von den Königen offiziell anerkannt?: Es wird aufgezeigt, dass die Könige das Gebiet Franken als zentrales Königsland betrachteten und Eberhard daher offiziell nie als „Herzog“ titulierten.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Franken in der Zeit vor Otto dem Großen zwar über eine herzogsähnliche Führung verfügte, jedoch nicht als Stammesherzogtum im rechtlichen Sinne klassifiziert werden kann.

Schlüsselwörter

Franken, Stammesherzogtum, Konradiner, Dux, Herzog, Mittelalter, 10. Jahrhundert, Königswahl, Konrad der Jüngere, Eberhard, ostfränkisches Reich, Stammesbewusstsein, politische Geschichte, Heeresführung, Königsland

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch, ob Franken um das Jahr 900 tatsächlich als Stammesherzogtum existierte, wie es oft in historischen Kartenwerken suggeriert wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Der Fokus liegt auf der Definition des Stammesherzogtums, der Titulatur von Führern („Dux“ vs. „Herzog“), der Rolle der Konradiner und der königlichen Anerkennung des fränkischen Raumes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Klärung der Forschungsfrage, ob Franken ein politisch eigenständiges Stammesherzogtum war oder ob diese Einordnung auf historischen Fehlinterpretationen beruht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Forschungsliteratur (insb. Goetz, Stingl, Stengel) sowie auf die Untersuchung zeitgenössischer Quellen, wie etwa die Sachsengeschichte des Widukind von Corvey.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Stammesherzogtümern, den Funktionen des Herzogs, der konkreten Rolle der Konradiner Konrad und Eberhard sowie dem Verhältnis der Herzöge zu den Königen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Stammesherzogtum, Franken, Konradiner, Dux, Herzogtum und das 10. Jahrhundert.

Warum wird die Bezeichnung „Herzogtum Franken“ in der Arbeit hinterfragt?

Die Arbeit hinterfragt den Begriff, da Franken als zentrales Königsland fungierte und keine Beweise für eine offizielle herzogliche Einsetzung oder Anerkennung durch die Könige vorliegen.

Welche Rolle spielte Eberhard von Franken?

Eberhard war zwar eine führende Persönlichkeit in Franken, wurde jedoch von den Königen offiziell meist nur als „comes“ (Graf) und nicht als „dux“ (Herzog) bezeichnet.

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Detalles

Título
Gab es in Franken um 900 ein Stammesherzogtum?
Universidad
University of Cologne
Calificación
2,3
Autor
Andreas Ratz (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
13
No. de catálogo
V336899
ISBN (Ebook)
9783656985211
ISBN (Libro)
9783656985228
Idioma
Alemán
Etiqueta
Franken Herzogtum Franken Stammesherzogtum Atlanten Gerd Zimmermann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andreas Ratz (Autor), 2010, Gab es in Franken um 900 ein Stammesherzogtum?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336899
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