Der Konjunktiv in den wissenschaftlichen Arbeiten


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2016
10 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Zum Konjunktiv in wissenschaftlichen Arbeiten

Vorteile des Konjunktivs

Schwierigkeiten bei der Verwendung vom Konjunktiv

Verwendung von würde-Formen

Analyse von Abschlussarbeiten

Ziel der Untersuchung

Korpusbeschreibung

Zur Analyse derHäufigkeit der Konjunktivanwendung in den Masterarbeiten

Literatur

Abstract

Die vorliegende Forschungsarbeit beschäftigt sich mit dem Konjunktiv in den wissenschaftlichen Arbeiten. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung richtet sich auf eine ausführliche Betrachtung der Verwendung des Konjunktivs in den Masterarbeiten, die von ausgewählten Probanden angefertigt wurden. Der empirischen Analyse zum Konjunktiv in den Masterarbeiten gehen theoretische Erläuterungen zu diesem Thema voraus. In der Arbeit soll ferner versucht werden, die wissenschaftliche Schreibkompetenz bei den Studierenden zu fördern. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag zur Förderung von wissenschaftlichem Schreiben bei den Studierenden leisten.

Zum Konjunktiv in wissenschaftlichen Arbeiten

Der Konjunktiv gilt laut KORNMEIER, M. (2012, 179)1 als eine Errungenschaft der deutschen Sprache. Er zählt zu den Modi des Verbs, meint KORNMEIER, M. (2012, 180). Die Verwendung des Konjunktivs I erfolgt laut GRAEFEN, G.; LIEDKE, M. (2012, 175)2 in der geschriebenen Sprache, um Aussagen wiederzugeben. In der gesprochenen Sprache finden sich dagegen Indikativ und Konjunktiv II.

Der Konjunktiv hat laut ULRICH, W. (2014, 4-8)3 zwei Hauptfunktionen. Es geht um die Wiedergabe und die Verwendung in Konditionalgefügen. Dazu gibt es Nebenfunktionen wie Äußerung von Wünschen und Anregungen durch Konjunktiv I. Durch Konjunktiv II drückt man Höflichkeit, irreale Einräumung, irreale Folge, irrealen Vergleich und Irrealität in Relativsätzen. So ULRICH, W. (2014, 4-8).

Bei HOFFMANN, M. (2010, 43) finden sich folgende Ausführungen über den Konjunktiv:

„Der Konjunktiv ist die Möglichkeitsform. Er drückt aus, dass ein Geschehen nicht wirklich ist, sondern lediglich vorgestellt, erwünscht oder behauptet. Wünschsätze- Ach, hätte ich doch die Arbeit schon hinter mir! - kommen in wissenschaftlichen Texten kaum vor. Bei der Wiedergabe fremder Meinungen ist der Konjunktiv umso wichtiger.“4

KRUSE, O. (2010, 45)5 verweist darauf, dass man den Konjunktiv einsetzt, um etwas Mögliches oder Denkbares zu äußern.

Um Forschungspositionen, die bis drei Zeilen erstrecken, wiederzugeben wäre laut ESSELBORN-KRUMBIEGEL, H. (2008, 91)6 der Einsatz vom Konjunktiv angemessen. Allerdings wäre der Indikativ angebrachter, wenn man längere Zitate einfügt.

Bei BEINKE, u.a. (2008, 148) finden sich folgende Ausführungen:

„Für die Einschätzung des Lesers, welche Gedanken, Erkenntnisse oder Ergebnisse vom Verfasser der Seminararbeit stammen und welche er als fremde Rede wiedergibt, ist es von Bedeutung, ob der Anschlusssatz im Indikativ steht (der Gedanke stammt vom Verfasser der Seminararbeit) oder im Konjunktiv I (der Gedanke stammt von einem anderen Autor) “7

Bei BEINKE, CHRISTIANE, u.a. (2011, 191)8 finden sich die Überlegungen, dass der Konjunktiv als sprachliches Signal gilt, um Aussagen anderer Wissenschaftler zu kennenzeichnen.

Bei BÜNTING, K-D, u.a. (2008, 75)9 finden sich die Ausführungen, dass der Konjunktiv gebraucht wird, wenn man Gedanken anderer referiert. Es können bei sinngemäßen Zitaten Indikativ, Konjunktiv I und Konjunktiv II benutzt werden, um implizit eine Position einzunehmen. Präsens steht für Zustimmung, Konjunktiv I steht für Neutralität und Konjunktiv II steht für Distanzierung. Im Gegensatz zu Konjunktiv II sind Präsens und Konjunktiv I wichtig für das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit und somit für das Zitieren.

KORNMEIER, M. (2012, 180) weist darauf hin, dass der Konjunktiv I notwendig für das Zitieren ist. Ferner sollte man mit dem Konjunktiv nicht übertreiben. (Ebd.)

Nach ESSELBORN-KRUMBIEGEL, H.10 (2010, 117) erfolgt die Wiedergabe von Gedanken anderer Autoren in der Regel im Konjunktiv. Die Einleitung solcher Aussagen erfolgt nämlich im Indikativ. Forschungspositionen in den Bereichen, Geistes-, Gesellschaft-, und Wirtschaftswissenschaft können auch im Präsens referiert werden.

Allerdings finden sich bei GRAEFFEN und MOLL (2011, 110f.)11 die Überlegungen, dass Konjunktiv I bei wissenschaftlichen Texten nicht häufig verwendet wird, um auf fremde Gedanken zu verweisen. Diese fremden Leistungen werden durch andere Signale kenntlich gemacht. In diesem Gedankengang dient der Konjunktiv als inhaltliche Distanzierung. So GRAEFFEN und MOLL (2011, 110f.).

Vorteile des Konjunktivs

Konjunktiv sorgt nach HOFFMANN, M. (2010, 43) für Ökonomie und Klarheit, denn er markiert die Sätze als Zitat. Dafür braucht man keine andere sprachliche Mittel, um das Zitat kenntlich zu machen.

Der Konjunktiv weist laut HOFFMANN, M. (2010, 63) folgende Vorteile auf:

- „Sie können über längere Strecken Aussagen wiedergeben, ohne das Sie durch erklärende Sätze unterbrechen müssen.
- Sie können Ihre eigenen und fremden Aussagen fein säuberlich trennen. Das ist Pflicht beim wissenschaftlichen Arbeiten- und auch sonst eine friedensstiftende Maßnahme.
- Sie können zeigen, dass Sie ein gepflegtes Deutsch beherrschen.“

Die Behauptungen sind wichtig in wissenschaftlichen Arbeiten. Dafür eignet sich der Konjunktiv, um Zitate einzuführen, meint HOFFMANN, M. (2010, 63).

Anhand des Konjunktivs können nach HOMBERGER, D. (2013, 210)12 subjektive Einstellungen wie Distanz und Zweifel geäußert werden.

Laut BEINKE, u.a. (2008)13 sei es ohne Konjunktiv schwierig, sich zwischen eigenen und fremden Gedanken zu unterscheiden.

Schwierigkeiten bei der Verwendung vom Konjunktiv

Des Weiteren macht der Konjunktiv den Lernenden Schwierigkeiten wegen seiner Gliederung in Konjunktiv 1 und 2 und in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. So KORNMEIER, M. (2012, 180).

Nach einer Untersuchung von GROND, U.; KÜHNDEL, D. (2013)14 wurden folgende Fehlerbereiche bei der Anwendung vom Konjunktiv festgestellt:

Tabelle 1: Fehler bei der Verwendung vom Konjunktiv

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: GROND, ULRIKE/ KÜHNDEL, DIANA (2013): Datenkorpus zu Schwierigkeiten bei der Verwendung des Deutschen als Wissenschaftssprache. München.

Der Konjunktiv wird laut KREMER, BRUNO P. (2006, 58)15 von vielen vermieden, denn die Verwendung schwierig ist und sorgt für Undeutlichkeit. Es ist angebracht, den Indikativ in den Naturwissenschaften zu verwenden, denn es sorgt für Deutlichkeit.

Verwendung von würde-Formen

In diesem Zusammenhang weist GROND, U. (2014)16 darauf hin, dass man die würde-Form in der Umgangssprache generell verwendet, wenn Konjunktiv und Indikativ gleiche Formen aufweisen. Würde-Form gilt in wissenschaftlichen Arbeiten als Ersatzform, meint GROND, U. (2014, 41).

Laut HOFFMANN, M. (2010, 66) gebraucht man die würde-Formen in folgenden Fällen:

Tabelle 2: Verwendung von würde-Formen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: HOFFMANN, M. (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh

[...]


1 KORNMEIER, MARTIN (2012): Wissenschaftlich schreiben leicht gemacht. Bern, Stuttgart, Wien. Haupt Verlag. Erste Auflage (2008)

2 GRAEFEN, GABRIELE; LIEDKE, MARTINA (2012): Germanistische Sprachwissenschaft. Deutsch als Erst-, Zweit- oder Fremdsprache. 2. Auflage . Tübingen. A. Francke UTB. Erste Auflage 2008

3 ULRICH, WINFRIED (2014): Wenn ich ein Vöglein wär` - den Konjunktiv verstehen und verwenden. In: Deutschunterricht. Heft 1. Jahrgang 2014. S 04-08

4 HOFFMANN, MONIKA (2010): Deutsch für Studium. Grammatik und Rechtschreibung. (2. Auflage) Paderborn. Schöningh.

5 KRUSE, OTTO (2010): Lesen und Schreiben, Konstanz , UVK/UTB

6 ESSELBORN-KRUMBIEGEL, HELGA (2008): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 3. überarbeite Auflage 2008. Paderborn. Schöningh UTB. (Erste Auflage 2002)

7 BEINKE, CHRISTIAN, BRINKSCHULTE, MELANIE; BUNN, LOTHAR; THÜRMER, STEFAN (2008): Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser. UVK Konstanz und München

8 BEINKE, CHRISTIANE, et al. (2011): Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser. UVK Konstanz und München

9 BÜNTING, K-D, u.a. (2008): Schreiben im Studium: mit Erfolg. Ein Leitfaden. Cornelsen Scriptor. Berlin.. Siebte Auflage

10 ESSELBORN-KRUMBIEGEL, HELGA (2010): Richtig wissenschaftlich schreiben. Paderborn. Schöningh/UTB

11 GRAEFFEN, GABRIELLE; MOLL, MELANIE (2011): Wissenschaftssprache Deutsch: Lesen- verstehen- schreiben. Ein Lehr- und Arbeitbuch, Frankfurt am Main

12 HOMBERGER, DIETRICH (2013): Fachlexikon Deutschunterricht. Schneider Verlag Hohengehren

13 BEINKE, CHRISTIAN, BRINKSCHULTE, MELANIE; BUNN, LOTHAR; THÜRMER, STEFAN (2008): Die Seminararbeit. Schreiben für den Leser. UVK Konstanz und München

14 GROND, ULRIKE; KÜHNDEL, DIANA (2013): Datenkorpus zu Schwierigkeiten bei der Verwendung des Deutschen als Wissenschaftssprache. München.

15 KREMER, BRUNO P. (2006): Vom Referat bis zur Examensarbeit. Naturwissenschaftliche Texte perfekt verfassen und gestalten. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Springer-Verlag Berlin Heidelberg. Erste Auflage 2004

16 GROND, ULRIKE (2014): Versehentliches Plagiat? Fehler vermeiden. In: Deutschunterricht. Heft 1. Jahrgang 2014. S 40-41

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Konjunktiv in den wissenschaftlichen Arbeiten
Hochschule
University of Oran  (Fremdsprachen)
Autor
Jahr
2016
Seiten
10
Katalognummer
V336956
ISBN (eBook)
9783668266056
ISBN (Buch)
9783668266063
Dateigröße
513 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konjunktiv, arbeiten
Arbeit zitieren
Mohamed Chaabani (Autor), 2016, Der Konjunktiv in den wissenschaftlichen Arbeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336956

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