Ziel der Untersuchung ist eine analytische Betrachtung der aktuellen Publikation zu dem Thema Evaluation von komplexen Interventionen. Durch eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken PubMed, Medline, Cochrane library, Campbell library und einer Handsuche in ausgewählten Fachzeitschriften aus dem Zeitraum 2000 - 2013 wurde relevanten Publikationen evaluiert.
Durch die Analyse der Veröffentlichungen konnte herausgestellt werden, dass es zurzeit Leitlinien und Empfehlungen für die Evaluation und Entwicklung von komplexen Interventionen bestehen. Ein stufen- bzw. phasenförmiger Verlauf bei der Entwicklung und Evaluation wird von allen Autoren beschrieben. Dadurch kann die Machbarkeit und Wirksamkeit, evidenter Interventionen getestet werden. Abschließend erfolgt eine Langzeit-Implementierung die einige Kosten in Anspruch nimmt. Ein einheitlicher Konsens in Bezug auf die Definition von komplexen Interventionen, ihre bestehenden Komponenten und besonders dem Begriff der Komplexität bestehen aktuell noch nicht.
Die Leitlinien und Empfehlungen sind nur teilweise oder im begrenzten Maße angewendet und durchgeführt worden. Aber es ist deutlich zu erkennen, dass das Thema komplexe Interventionen die wissenschaftliche Gemeinschaft beschäftigt und diese sich in Netzwerken und Symposien intensiv darüber austauscht.
Die Schlussfolgerung dieser Untersuchung ist ein weiterer Bedarf an Forschung im Bereich der Evaluation von komplexen Interventionen. Die Leitlinien und Empfehlungen gilt es weiterhin im Gesundheitswesen zu nutzen, damit durch die empirischen Erkenntnisse eine Optimierung der Evaluationsverfahren entwickelt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Forschungsanlass
1.2 Ziel der Untersuchung
1.3 Aufbau der Master-Thesis
2. Begriffsbestimmung
2.1 Intervention
2.2 Komplexe Intervention
2.2.1 Grundlegende Fragestellungen und Merkmale
2.2.2 Komplexität
2.3 Evaluation
3. Forschungsfragen
4. Forschungsmethodik
4.1 Systematische Literaturrecherche
4.2 Einschlusskriterien
4.3 Suchbegriff „Komplexe Intervention“
4.4 Datenbanken
4.4.1 PubMed
4.4.2 Medpilot
4.4.3 Cochrane Database
4.4.4 Campbell Collaboration
4.4.5 OPAC-Katalog der KatHO NRW
4.4.6 Handsuche
4.4.7 Schneeballprinzip
5. Zusammenfassung der Literatur
5.1 Campbell
5.2 United Kingdom Medical Research Council
5.2.1 Teil 1: Entwicklung einer komplexen Intervention
5.2.2 Teil 2: Beurteilung der Machbarkeit
5.2.3 Teil 3: Evaluation
5.3 Sonstige Veröffentlichungen
5.4 Van Meijel
5.4.1 Phase 1: Problemdefinition
5.4.2 Phase 2: Entwicklung der Intervention
5.4.3 Phase 3: Formulierung der Intervention
5.4.4 Phase 4: Validierung der Intervention
5.5 Mühlhauser, Möhler und Voigt-Radloff
5.5.1 Mühlhauser
5.5.2 Möhler
5.5.3 Voigt Radloff
6. Diskussion
6.1 Allgemeiner Teil
6.2 Komplexität
6.3 Komponenten einer komplexen Intervention
6.4 Phasen der Entwicklung und Evaluation
6.4.1 Phase 1
6.4.2 Phase 2
6.4.3 Phase 3
6.4.4 Phase 4
6.5 Endpunkte
6.6 Realist Reviews
6.7 Wissenschaftlicher Konsens
6.8 Langzeit-Implementierung
6.9 Kritische Betrachtung der Forschungsmethoden
7. Freie Suche im Internet
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Master-Thesis ist die Identifikation aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Informationen zum Schwerpunkt "Komplexe Interventionen im Gesundheitswesen", um eine pflegewissenschaftliche Bestandsaufnahme zu erstellen und die Möglichkeiten sowie Grenzen deren Evaluation aufzuzeigen.
- Definition und Abgrenzung komplexer Interventionen und des Begriffs Komplexität
- Systematische Literaturrecherche zu Evaluationsmethoden
- Analyse und Vergleich bestehender Leitlinien (z.B. MRC, Campbell)
- Diskussion über die Bedeutung von Prozessen und Surrogatparametern in der Evaluation
Auszug aus dem Buch
1.1 Forschungsanlass
Die Auseinandersetzung mit dem Thema „Komplexe Intervention“ spiegelt das Interesse und den Bedarf der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion wider {Craig et al. 2008; Deutsches Netzwerk Evidenzbasierter Medizin 2012}. Komplexe Interventionen im Gesundheitswesen werden in den letzten Jahren vermehrt diskutiert, und die Problematik in Bezug auf ihre Evaluation und Implementierung stellt die Wissenschaft vor neue Herausforderungen {Craig et al. 2008}. Die traditionelle Untersuchung von Einzelinterventionen durch randomisiert-kontrollierte Studien (RCT) reicht allein nicht aus, um eine Aussage über die Wirksamkeit einer komplexen Intervention wie Schulungsprorammen für Patienten und die Rehabilitation zu treffen {Lenz 2011; van Meijel et al. 2004; Campbell et al. 2000}. RCTs sind effektiv bei der Evaluation der Wirksamkeit von Medikamenten {Lenz 2011; Campbell et al. 2000}, also bei Einzelinterventionen, und haben ihre Grenzen, besonders bei der Evaluation pflegerischer Interventionen {van Meijel et al. 2004: 85}. Bei pflegerischen Interventionen handelt es sich meistens um eine Behandlung, die einen Effekt aufweist aufgrund des Zusammenspiels mehrerer einwirkender Faktoren {Mühlhauser et al. 2011: 754}.
Die Betrachtung komplexer Interventionen – z.B. von Stroke Unit Einheiten und Diabetes-Schulungsprogrammen {Mühlhauser et al. 2011} oder auch der Implementierung von neuen Maßnahmen der Mundpflege bei onkologischen Patienten {Brady et al. 2011} – ist notwendig, um eine angemessene Aussage über die Effektivität einer Intervention zu treffen {Craig et al. 2008: 7}, aber auch, um die Durchführbarkeit und Wirksamkeit einer komplexen Intervention in einem anderem Setting zu beurteilen und zu überprüfen {Voigt-Radloff et al. 2013: 2}.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den Forschungsanlass, das Ziel der Untersuchung und den Aufbau der Master-Thesis.
2. Begriffsbestimmung: Definiert die zentralen Begriffe Intervention, komplexe Intervention, Komplexität und Evaluation für ein einheitliches Verständnis.
3. Forschungsfragen: Formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Möglichkeit und den genutzten Methoden der Evaluation komplexer Interventionen.
4. Forschungsmethodik: Dokumentiert die systematische Literaturrecherche, Einschlusskriterien und die verwendeten Datenbanken sowie die ergänzende Handsuche und das Schneeballprinzip.
5. Zusammenfassung der Literatur: Stellt die recherchierten Hauptwerke von Campbell, dem Medical Research Council, van Meijel sowie Mühlhauser, Möhler und Voigt-Radloff vor.
6. Diskussion: Erörtert die Ergebnisse der Literaturanalyse hinsichtlich Komplexität, Evaluationsphasen, Endpunkten und methodischem Konsens.
7. Freie Suche im Internet: Ergänzt die Literaturanalyse um Informationen aus Netzwerken und wissenschaftlichen Veranstaltungen.
8. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und weist auf den zukünftigen Forschungsbedarf hin.
Schlüsselwörter
Komplexe Interventionen, Evaluation, Gesundheitswesen, Pflegewissenschaft, Prozessevaluation, randomisiert-kontrollierte Studien, RCT, Systematische Literaturrecherche, Medical Research Council, MRC, Surrogatparameter, Implementierung, Wirksamkeit, Machbarkeit, Evidence-based Nursing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der pflegewissenschaftlichen Bestandsaufnahme zur Evaluation von komplexen Interventionen im Gesundheitswesen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition komplexer Interventionen, ihre methodische Entwicklung und die verschiedenen Ansätze zur Evaluation, inklusive der kritischen Betrachtung von Wirksamkeitsstudien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob Möglichkeiten zur Evaluation komplexer Interventionen bestehen und welche spezifischen Verfahren in der aktuellen Forschung genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine systematische Literaturrecherche in internationalen Datenbanken (PubMed, Cochrane, Campbell etc.) durchgeführt und eine deskriptiv-analytische Auswertung vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert bestehende Leitlinien, wie die des Medical Research Council, und diskutiert Konzepte wie die Prozessevaluation, Komplexitätsdimensionen und die Verwendung von Surrogatparametern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie komplexe Interventionen, Evaluation, Prozessevaluation, Evidenz, MRC-Leitlinien und pflegewissenschaftliche Forschung charakterisiert.
Warum reicht ein klassisches RCT bei komplexen Interventionen oft nicht aus?
Da komplexe Interventionen aus interagierenden Komponenten in spezifischen Kontexten bestehen, reicht die reine Messung eines Gesamteffekts mittels RCT nicht aus, um die Wirkmechanismen oder die Machbarkeit im Alltag zu verstehen.
Welche Rolle spielt die "Prozessevaluation"?
Die Prozessevaluation ist notwendig, um Erkenntnisse über den Verlauf, die Implementierung und das Gelingen oder Scheitern einzelner Maßnahmen innerhalb einer komplexen Intervention zu gewinnen.
- Arbeit zitieren
- Ricardo Cadima (Autor:in), 2013, Möglichkeiten und Grenzen der Evaluation von komplexen Interventionen. Eine pflegewissenschaftliche Bestandsaufnahme, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/336996