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"Arabia capta" oder "Arabia adquisita"? Die Annexion des Nabatäer-Reiches durch Kaiser Trajan

Título: "Arabia capta" oder "Arabia adquisita"? Die Annexion des Nabatäer-Reiches durch Kaiser Trajan

Trabajo Escrito , 2015 , 19 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Sven Stoffel (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Der römische Kaiser Trajan erteilte im Jahre 106 n. Chr. Cornelius Palma, dem Statthalter der Provinz Syria, den Befehl, in das arabische Reich der Nabatäer einzumarschieren, es dem „Imperium Romanum“ einzuverleiben und gleichzeitig die politische Autonomie des ersten und am längsten existierenden Staats seiner Zeit zu beenden. Zusammen mit dem Nabatäerreich ging auch die Weihrauchstraße, eine der ältesten Handelsrouten der Welt, die von Südarabien bis zum Mittelmeer führte und auf der viele der wichtigsten Güter dieses Zeitalters transportiert wurden, in die Hände des Trajan, der fortan die gesamte Mittelmeerwelt sein Eigen nennen konnte.

Doch diese Annexion lief anders ab als vergleichbare Unternehmungen beispielsweise in Dakien oder Germanien. Während dort ruhmvolle Schlachten ausgetragen worden sind, die mit prunkvollen Festen und Triumphzügen in der Heimat gefeiert und mit Münzen, beschriftet mit „Dacia capta“ und „Germania capta“, zu Ehren des Kaisers gewürdigt wurden, fiel nahezu jegliche Propaganda bezüglich der Eingliederung Arabiens in das römische Reich aus. Trajan erhielt nicht das Epitheton „Arabicus“, seine Münzen zierte nicht der Schriftzug „Arabia capta“ und auch antike Schriftsteller schwiegen größtenteils über dieses Ereignis. Die Münzprägungen kamen sogar ohne jegliche Unterwerfungsgesten aus, stellten die personifizierte Arabia in aufrechter Haltung dar und titulierten die neu gegründete Provinz Arabia als „Arabia adquisita“. Auf der anderen Seite finden sich bei den Nabatäern, die ihre Geschichte grundsätzlich kaum verschriftlichten, auf den ersten Blick ebenso nur wenige Hinweise auf eine gewaltsame Unterwerfung.

Diese Hausarbeit arbeitet die Annexion noch einmal auf, indem sie von der Entstehung des nabatäischen Volks über die ersten Kontakte zu seinem späteren Eroberer bis hin zum Tag der Annexion das anspricht, was hierzu von Bedeutung ist. Es soll der Frage nachgegangen werden, ob die Provinz Arabia, wie von einem Großteil der Historiker vermutet wird, wirklich nur „adquisita“ und nicht vielleicht doch „capta“ gewesen ist und zudem, wieso sie das eine und nicht das andere war. Des Weiteren soll verdeutlicht werden, aus welchen Gründen das Nabatäerreich interessant für den römischen Kaiser gewesen ist. In dieser Abhandlung trifft das Volk, das seine Sichtweisen genauestens dokumentierte, auf jenes Volk, deren Sichtweisen wir versuchen, wiederzugeben, obwohl sie nicht wiedergegeben wurden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wer sind die Nabatäer?

3. Die Weihrauchstraße und ihre Bedeutung für die Nabatäer

4. Rom und das Nabatäerreich

5. Beweggründe Roms für die Annexion

6. Die Provinzialisierung

6.1 Was für eine widerstandslose Provinzialisierung spricht

6.2 Was gegen eine widerstandslose Provinzialisierung spricht

7. Fazit

8. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die Durchführung der römischen Annexion des Nabatäerreichs im Jahr 106 n. Chr. Ziel ist es zu klären, ob es sich bei diesem Vorgang um eine friedliche "adquisita" (Erwerbung) oder eine gewaltsame "capta" (Eroberung) handelte, wobei insbesondere die Rolle wirtschaftlicher und strategischer Motive beleuchtet wird.

  • Entstehung und historische Entwicklung des nabatäischen Volkes
  • Wirtschaftliche Bedeutung der Weihrauchstraße und deren Einfluss auf Rom
  • Diplomatische und militärische Kontakte zwischen Rom und Nabatäa
  • Römische Beweggründe für die endgültige Annexion
  • Analyse der Debatte um eine widerstandslose vs. gewaltsame Provinzialisierung

Auszug aus dem Buch

3. Die Weihrauchstraße und ihre Bedeutung für die Nabatäer

Die sogenannte Weihrauchstraße begann in Sabota, dem heutigen Schabwa, und fand ihr Ende in Gaza. Dieser Handelsweg, auf dem allerlei Produkte von Süd- nach Nordarabien transportiert wurden, war jedoch kein, wie der Name vermuten lässt, befestigter Weg wie die Römerstraßen. Vielmehr war die Weihrauchstraße ein Begriff für Karawanen, die durch Arabien zogen und immer wieder an bestimmten Wasserstellen oder Zollstationen anhielten. Der Weg jener Karawanen führte auf Umwegen durch das Inland. Der direkte Diagonalweg war unpassierbar und die Hitze des Inlands war besser zu ertragen als das feuchte Küstenklima. Der Hafen Leuke Kome, der bis heute nicht genau lokalisiert werden konnte, diente als Umschlagplatz für alle Waren und war gleichzeitig die südliche Grenze Nabatäas. Von dort aus wurde Petra angesteuert, die Hauptstadt der Nabatäer, in der jene Waren, die die Händler einfuhren, gelagert wurden. Um den für die Händler gewünschten Gewinn zu erzielen, musste eine Karawane aus 1000 Kamelen bestehen, was einem Warenwert von ca. 500.000 € entspricht. Zu den vertriebenen Waren gehörten unter anderem verschiedene Edelmetalle, Elfenbein, und Gewürze, sowie die Duftstoffe Myrrhe, Balsam und vor allem Weihrauch, der der Weihrauchstraße ihren Namen gab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Annexion des Nabatäerreichs unter Kaiser Trajan und die Problematik der Interpretation als "adquisita" gegenüber "capta".

2. Wer sind die Nabatäer?: Überblick über die Entstehung des Stammes, dessen nomadische Wurzeln und den Aufstieg zur regionalen Macht durch das Machtvakuum im syrisch-palästinensischen Raum.

3. Die Weihrauchstraße und ihre Bedeutung für die Nabatäer: Beschreibung des Handelsnetzwerkes und der monopolartigen Stellung der Nabatäer im Fernhandel, die für Rom sowohl wirtschaftlich bedeutend als auch störend war.

4. Rom und das Nabatäerreich: Darstellung der diplomatischen Geschichte und der zunehmenden Abhängigkeit des Nabatäerreichs als römischer Klientelstaat.

5. Beweggründe Roms für die Annexion: Erörterung der wirtschaftlichen und strategischen Motive, wie die Kontrolle über Handelswege und Rohstoffe sowie die Absicherung der Südflanke gegen Parther.

6. Die Provinzialisierung: Detaillierte Auseinandersetzung mit Argumenten für eine kampflose Eingliederung einerseits und Anhaltspunkten für militärischen Widerstand andererseits.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Annexion, die als strategisch begründeter und wohlüberlegter Schritt im Kontext des römischen Imperialismus gewertet wird.

8. Ausblick: Vorschläge für weitere Forschungsansätze, insbesondere im Bereich der nabatäischen Numismatik und Epigraphik zur Klärung offener Fragen.

Schlüsselwörter

Trajan, Nabatäer, Annexion, Weihrauchstraße, Petra, Arabia adquisita, Römische Provinz, Klientelkönigreich, Handelsmonopol, Obodas III., Aretas IV., Rabbel II., Provinzialisierung, Numismatik, Handelswege.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Umstände und Beweggründe der römischen Annexion des nabatäischen Reiches im Jahr 106 n. Chr. durch Kaiser Trajan.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Bedeutung des Weihrauchhandels, den diplomatischen Beziehungen zu Rom und der Bewertung der historischen Quellen zur Frage, ob die Annexion friedlich verlief.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, ob die Provinz "Arabia" lediglich ein friedlich erworbenes Gebiet ("adquisita") war, wie es die römische Propaganda darstellt, oder ob es doch zu gewaltsamen Eroberungen ("capta") kam.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die antike Quellen, numismatische Zeugnisse (Münzfunde) und epigraphische Daten (Inschriften) auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte der Nabatäer, die Bedeutung des Handels, die Geschichte der römisch-nabatäischen Beziehungen sowie eine detaillierte Pro- und Contra-Debatte zur Art der Provinzialisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Trajan, Nabatäer, Annexion, Weihrauchstraße, Petra und Arabia adquisita.

Welche Rolle spielten die Münzprägungen für die Beweisführung?

Die Münzen dienen als zentrales Indiz, da sie mit "Arabia adquisita" beschriftet sind und keine expliziten Unterwerfungsgesten zeigen, was als Hinweis auf eine friedliche Eingliederung gedeutet werden kann.

Warum wird die Rolle des Sylläus so intensiv diskutiert?

Sylläus, der Stellvertreter von Obodas III., wird als Schlüsselfigur bei der Expedition des Aelius Gallus betrachtet, wobei die Frage im Raum steht, ob er die Römer bewusst sabotierte, um das Weihrauchmonopol zu schützen.

Gibt es Belege für militärischen Widerstand?

Der Autor führt Inschriften und archäologische Funde wie Ballisten als Hinweise auf mögliche Scharmützel an, betont jedoch, dass diese nicht zwingend auf einen organisierten Krieg gegen die römische Annexion schließen lassen.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
"Arabia capta" oder "Arabia adquisita"? Die Annexion des Nabatäer-Reiches durch Kaiser Trajan
Universidad
University of Koblenz-Landau  (Geschichte)
Curso
Proseminar "Trajan"
Calificación
2,0
Autor
Sven Stoffel (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
19
No. de catálogo
V337155
ISBN (Ebook)
9783656987819
ISBN (Libro)
9783656987826
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rom Trajan Nabatäer Nabatäerreich Annexion Weihrauchstraße Arabia Aretas Rabbel Petra Bostra
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Sven Stoffel (Autor), 2015, "Arabia capta" oder "Arabia adquisita"? Die Annexion des Nabatäer-Reiches durch Kaiser Trajan, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337155
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