Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Dyskalkulie und den möglichen Veränderungen mathematischer Kompetenzen eines Kindes nach gezielter Förderung. Rechenschwäche beschreibt vielfältige Beeinträchtigungen im mathematischen Denken und Lernen. Diese treten häufig schon im Grundschulalter auf. Um diese möglichst zu minimieren, werden Fördermaßnahmen gesetzt. Mithilfe des standardisierten Tests „Eggenberger Rechentest 1+“ wurde der Lernstand eines Kindes erhoben. Auf dessen Basis wurde ein individueller Förderplan zurechtgelegt und im Zeitraum von zwei Monaten umgesetzt. Schließlich wurde das Kind erneut getestet und die Ergebnisse miteinander verglichen. Das Kind wies eine deutlich verbesserte mathematische Leistung auf, was besonders im Bereich der Mengenoperation am besten zu erkennen ist. Somit wurde im Einzelfall bewiesen, dass spezielle und individuell maßgeschneiderte Förderung einen positiven Effekt auf die mathematischen Kompetenzen des Kindes hat.
Inhaltsverzeichnis
1 PROBLEMAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN
2 DYSKALKULIE
2.1 Einleitung
2.2 Begriffsklärung
2.3 Ursachen für Rechenschwäche
2.3.1 Biologische Faktoren
2.3.2 Psychische Faktoren
2.3.3 Soziale Faktoren
2.4 Resümee
3 DIAGNOSE VON DYSKALKULIE IN DER SCHULE
3.1 Einleitung
3.2 Lehrstoff der Grundstufe I. in Verbindung mit den Bildungsstandards für Mathematik in der 4. Schulstufe
3.3 Symptomatik von Rechenschwäche
3.4 Diagnostik
3.5 Standardisiertes Rechenverfahren: ERT 1+ (Eggenberger Rechentest)
3.5.1 Kognitive mathematische Grundfähigkeiten
3.5.2 Mathematische Ordnungsstrukturen
3.5.3 Algebraische Strukturen
3.5.4 Angewandte Mathematik
3.5.5 Anleitung und Durchführung des ERT 1+
3.6 Resümee
4 FÖRDERMÖGLICHKEITEN
4.1 Einleitung
4.2 Grundsätze der Förderung
4.3 Geeignete Fördermaterialien
4.4 Vorteilhafte Methoden
4.5 Erstellung eines Förderkonzeptes
4.6 Resümee
5 EIGENE UNTERSUCHUNGEN
5.1 Einleitung
5.2 Forschungsmethode: Die Fallstudie
5.3 Beobachtung
5.4 Ausgangslage des Kindes
5.5 Auswertung der ersten Testung und Interpretation der Testergebnisse
5.6 Formulieren von Förderschwerpunkten und Zielsetzungen
5.7 Fakten und Ablauf der Fördersituation
5.8 Erneute Testung des Kindes und Vergleich
5.9 Bezug zu mathematischen Kompetenzen der Bildungsstandards
5.10 Resümee
6 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Phänomen Dyskalkulie bei einem Grundschulkind und evaluiert, inwiefern sich durch gezielte, individuell maßgeschneiderte Fördermaßnahmen positive Veränderungen in den mathematischen Kompetenzen erzielen lassen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit von Förderplänen in einem exemplarischen Fallbeispiel.
- Phänomenologische Betrachtung der Dyskalkulie und deren Ursachen
- Diagnostische Verfahren zur Identifikation von Rechenschwäche in der Schule
- Entwicklung und Implementierung eines individuellen Förderkonzepts
- Anwendung standardisierter Testverfahren (Eggenberger Rechentest 1+) zur Lernstandserhebung
- Qualitative Einzelfallstudie zur Dokumentation von Lernfortschritten
Auszug aus dem Buch
3.3 Symptomatik von Rechenschwäche
Dyskalkulie äußert sich bei jedem Kind individuell und anders, deshalb ist es schwer zu definieren, welches Verhalten bzw. welche Fehler auf Rechenschwäche hinweisen. Laut LANDERL und KAUFMANN sind bereits in den Entwicklungsphasen vor der Schule Auffälligkeiten im mathematischen Verständnis zu erkennen. Besonders in den ersten beiden Schuljahren ist es nicht einfach, Rechenschwäche zu diagnostizieren, da es Kinder wegen der Fülle von anderen Aktivitäten oft schaffen die Rechenschwäche zu verbergen. So muss ein Kind in den ersten beiden Schuljahren gar nicht als solches auffallen. Spätestens in der Sekundarstufe jedoch scheitert dieses Kind an seinem mathematischen Grundverständnis, welches nun benötigt wird, um spezielle Sach- und Rechenaufgaben lösen zu können. Dennoch ist eine frühzeitige Erkennung nicht unmöglich. GAIDOSCHIK gibt dazu einen klaren Hinweis:
„Die Früherkennung von Rechenschwäche erfordert […] in vielen Fällen, dass nicht die Resultate des kindlichen Rechnens berücksichtigt werden. Sondern es muss überprüft werden, auf welche Weise diese Resultate zustande kommen.“
Jede Art von Dyskalkulie ist individuell und deshalb hat auch jedes Kind seine ganz persönliche Rechenschwäche. Die Aufgabe der Lehrkraft ist es, diese individuelle Rechenschwäche festzustellen. Wenn ein Kind aufgrund von Fehlern auffällt, kann nicht automatisch eine Rechenschwäche abgeleitet werden. Dennoch gibt es einige Merkmale, die bei vielen rechenschwachen Kindern vorkommen. Diese werden in Bereiche gegliedert. Einige dieser Bereiche, die bei dyskalkulen Kindern festgestellt werden konnten, sind:
- Klassifikation: Das Kind hat Probleme beim Ordnen verschiedener Gegenstände nach ihrer Form, Größe oder Farbe.
Zusammenfassung der Kapitel
1 PROBLEMAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN: Einführung in die Relevanz der Dyskalkulie-Diagnose und -Förderung auf der Grundstufe I sowie Formulierung der zentralen Forschungsfrage.
2 DYSKALKULIE: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Dyskalkulie-Begriff sowie Analyse der biologischen, psychischen und sozialen Ursachen von Rechenschwäche.
3 DIAGNOSE VON DYSKALKULIE IN DER SCHULE: Darstellung diagnostischer Ansätze mit Fokus auf den Eggenberger Rechentest zur systematischen Erhebung mathematischer Kompetenzen.
4 FÖRDERMÖGLICHKEITEN: Erläuterung grundlegender Förderprinzipien, geeigneter Materialien und methodischer Vorgehensweisen in der Einzelfallförderung.
5 EIGENE UNTERSUCHUNGEN: Dokumentation und Auswertung der qualitativen Fallstudie, inklusive der Entwicklung eines Förderplans und des Vergleichs der Testergebnisse.
6 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der theoretischen Erkenntnisse und der praktischen Ergebnisse der durchgeführten Einzelfallstudie.
Schlüsselwörter
Dyskalkulie, Rechenschwäche, Diagnose, Förderung, Grundstufe I, Mathematikdidaktik, Eggenberger Rechentest, Einzelfallstudie, Mengenoperation, mathematische Kompetenzen, Förderkonzept, Bildungsstandards, Lernstandserhebung, Zählstrategie, Arithmetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Identifikation und Förderung eines rechenschwachen Kindes auf der Grundstufe I unter Nutzung eines standardisierten Testverfahrens.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den theoretischen Grundlagen der Dyskalkulie (Ursachen und Symptomatik) stehen diagnostische Instrumente und spezifische Förderkonzepte im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch eine Einzelfallstudie aufzuzeigen, wie sich mathematische Kompetenzen eines rechenschwachen Kindes nach gezielten Förderinterventionen verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?
Die Autorin verwendet eine qualitative Einzelfallstudie mit teilnehmender Beobachtung und standardisierten Testverfahren vor und nach der Förderphase.
Was wird im theoretischen Hauptteil vermittelt?
Dort werden der Lehrplan der Grundstufe I, die Bildungsstandards Mathematik sowie die verschiedenen Skalen des Eggenberger Rechentests detailliert erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essentiell?
Besonders relevant sind die Begriffe Rechenschwäche, mathematische Grundfähigkeiten, algebraische Strukturen, Mengenoperationen und diagnostische Normierung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Zählen und Rechnen für die Förderung so wichtig?
Das Kind zeigt eine Abhängigkeit vom zählenden Rechnen. Das Ziel der Förderung ist der Übergang zu automatisierten Rechenstrategien und inneren Vorstellungsbildern.
Welche Rolle spielen die "sozialen Faktoren" bei der Entstehung von Dyskalkulie?
Die Arbeit betont, dass neben kognitiven Defiziten auch die Lernumwelt, der Erziehungsstil und die Erwartungshaltungen der Eltern signifikante Risikofaktoren darstellen können.
Warum wurde der "Eggenberger Rechentest" als Instrument ausgewählt?
Der Test deckt eine Vielzahl von Kompetenzbereichen ab und ermöglicht eine strukturierte Diagnose, die als valide Grundlage für einen individuellen Förderplan dient.
Welche Rolle spielt die emotionale Ebene bei der Förderung?
Ein positives Lernklima und der Abbau von Leistungsdruck sind essenziell, da das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit eine Wechselwirkung mit der kognitiven Rechenleistung aufweist.
- Citation du texte
- BEd. Michaela Visnovsky (Auteur), 2014, Fördermöglichkeiten bei Dyskalkulie. Diagnose und Förderverlauf eines rechenschwachen Kindes in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337314