Der Zusammenhang von Motivation, Anregung und Auswahl beim Kauf von Büchern als Geschenk

Analyse einer quantitativen Studie


Hausarbeit, 2014
10 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Methode

3. Ergebnisse
3.1 Motivation
3.2 Anregung
3.3 Auswahl

4. Interpretation

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nicht erst seit gestern beschäftigt sich die Buchmarktforschung mit dem Thema „Bücher als Geschenk“. Bereits 1967 plante der Ausschuss für Buchmarktforschung des Börsenvereins das Buch in der Konkurrenz zu anderen Geschenken zu untersuchen. Es sollte beispielsweise geklärt werden, welchen Gefühlsgehalt verschiedene Geschenke hätten und in welchem gesellschaftlichen Zusammenhang ein Buch besser sei als beispielsweise Blumen. Schon damals erkannte man das teilweise ungenutzte Potential des Geschenkbuchmarktes. Die ersten großen Studien wurden 1983 und 1984 vom Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt. Eine der Haupterkenntnisse war damals: Das Buch besitzt einen Wert, den so kein anderes Geschenk bietet. Es ermöglicht Menschen mit dessen Hilfe zu kommunizieren, eine Anregung zu geben, auf ein gewesenes Gespräch zu verweisen oder eine individuelle Botschaft zu überbringen. Diese Interpretation des Buchgeschenks als Mitteilung und als Zeichen von Einfühlungsvermögen macht den Vorteil des Buches vor anderen Geschenken aus. Das trifft bis heute zu. Dass Bücher generell beliebte Freizeitbeschäftigung sind, zeigt die Studie „Bücher – Medienklassiker mit hoher Erlebnisqualität“. Laut dieser lesen 56% gern oder sehr gern Bücher. Ebenso zeigte sich: Lesen wird vielfältiger erlebt als Fernsehen, bietet ein Emotionales Erlebnis und bildet obendrein.[1] Das sind auch die Gründe, ein bestimmtes Buch zu verschenken. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchung stützen diese bisherigen Erkenntnisse.

In der durchgeführten Online-Befragung wurden vor allem die Motivation zum Bücher verschenken, die für die Auswahl benutzten Informationsquellen und die Auswahlkriterien untersucht. Heute besteht darin ein direkter Zusammenhang. Der Kunde hat die Qual der Wahl, wie er sich über Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt informiert. Er ist im Internet auf verschiedenen Plattformen und sozialen Netzwerken unterwegs und doch geht es um ein materielles Produkt – das gedruckte Buch. Ist diese Materialität noch wichtig oder geht es nur um den Inhalt und einen möglichst günstigen Preis? Achtet man beim Buchgeschenk noch auf eine schöne Ausgabe oder ist ein Buch ein Konsumgut wie jedes andere für den Schenker? Diesen Fragen widmet sich die vorliegende Untersuchung. Anhand von einigen ausgewählten Ergebnissen soll ein Zusammenhang zwischen den Motivationen ein Buch zu verschenken, den Informationsquellen, die zur Anregung genutzt werden und den letztlich ausschlaggebenden Auswahlkriterien hergestellt werden. Die Daten erlauben eine grobe Analyse, wie Käufer am häufigsten vorgehen, wenn sie sich zum Geschenkkauf in Buchform entschlossen haben.

2. Methode

Im Rahmen eines Seminars an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde im Wintersemester 2013/14 mit der Software SoSci Survey ein Online-Fragebogen erstellt, in dem die Vorlieben und Erfahrungen zum Thema „Bücher schenken“ abgefragt wurden. Die Studenten verschickten den Link zur Befragung jeweils an ihre Kontakte. Es wurde keine spezifische Zielgruppe ausgewählt, also keine Stichprobe aus Variablen wie „Alter“, „Bildungsabschluss“ oder „Einkommen" genommen. Im Zeitraum von 27. Januar bis 01. Februar 2014 füllten insgesamt 1.077 Personen den Fragebogen aus. Die Rücklaufquote ist aufgrund der großen, unbekannten Zahl an Einladungen insgesamt (über Soziale Netzwerke) nicht ermittelt worden. Für die Bearbeitung wurden 10 Minuten angekündigt, die überschritten werden konnten. 94,8 % blieben jedoch unter dieser Bearbeitungszeit. 93,2 % beendeten den Fragebogen. 6,8 % brachen die Beantwortung vorzeitig ab.

Der Fragebogen bestand aus 20 Fragen, von denen 9 Single Choice und 6 Multiple Choice Fragen waren. 4 Fragen untersuchten die Präferenzen der Teilnehmenden zu bestimmten Themen. Einmal sollten diese auf einer 5-stufigen Skala von „gut“ bis „schlecht“ eingetragen werden auf die Frage, wie sie es fänden, wenn sie ein Buch und den entsprechenden Film dazu geschenkt bekämen. Und ebenfalls auf einer 5-stufigen Skala von „Bis zu 5 Euro“ bis „Mehr als 30 Euro“ wurden Preisobergrenzen zu verschiedenen Anlässen abgefragt. Zweimal wurden die Präferenzen in 4-stufigen Skalen erfragt, die von „wichtig“ bis „unwichtig“, bzw. „ich achte nicht darauf“ bis „ich achte sehr darauf“ reichten. In diesen Fragen ging es zum Beispiel um die Merkmale Covergestaltung, Preis oder Illustration.

An persönlichen Daten wurde der „höchste Bildungsabschluss“, die „gegenwärtige Tätigkeit“, der „Familienstand“ und „Anzahl sowie Alter von Kindern“ abgefragt. Das Alter der Teilnehmenden selbst wurde nicht eruiert. Die Antworten ergaben folgende Zahlen:

0,4 % der Befragten haben (noch) keinen Schulabschluss, 1,4 % haben einen Hauptschulabschluss, 11 % die mittlere Reife, 7 % Fachabitur, 55,1 % Abitur und 23,9 & einen Hochschulabschluss. Nimmt man die beiden letzten Zusammen ergibt sich, dass 79 % Abitur haben (es sollte nur der höchste Bildungsabschluss angegeben werden). Insgesamt befinden sich 61,4 % in Ausbildung, davon 7,7 % in einem Berufsausbildungsverhältnis und 53,7 % im Studium. 36 % sind erwerbstätig (23,3 % in Vollzeit und 12,7 % in Teilzeit), 0,9 % in Erziehungszeit, 2,3 % sind derzeit arbeitssuchend, 1,1 % sind Rentner und 5,5 % der Befragten sind Schüler. Die Frage zum Familienstand enthält eine Ungenauigkeit, da hier sowohl „ledig“ als auch „Single“ ausgewählt werden konnte. Insgesamt sind 56,3 % alleinstehend und 43,7 % leben in einer Beziehung (12,1 % verheiratet, 31,6 % in einer Partnerschaft). 76,9 % der Befragten haben keine Kinder. 16,1 % haben 1 Kind, 4,7 % 2 Kinder und 2,3 % haben 3 oder mehr Kinder.

Die Eisbrecherfrage zu Beginn, ob man schon mal ein Buch verschenkt hat, beantworteten 95,5 % mit „Ja“. Es ist also davon auszugehen, dass die Teilnehmer aussagekräftige Auskunft zu Ihrer persönlichen Praxis des Schenkens und Beschenktwerdens gegeben haben.

3. Ergebnisse

3.1 Motivation

Schaut man sich die Ergebnisse zur Motivation für das Bücherschenken an, so fällt auf den ersten Blick der Fokus auf den Beschenkten auf. Die drei häufigsten Antworten auf die Frage „Warum verschenken Sie Bücher?“ richten sich nach seinem Geschmack, bzw. nach der Beziehung zu ihm: „Der Beschenkte liest gerne“, „Das Buch soll eine Anregung für den Beschenkten sein“, „Bücher sind persönlich“. Mit Abstand die meisten Nennungen hat die Aussage „Der Beschenkte liest gerne“(79,2 %). Diese simple, wie plausible Erklärung ist für eine große Mehrheit Voraussetzung zum Buchgeschenk. In ihr zeigt sich nicht nur ein Impuls die Leselust des Beschenkten zu befriedigen, sondern vor allem der Wunsch, dass die Schenk-Intention auch Wirkung zeigt und nicht bereits an der mangelnden Bereitschaft zum Lesen scheitert.

Die Erklärungen „Die Auswahl an Büchern ist groß“ und „Bücher sind einfach und schnell zu besorgen“ sind nicht so häufig ausgewählt worden. Möglicherweise sind sie so offensichtlich, dass sie als Erklärungen für viele Befragte gar nicht mehr im Blickfeld stehen. Denn die große Auswahl von Büchern auf dem Markt (91.100 Neuerscheinungen im Jahr 2012)[2] und die große Zahl von Verkaufsstellen sowie ihre gute Erreichbarkeit in den Innenstädten sorgen für eine große Verfügbarkeit von Büchern. Vom Internet als Informationsquelle und Marktplatz ganz zu schweigen. Unter „Sonstige“ verbergen sich am häufigsten die Intentionen „Geschenk nach Wunsch“ (1,6 %) und „Hat mir selbst gefallen“ (0,7 %). Mehrfachnennungen waren möglich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Dehm, Ursula/Kochhan, Christoph/Beeske, Sigrid/Storll, Dieter: Bücher – Medienklassiker mit hoher Erlebnisqualität. Lese-Erlebnistypen und ihre Charakteristika. In: Media Perspektiven, 10 / 2005, S. 521-534.

[2] Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Buch und Buchhandel in Zahlen 2013. Frankfurt am Main: MVB Marketing- u. Verlagsservice des Buchhandels 2013.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Der Zusammenhang von Motivation, Anregung und Auswahl beim Kauf von Büchern als Geschenk
Untertitel
Analyse einer quantitativen Studie
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Aktuelle Leser- und Käuferforschung
Autor
Jahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V337341
ISBN (eBook)
9783656988014
ISBN (Buch)
9783656988021
Dateigröße
632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zusammenhang, motivation, anregung, auswahl, kauf, büchern, geschenk, analyse, studie
Arbeit zitieren
August Werner (Autor), 2014, Der Zusammenhang von Motivation, Anregung und Auswahl beim Kauf von Büchern als Geschenk, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337341

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