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Kollektive Emotionen. Medienereignisse als Momente moderner Gemeinschaftsbildung

Title: Kollektive Emotionen. Medienereignisse als Momente moderner Gemeinschaftsbildung

Diploma Thesis , 2011 , 131 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Yvonne Hagenbach (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach dem Entstehen und dem Nutzen von kollektiven Emotionen anhand von Medienereignissen. Hierzu setze ich mich zunächst mit den kommunikationswissenschaftlichen Grundbegriffen, die mit diesem Phänomen im Zusammenhang stehen, auseinander (Individuum – Kollektiv – Masse) und arbeite den Stand der Forschung zu den Themenbereichen kollektive Emotionen und Medienereignisse heraus. Anschließend stelle ich drei Fallstudien zu den Medienereignissen Unfalltod von Diana Spencer, Attentat vom 11. September 2011 und Tsunami in Südostasien vor. Ich arbeite die Gemeinsamkeiten dieser Medienereignisse heraus, unter denen als mögliche Ursachen für das Entstehen kollektiver Emotionen zu vermuten sind: Die Beteiligung prominenter Personen bzw. Elite-Nationen, Abbildung von Konflikten bzw. sozialen Dilemmata, Kämpfe zwischen ‹Gut und Böse›, Nicht-Zugehörigkeit des Ereignisses zum Erwartungshorizont, Verdichtung des Ereignisses im Bild.
Diese fünf Merkmale prüfe ich im Folgenden hinsichtlich der Fallbeispiele auf ihre Relevanz für die Entstehung kollektiver Emotionen. Unter Berücksichtigung von kollektiven Identitäten, Empathie und Mimesis, kollektiver Bedeutungszuschreibung und der Bedeutung von Bildern, komme ich zu folgendem Schluss: Einschneidende und unerwartete Ereignisse erschüttern den Menschen. Werden diese Ereignisse z. B. durch die Medien zusätzlich in ihrer Stärke noch potenziert, so kann es passieren, dass Menschen instinktiv auf archaische Muster zurückgreifen, um diese Ereignisse ein- und ihnen Bedeutung zuordnen zu können. Im gemeinsamen Erleben und Teilen von Gefühlen findet der Mensch eine Entladung und die Möglichkeit sich als Teil einer Gemeinschaft zu erleben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch und die Medien

2.1 Individuum – Kollektiv – Masse

2.2 Kollektive Emotionen

2.3 Charakteristika von Medienereignissen

3. Fallstudien

3.1 Ereigniskategorien und Auswahlkriterien

3.2 Fallstudie 1: Unfalltod von Diana Spencer

3.2.1 Ereignisverlauf

3.2.2 Narratives Vorher

3.2.3 Narratives Nachher

3.2.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹Diana›

3.3 Fallstudie 2: Attentat vom 11. September 2001 – ‹9/11›

3.3.1 Ereignisverlauf

3.3.2 Narratives Vorher

3.3.3 Narratives Nachher

3.3.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹9/11›

3.4 Fallstudie 3: Tsunami in Südostasien – ‹Sumatra-Andaman-Beben›

3.4.1 Ereignisverlauf

3.4.2 Narratives Vorher

3.4.3 Narratives Nachher

3.4.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹Tsunami›

3.5 Auswertung und Ableitungen der Fallstudien

4. Theoretische Betrachtung und Übertragung

4.1 Kollektive Identitäten

4.2 Empathie und Mimesis

4.3 Kollektive Bedeutungszuschreibung

4.4 Die menschliche Natur

4.5 Das Bild als Bote

5. Zusammenführung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Entstehung und den Nutzen kollektiver Emotionen im Kontext bedeutender Medienereignisse. Basierend auf einer Analyse kommunikationswissenschaftlicher, soziologischer und evolutionspsychologischer Theorien wird hinterfragt, welche Faktoren und Merkmale innerhalb solcher Ereignisse Menschen instinktiv dazu bewegen, sich als Teil einer Gemeinschaft zu fühlen und gemeinsam zu trauern oder zu handeln.

  • Die Rolle der Massenmedien bei der Konstruktion und Intensivierung von Ereignissen.
  • Einfluss soziologischer Identitätsbildung und evolutionsbiologischer Überlebensstrategien auf das Verhalten in Krisensituationen.
  • Analyse dreier Fallstudien: Unfalltod von Diana Spencer, 11. September 2001 (9/11) und der Tsunami in Südostasien 2004.
  • Die Funktion von kollektiver Bedeutungszuschreibung und die Symbolkraft medialer Bilder.
  • Die Bedeutung von Mimesis und Empathie als treibende Kräfte für die Bildung spontaner Kollektive.

Auszug aus dem Buch

3.3.4 Konstruktion des medialen Abbildes ‹9/11›

Obwohl die Attentäter des 11. September mehrere Ziele angriffen, findet man bei Recherchen zum Thema hauptsächlich Bilder des World Trade Centers. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass hier die meisten Opfer getroffen wurden und dass es sich um ein ziviles Ziel handelte. Das Verteidigungsministerium muss schon ob seiner Funktion als politisches Symbol mit einem höheren Bedrohungspotential rechnen. Die Hintergrundinformationen zum vierten Flugzeug kamen zeitverzögert, weswegen sie deutlich weniger wiederholt werden konnten. Außerdem waren die einzigen Dokumente Tonaufnahmen, die sich der visuellen Anziehungskraft der einstürzenden Türme unterordnen mussten. „Wir haben die ersten Schreckensbilder der Television ästhetisch, mithin auch lustvoll und aus sicherer Distanz, erfahren.“ (Gorsen, 2002: 96) Hinzu kommt, dass die Türme als Symbol für Freiheit und Konsum standen, so dass ein Angriff äquivalent mit einem Angriff auf alle kapitalistischen Gesellschaftsformen verstanden werden kann. Die nachträgliche Konstruktion des Feindbildes Islam, dem teilweise sehr generalisiert der Kampf oder Hass gegen die ‹Ungläubigen› angeheftet wurde, zementierte die Attentate als Angriff auf die westliche Welt. Ein erheblicher Faktor, wenn man die moralischen Aspekte betrachtet, ist vor allem auch die Heimtücke der Attentäter. Die Bevölkerung der USA hatte keine Kenntnis von einem sich anbahnenden Konflikt mit den islamischen Terrororganisationen. Das Attentat kam sozusagen aus heiterem Himmel, da ihm keine Drohungen und auch kein offener Diskurs vorangegangen waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Phänomen kollektiver Emotionen als Reaktion auf einschneidende Medienereignisse und Darlegung der Forschungsfrage.

2. Der Mensch und die Medien: Theoretische Grundlagen zu den Begriffen Individuum, Kollektiv, Masse sowie zur Charakteristik von Medienereignissen.

3. Fallstudien: Detaillierte Analyse von drei spezifischen Medienereignissen hinsichtlich Ereignisverlauf, narrativer Einbettung und medialer Bildkonstruktion.

4. Theoretische Betrachtung und Übertragung: Verknüpfung der Fallbeispiele mit Theorien zur kollektiven Identität, Empathie, Mimesis und Bedeutungszuschreibung.

5. Zusammenführung und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach dem Sinn und Nutzen kollektiver Emotionen für den Menschen.

Schlüsselwörter

Kollektive Emotionen, Medienereignisse, Gemeinschaftsbildung, 9/11, Diana Spencer, Tsunami 2004, Mimesis, Empathie, Soziologie, Evolutionspsychologie, Massenmedien, Identitätsbildung, Symbolik, kollektives Gedächtnis, Krisenbewältigung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Hausarbeit?

Die Arbeit untersucht das Entstehen kollektiver Emotionen als Reaktion auf bedeutende Medienereignisse und analysiert, warum Menschen sich in Krisenzeiten spontan zu Gemeinschaften zusammenschließen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die Themen umfassen die Soziologie der Masse, die Wirkung medialer Berichterstattung, psychologische Mechanismen wie Empathie und Mimesis sowie die evolutionären Hintergründe menschlichen Verhaltens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird erforscht, welche spezifischen Faktoren Medienereignisse auslösen müssen, damit sie kollektive Emotionen erzeugen, und welchen Nutzen der Mensch durch solch ein kollektives Verhalten zieht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert Literaturanalysen (kommunikationswissenschaftlich, soziologisch, psychologisch) mit einer vergleichenden Fallstudienmethode zu drei historischen Medienereignissen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, drei detaillierte Fallstudien zu Diana Spencer, 9/11 und dem Tsunami 2004 sowie eine fundierte theoretische Übertragung dieser Ereignisse auf psychologische und soziologische Konzepte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kollektive Emotionen, Medienereignisse, Identitätsbildung, Mimesis, Empathie, Symbolik und die psychologische Sinnsuche sind zentrale Begriffe.

Wie beeinflusst die mediale Bildgestaltung die kollektive Wahrnehmung bei den untersuchten Ereignissen?

Die Arbeit zeigt, dass Medien durch selektive Berichterstattung und die Komprimierung von komplexen Ereignissen auf ikonische, symbolträchtige Bilder die kollektive Deutung maßgeblich steuern und emotionalisieren.

Welche Rolle spielt der Faktor Zeit bei der Entstehung kollektiver Emotionen?

Zeitliche Abfolgen, wie die „Unmittelbarkeit“ bei Live-Übertragungen oder die langwierige, wiederholende Verarbeitung in Medien, sind entscheidend für die Intensivierung und Verankerung von Ereignissen im kollektiven Gedächtnis.

Warum spielt die Verehrung von Diana Spencer eine so große Rolle für die Argumentation der Autorin?

Diana Spencer dient als Paradebeispiel für die Konstruktion einer tragischen Heldin, bei der sich durch die Projektion des eigenen Schicksals auf ihre Person eine außergewöhnlich hohe Identifikationsfähigkeit und kollektive Trauer entwickelte.

Welche Bedeutung kommt dem „archaischen Muster“ im Kontext moderner Medienereignisse zu?

Die Autorin argumentiert, dass Menschen bei überwältigenden, unerwarteten Krisen instinktiv auf tief in der Menschheitsgeschichte verwurzelte Verhaltensmuster zurückgreifen, um die Unsicherheit zu kompensieren und sich einer Gemeinschaft anzuschließen.

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Details

Title
Kollektive Emotionen. Medienereignisse als Momente moderner Gemeinschaftsbildung
College
University of the Arts Berlin  (Fachbereich Gestaltung)
Grade
1,5
Author
Yvonne Hagenbach (Author)
Publication Year
2011
Pages
131
Catalog Number
V337495
ISBN (eBook)
9783668271784
ISBN (Book)
9783668271791
Language
German
Tags
Medienereignisse Katastrophen Kollektiv 9/11 Diana Tsunami Gemeinschaft Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Yvonne Hagenbach (Author), 2011, Kollektive Emotionen. Medienereignisse als Momente moderner Gemeinschaftsbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337495
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