Medienpädagogische Kompetenzen werden vor allem mit Bezug zu angehenden oder bereits tätigen Lehrern im Schulkontext diskutiert. Vor dem Hintergrund steigender Medienpräsenz in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen möchte diese Studie die Diskussion medienpädagogischer Kompetenz auf die Ausbildung von ErzieherInnen ausweiten. Mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse werden die Aussagen zu medienpädagogischer Kompetenz und Medienkompetenz von fünf Fachlehrkräften der ErzieherInnenausbildung analysiert.
Die Befragten unterrichten Literatur- und Medienpädagogik an bayerischen Fachakademien für Sozialpädagogik. Mithilfe der Gegenüberstellung der Modellschilderungen mit Unterrichtsinhalten und bisherigen Forschungsergebnissen erarbeitet diese Studie Anregungen für die Gestaltung der Ausbildung frühpädagogischer Fachkräfte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Theoretischer Bezugsrahmen und Forschungsstand
2.1 Medienbegriff
2.2 Kompetenzbegriff
2.3 Modellbegriff
2.4 Medienkompetenz
2.4.1 Medienpädagogik
2.4.2 Erwachsenenbildung
2.5 Medienpädagogische Kompetenz
2.6 Zur Relevanz von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz für das medienbezogene Handeln von (früh)pädagogischen Fachkräften
2.7 Vorgaben des Lehrplanes und des Bildungsplanes in Bayern
2.7.1 Bayerischer Bildungs- und Erziehungsplan
2.7.2 Lehrplan für die Fachakademie für Sozialpädagogik
3. Methodisches Design
3.1 Forschungsinteresse und Problemstellung
3.2 Methodenwahl
3.3 Forschungsfeld und Stichprobe
3.4 Leitfaden
3.5 Durchführung
3.6 Auswertung
4. Ergebnisse
4.1 Interview B1
4.1.1 Subjektive Modelle von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.1.2 Erarbeitung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.2 Interview B2
4.2.1 Subjektive Modelle von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.2.2 Erarbeitung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.3 Interview B3
4.3.1 Subjektive Modelle von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.3.2 Erarbeitung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.4 Interview B4
4.4.1 Subjektive Modelle von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.4.2 Erarbeitung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.5 Interview B5
4.5.1 Subjektive Modelle von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.5.2 Erarbeitung von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz
4.6 Beantwortung der Forschungsfragen
4.6.1 Hypothese 1
4.6.2 Hypothese 2
4.6.3 Hypothese 3
4.6.4 Hypothese 4
4.6.5 Hypothese 5
4.6.6 Zusammenfassung
5. Diskussion
5.1 Medienkompetenz als mehrdeutige Basis- und Zielkompetenz
5.2 Modellierung medienpädagogischer Kompetenzen
5.3 Unterrichtsinhalte
5.4 Zusammenfassung
5.5 Grenzen der Erhebung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis medienpädagogischer Kompetenz aus der Perspektive von Lehrkräften an bayerischen Fachakademien für Sozialpädagogik, um Anregungen für die Modellierung dieser Kompetenz in der Ausbildung angehender ErzieherInnen zu gewinnen. Im Kern steht die Forschungsfrage, wie tätige Fachlehrkräfte für Literatur- und Medienpädagogik medienpädagogische Kompetenz conceptualisieren und ob dabei Bezüge zu bestehenden theoretischen Modellen erkennbar sind.
- Medienkompetenz-Konzepte in der beruflichen Ausbildung
- Modellierung medienpädagogischer Kompetenz für Lehrkräfte
- Stellenwert von Medien in Lehrplänen und Bildungsplänen
- Subjektive Modelle von Dozenten der Fachakademien
- Handlungskompetenz von (früh-)pädagogischen Fachkräften
Auszug aus dem Buch
1. Einführung
Die Qualität der Ausbildung der ErzieherInnen in Deutschland wird in den letzten Jahren verstärkt diskutiert. Es wird, auch mit Blick auf die Situation in anderen europäischen Ländern, eine Akademisierung des Erzieherberufes angestrebt. Zudem wird die Notwendigkeit medienpädagogischer (Weiter-)qualifizierung des Personals in Bildungsinstitutionen, Kindertagesstätten und Einrichtungen der Jugendbetreuung von Wissenschaft und Politik gefordert (vgl. Röll, 2013). Da digitale Medien und mediale Kommunikation immer präsenter und bedeutender werden, sehen Experten die Förderung einer möglichst umfassenden Medienkompetenz für alle Altersgruppen als bedeutend an (vgl. z.B. Six & Gimmler, 2007; Zu einer umfassenden Darstellung von Kindern und Medien siehe Six, 2007). Dabei spielen die ErzieherInnen eine wichtige Rolle.
Ulrike Six & Roland Gimmler kommen in ihrer jüngsten Folge-Studie Die Förderung von Medienkompetenz im Kindergarten zu der Aussage, dass für die Praxis der Medienerziehung neben den institutionellen Rahmenbedingungen „eine wesentliche Determinante […] die Ausbildung zur Medienerziehung im Kindergarten betrifft, insofern davon auszugehen ist, dass sie den Grundstein für das spätere medienerzieherische Verhalten und Handeln legt: Wer bereits in der Ausbildung medienpädagogisch relevante Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben hat und dabei auch erfahren hat, was Medienerziehung umfasst und weshalb sie notwendig ist, wird später mit anderen Voraussetzungen und vermutlich in entsprechend anderer Weise Medienerziehung praktizieren, als wenn solche Inhalte nicht oder kaum zur Ausbildung gehörten.“ (Six & Gimmler 2007:30; ebd.:276).
Angedeutet ist hier, dass erfolgreicher Lerntransfer nie allein in der Hand des Lehrenden liegen kann, sondern dass andere Einflussfaktoren wie der institutionelle Kontext und, wie in Theorien des Lehrens und Lernens (z.B. Rindermann, 2001) festgestellt, die Lernenden von zentraler Bedeutung sind. In aktuellen didaktischen Angebots-Nutzungs-Modellen wird die Situation im Unterricht konstruktivistisch verstanden. Dabei beeinflussen kulturelle, ökonomische und schulische Bedingungen, kognitive und soziale Merkmale der Klasse sowie Kompetenzen der Lehrkraft (Professionswissen, Überzeugungen, Motivation, selbstbezogene Kognitionen) deren Handeln und die Qualität und Quantität der Lehrangebote (Lipowsky, 2006).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Bedeutung der Medienerziehung für angehende ErzieherInnen und Relevanz der Ausbildungsqualität.
2. Theoretischer Bezugsrahmen und Forschungsstand: Erörterung zentraler Begriffe wie Medien, Kompetenz, Modellbildung sowie Darstellung bestehender Medienkompetenz-Modelle.
3. Methodisches Design: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode, der Stichprobe (Experteninterviews) und der Auswertung mittels Inhaltsanalyse.
4. Ergebnisse: Präsentation der Interviewergebnisse und deren Systematisierung zu individuellen Modellen der Lehrenden sowie Beantwortung der Hypothesen.
5. Diskussion: Einordnung der Ergebnisse in den aktuellen fachwissenschaftlichen Diskurs, insbesondere hinsichtlich Modellierung und Unterrichtsinhalten.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Empfehlungen für die künftige Ausbildungsgestaltung.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Medienkompetenz, ErzieherInnenausbildung, Handlungskompetenz, Fachakademie, Medienbildung, Medienerziehung, Modellierung, Lehrerbildung, Medienpraxis, Qualitative Inhaltsanalyse, Lehrplan, Sozialpädagogik, Medienbiografie, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Verständnis von medienpädagogischer Kompetenz aus Sicht von Dozenten, die an bayerischen Fachakademien das Fach Literatur- und Medienpädagogik unterrichten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Medienkompetenz und medienpädagogischer Kompetenz, deren Anwendung im Unterricht sowie die Verknüpfung von theoretischer Ausbildung und beruflicher Praxis von ErzieherInnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Rekonstruktion subjektiver Modelle und Deutungen von Lehrkräften, um daraus Anregungen für eine systematische Modellierung medienpädagogischer Kompetenz in der Erzieherausbildung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt qualitative Experteninterviews mit fünf Fachlehrkräften, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet werden.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert bestehende theoretische Modelle, die Vorgaben der bayerischen Lehrpläne und die individuelle Unterrichtspraxis der interviewten Lehrenden.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Neben dem Kernthema Medienkompetenz sind Begriffe wie Fachakademie, ErzieherInnenausbildung, Handlungskompetenz und Medieneinsatz zentral für das Verständnis der Arbeit.
Inwieweit nutzen die Lehrkräfte etablierte wissenschaftliche Modelle?
Es zeigte sich, dass die befragten Dozenten Baackes Modell der Medienkompetenz kennen und häufig als Basis nutzen, jedoch kaum explizites Wissen über neuere Modelle medienpädagogischer Kompetenz (z.B. von Tulodziecki oder Blömeke) besitzen.
Welche Rolle spielt die Trennung von Theorie und Praxis?
Die Arbeit stellt fest, dass die befragten Dozenten den Unterricht primär theoretisch gestalten, während praktische Medienarbeit oft in den Bereich freiwilliger Übungen ausgelagert wird, was zu einer Diskrepanz in der praktischen Anwendung führt.
- Quote paper
- Karoline Morales (Author), 2015, Medienpädagogische Kompetenz in der Ausbildung frühpädagogischer Fachkräfte. Qualitative Inhaltsanalyse der Aussagen von fünf Fachlehrkräften der ErzieherInnenausbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337555