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Der Begriff des Kapitals nach Pierre Bourdieu

Título: Der Begriff des Kapitals nach Pierre Bourdieu

Trabajo Escrito , 2015 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kai-Uwe Lang (Autor)

Sociología - Sistemas sociales y Estructuras sociales
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Im Mittelpunkt vieler soziologischer Fragestellungen, wie etwa im Bereich des Bildungswesens, der sozialen Ungleichheit oder der Familienstrukturen, bildet die Berufsgruppe der Eltern eine zentrale Erklärungsgröße. Die Erwerbstätigkeit der Eltern informiert über Einkommen, Macht und soziale Stellung der Familie und damit auch über die soziale Herkunft der Lernenden. Diesem Ansatz nach wird die soziale Herkunft als eine ökonomische Komponente verstanden und in einer ökonomischen Einheit wie dem Einkommen der Eltern der Schülerinnen und Schüler berechnet.

Erst seit einigen Jahren zeigt sich in der Soziologie, dass der Begriff Kapital als alleinige Verwendung in der Ökonomie nicht umfassend verwendet wird. Als einer der namhaftesten Vertreter legte der französische Soziologe Pierre Bourdieus (1930-2002) dar, dass eine Vielzahl weiterer Aspekte dem Kapital und seinen Eigenschaften zugeordnet werden muss. So verwendet Bourdieu den Begriff des Kapitals in Verbindung mit sozialer Ungleichverteilung von Macht und zeigt auf, warum eine Erweiterung des Kapitalbegriffs notwendig ist.

Statt eines Überblicks über mehrere Theorien zur Ungleichheitsforschung in Bezug auf die soziale Herkunft und Bildungschancen aufzuzeigen, bedient sich diese vorliegende Abhandlung eines radikaleren Ansatzes, dem des französischen Soziologen Pierre Bourdieu. Um diese Thematik theoretisch ausreichend zu beschreiben, bedarf es zunächst den Begriff des Kapitals zu definieren sowie die verschiedenen Arten von Kapital nach der Interpretation Bourdieus aufzuzeigen. Anhand dieser Grundlage wird im Fazit eine kritische Schlussbetrachtung des Bourdieuschen Konzeptes im Zusammenhang mit sozialer Herkunft und Bildungschancen - trotz formaler Chancengleichheit - vorgenommen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff des Kapitals

2.1 Das ökonomische Kapital

2.2 Das kulturelle Kapital

2.2.1 Inkorporiertes Kulturkapital

2.2.2 Objektiviertes Kulturkapital

2.2.3 Institutionalisiertes Kulturkapital

2.3 Das soziale Kapital

3 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Kapitalbegriff nach Pierre Bourdieu, um dessen Relevanz für die Analyse sozialer Ungleichheit im Bildungssystem darzulegen. Dabei soll aufgezeigt werden, wie unterschiedliche Kapitalsorten zur Reproduktion von Bildungsungleichheit beitragen, obwohl formale Chancengleichheit angestrebt wird.

  • Erweiterung des ökonomischen Kapitalbegriffs durch Bourdieu
  • Differenzierung in ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital
  • Bedeutung des kulturellen Kapitals für schulische Erfolgschancen
  • Die Rolle der familiären Sozialisation bei der Kapitalvererbung
  • Strukturelle Verankerung von Bildungsungleichheit im Schulsystem

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Inkorporiertes Kulturkapital

Das inkorporierte Kulturkapital zeichnet sich nach Bourdieu dadurch aus, dass es grundsätzlich körpergebunden ist und eine Verinnerlichung voraussetzt (vgl. Bourdieu, P. 1983, S. 186). In dieser Form ,,wird es durch persönliche Bildungsarbeit erworben und kann am ehesten als kognitive Kompetenz und als ästhetischer Geschmack beschrieben werden" (Jungbauer-Gans, M. 2004, S. 377). Demnach ist bei dieser Form des Kapitals das Delegationsprinzip ausgeschlossen. Die Voraussetzung für jegliche Inkorporierung ist die persönliche Investition von Zeit, aber auch eine Form von sozial konstituierter Libido, welche alle möglichen Entbehrungen und Versagungen mit sich bringt (vgl. Bourdieu, P. 1983, S. 186).

Genauer gesagt, die Möglichkeit des Akteurs kulturelles Kapital zu akkumulieren und damit dessen individuelle Effektivität zu steigern ,,hängt vielmehr davon ab, wie viel nutzbare Zeit […] in der Familie [ökonomisch] zur Verfügung steht, um die Weitergabe des Kulturkapitals zu ermöglichen und einen verzögerten Eintritt in die Arbeitswelt zu gestatten“ (Bourdieu, P. 1983, S. 197). Insofern haben diejenigen Kinder einen Vorteil, deren Eltern über ein hohes ökonomisches Kapital verfügen.

Daraus folgt, dass Bourdieu als sinnvolles Maß für inkorporiertes Kulturkapital die gesamte Dauer des Bildungserwerbs bezeichnet. Dies basiert auf derjenigen Zeit, bei der Kulturkapital auf dem Wege sozialer Vererbung weitergegeben wird. Dabei ist darauf zu achten, dies nicht nur auf die bloße Schulzeit zu reduzieren, da sonst die Primärerziehung in der Familie, wie bei einer traditionellen ökonomischen Sichtweise, unberücksichtigt bleibt (vgl. Bourdieu, P. 1983, S. 186). Auch die herkunfts- und schulspezifischen Bildungsinhalte können sich widersprechen, somit ist die Zeit der Primärerziehung, die für die Vermittlung kultureller Praktiken aufgewendet wurde, ,,entweder als positiver Wert, als gewonnene Zeit und Vorsprung, oder als negativer Faktor, als doppelt verlorene Zeit, weil zur Korrektur der negativen Folgen nochmals Zeit eingesetzt werden muss“ (Bourdieu, P. 1983, S. 186 f.) für den Akteur zu verbuchen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die kontroverse Bildungsdebatte in Deutschland im Kontext von PISA-Studien und führt in Bourdieus erweitertes Kapitalverständnis als soziologischen Erklärungsansatz ein.

2 Der Begriff des Kapitals: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus mehrdimensionale Sichtweise auf Macht und Ressourcen durch die Einführung der drei Kapitalsorten.

2.1 Das ökonomische Kapital: Hier wird das ökonomische Kapital als materielle Basis beschrieben, das zwar konvertierbar ist, jedoch allein keinen Garanten für eine Machtposition darstellt.

2.2 Das kulturelle Kapital: Dieses Kapitel beschreibt kulturelles Kapital als eine Ressourcenausstattung, die eng mit sozialer Herkunft und familiärer Sozialisation verknüpft ist.

2.2.1 Inkorporiertes Kulturkapital: Der Abschnitt erläutert die körpergebundene, verinnerlichte Form des kulturellen Kapitals, die durch langfristige Bildungsarbeit erworben wird.

2.2.2 Objektiviertes Kulturkapital: Hier wird der Fokus auf materielle Güter wie Schriften oder Technologien gelegt, deren Nutzung spezifisches inkorporiertes Wissen voraussetzt.

2.2.3 Institutionalisiertes Kulturkapital: Dieser Teil behandelt die Anerkennung von Bildungstiteln durch Institutionen, die kulturelles Kapital sichtbar und auf dem Arbeitsmarkt verwertbar machen.

2.3 Das soziale Kapital: Das Kapitel definiert Sozialkapital als Ressourcen, die aus der Zugehörigkeit zu dauerhaften Beziehungsnetzen und Gruppen hervorgehen.

3 Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Bildungssystem Ungleichheitsstrukturen aufgrund der ungleichen Verteilung kulturellen Kapitals reproduziert und fordert rationale pädagogische Gegenmaßnahmen.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Kapitalbegriff, soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, ökonomisches Kapital, soziales Kapital, Bildungsdebatte, soziale Herkunft, Habitus, Chancengleichheit, inkorporiertes Kulturkapital, objektiviertes Kulturkapital, institutionalisiertes Kulturkapital, Bildungssoziologie, Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Theorie von Pierre Bourdieu, insbesondere seinem erweiterten Kapitalbegriff, um die Ursachen für soziale Ungleichheit im Bildungswesen zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Differenzierung zwischen ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital sowie deren Einfluss auf schulische Erfolgschancen und gesellschaftliche Machtverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Bourdieusche Konzept dazu beitragen kann, die Reproduktion von Bildungsungleichheit trotz formaler Chancengleichheit theoretisch zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Abhandlung, die zentrale Begriffe der Soziologie Bourdieus definiert und diese kritisch auf das deutsche Bildungssystem anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Kapitalsorten (ökonomisches, kulturelles und soziales Kapital) und deren Subkategorien detailliert erläutert und in den Kontext der Chancenungleichheit gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kapitalbegriff, soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, Habitus, Bildungssoziologie und Chancenungleichheit.

Was unterscheidet das inkorporierte vom institutionalisierten Kulturkapital?

Inkorporiertes Kulturkapital ist dauerhaft im Habitus der Person verankert und muss persönlich durch Zeitinvestition erworben werden, während institutionalisiertes Kulturkapital in Form von formalen Bildungstiteln vorliegt.

Inwiefern beeinflusst die familiäre Sozialisation den Bildungserfolg?

Laut Bourdieu erfolgt die Weitergabe kulturellen Kapitals primär in der Familie, wodurch Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern einen signifikanten Startvorteil gegenüber Kindern aus bildungsfernen Milieus haben.

Warum betrachtet Bourdieu das Schulsystem kritisch?

Bourdieu kritisiert, dass Schulen faktisch bestehende soziale Ungleichheiten nicht ausgleichen, sondern durch die formale Gleichbehandlung als "verdientes Talent" tarnen und somit weiter konservieren.

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Detalles

Título
Der Begriff des Kapitals nach Pierre Bourdieu
Universidad
University of Education in Schwäbisch Gmünd  (Erziehungswissenschaften)
Calificación
1,0
Autor
Kai-Uwe Lang (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
18
No. de catálogo
V337618
ISBN (Ebook)
9783668268623
ISBN (Libro)
9783668268630
Idioma
Alemán
Etiqueta
begriff kapitals pierre bourdieu
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kai-Uwe Lang (Autor), 2015, Der Begriff des Kapitals nach Pierre Bourdieu, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337618
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