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Goethes Naturverständnis und der politische Umbruch in Frankreich

Revolution vs. Evolution

Título: Goethes Naturverständnis und der politische Umbruch in Frankreich

Trabajo Escrito , 2011 , 12 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Ronja Schmidt-Prestin (Autor)

Filología alemana - Historia de la literatura, Épocas
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Eine Revolution bedeutet meist eine plötzliche Veränderung oder Neuerung und ist damit das genaue Gegenteil einer Evolution, welche eher einen ständigen Entwicklungs- und Veränderungsprozess beschreibt. Im Lateinischen steht das Wort revolutio für den Begriff zurückwälzen. „Revolution ist eine Veränderung, in welcher eine Gesellschaft wesentlich auf sich in einer Form zurückkommt, die ihrem längst entwickelten Inhalt entspricht, so dass dieser darin seine Befreiung und Entfaltung findet.“ (Pfreundschuh 2001). Bezogen auf unsere heutige Gesellschaft kommt eine Revolution häufig einem gewaltsamen, politischen Umbruch gleich. Diese Tatsache rührt von der Französischen Revolution im 18. Jahrhundert her. Was aber hat der Naturwissenschaftler und Poet Johann Wolfgang von Goethe mit der Französischen Revolution zu tun? Diese Arbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, welche Rolle Evolution und Revolution in Goethes Naturverständnis gespielt haben und wie sich durch seine naturwissenschaftliche Haltung auch seine Meinung zur Französischen Revolution und umgekehrt erklären lässt. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen soll zuerst auf Goethes Selbstverständnis als Naturwissenschaftler eingegangen werden, da ihn die Meisten eher als Poet kennen. Nachdem Goethes Verbindung zur Naturwissenschaft eingehend erläutert wurde soll dann das ausschlaggebendste Beispiel für seine Einstellung zu Revolution und Evolution in Bezug auf die Naturwissenschaft erläutert werden, nämlich der Streit zwischen den Neptunisten und Vulkanisten (oftmals auch Plutonisten genannt). Im Folgenden wird diese Arbeit einen Überblick über die äußerst brutalen Vorgänge während der Französischen Revolution liefern und im Anschluss daran wird beschrieben, welche Meinung Johann Wolfgang von Goethe hinsichtlich der Revolution in Frankreich vertrat und was das für seine Arbeit als Wissenschaftler, Politiker und Poet in Deutschland bedeutete. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt darin, möglichst präzise Verbindungen zwischen Goethes naturwissenschaftlichem Arbeiten und seiner Tätigkeit als Politiker und Poet währen der Französischen Revolution darzulegen, da diese Verbindung von exorbitanter Wichtigkeit dafür sein könnte, zu verstehen, warum Goethe die Revolution so verabscheute.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Goethe als Naturwissenschaftler

3 Von Neptunisten und Vulkanisten

4 Die Französische Revolution

5 Goethes Standpunkt zur Französischen Revolution

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen Goethes naturwissenschaftlichem Weltbild und seiner politischen Haltung während der Französischen Revolution, um zu klären, inwiefern seine Ablehnung gewaltsamer Umbrüche in seiner wissenschaftlichen Überzeugung für evolutionäre Prozesse wurzelt.

  • Goethes Selbstverständnis als Naturforscher
  • Der geologische Diskurs zwischen Neptunismus und Vulkanismus
  • Historischer Abriss der Französischen Revolution
  • Die politische Ablehnung revolutionärer Gewalt durch Goethe
  • Synthese von Naturverständnis und politischer Philosophie

Auszug aus dem Buch

3 Von Neptunisten und Vulkanisten

Neptunisten vertraten die „Ansicht, wonach die Erdschichten und Gebirge der Erde durch das Auskristallisieren aus einem alles bedeckendem und sich langsam absinkendem „Urozean“ entstanden seien.“ (Rienow 2009, S. 6). Der Neptunismus ging also von einer ruhigen und gleichmäßigen Entstehung der Erde aus. Die Vulkanisten hingegen favorisierten eine „willkürlichere und raschere Variante der Erdentwicklung. […] Die magmatische Entstehung aller Gesteine“ (Rienow 2009, S. 6). Den Höhepunkt des Aufeinandertreffens von Neptunismus und Vulkanismus bildete der 1787/88 entfachte Basaltstreit um den aus Basaltsäulen aufgebauten Scheibenberg in Sachsen.

„Ob die Basalte Niederschläge aus einem Flüssigen seyen, das einst die ganze Erde überdeckte? Ob man sie als Massen zu betrachten habe, in den tiefen Räumen unseres Planeten aus Urstofftheilen, oder durch Umbildung anderer Gesteine unter Einwirken vulkanischer Mächte erzeugt, die im Zustande feuerigen Flüssigseyns durch Spalten zur Oberfläche emporgetrieben wurden, oder in Weitungen aufwärts stiegen, welche während des Hervorstossens der geschmolzenen Materien durch statt gehabte Schichten - Verrückungen und Zerreissungen entstanden? - dieses waren Fragen, welche lange Zeit die Geologen in zwei Parteyen schieden.“ (Von Leonhard 1832, S. 10). Goethe war ein Anhänger des Neptunismus. Er sagte zu seiner ersten Italienreise am 16. Februar 1787: „Denke ich an Neapel, ja gar nach Sizilien, so fällt es einem sowohl in der Erzählung als in Bildern auf, dass in diesen Paradiesen der Welt sich zugleich die vulkanische Hölle so gewaltsam auftut und seit Jahrtausenden die Wohnenden und Genießenden aufschreckt und irre macht.“ (vgl. Von Einem et al. S. 171).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Begriffe Evolution und Revolution und führt in die zentrale Fragestellung ein, wie Goethes naturwissenschaftliches Verständnis sein politisches Urteil über die Französische Revolution beeinflusst hat.

2 Goethe als Naturwissenschaftler: Dieses Kapitel beleuchtet Goethes Tätigkeit als Bergrat und Naturforscher, dessen Weltbild durch ein proevolutionäres Denken und die Liebe zur kontinuierlichen, langsamen Veränderung geprägt war.

3 Von Neptunisten und Vulkanisten: Der fachwissenschaftliche Streit um die Entstehung der Erde wird als Metapher für Goethes tiefere Skepsis gegenüber revolutionären Prozessen dargestellt.

4 Die Französische Revolution: Es wird ein Überblick über die drei Phasen des historischen Umbruchs in Frankreich gegeben, von der Vorrevolution über die Radikalisierung bis zum Aufstieg Napoleons.

5 Goethes Standpunkt zur Französischen Revolution: Die Arbeit analysiert Goethes kritische Haltung, die weniger aus einer reinen Unterstützung des alten Regimes als vielmehr aus der Ablehnung der revolutionären Gewaltmethoden resultierte.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Goethes naturwissenschaftliches Weltbild und sein politisches Engagement eine Einheit bildeten, wobei beide Bereiche wechselseitig durch die Erfahrung der Französischen Revolution geprägt wurden.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang von Goethe, Französische Revolution, Neptunismus, Vulkanismus, Evolution, Revolution, Geologie, Basaltstreit, Naturverständnis, Politik, Sachsen-Weimar-Eisenach, Wissenschaftsgeschichte, Naturforscher, Gesellschaftsumbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen den geologischen Ansichten von Johann Wolfgang von Goethe und seiner politischen Einstellung gegenüber der Französischen Revolution.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Geologiegeschichte (Neptunismus vs. Vulkanismus), die Historie der Französischen Revolution sowie die politische Philosophie Goethes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin möchte herausfinden, wie Goethes naturwissenschaftliche Haltung – speziell sein Festhalten am Neptunismus – seine Ablehnung der revolutionären Ereignisse in Frankreich erklärt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Dokumente, Goethes Schriften und geologische Diskurse des 18. Jahrhunderts vergleichend ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Goethes naturwissenschaftlichem Selbstverständnis, den fachwissenschaftlichen Streit um die Entstehung der Erdkruste sowie eine historische Einordnung der französischen Umbrüche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Goethe, Revolution, Evolution, Neptunismus, Vulkanismus und Französische Revolution.

Warum war Goethe nach Ansicht der Autorin ein überzeugter Neptunist?

Goethe bevorzugte das Bild einer langsamen, gesetzmäßigen Erdentwicklung durch das Wasser, da dies seiner persönlichen Weltanschauung entsprach, welche plötzliche und gewaltsame Ausbrüche – wie sie der Vulkanismus darstellt – ablehnte.

Wie beeinflusste die Französische Revolution Goethes literarisches Schaffen?

Die Erfahrungen der Revolution führten dazu, dass Goethe in Werken wie "Wilhelm Meisters Wanderjahre" oder "Faust II" den Streit zwischen Naturtheorien aufgriff, um seine Skepsis gegenüber revolutionären Veränderungen auszudrücken.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Goethes Naturverständnis und der politische Umbruch in Frankreich
Subtítulo
Revolution vs. Evolution
Universidad
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Fakultät III Germanistik)
Calificación
1,7
Autor
Ronja Schmidt-Prestin (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
12
No. de catálogo
V337662
ISBN (Ebook)
9783668269620
ISBN (Libro)
9783668269637
Idioma
Alemán
Etiqueta
goethes naturverständnis umbruch frankreich revolution evolution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ronja Schmidt-Prestin (Autor), 2011, Goethes Naturverständnis und der politische Umbruch in Frankreich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337662
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