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Die Rolle der Studentenverbindungen bei der Nationswerdung Estlands im 19. Jahrhundert

Titre: Die Rolle der Studentenverbindungen bei der Nationswerdung Estlands im 19. Jahrhundert

Dossier / Travail , 2015 , 14 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Laurenz Müller (Auteur)

Histoire de l'Europe - Temps modernes, Absolutisme, Industrialisation
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Betrachtet man die Nationalflagge der 1918 proklamierten Republik Estland, fällt auf, dass die Farben blau-schwarz-weiß auch die Farben der 1884 geweihten Fahne des Vereins studierender Esten (EÜS) sind.
Vor diesem Hintergrund ist es interessant, die Entstehung der estnischen Nation im Zusammenhang mit der Entstehung und Entwicklung der studentischen Verbindungen bis hin zum Verein studierender Esten, zu betrachten.

Um diese Zusammenhänge zu klären, liegt ein Schwerpunkt auf den beiden Themen Studentenverbindungen und Nationswerdung. So sollen zunächst Einblicke in die Entstehung und Geschichte des Verbindungswesens im Allgemeinen und die der deutschbaltischen und estnischen Verbindungen im Speziellen gegeben werden. In einem zweiten Schritt wird dann nach einer Einführung zur Geschichte Estlands die Terminologie des „Nationswerdens“ genauer betrachtet. Im letzten Schritt gilt es dann die Studentenverbindungen in diesen Kontext einzuordnen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Überblick zum Ursprung und den Charakteristika der Studentenverbindungen

2.1 Deutschbaltische Studentenverbindungen

2.2 Der Verein studierender Esten

3. Nationales Erwachen und die Rolle der Verbindungen

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen der Entstehung estnischer studentischer Organisationen und dem nationalen Erwachen Estlands im 19. Jahrhundert, wobei insbesondere die Rolle des "Vereins studierender Esten" (EÜS) sowie die Vorbildfunktion deutschbaltischer Korporationen analysiert werden.

  • Historische Entwicklung studentischer Zusammenschlüsse von den mittelalterlichen Nationes bis zum 19. Jahrhundert
  • Die Rolle der deutschbaltischen Oberschicht an der Universität Dorpat
  • Entstehung und Radikalisierung des Vereins studierender Esten (EÜS)
  • Analyse des nationalen Erwachens anhand des Periodenmodells von Miroslav Hroch
  • Wechselwirkung zwischen studentischer Sozialisation und der Bildung einer estnischen Elite

Auszug aus dem Buch

2.1 Deutschbaltische Studentenverbindungen

Die Oberschicht des Baltikums, also der Adel, Großgrundbesitzer und Intellektuelle, bestand seit der Auflösung des Deutschordenstaates aus den so genannten Deutschbalten. Ihnen waren von den Zaren weitreichende Rechte und Privilegien gewährt worden. Sie bekleideten wichtige Ämter im ganzen russischen Reich und so fühlten sie sich auch dem Zar verpflichtet. Dadurch dass die Deutschbalten den Großteil der Bildungsbürger darstellten, entstammte auch der Großteil der Studierenden an den baltischen Universitäten, zuerst Dorpat und ab 1862 das Polytechnikum Riga, der deutschbaltischen Oberschicht.

Die 1802 wiedereröffnete Universität Dorpat wirkte bis in die 1890er Jahre als deutschsprachige staatliche Universität des Russischen Reiches. Während des 18. Jahrhunderts studierten die jungen Männer aus den Provinzen Est- und Livlands hauptsächlich an deutschen Universitäten. Im Zuge der Angst vor der französischen Revolution verbot Zar Paul I. 1798 aber das Studium im Ausland. Für die Studenten aus Est-, Liv- und Kurlands wurde die Wiedereröffnung der Universität Dorpat vorgesehen. Die Unterrichtssprache war Deutsch, die meisten Professoren kamen aus Deutschland.

Seit dem Ende der 1880er Jahre wurde die Universität stufenweise russifiziert, Dorpat wurde in Jurew umbenannt und ab 1895 war die Unterrichtssprache Russisch. Dies bedeutete auch das Ende für die meisten Deutschsprachigen Gelehrten und Studenten. Sie wurden durch Russen ersetzt. Die Ursprünge der studentischen Zusammenschlüsse in Dorpat gehen wohl auf deutsche Vorbilder zurück. Deutsch-Baltische Studenten, die zuvor in Deutschland studiert hatten und dort Mitglied einer Verbindung waren, brachten diese Bräuche und Ideen dann um 1802 mit nach Dorpat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der estnischen Nationswerdung im 19. Jahrhundert ein und setzt diese in Bezug zur Geschichte der studentischen Verbindungen.

2. Ein Überblick zum Ursprung und den Charakteristika der Studentenverbindungen: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung studentischer Organisationen von den mittelalterlichen Wurzeln bis zu den modernen Burschenschaften und Corps nach.

2.1 Deutschbaltische Studentenverbindungen: Hier wird die Rolle der deutschbaltischen Oberschicht an der Universität Dorpat und deren Einfluss auf die akademische Struktur im Baltikum beleuchtet.

2.2 Der Verein studierender Esten: Das Kapitel beschreibt die Entstehung des EÜS, dessen Abgrenzung zu bestehenden Korporationen und die zunehmende Hinwendung zum estnischen Nationalbewusstsein.

3. Nationales Erwachen und die Rolle der Verbindungen: Es wird untersucht, wie das nationale Erwachen der Esten strukturiert war und welche Rolle die studentischen Organisationen dabei einnahmen.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die studentischen Verbindungen maßgeblich zur Bildung einer estnischen Elite und deren späterer Rolle in der Zivilgesellschaft beigetragen haben.

Schlüsselwörter

Estland, Nationswerdung, Studentenverbindungen, Universität Dorpat, Deutschbalten, Verein studierender Esten, EÜS, Korporationen, Burschenschaften, Nationales Erwachen, Miroslav Hroch, Baltikum, Identitätsbildung, Elite, studentisches Leben

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Entstehung studentischer Organisationen und dem nationalen Erwachen der Esten im 19. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der deutschbaltischen Korporationen, der Verein studierender Esten und die soziopolitische Entwicklung der estnischen Nationalbewegung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit hinterfragt, inwiefern Studentenverbindungen das nationale Erwachen Estlands beeinflusst und die Bildung einer nationalen Führungsschicht gefördert haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, insbesondere das Periodenmodell von Miroslav Hroch, um die Phasen der Nationswerdung historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Verbindungen, die Rolle der Universität Dorpat und die Entwicklung des Vereins studierender Esten vor dem Hintergrund politischer und sozialer Umbrüche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Nationswerdung, Studentenverbindungen, Estland und Deutschbalten geprägt.

Welche Rolle spielte die Universität Dorpat bei der Nationswerdung?

Sie fungierte als Bildungszentrum, in dem sowohl deutschbaltische Traditionen gepflegt als auch die heranwachsende estnische Elite politisch und kulturell ausgebildet wurde.

Warum wird der Verein studierender Esten (EÜS) gesondert betrachtet?

Obwohl er per Definition nicht zu den klassischen Korporationen zählt, war er als Sammelbecken für estnische Studenten ein zentraler Akteur im Prozess der nationalen Emanzipation.

Inwiefern beeinflussten die Deutschbalten ungewollt das estnische Erwachen?

Durch ihre Bildungsarbeit und die Etablierung akademischer Strukturen schufen sie unfreiwillig die intellektuelle Basis, auf der sich die estnische Nationalbewegung entfalten konnte.

Welches Fazit zieht der Autor zur Wirkung der Verbindungen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Verbindungen primär durch die Aufklärungs- und Bildungsleistung zur Entstehung einer estnischen Elite beitrugen, die das Land nach dem Ersten Weltkrieg maßgeblich prägte.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle der Studentenverbindungen bei der Nationswerdung Estlands im 19. Jahrhundert
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Note
2,0
Auteur
Laurenz Müller (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
14
N° de catalogue
V337727
ISBN (ebook)
9783668270398
ISBN (Livre)
9783668270404
Langue
allemand
mots-clé
rolle studentenverbindungen nationswerdung estlands jahrhundert
Sécurité des produits
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Citation du texte
Laurenz Müller (Auteur), 2015, Die Rolle der Studentenverbindungen bei der Nationswerdung Estlands im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337727
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