Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines eigenen Podcasts


Hausarbeit, 2015

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Podcasts in der Bildungswissenschaft
2.1 Formen und Charakteristika von Podcasts
2.2 Motive und Funktionen von Podcasts

3. Konzeption eines Podcasts
3.1 Bedarfsanalyse
3.2 Funktionen und Nutzungsmotive des Podcasts im bildungswissenschaftlichen Kontext
3.3 Aufbau und Design
3.4 Development und Implementation
3.5 Evaluation
3.6 Reflexion

4. Zusammenfassung und Ausblick

Bibliographie

Anhang: Evaluation des Podcasts zum Thema Medienerziehung in der Primarstufe
Erhobene Studiendaten und Berechnung von Cronbach’s Alpha

1. Einleitung

Im Zuge der fortschreitenden technischen Entwicklung digitaler Medien etablieren sich eine Vielzahl an Nutzungsmöglichkeiten für die private als auch für die kommerzielleVerwendung (Steiner, 2011, S. 259; Baum, 2005, S.7).Ein internetfähiges Medium ist in der Alltagskommunikation und auch im Berufsalltag oftmals unerlässlich (Schümchen&Sellheim, 2009, S. 165). Weltweit ist ein Anstieg der DSL-Anschlüsse zu verzeichnen, der in Deutschland mittlerweile circa 35 Millionen umfasst (Hessler, 2015, S. 13). Aktuell profitiert das Internet vom Trend des E-Learning, dasnach Ehlers (2012, S. 16) unterschiedliche Lernformen mit der Unterstützung elektronischer Medien umfasst. Alle dieser Lernformen weisen eine gemeinsame Charakteristik auf; die Lehrkräfte und die Lernenden befinden sich während der Lernphasen physisch an unterschiedlichen Orten (ebd.). Das E-Learning mithilfe elektronischer Medien erhält peuápeuin der schulischen und universitären Aus- und Weiterbildung Einzug (Cruz 2007, S. 313).Diese Form des Lernens bietet zahlreiche Vorteile; unter anderem aufgrund der permanenten Verfügbarkeit der elektronischen Ressourcen und trägt zu einer digitalen Mobilität bei.Für das E-Learning stehen im Internet nicht nur virtuelle Klassenräume, Chats oder Wikis bereits, sondern ebenfalls Podcasts (Schümchen&Sellheim, 2009, S. 165). Bei diesen handelt es sich oftmals um Audiodateien im mp3-Format (Alten, 2011, S. 285); darüber hinaus haben sich Vodcasts mit dem Zusatz von Videosequenzen ausgebreitet (Lori, 2011, S. 223).Um Podcasts als vielversprechendes Lernwerkzeug einsetzen zu können, ist es vorteilhaft, Kenntnisse über die Konzeption und über die Möglichkeiten in der Aus- und Weiterbildung zu erlangen.

Daher stellt die vorliegende Arbeit verschiedene Phasen der Entwicklung eines Podcasts anhand der Audiodatei zum Thema Medienerziehung in der Primarstufe vor , die für die Aus- und Weiterbildung von in der Primarstufe (angehenden) beschäftigten Lehrenden konzipiert wird. Nach einer Erläuterung von Formen und Charakteristika sowie Motiven und Funktionen von Podcasts werden verschiedene Aspekte der Konzeption dargestellt. Neben einer Bedarfsanalyse sowie Angaben zu möglichen Nutzungsmotiven erfolgen Informationen zum Aufbau und Design. Des Weiteren werden eine Evaluation und Reflexion des erstellten Podcasts aufgezeigt. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und einem Ausblick ab.

2. Podcasts in der Bildungswissenschaft

2.1 Formen und Charakteristika von Podcasts

Als Vorläufer der heutzutage existierenden Bandbreite von Podcasts gelten Audiodateien im mp3-Format, die über das Internet in der Regel kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen. Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung etablierte sich der Terminus Podcast als Zusammensetzung aus den Wörtern iPod (ein Medium zur Widergabe von Audiodateien) sowie broadcast (dt. senden) (Carvalho et. al., 2009; Giese, 2009). Ein Podcast dient zur Widergabe medialer Inhalte undkann in unterschiedlichen Formen konzipiert werden(Schneider, 2012, S. 169f.; Gust von Loh, 2008, S. 229).Zum einen gibt es rein auditive Podcastsund zum anderen sogenannte Vodcasts und Enhanced Podcasts. Letztere enthalten neben einer Tonspur visuelle Ergänzungen in Form von Folien, die Bilder, URLs oder auch Elemente zur Navigation umfassen können. Vodcastsenthalten neben dem auditiven Part ebenfalls Videomaterial (Lori, 2011, S. 223). Einige Podcasts dienen primär der Unterhaltung, während andere bildungsrelevante Inhalte transportieren. Diese bezeichnet man auch als Educasts (Zorn et. al., 2011). Letztere können als Lernhilfe zur universitären Prüfungsvorbereitung oder auch als Informationsquelle zur Verbreitung von Lerninhalten dienen.Ein Podcast bietet viele Vorteile; normalerweise ist er im Internet kostenfrei sowie permanent verfügbar, was eine orts- und zeitunabhängige Nutzung impliziertund kann letztendlich als vielversprechendes Lernwerkzeug angesehen werden (Cruz, 2007, S. 313).

2.2 Motive und Funktionen von Podcasts

Die im Web 2.0 verfügbaren elektronischen Medien sollen primär Informationen verbreiten (Bastiaens, 2014, S. 46). Das kann zum Beispiel unterhaltsamen oder auch bildungswissenschaftlichen Zwecken dienen. Podcasts gelten in diesem Kontext als relevantes Werkzeug zur Kommunikation und zur Verbreitung von Lerninhalten (Cruz & Carvalho, 2007). In der Aus- und Weiterbildung können sie als Lernhilfe oder als Unterstützung zur Prüfungsvorbereitung fungieren. Ersteres umfasst beispielsweise die Bereitstellung von Vorlesungen und Seminaren, die für Studierende insbesondere an Fernuniversitäten verfügbar sind. Da die Podcasts orts- und zeitunabhängig aufgerufen werden können, ist so ein flexibles Lernen möglich. Ebenfalls können die Konsumenten zu Produzenten werden und Podcasts nicht nur für eigene Lerninteressen verwenden, sondern mithilfe dieses Mediums selbst ihr Wissen unter der Auswahl verschiedener Gestaltungsoptionen verbreiten. Dementsprechend bieten Podcasts eine kommunikative gesellschaftlicheTeilhabe,eine individuelle Handlungsfähigkeit und fungieren als Medium zur Wissensvermittlung und -speicherung (Alby, 2008, S. 81).

Einer Podacastnutzung können verschiedene Motive zu Grunde liegen. Haben Lernende Vorlesungen verpasst, oder möchten sich auf Prüfungen vorbereiten, stehen Podcasts unabhängig von Zeit und Ort zur Verfügung (McLoughlin& Lee, 2007). Die individuellen Bedürfnisse der Rezipienten können so erfüllt werden. Als offene und permanent verfügbare Bildungsquelle unterstützen sie selbstgesteuertes Lernen und ermöglichen zudem eine Vereinbarkeit von Studium und Beruf. So wird der Trend der Chancengleichheit auf Bildung unterstützt (Zorn et. al., 2013; Langbein, 2010). Traditionelle Lehrkonzepte werden revolutioniert und der Trend einer flexiblen Lernumgebung gefördert (Arnold et. al., 2011, S. 184).

3. Konzeption eines Podcasts

Die einfache Übertragung von Wissen von einer Person auf eine andere ist nicht ohne weiteres möglich (Mandl et. al., 2002, S. 140). Hierfür bedarf es einer adäquaten Konzeption des Lehrmittels (Niegemann et. al., 2004, S. 91). Um für Podcasts eine Qualitätssicherung zu erzielen, bietet es sich an, eine didaktische Basis zu verwenden. In der vorliegenden Arbeit wurde das entwickelte Konzept vom Network Educational Technology (NET) zur Konzeption eingesetzt (Reinhardt et. al., 2008, S. 71f.). Das Modell gliedert sich in sieben verschiedene Schritte, die die Zielgruppe, das Ziel, Angaben zum Autor und Inhalt, das Format, die Gestaltung und am Ende das gesamte Konzept umfassen. Die folgende Abbildung (1) stellt das didaktische Modell zur Konzeption eines Podcasts dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: didaktisches Modell zur Konzeption eines Podcasts (Reinhardt et. al., 2008)

Angaben zu den ersten vier Aspekten (Zielgruppe, Ziel, Autor und Inhalt) werden im folgenden Abschnitt Bedarfsanalyse thematisiert. Jedoch erfolgen hier zunächst eine Vorstellung des Themas und anschließend eine Überleitung zur Zielgruppe und den didaktischen Zielen unter Berücksichtigung der Funktionen und Motive des Podcasts, weil so die Konzeption hergeleitet wurde. Informationen zum Format und zur Gestaltung werden im Abschnitt Aufbau und Design dargelegt.

3.1 Bedarfsanalyse

Der in der vorliegenden Arbeit beschriebene Podcast thematisiert den Bereich Medienerziehung in der Primarstufe.

Viele Kinder und Jugendliche wachsen in einem technologisch hoch entwickelten Umfeld auf, in der sie„insbesondere elektronische Medien wie selbstverständlich intensiv nutzen“ (Wilhelm-Busch-Schule, o.J.). Diese heranwachsende Generation wird von einigen Autoren wie Tapscott (2009) als netgeneration bezeichnet. Es stellt sich die Herausforderung, die Heranwachsenden nicht mit dem Angebot der Medien alleine zu lassen, sondern sie zu einem adäquaten Umgang mit Medien zu schulen. Das kann bereits im Elternhaus erfolgen; jedoch sehen viele Eltern keine Notwendigkeit darin, ihre Kinder zu einer angemessenen Nutzung zu befähigen. Somit ist eine handlungsorientierte Medienerziehung in der Schule unerlässlich. Je nach Klassenstufe sollen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt werden, die im schulischen und später im beruflichen Kontext relevant sind. Ebenfalls sollte eine kritische Auseinandersetzung mit den Medien erfolgen und die Lernenden für Gefahren und Risiken sensibilisiert werden

(Wilhelm-Busch-Schule, o.J.).

Das Thema Medienerziehung hat somit eine hohe bildungswissenschaftliche Relevanz. Aufgabe der (angehenden) Lehrenden ist es, sich kontinuierlich mit Medienerziehung zu befassen und ein Bewusstsein für eine angemessene Umsetzung im Klassenraum zu entwickeln. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung beschäftigen sich viele Lehrpersonen nicht ausreichend mit diesem Thema oder ihnen fehlt schlichtweg die Motivation, von der einfachen „Ich ziehe mal die Arbeitsblätter aus meiner Schublade-Methode“ weg und hin zu einem modernen Unterricht zu denken. Darüber hinaus fehlte in meinem Lehramtsstudium das Thema Medienerziehung, was jedoch für angehende Lehrende unerlässlich erscheint. Tatsächlich ist es Kübler (2013) zu Folge oftmals so, dass eine angemessene Medienerziehung vom Engagement und der Ausbildung der Lehrenden abhängig ist.

Folglich richtet sich der Educast an die Aus- und Weiterbildung (angehender) Lehrender und versucht, diese für das Thema Medienerziehung zu sensibilisieren. Der Educastsoll einen Einblick in das Thema geben und folgendenLernzielengerecht werden:

1) Wie wird Medienerziehung definiert und welche Bereiche umfasst diese?
2) Wie kann Medienerziehung in den Unterricht eingebunden werden?

Somit ist das Motiv des Podcasts, Wissen zu vermitteln. Die didaktische Zielsetzung ist, die Rezipienten mit dem Educast für eine adäquate Umsetzung von Medienerziehung im Unterricht zu sensibilisieren. Sie sollenthematisches Interesse und den Anspruch entwickeln, eigene Unterrichtskonzepte zu konzipieren. Ein Educast, der die zentralen Merkmale von Medienerziehung zusammenfasst, ist durchaus ansprechender und nicht so zeitintensiv wie das Herauslesen aus Büchern. Infolgedessen wird gehofft, möglichst viele Personen der Zielgruppe zu erreichen.In der Tat können Sprechtexte nicht nur Informationen transportieren, sondern auch Motivation und eine direkte Ansprache erzeugen (Niegemann et. al., 2008, S. 196f.).

3.2 Funktionen und Nutzungsmotive des Podcasts im bildungswissenschaftlichen Kontext

Im Fachgebiet der Bildungswissenschaften werden verschiedene Erziehungs-, Sozialisations- und Bildungsprozesse betrachtet. Um Phänomene der Bildung und Erziehung zu analysieren und zu erklären, wird auf Theorien und Erkenntnisse wissenschaftlicher Disziplinen zurückgegriffen. Letzere beschreiben Podcasts als ein Medium zur Lernunterstützung in Bildungskontexten (Blok &Godsk, 2009; McLoughin& Lee, 2007). Relevant ist hierbei der Ausbau der Medienkompetenz der Lehrenden, die mithilfe dieses Podcasts für die Umsetzung mediendidaktischer Erkenntnisse im Unterricht motiviert werden sollen. Der Podcast ist als Informationsquelle zu betrachten, die den (angehenden) Lehrenden sowohl didaktische als auch praktische Hinweise für die Umsetzung von Medienerziehung in der Schulpraxis vermittelt. Die Rezipienten sollen das Erlernte selbst anwenden, eigene Ideen entwickeln und das Thema reflektieren. Es soll ein Prozess des eigenverantwortlichen und lebenslangen Lernens initiiert werden; der Umgang mit dem Thema Medienerziehung in der Primarstufe ist infolge der Auseinandersetzung mit dem Podcast nicht abgeschlossen. Letzterer fungiert lediglich als Medium für einen thematischen Einblick und soll die Nutzerinnen und Nutzer zu einer weiteren Auseinandersetzung anregen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass das Thema Medienerziehung stets an die fortschreitende technische Entwicklung angepasst werden muss, den Umgang mit neuen digitalen Medien inkludiert und auf entstehende Gefahren und Risiken hinweist (Bastiaens, 2014, S. 31ff.; Schneider, 2014). Die Weiterbildung im Bereich Medienerziehung ist für die Lehrenden meines Wissens nicht mit finanziellen Vorteilen verbunden. Jedoch sollte die Fortbildung zu einer Sicherung der Unterrichtsqualität beitragen und der eigene Anspruch, seinen Beruf adäquat auszuüben und sich zu engagieren, unterstützt werden. Durch die Konzeption des Podcasts im mp3-Format ist seine Nutzung nicht mit finanziellen Risiken oder einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. So sollen Lehrende motiviert werden, sich orts- und zeitunabhängig in lediglich neun Minuten einen entscheidenden Schritt weiter zu bilden. Dieser Podcast ist daher mit dem individuellen Lebenskontext eines jeden Lehrenden kompatibel und kann einen entscheidenden Beitrag zur guten fachlichen Qualifikation leisten.

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Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten
Untertitel
Beschreibung, Umsetzung und Reflexion eines eigenen Podcasts
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Medienerziehung in der Primarstufe
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V337792
ISBN (eBook)
9783668271487
ISBN (Buch)
9783668271494
Dateigröße
855 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediendidaktik, Podcast, Vodcast, Medienerziehung, E-Learning
Arbeit zitieren
M.Ed. Nora Schrader (Autor), 2015, Mit Pod- und Vodcasts neue Wege in der Bildungswissenschaft beschreiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337792

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