Krankenhausleistungen können nicht vorgearbeitet oder gelagert werden. Das ergibt sich aus dem so genannten „uno-actu-prinzip“. Dieses Prinzip beschreibt ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal einer Dienstleistung von einer Sachleistung. Produktion und Konsum fallen hierbei zeitgleich zusammen. Deshalb bedarf es im Krankenhaus ein besonderes Management des Personalausfalls. Denn die Ausfallquoten steigen an, das Einspringen aus dem Frei wird in der Folge überbeansprucht und führt zu Unzufriedenheit und Demotivation unter den Mitarbeitern. Immer weniger Mitarbeiter sind bereit einzuspringen, woraus schlechte Besetzungen resultieren, und die Patientensicherheit nachhaltig gefährdet ist.
Dieses theoretische Projekt widmet sich der Aufgabe, ein verlässliches System zur Kompensation von kurzfristigen Personalausfällen zu entwickeln. Dabei wird auf die rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen, nachdem ein kurzer Überblick über die betroffene Station gegeben wurde.
Zudem werden Möglichkeiten aufgezeigt, einen kurzfristigen Personalausfall zu kompensieren und mögliche Steuerungsinstrumente zur Vorbeugung gegen Ausfall.
Im weiteren Verlauf wird die Arbeit dann auf die einzelnen Schritte im Projektmanagement eingehen. Von der Analyse des IST-Zustandes bis hin zum Projektabschluss.
Am Ende soll ein möglicher Ansatz zur Entwicklung eines Ausfallmanagements entstehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ausgangslage
2. Grundlagen des Projektes
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.2 Begriffsdefinitionen im Ausfallmanagement
2.3 Darstellung des Untersuchungsfeldes
3. Rahmenbedingungen des Ausfallmanagements
3.1 Steuerungsinstrumente zum Vorbeugen von Ausfall
3.2 Maßnahmen im Ausfallmanagement
4. Evaluation des Ausfallmanagements
4.1 Ziele der Evaluation
4.2 Projektschritte
4.2.1 Projektauftrag
4.2.2 Gründung des Projektteams
4.2.3 Evaluation anhand von Statistiken
4.2.4 Evaluation anhand von Mitarbeiterbefragungen
5. Entwicklung und Implementierung des Ausfallmanagements
5.1 Zeitplan
5. 2 Projektcontrolling
5.3 Einführung des Ausfallmanagements
5.4 Risiken
6. Projektabschluss
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Implementierung eines strukturierten Ausfallmanagements in einem Krankenhausumfeld, um kurzfristige Personalausfälle effizient zu kompensieren. Ziel ist es, die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen, die Patientensicherheit zu gewährleisten und den Stationsablauf stabil zu halten.
- Analyse der rechtlichen und betrieblichen Rahmenbedingungen bei Personalausfällen.
- Etablierung von Präventionsmaßnahmen und Steuerungsinstrumenten.
- Evaluation des Ist-Zustandes mittels Statistiken und Mitarbeiterbefragungen.
- Konzeption eines strukturierten Projektmanagements zur Einführung eines Ausfallmanagements.
- Risikomanagement und Strategien zur Implementierung im Krankenhausalltag.
Auszug aus dem Buch
3.1 Steuerungsinstrumente zum Vorbeugen von Ausfall
Wenn man sich mit dem Thema Personalausfall und dessen Vorbeugung auseinandersetzt, ist es im Vorfeld nicht unwichtig nach den Gründen für Ausfallzeiten zu suchen. Diese können sehr vielseitig sein.
Fehlzeiten stellen für alle Mitarbeiter ein schwieriges und kompliziertes Thema dar, nicht zuletzt deswegen, weil sie häufig mit Beschuldigungen und Argwohn einhergehen.
Ausfallzeiten gliedern sich, wie unter 1.2 bereits erwähnt, in vorhersehbare und nicht vorhersehbare Fehlzeiten.
Bei vorhersehbare Abwesenheitszeiten kann vom Mitarbeiter von Anfang an keine Präsens erwartet werden, da sie betrieblich, gesetzlich oder tarifvertraglich geregelt sind.
Darunter fallen unter anderem: Urlaub, Fort- und Weiterbildungen, Feiertage, Berufsschule, Betriebsratstätigkeit, Mutterschutz.
Daneben gibt es unvorhersehbare Fehlzeiten. Diese sind entweder krankheitsbedingt oder fallen unter dem Stichwort „Absentismus“. Darunter versteht man die Abwesenheit eines Mitarbeiters, die sich weder durch vertragliche, noch medizinische oder auch gesetzliche Gründe erklären lassen. Es ist das bewusste „blau machen“ des Mitarbeiters um damit der Arbeit fern zu bleiben.
Ursachen für Absentismus können dabei sein: Private Lebenssituation (Nebentätigkeiten, familiäre Verhältnisse) und Arbeitssituation (Konflikte mit Kollegen, Überforderung).
Abwesenheiten, welche jedoch durch Krankmeldungen bescheinigt werden, machen den Hauptanteil der Fehlzeiten aus.
Mit dem Wissen um mögliche Gründe für Abwesenheiten vom Arbeitsplatz lassen sich einige Steuerungsinstrumente zur Vorbeugung ableiten:
Persönliche Krankmeldung: Immer wieder kommt es vor, dass sich Mitarbeiter bei ausgewählten Kollegen sowohl krank, als auch wieder gesund melden. Das ist natürlich um einiges bequemer als bei der zuständigen Stationsleitung anzurufen. Will man aber notorischen „Blaumachern“ ein Hindernis in den Weg stellen, sollte die Krankmeldung ausschließlich über den Chef laufen. So wird ihnen das Krank machen erschwert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ausgangslage: Es wird die Problematik des Personalausfalls im Krankenhauskontext und die daraus resultierende Gefährdung der Patientensicherheit beschrieben.
2. Grundlagen des Projektes: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und definiert die für das Projekt notwendigen Begriffe.
3. Rahmenbedingungen des Ausfallmanagements: Es werden Instrumente zur Vorbeugung von Ausfällen sowie konkrete Maßnahmen zur Bewältigung diskutiert.
4. Evaluation des Ausfallmanagements: Der Fokus liegt auf der Bewertung der Ist-Situation durch Statistiken und Befragungen sowie der Projektzielsetzung.
5. Entwicklung und Implementierung des Ausfallmanagements: Die methodische Vorgehensweise bei Planung, Controlling und Einführung des neuen Systems wird dargestellt.
6. Projektabschluss: Das Konzept wird als neuer Standard für den Umgang mit Personalausfällen festgeschrieben und das Projekt beendet.
Schlüsselwörter
Ausfallmanagement, Personalausfall, Krankenhaus, Projektmanagement, Personalbesetzung, Patientensicherheit, Arbeitsrecht, Fehlzeiten, Absentismus, Projektcontrolling, Risikoanalyse, Mitarbeiterzufriedenheit, Dienstplanung, Evaluation, Betriebsrat.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines strukturierten Managementsystems für kurzfristige Personalausfälle in Krankenhäusern, um die Personalplanung zu stabilisieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst rechtliche Rahmenbedingungen im Arbeitsrecht, betriebliche Fehlzeitenanalysen, Maßnahmen der Dienstplanung sowie Methoden des modernen Projektmanagements.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Patientensicherheit durch ein systematisches Ausfallmanagement.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird nach dem Vorbild des Projektmanagements gearbeitet, inklusive Ist-Zustandsanalyse mittels statistischer Erhebung und Vollbefragungen der Mitarbeiter.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erhebung der Ausgangslage, die Definition notwendiger Begriffe, die Evaluation bestehender Zustände und die konkrete Ausarbeitung eines Implementierungsplans für das neue Ausfallmanagement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Ausfallmanagement, Personalausfall, Projektmanagement, Patientensicherheit, Arbeitsrecht, Absentismus und Personalbesetzung.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat im Rahmen des Ausfallmanagements?
Der Betriebsrat besitzt weitreichende Mitbestimmungsrechte bei Arbeitszeitregelungen, Dienstplangestaltung und bei Versetzungen von Mitarbeitern, was bei der Implementierung des Systems zwingend zu berücksichtigen ist.
Warum wird die Intermediate Care Station (IMC) als Fokus gewählt?
Die IMC-Station fungiert als Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalstation und weist einen hohen Patientendurchlauf sowie spezifische Anforderungen an die Fachweiterbildung der Pflegekräfte auf.
Welche Strategien schlägt die Arbeit für den Umgang mit Risiken vor?
Es werden vier grundlegende Risikostrategien genannt: Verminderung, Akzeptanz, Vermeidung (mit Begrenzung) und Verlagerung des Risikos.
- Citation du texte
- Anja Wanka (Auteur), 2016, Erstellung und Implementierung eines Ausfallmanagements im pflegerischen Bereich einer Intermediate Care Station, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337803