Computersysteme und Softwareanwendungen gehören immer spürbarer fest zum Alltag unserer Gesellschaft dazu und prägen unser Leben. Das Geschäft mit der Informations- und Kommunikationstechnologie boomt wie nie zuvor. Die ITK-Branche allein in Deutschland verzeichnete im Jahr 2014 eine Gesamtgröße von 122,137 Mrd. Euro und wuchs somit um 5 Mrd. Euro zum Vorjahr. Hiervon sind allein für Softwaresysteme, Umsätze von etwa 20 Mrd. Euro erzielt worden. Software Systeme erleichtern uns durch ihre vielfältigen Funktionalitäten das Leben durch alle Lebensbereiche hindurch. Um den stetigen neuen Anforderungen gewachsen zu sein ist der Software Entwicklungsbereich durch einen schnell voranschreitenden Fortschritt und von ständig neu eintretenden Innovationen gekennzeichnet.
Demzufolge werden auch die Softwareanwendungen immer komplexer. So verdoppeln sich die Codeumfänge einiger Softwaresysteme jede 2 bis 4 Jahre. Umso wichtiger und Grundlegender wird es hier ein effizientes Requirement Engineering & Management durchzuführen. Requirement Engineering & Management belegt zwar im Durchschnitt nur 2-5% des Projektaufwandes, dennoch trägt es eine fundierte Grundlage zum Projekterfolg dar.
Den unter den drei Hauptgründen die zu einem abgebrochenen oder dem nicht erreichen von gesetzten Zeit-, Qualitäts-, Leistungs- oder den Budget- Zielen eines Projektes, gehören unteranderem Unklare Verantwortlichkeiten, Unzureichende Prozesskenntnisse und ein unzureichendes und fehlerhaftes Anforderungsmanagement, was letzteres für Requirement Engineering steht. Des Weiteren wurde Bewiesen, dass 55% Prozent der Fehler welche in ein Produkt einfließen, auf die Disziplin des Requirement Engineerings zurückzuführen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Vorgehensweise
2 Requirement Engineering und Requirement Management
2.1 Requirement
2.2 Requirement Engineering
2.3 Requirement Management
2.4 Ziele des Requirement Engineerings
2.5 Arten von Anforderungen
3 Ermittlung von Anforderungen
3.1 Untersuchungsphase für Anforderungen
3.2 Quellen für Anforderungen
3.3 Ermittlungstechniken
3.3.1 Kreativitätstechniken
3.3.2 Befragungstechniken
3.3.3 Beobachtungstechniken
3.3.4 Prototyping
3.3.5 Unterstützende Techniken
3.4 Gegenüberstellung der Ermittlungstechniken
4. Dokumentierungshilfen von Anforderungen
4.1 Schriftliche Anforderungen
4.2 FAPA
4.3 Priorisierungsverfahren
4.3.1 MosCOoW
4.3.2 Kano-Modell
4.4 Notationsmodelle
4.5 Zusammenfassung Anforderungsermittlung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die fundierte Erörterung der Disziplin des Requirement Engineerings mit einem spezifischen Fokus auf die Kernaktivität der Anforderungsermittlung. Dabei soll dem Leser ein Überblick über verschiedene Techniken und Ansätze gegeben werden, um Anforderungen vollständig, widerspruchsfrei und eindeutig zu erfassen.
- Grundlagen des Requirement Engineering & Management
- Klassifizierung und Arten von Anforderungen
- Methoden und Techniken zur Anforderungsermittlung (Kreativitäts-, Befragungs-, Beobachtungstechniken, Prototyping)
- Dokumentierungshilfen und Priorisierungsverfahren (FAPA, MoSCoW, Kano-Modell)
- Vergleich und Auswahl geeigneter Ermittlungstechniken für verschiedene Projektsituationen
Auszug aus dem Buch
3.3.1.1 Brainstorming und Perspektivwechsel
Bei dem normalem Brainstorming sammelt der Moderator die frei aus den Teilnehmer sprudelnden Gedanken, im Sinne von ,,was einem gerade zu einer spezifischen Thematik einfällt‘‘, ein.
Bei der Paradoxon Brainstorming Technik verhaltet sich der Prozess der Ideengenerierung wie bei der normalen Methode, nur ändert sich die Denkweise gegenüber dem zu erzielenden Inhalten. Die Paradoxon Methode soll die sogenannten nicht Anforderungen ermitteln und somit helfen evtl., später im Projekt, auftretende Risiken zu erkennen. Dabei fragen sich die Teilnehmer was das Projekt bzw. System nicht erfüllen soll. Bsp. Das zu entwickelnde System soll keine Webbasierte Lösung darstellen. Durch diese Art der Ermittlung kann demnach ein gewisser Projekt- und Anforderungsrahmen erzielt werden. Eine weitere Kategorie von Methoden der Kreativitätstechniken sind die sogenannten Verfahren der Perspektivwechsel. Hierbei vertreten die Teilnehmer unterschiedliche Perspektiven gegenüber Anforderungen und Anforderungsbereichen des zu entwickelnden Systems.
Die Perspektiven können beliebig variieren und nach Chriss Rupp etwa eine positive Einstellung gegenüber Sachverhalten, die Haltung der negative Einstellung, die Perspektive der Ideengenerierung, die persönlich subjektive Meinungsperspektive, die Neutrale Perspektive die Zahlen und Fakten zu dem Sachverhalt gibt sowie die Prozess Kontrollen Perspektive, einnehmen. Bsp. Eine Diskussion über die Anforderung der Verschlüsselung der Daten, wobei die Teilnehmer pro Verschlüsselungsart gemeinsam den Prozess der unterschiedlichen Perspektiven durchlaufen. Dadurch kann die Ideenfindung gegenüber den Anforderungen recht detailliert, umfangreich, zielorientiert und strukturiert ablaufen. Voraussetzung ist, dass die Teilnehmeranzahl überschaubar bleibt und die Atmosphäre in der das Vorhaben stattfindet harmonisch bleibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel stellt die fundamentale Bedeutung des Requirement Engineerings für den Projekterfolg dar und definiert die Problemstellung sowie das Ziel der Seminararbeit.
2 Requirement Engineering und Requirement Management: Hier werden die zentralen Begriffe, Ziele sowie die Klassifizierung von Anforderungen in funktionale, qualitative und Randbedingungen definiert.
3 Ermittlung von Anforderungen: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und befasst sich mit den verschiedenen Techniken der Anforderungsermittlung, deren Vor- und Nachteilen sowie deren systematischer Gegenüberstellung.
4. Dokumentierungshilfen von Anforderungen: Dieses Kapitel konzentriert sich auf Methoden und Werkzeuge zur strukturierten Dokumentation, Priorisierung (wie MoSCoW und Kano) und Notation von Anforderungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines projektspezifischen Technik-Mixes für ein effizientes Anforderungsmanagement.
Schlüsselwörter
Anforderungsanalyse, Ziele, Phasen, Stakeholder, Risiken, Ermittlungstechniken, Methoden, Brainstorming, Priorisierungsverfahren, MoSCoW, Kano-Modell, Anforderungsarten, Ermittlungsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt das Thema Requirement Engineering, wobei ein spezieller Fokus auf die effektive Ermittlung von Anforderungen in Softwareprojekten gelegt wird.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themenfelder umfassen die Definition und Ziele des Requirements Engineering, die Klassifizierung von Anforderungen, verschiedene Ermittlungstechniken sowie Methoden zur Dokumentation und Priorisierung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, dem Leser die Methoden der Anforderungsermittlung näherzubringen und aufzuzeigen, wie diese anhand spezifischer Kriterien für unterschiedliche Projektsituationen ausgewählt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der vergleichenden Gegenüberstellung verschiedener Ermittlungstechniken anhand definierter Kriterien und praktischer Anforderungen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Darstellung und Analyse von Ermittlungstechniken wie Kreativitätstechniken, Befragungen, Beobachtungen und Prototyping sowie deren Unterstützungstechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Anforderungsanalyse, Stakeholder, Ermittlungstechniken, Priorisierungsverfahren wie MoSCoW oder das Kano-Modell und die Anforderungsdokumentation.
Welche Bedeutung hat das FAPA-Prinzip innerhalb dieser Arbeit?
FAPA steht für das "Fünfeck der Anforderungspflicht Attribute" (ID, Name, Status, Beschreibung, Version) und dient als strukturierte Hilfe, um Anforderungen einheitlich zu kennzeichnen und zu verwalten.
Warum wird im Dokument zwischen funktionalen Anforderungen und Nicht-funktionalen Anforderungen unterschieden?
Die Unterscheidung ist essenziell, um Missverständnisse durch Begriffe wie "Nicht-funktionale Anforderungen" zu vermeiden, die von Stakeholdern fälschlicherweise als "nicht wichtig" interpretiert werden könnten.
- Citar trabajo
- John Smith (Autor), 2016, Anforderungsermittlung im Requirement Engineering, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337884