Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Teología - Teología histórica, historia eclesiástica

Der Arierparagraph und die Gutachten der Erlanger und Marburger Fakultät

Eine Untersuchung

Título: Der Arierparagraph und die Gutachten der Erlanger und Marburger Fakultät

Trabajo de Seminario , 2014 , 19 Páginas

Autor:in: Miryam Besant (Autor)

Teología - Teología histórica, historia eclesiástica
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland viele Theologen, Beamte und Gemeinden gestellt haben, ob die evangelische Kirche weiterhin Kirchenbeamten jüdischer Herkunft beschäftigen darf und soll, oder ob der dazu viel diskutierte Arierparagraph eine Lösung darstellt, um dieses ‚Problem‘ relativ einfach zu lösen.
Die beiden Fakultäten von Erlangen und Marburg gaben dazu jeweils ein Gutachten ab, welche wiederrum von vielen bekannten Theologen und Pfarrern untersucht wurde. Das Thema des Arierparagraphen warf eine Grundsatzdiskussion auf, ob die Rassenideologie des Staates und das Regime des Dritten Reiches in der Kirche Raum finden dürfe, kurz um, ob Staat und Kirche sich gegenseitig beeinflussen dürfen. Verschiedenen Meinungen prallten daraufhin aufeinander, worauf es mitunter zu hitzigen Briefwechseln kam.
In dieser Arbeit werden beide Gutachten analysiert und auf die jeweilige Position der Fakultät eingegangen. Zudem werden drei weitere Stimmen zu den Gutachten betrachtet. Georg Wobbermin, Hermann Strathmann und Hans Meiser beschäftigten sich u.a. ebenfalls mit der Frage des Arierparagraphen und bezogen dazu schriftlich Stellung.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Der Arierparagraph

1.1 Die Deutschen Christen

1.2 Diskussion um Sinn und Zweck des Arierparagraphen

1.3 Die preußische Generalsynode

1.4 Exkurs: Das „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben des deutschen Volkes“

2. Die Gutachten zum Arierparagraph der Erlanger und Marburger Fakultät

2.1 Gesetz über die Rechtsverhältnisse der Geistlichen und Kirchenbeamten

2.2 Das Gutachten der Marburger Fakultät

2.3 Das Gutachten der Erlanger Fakultät

2.4 Georg Wobbermin: Zwei theologische Gutachten in Sachen des Arier-Paragraphen – kritische beleuchtet.

3. Weitere Stimmen zum Arierparagraph

3.1 Hermann Strathmann: Kann die evangelische Kirche Personen nichtarischer Abstammung weiter in ihren Ämtern tragen?

3.2 Hans Meiser: Schreiben an den Dekan der Erlanger Theologischen Fakultät Hermann Strathmann. München, 04. Oktober 1933.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Debatte über den sogenannten Arierparagraphen innerhalb der evangelischen Kirche zur Zeit des Nationalsozialismus. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie verschiedene theologische Fakultäten und namhafte Theologen die Forderung bewerteten, Kirchenbeamte jüdischer Herkunft aufgrund ihrer Abstammung aus dem Dienst zu entfernen, und welche theologischen Begründungen hierfür herangezogen wurden.

  • Positionierung der Deutschen Christen zur nationalsozialistischen Kirchenpolitik
  • Analyse der Gutachten der Marburger und Erlanger Fakultät zum Arierparagraphen
  • Untersuchung der theologischen Argumentationsmuster zu Rasse und kirchlichem Dienst
  • Betrachtung kritischer Stimmen wie Georg Wobbermin, Hermann Strathmann und Hans Meiser
  • Exkurs über das "Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben des deutschen Volkes"

Auszug aus dem Buch

1.2 Diskussion um Sinn und Zweck des Arierparagraphen

Zeitgleich mit der Diskussion um den Arierparagraph trat im April 1933 das „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ in Kraft. Hierbei handelte es sich um ein Gesetz zur Entlassung von jüdischer, von Juden abstammender oder mit Jüdinnen verheirateter Beamten. Von vielen Theologen hagelte es Kritik, wenn auch meist eher leise. Karl Barths Schrift „Theologische Existenz heute“ hingegen war ein lautstarker Protest gegen die Ausschließung von sog. Nichtariern aus dem Kirchendienst. Die Schrift war ein voller Erfolg und wurde mehrere 1000 Male veröffentlicht, bevor sie von der Partei verboten wurde. Auch Dietrich Bonhoeffer wehrte sich gegen die Position der Deutschen Christen und den Arierparagraphen mit seinem Flugblatt „Der Arier-Paragraph in der Kirche“.

In den deutschen Pfarrschaften waren zu der Zeit knapp 19000 aktive Pfarrer im Gemeindedienst tätig, davon erfüllten nur etwa 29 nach nationalsozialistischer Definition das Kriterium der Rasse „Jude“. Von diesen 29 Pfarrern waren es tatsächlich aber nur 18 Männer, die von dem Arierparagraphen berührt wurden. Die anderen 11 Pfarrer vielen unter die Sonderbestimmungen und waren demnach nicht von der geforderten neuen Gesetzgebung betroffen. Dennoch zeugte das Verlangen nach der Entlassung von den 18 betroffenen Männern von hoher Symbolkraft. Es unterstrich die Bereitschaft zur politisch-ideologischen Anpassung an den neuen Staat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Arierparagraph: Dieses Kapitel erläutert die Forderung der Deutschen Christen, Christen jüdischer Herkunft aus kirchlichen Ämtern zu entlassen, und beschreibt deren rassenideologische Ausrichtung sowie die Etablierung des „Instituts zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben des deutschen Volkes“.

2. Die Gutachten zum Arierparagraph der Erlanger und Marburger Fakultät: Hier werden die gegensätzlichen Positionen der Fakultäten von Marburg und Erlangen sowie die kritische Auseinandersetzung von Georg Wobbermin mit dem Arierparagraphen detailliert analysiert.

3. Weitere Stimmen zum Arierparagraph: Dieser Abschnitt betrachtet die theologischen Stellungnahmen von Hermann Strathmann und Hans Meiser, die sich kritisch mit der Frage der Beschäftigung von nichtarischen Kirchenbeamten auseinandersetzten.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Arierparagraph, Evangelische Kirche, Deutsche Christen, Kirchengeschichte, Rassenideologie, Gutachten, Marburger Fakultät, Erlanger Fakultät, Judenchristen, Kirchenamt, Antisemitismus, NS-Staat, Theologie, Kirchenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der innerkirchlichen Debatte über den sogenannten Arierparagraphen während der NS-Zeit und untersucht, wie Theologen und Fakultäten auf die Forderung reagierten, Kirchenbeamte jüdischer Abstammung aus dem Kirchendienst zu entfernen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Deutschen Christen, die rechtlichen und theologischen Argumente zum Arierparagraphen, die Haltung der theologischen Fakultäten in Marburg und Erlangen sowie die Einbindung der Kirche in die Rassenpolitik des NS-Regimes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die verschiedenen Positionen evangelischer Theologen und Fakultäten zur Frage der Zulassung von sogenannten „Nichtariern“ zu kirchlichen Ämtern im historischen Kontext zu analysieren und deren Argumentationsweisen offenzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, bei der Gutachten, Schriften und Dokumente aus dem Jahr 1933 systematisch ausgewertet und in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Ideologie der Deutschen Christen, die detaillierte Analyse der Fakultätsgutachten aus Marburg und Erlangen, die Betrachtung der Ausführungen von Georg Wobbermin sowie eine Untersuchung der Positionen von Hermann Strathmann und Hans Meiser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Nationalsozialismus, Arierparagraph, Evangelische Kirche, Deutsche Christen, Rassenideologie sowie die Auseinandersetzung um Kirchenämter und christliche Glaubensgrundsätze.

Wie bewertet die Erlanger Fakultät den Arierparagraphen im Vergleich zur Marburger Fakultät?

Während die Marburger Fakultät den Arierparagraphen als schrift- und bekenntniswidrig ablehnte, forderte die Erlanger Fakultät eine Zurückhaltung von Judenchristen im Kirchendienst und argumentierte dabei stärker völkisch-national, wenngleich sie eine gewaltsame Entfernung aus Nächstenliebe ablehnte.

Welche paradoxe Haltung nimmt Hans Meiser in seinem Schreiben ein?

Meiser spricht sich zwar generell gegen eine Trennung von Juden und Nichtjuden im Kirchendienst aus, erkennt aber in einer „rassenbiologischen Dimension“ eine Begründung für die Trennung der Rassen, da er die Vermischung von Blut als Verschlechterung der von Gott gegebenen Eigenschaften sah.

Final del extracto de 19 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Arierparagraph und die Gutachten der Erlanger und Marburger Fakultät
Subtítulo
Eine Untersuchung
Universidad
LMU Munich  (Evangelisch Theologische Fakultät)
Autor
Miryam Besant (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
19
No. de catálogo
V337961
ISBN (Ebook)
9783668274068
ISBN (Libro)
9783668274075
Idioma
Alemán
Etiqueta
Barmer Theologische Erklärung Kirchengeschichte Arierparagraph
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Miryam Besant (Autor), 2014, Der Arierparagraph und die Gutachten der Erlanger und Marburger Fakultät, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337961
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  19  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint