Die Förderung der literarischen Kompetenz ist eine zentrale Komponente im Deutschunterricht, welche auch im Bildungsplan 2004 für die Realschule verankert ist. Dabei sollen die SchülerInnen Lese- und Medienkompetenz nicht nur über das Medium Buch, sondern auch mit Hilfe von audiovisuellen Medien erlangen. Außerdem sollen sie sich bewusst mit der Sprache und der Wirkungsweise der Medien beschäftigen und „literarische Vorlagen mit Verfilmungen vergleichen“.
SchülerInnen rezipieren heutzutage in ihrem Alltag Literatur oft in Medienverbünden, zum Beispiel durch Vorlesen, Hörbücher, Filme oder auch CD-ROMs. Durch das wiederholte Erleben der Geschichte in unterschiedlicher medialer Form können erweiterte ästhetische Erfahrungen ermöglicht werden.
In der vorliegenden Hausarbeit sollen zunächst theoretische Grundlagen für die Beschäftigung mit dem Thema Medienverbund gelegt werden. Hierbei wird eine begriffliche Annäherung an das literarische Lernen sowie an den Begriff des Medienverbunds vorgenommen. Anschließend wird die Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund sowie deren historische Entwicklung kurz dargestellt. Daran anknüpfend werden einige Phänomene des Medienverbunds erläutert. Das Potential eines Medienverbunds soll dann exemplarisch am Medienverbund „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ herausgearbeitet werden. Es werden methodisch-didaktische Überlegungen angestellt und zwei didaktische Bausteine für den Einsatz im Unterricht vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Literarisches Lernen
2.2 Begriffliche Annäherung: Was ist ein Medienverbund?
2.3 Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund
2.4 Historische Entwicklung des Medienverbunds in Deutschland
2.5 Phänomene des Medienverbunds
3. Medienverbund: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“
4. Didaktische Überlegungen
5. Didaktische Bausteine
6 Zusammenfassung und Fazit
Baustein 1
Baustein 2
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial von Medienverbünden für den Literaturunterricht der Sekundarstufe I anhand des Jugendromans „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Ziel ist es, durch innovative Unterrichtsbausteine einen lebendigen und reflektierten Umgang mit verschiedenen Medienformen zu fördern, um die literarische Kompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken.
- Grundlagen des literarischen Lernens im Kontext von Medienverbünden
- Historische und theoretische Perspektiven auf Medienverbundsysteme
- Analyse des Medienverbunds „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (Buch, Hörbuch, Film)
- Didaktische Konzepte zur emotionalen und analytischen Auseinandersetzung im Unterricht
- Methoden zur filmischen und literarischen Analyse in der Sekundarstufe I
Auszug aus dem Buch
Zum Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2012)
Das Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ handelt von zwei Jugendlichen, die beide an Krebs erkrankt sind und sich ineinander verlieben.
Bei der Erzählperspektive handelt es sich um homodiegetisches Erzählen, genauer gesagt sogar um autodiegetisches Erzählen, da der Erzähler die Hauptperson der Geschichte ist und aus der Ich-Perspektive erzählt (vgl. Möbius 2015, S.82). Der Roman beginnt mit Analepsen (Rückblicke) Hazels über ihre Krankheit: „Im Winter meines siebzehnten Lebensjahrs kam meine Mutter zu dem Schluss, dass ich Depressionen hatte“ (Green 2012a, S.9). Diese Perspektive (interne Fokalisierung) gibt dem Leser einen direkten Einblick in die Gedanken und Gefühle der Ich-Erzählerin. Identifikationspotenzial ist aufgrund der „von schwerer Krankheit und Behinderung geprägten Figuren“ (Möbius 2015, S.108) jedoch nicht direkt gegeben. Green verwendet anschließend bei der narrativen Struktur eine chronologisch-lineare Schilderung der Abläufe (vgl. ebd., S.82). Im Roman wird hauptsächlich zeitraffendes Erzählen (in Dialogpartien auch zeitdeckendes Erzählen) verwendet. Zudem ist der Roman in Standardsprache verfasst. Möbius beschreibt die Sprache als „poetisch gestaltete Alltagssprache“ (ebd., S.83), da sich nur sehr selten umgangssprachliche Ausdrücke wiederfinden (z.B. in Dialogpartien). Eine weitere Besonderheit der Sprache ist, dass mehrfach auf Satzzeichen verzichtet wird (was ein erzählerisches Mittel des Bewusstseinsstroms ist) (vgl. ebd., S.82) und ein Teil des Vokabulars aus medizinischen Fachausdrücken besteht. Außerdem werden des Öfteren Briefe, SMS-Nachrichten und E-Mails in den Text integriert und es werden Gedichte zitiert. Es sind also schon sehr früh intermediale und intertextuelle Bezüge in John Greens Roman erkennbar.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz der Medienkompetenz und formuliert die Leitfrage nach einer lebendigen Gestaltung des Unterrichts durch Medienverbünde.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert literarisches Lernen und den Medienverbundbegriff sowie dessen historische Entwicklung und theoretische Phänomene.
3. Medienverbund: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der drei Medienkomponenten (Buch, Hörbuch, Film) sowie eine Kurzvorstellung des Autors John Green.
4. Didaktische Überlegungen: Die Autorin reflektiert die Chancen und Herausforderungen des Einsatzes hochsensibler Themen im Deutschunterricht der Sekundarstufe I.
5. Didaktische Bausteine: Es werden zwei konkrete Unterrichtsentwürfe zur emotionalen Einstimmung und zum filmischen Vergleich von Anfangs- und Schlussszenen präsentiert.
6 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit bekräftigt das hohe Potenzial von Medienverbünden für den Literaturunterricht bei gleichzeitig notwendiger didaktischer Begleitung.
Schlüsselwörter
Medienverbund, Literarisches Lernen, Jugendliteratur, John Green, Film- und Medienanalyse, Sekundarstufe I, Deutschunterricht, Didaktische Bausteine, Intermedialität, Medienkompetenz, Inklusion, Literaturverfilmung, Erzählperspektive, Ästhetische Erfahrung, Emotionalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem pädagogischen Einsatz von Medienverbünden im Deutschunterricht der Sekundarstufe I unter Verwendung des Romans „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Medienverbunds, die didaktische Aufbereitung von Kinder- und Jugendliteratur sowie konkrete Methoden zur filmischen Analyse ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch innovative Unterrichtsbausteine ein lebendiger und kompetenzorientierter Umgang mit Medienverbünden in der Schule gefördert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse und didaktische Aufarbeitung, die Erkenntnisse aus der Literatur- und Mediendidaktik auf ein spezifisches Beispiel anwendet.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Medienverbund-Phänomene sowie eine praxisnahe Analyse des gewählten Medienverbunds, ergänzt durch didaktische Empfehlungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Medienverbund, literarisches Lernen, intermediale Lektüre, didaktische Umsetzung und die Förderung von Medienkompetenz bei Jugendlichen.
Warum ist das gewählte Werk besonders für den Unterricht geeignet?
Der Medienverbund zum Roman bietet durch seine emotionale Tiefe und die populäre Struktur vielfältige Anknüpfungspunkte an die Lebenswelt von Jugendlichen und eignet sich hervorragend für medienreflexiven Unterricht.
Welche Rolle spielt die Inklusion in den didaktischen Bausteinen?
Die Autorin betont, dass durch den Einsatz von bildbasierten Arbeitsblättern und handlungsorientierten Methoden auch Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf aktiv am Unterrichtsgeschehen teilhaben können.
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- Ramona Frommknecht (Author), 2016, Theoretische Ausführungen und didaktische Umsetzungsmöglichkeiten des Jugendromans „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337972