Immer mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in atypischen Verhältnissen beschäftigt, dem gegenüber steht ein Rückgang des klassischen Normalarbeitsverhältnisses. Damit verknüpft ist der, in jüngerer Vergangenheit politisch wiederbelebte, Begriff der Altersarmut, mit der sich schon heute viele Menschen konfrontiert sehen und die eine der zentrale Herausforderungen der kommenden Generationen ausmacht.
Diese Arbeit soll mithilfe Begrifflicher Klärungen zeigen, inwiefern sich atypische Beschäftigungsverhältnisse vom Normalarbeitsverhältnis unterscheiden und ihre Heterogenität aufzeigen.
Daran anknüpfend soll die Entwicklung der beschriebenen Form von Arbeit in den zurückliegenden 25 Jahren dargestellt, sowie strukturelle Veränderungen zum Gegenstand gemacht werden.
Den Kern der Arbeit soll eine problematisierende Gegenüberstellung von Chancen und Risiken atypischer Beschäftigungsformen bilden. Dabei soll die bereits angesprochene Heterogenität berücksichtigt werden, um zu einer differenzierten Einschätzung über positive und negative Effekte atypischer Beschäftigung zu gelangen.
Den Abschluss bildet der Versuch, in der Forschung diskutierte Möglichkeiten der Verbesserung bzw. Reaktionen auf Missstände und Fehlentwicklungen darzustellen und diese kritisch zu bewerten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Klärungen
2.1 Das Normalarbeitsverhältnis
2.2 Atypische Beschäftigungsformen
3. Entwicklungen und Strukturen
3.1 Entwicklungen
3.2 Strukturen
4. Chancen und Risiken
4.1 Chancen
4.2 Risiken
5. Resümee und Ausblick
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zunahme und Heterogenität atypischer Beschäftigungsformen im Vergleich zum klassischen Normalarbeitsverhältnis. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich diese Beschäftigungsformen auf die Arbeitswelt auswirken und welche Chancen sowie Risiken – insbesondere im Hinblick auf Prekarität und soziale Sicherung – für die Beschäftigten daraus resultieren.
- Abgrenzung zwischen Normalarbeitsverhältnis und atypischer Beschäftigung
- Analyse der strukturellen Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt in den letzten 25 Jahren
- Gegenüberstellung von Flexibilitätsvorteilen und Prekaritätsrisiken
- Einfluss geschlechterspezifischer Rollenbilder auf die Erwerbsbiografie
- Bewertung politischer Gegenmaßnahmen wie Mindestlohn und Leiharbeitsneuregelungen
Auszug aus dem Buch
2. Begriffliche Klärungen
Für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der atypischen Beschäftigungsformen ist eine Klärung der Begrifflichkeiten nötig, die den verhandelten Gegenstand umschließen. Dabei hat sich die Darstellung von Mückenberger (1985) durchgesetzt. Diese definiert atypische Beschäftigungsformen negativ, also in Abgrenzung zu Beschäftigungsformen, die dem Normalarbeitsverhältnis (NAV) entsprechen. Aufgrund der Heterogenität atypischer Beschäftigungsformen ist dieses Vorgehen zur Abgrenzung durchaus sinnvoll.
Das NAV kann einerseits, in deskriptiver Perspektive, das mehrheitlich vorherrschende Arbeitsverhältnis beschreiben oder aber, in normativer Weise, einen Typus des anzustrebenden Arbeitsverhältnisses vorgeben (Giesecke 2006, S. 56). Keller/Seifert fassen die Kriterien eines Normalarbeitsverhältnisses nach Mückenberger (1985, S. 424-429) in folgenden charakteristische Eigenschaften zusammen: „Vollzeittätigkeit mit entsprechenden Einkommen, Integration in die sozialen Sicherungssysteme, unbefristetes Beschäftigungsverhältnis, Identität von Arbeits- und Beschäftigungsverhältnis, Weisungsgebundenheit des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber.“ (Keller/Seifert 2013, S. 11)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Rückgang des Normalarbeitsverhältnisses und führt in die Problematik der Altersarmut sowie der Heterogenität atypischer Beschäftigungsverhältnisse ein.
2. Begriffliche Klärungen: Dieses Kapitel definiert das Normalarbeitsverhältnis anhand klassischer Kriterien und grenzt davon fünf Formen atypischer Beschäftigung ab.
3. Entwicklungen und Strukturen: Hier wird der historische Wandel der Erwerbsformen seit der Wiedervereinigung analysiert und die zunehmende Tertiärisierung des Arbeitsmarktes aufgezeigt.
4. Chancen und Risiken: Dieser Teil bietet eine kritische Gegenüberstellung von Flexibilitätsgewinnen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie den Prekaritätsrisiken für die Betroffenen.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Wirksamkeit politischer Instrumente wie Mindestlohn und Neuregelungen in der Leiharbeit.
6. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Statistiken auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Atypische Beschäftigung, Normalarbeitsverhältnis, Prekarität, Teilzeitarbeit, Leiharbeit, Hartz-Gesetze, Arbeitsmarkt, Beschäftigungsfähigkeit, Sozialversicherung, Einkommensdisparität, Flexibilisierung, Mindestlohn, Erwerbsbiografie, Altersarmut, Deregulierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel der Arbeitswelt weg vom klassischen Normalarbeitsverhältnis hin zu verschiedenen atypischen Beschäftigungsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Definition, den historischen Entwicklungen der letzten 25 Jahre sowie der Abwägung von Chancen und Risiken atypischer Beschäftigung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, eine differenzierte Einschätzung der positiven und negativen Effekte atypischer Beschäftigung zu geben und politische Handlungsansätze kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse unter Einbeziehung aktueller statistischer Daten und arbeitsmarktpolitischer Konzepte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entwicklung der Erwerbsformen, den Strukturen atypischer Arbeit und einer fünfdimensionalen Analyse prekärer Beschäftigungsverhältnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Prekarität, Normalarbeitsverhältnis, Flexibilisierung, soziale Sicherung und der Wandel der Erwerbsbiografien.
Welche Rolle spielt das Geschlecht in dieser Analyse?
Die Arbeit zeigt, dass insbesondere der Anstieg der Teilzeitarbeit bei Frauen signifikant ist, was zu einer geschlechterspezifischen Ungleichverteilung bei Einkommen und sozialer Absicherung führt.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit aktueller politischer Maßnahmen?
Die Praxistauglichkeit von Maßnahmen wie dem Mindestlohn oder neuen Leiharbeitsregeln wird skeptisch betrachtet, da grundlegende Prekaritätsrisiken weiterhin bestehen bleiben.
- Citar trabajo
- Moritz Sehn (Autor), 2016, Atypische Beschäftigung. Chancen und Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337984