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Die Lexik im "Cantar de Mio Cid"

Title: Die Lexik im "Cantar de Mio Cid"

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 30 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Antje Köpnick (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Das Spanische geht, wie alle anderen romanischen Sprachen auf die angenommene indogermanische Ursprache zurück, wobei es sich um den nach der Sprecherzahl (ca. 2 Mrd.) größten Sprachstamm überhaupt handelt. Man vermutet, dass all die 140 Einzelsprachen, die dazu gehören, auf Dialekte einer Proto-Sprache zurückgehen, die vor etwa 5000 Jahren nördlich des Schwarzen Meeres gesprochen wurde.
Spanisch wird heute in Europa, Amerika, Asien und Afrika von ca. 400 Millionen Muttersprachlern gesprochen, allein 30 Millionen sind mittlerweile in den USA auszumachen.
Auf dem Weg zu seiner heutigen Form und weltweiten Verbreitung, hat es eine vielfältige Entwicklung und Geschichte durchgemacht, von der in dieser Arbeit ein Ausschnitt näher beleuchtet werden soll: die Lexik der altspanischen Epoche, deren Beginn auf das Jahr 1140 datiert wird, (das Jahr in dem auch der Cantar de Mio Cid verfasst wurde, das erste epische Werk in kastilischer Sprache) ihr Ende auf etwa 1400.
Einige sprachliche Besonderheiten dieser Zeit und die zahlreichen Einflüsse anderer Sprachen und Kulturen sollen im Folgenden untersucht werden.
Vor dem historischen Hintergrund wird versucht, Antworten zu finden auf die Frage nach der Herkunft der Lexik und deren Aufnahme in die Sprache. Dazu gehören auch Veränderungen im Bereich der Phonetik und die Gesetzmäßigkeiten für bestimmte Lautwandelprozesse.
Anhand des Cantar de Mio Cid werden zahlreiche Beispiele angeführt, die mit einer Zahl versehen sind, die sich auf die Verse der benutzten Ausgabe beziehen. Aber auch Beispiele aus anderen Werken der Sekundär- und Fachliteratur werden herangezogen.
Etymologische Klärungen beziehen sich auf Angaben aus den Werken: Diccionario Medieval Español desde las Glosas Emilianensis y Silensis (s. X) hasta el siglo XV (Martin Alonso) Tomo 1+2, sowie das Diccionario crítico etimólogico de la lengua castellana (Joan Corominas) Volumen 1-4. Diese werden im Laufe der Arbeit nicht wieder zitiert.
Zu Beginn soll der untersuchte Text, der Cantar de Mio Cid, nach Genre eingeordnet und inhaltlich vorgestellt werden, um später auch thematische Bezüge und Beweggründe in der Auswahl entlehnter Wörter deutlich zu machen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Werk

2.1. Gattung

2.2. Aufbau

2.3. Inhalt

3. Entwicklung der spanischen Sprache

3.1. Historischer Überblick

3.2. Das Kastilische

4. Lautliche Veränderungen im Altspanischen

4.1. Vokale

4.2. Konsonanten

4.3. Dubletten und Konkurrenten

4.4. Differenzen in der Schreibung

5. Fremdsprachliche Einflüsse

5.1. Französisch - Provenzalisch

5.2. Hellenismen

5.3. Arabismen

5.4. Keltismen

5.5. Baskisch

5.6. Germanismen

6. Weitere Besonderheiten

6.1. Patronyme

6.2. Artikel

6.3. Konjunktionen

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der Lexik der altspanischen Epoche anhand des Cantar de Mio Cid, um deren Herkunft, Aufnahme in die Sprache und lautliche Veränderungen vor einem historischen Hintergrund zu analysieren.

  • Entwicklung des Spanischen vom Vulgärlatein bis zum Altspanischen.
  • Analyse sprachlicher Besonderheiten und Lautwandelprozesse im Cantar de Mio Cid.
  • Untersuchung fremdsprachlicher Einflüsse (Arabisch, Französisch, Germanisch, Keltisch, Baskisch).
  • Darstellung der Rolle des Cantar de Mio Cid als literarisches Denkmal kastilischer Sprache.

Auszug aus dem Buch

4.3. Dubletten/ Konkurrenten

Es ist interessant zu beobachten, dass im Altspanischen viele Wörter existierten, die heute verschwunden sind, in anderen Sprachen jedoch mehr Glück hatten. Damals lebten solche Synonyme nebeneinander und alternierten. Es ist deutlich zu sehen, dass die spanische Auswahl noch nicht beendet war und der große ausländische Einfluss unterstützte diese Unentschlossenheit noch zusätzlich.

Im Folgenden seien einige Beispiele angeführt:

prender (frz., katalan., ital.) 386, 405 - tomar (nsp.)

exir (afrz. eissir; it. uscire) 11, 16 - salir (nsp.)

cabeça 2 - tiesta 13

pierna - cam(b)a 3085

mañana - matina (ital., frz., kat.) 325

fallar (> span. hallar) - trobar (frz. trouver; ital. trovare)

rodilla - inojo 2021

quedar - rastar 3694, 685

finiestra 17 - ventana

siniestra (lat. sinistra) 12, 396 - izquierda (baskisch)

In der Epik wurde die archaische Sprache konserviert, z.B. laudare (335). In den Reimen wurde das –e am Ende oft beibehalten bzw. auch dort angehängt, wo es gar nicht hingehörte. Man nennt diese Erscheinungen Hyperkorrektismen, z.B. sone statt son; vane statt van.

Ein Beispiel für sehr archaisches Latein stellt auch das Wort cras (3050) in der Bedeutung „morgen“ dar.

Gerichtet an ein höheres Publikum will man Wörter, die zu vulgär und alltäglich klingen, vermeiden und eliminiert sie. Im Cantar de Mio Cid werden veredelte, stilisierte Wörter bevorzugt, Ausdrücke des klassischen Lateins, der Literatursprache wie z.B. siniestra (12) statt izquierda (bask.); can (3263) statt perro (bask.); menguado (2194) statt rico (2195); eludiende statt pobre. Es wurde für nobler und gebildeter gehalten, während Ausdrücke aus dem Germanischen, Baskischen oder dem Vulgärlatein als voces plebeyos galten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die sprachgeschichtliche Relevanz des Cantar de Mio Cid dar und erläutert die methodische Herangehensweise an die etymologische Untersuchung.

2. Das Werk: Dieses Kapitel ordnet den Cantar de Mio Cid als anonymes Epos ein und beschreibt seinen Aufbau, die historische Bedeutung sowie die erzählerische Struktur.

3. Entwicklung der spanischen Sprache: Es wird ein historischer Überblick über die Romanisierung der Iberischen Halbinsel gegeben und die Entwicklung des Kastilischen als innovative Sprachform erläutert.

4. Lautliche Veränderungen im Altspanischen: Das Kapitel analysiert die lautlichen Wandlungen, insbesondere Vokalverschiebungen und Konsonantenabschwächungen, die den Übergang vom Latein zum Altspanischen prägten.

5. Fremdsprachliche Einflüsse: Hier werden die verschiedenen Substrat- und Superstrateinflüsse wie Arabismen, Germanismen oder galloromanische Einflüsse auf den spanischen Wortschatz detailliert untersucht.

6. Weitere Besonderheiten: Es werden spezifische sprachliche Phänomene wie die Entstehung von Patronymen, Artikeln und Konjunktionen in der altspanischen Zeit beleuchtet.

7. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese über die Bedeutung des Cid für die nationale Identität und die Entwicklung der spanischen Sprache als Ausdruckskultur des Volkes.

Schlüsselwörter

Cantar de Mio Cid, Altspanisch, Kastilisch, Sprachgeschichte, Etymologie, Lautwandel, Vulgärlatein, Arabismen, Germanismen, Sprachkontakt, Romanische Sprachen, Heldenepik, Sprachwandel, Lexik, Sprachidentität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die lexikalische Entwicklung der spanischen Sprache während der altspanischen Epoche anhand des epischen Werks Cantar de Mio Cid.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der spanischen Sprache, dem Lautwandel, den Einflüssen fremder Sprachen auf den Wortschatz sowie der Genese kastilischer Besonderheiten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Ursprung und die Aufnahme der altspanischen Lexik sowie deren lautliche Gesetzmäßigkeiten nachzuweisen und den historischen Kontext dieses Sprachwandels zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine etymologische und sprachgeschichtliche Analyse durchgeführt, die Fachliteratur sowie spezifische Wörterbücher einbezieht und durch Textbeispiele aus dem Cantar de Mio Cid belegt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Lautveränderungen (Vokale/Konsonanten), die Untersuchung verschiedener fremdsprachlicher Einflüsse (arabisch, keltisch, baskisch, germanisch, französisch) und weitere grammatikalische Besonderheiten wie Patronyme und Artikel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Altspanisch, Lautwandel, Etymologie, Sprachkontakt, Arabismen, Germanismen und die Romanisierung der Iberischen Halbinsel.

Warum spielt das Kastilische im Cantar de Mio Cid eine so wichtige Rolle?

Das Werk gilt als das früheste literarische Denkmal des Kastilischen und spiegelt die innovative und revolutionäre Entwicklung dieses Dialekts zur nationalen Schriftsprache wider.

Welche Rolle spielt der arabische Einfluss im untersuchten Text?

Der arabische Einfluss ist signifikant und spiegelt sich vor allem in Wortfeldern wie Verwaltung, Kriegswesen und Wissenschaft wider, wobei das Arabische teils als Vermittler anderer Sprachen diente.

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Details

Title
Die Lexik im "Cantar de Mio Cid"
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Romanistik)
Course
Altspanisch
Grade
2,3
Author
Antje Köpnick (Author)
Publication Year
2003
Pages
30
Catalog Number
V33801
ISBN (eBook)
9783638341882
Language
German
Tags
Lexik Cantar Altspanisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antje Köpnick (Author), 2003, Die Lexik im "Cantar de Mio Cid", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33801
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