Das Smartphone: Kommunikationsgerät oder Überwachungsgerät? Mit der zunehmenden Entwicklung der Computertechnik und immer weiteren Miniaturisierung aller dabei beteiligten Komponenten, ist dieses bereits auf eine Größe geschrumpft, die es uns ermöglicht, es ständig bei uns zu tragen.
Das Mooresche Gesetz besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise ca. alle 18Monate verdoppelt. Dies hat dazu geführt, dass heutige Smartphones locker mit der Rechenleistung von früheren Supercomputern mithalten können. So ist die Rechenleistung des Guidance System Computers der Raumfähre der Apollo-Mission, die 1969 zum Mond aufgebrochen ist, fast gleichzusetzen mit der Rechenleistung der Nintendo Entertainment System Console von 1983. Diese Entwicklung setzt sich fort und so besitzt bereits das Apple iPhone 4 aus dem Jahre 2010 eine verleichbare Leistung zu dem Cray-2 Supercomputer aus dem Jahre 1985. Diese Sprünge in der Kapazität heutiger Geräte ist für viele schwer nachvollziehbar und bringt eine Vielzahl an Möglichkeiten mit sich. Dies bezieht sich auch auf die Auswertung der Menge an gewonnenen Daten, sei es durch die Ortung, durch Kommunikation mit Mobilfunkmasten oder das Aufnehmen von Bewegungsdaten durch die integrierten Beschleunigungssensoren. All dies ermöglicht die Erstellung von sehr genauen Bewegungsprofilen.
In der vorliegenden Arbeit möchte der Autor neben der Erörterung des technisch Möglichen auch auf konkrete Fälle eingehen, in denen vor allem der Missbrauch als Überwachungsinstrument in den Medien ans Tageslicht gebracht worden ist. Dies ist unter anderem die berühmte Geschichte des Grünenpolitikers Malte Spitz, der im Sommer 2009 den Mobilfunkbetreiber T-Mobile zur Herausgabe seiner Vorratsdaten verklagt hat, und diese der Wochenzeitung „Die Zeit“ zur Verfügung gestellt hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Smartphone: Kommunikationsgerät oder Überwachungsinstrument?
2.1 Was ist möglich?
2.1.1 Beschleunigunssensoren
2.1.2 Ortsbestimmung
2.1.3 Aufbereitung von Foto- und Videoquellen
2.2 Was wird bereits gemacht?
2.2.1 Auswertung von sozialen Netzwerken
2.2.2 Die Geschichte des Grünenpolitikers Malte Spitz
2.3 Nur Spitze des Eisberges?
2.3.1 NSA-Affäre
2.3.2 Hintertüren bei Betriebssytemen und Datenübertragung
3 Schlussbetrachung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Nutzung des Smartphones als alltägliches Kommunikationsgerät und seinem Potenzial als Instrument zur Überwachung, wobei technische Möglichkeiten zur Datengewinnung und deren Missbrauch kritisch hinterfragt werden.
- Technische Leistungsfähigkeit und Sensorik heutiger Smartphones
- Methoden der Datenerhebung durch Bewegungsprofile und Ortung
- Analyse des Nutzerverhaltens in sozialen Netzwerken
- Fallbeispiele staatlicher und kommerzieller Überwachungspraktiken
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Aufbereitung von Foto- und Videoquellen
Mobiltelefone sind heute zu multimedialen technischen Wunderwerken mutiert, der sprichwörtlichen „eierlegenden Wollmilchsau“, und dienen längst nicht mehr nur zur Kommunikation. Sie beinhalten hochauflösende Foto- und Videoquellen, die mit aktuellen Digitalkameras mithalten können und diese in naher Zukunft eventuell sogar komplett ersetzen werden. Eine Auflösung bei aktuellen Modellen, die die Grenze von 10 Megapixel bereits überschreiten ist nicht unüblich. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkten. Zusätzlich werden für jedes Pixel Farbeinformationen gespeichert. Mittlerweile ebenfalls zum Standard geworden ist das Geotagging von Videos und Fotos. Hierbei wird zusätzlich die aktuelle Position als GPS Koordinaten gespeichert. Dies ermöglicht bei auf sozialen Plattformen veröffentlichten oder über Messaging Dienste weitergeleiteten Bildern das Auslesen dieser Daten.
So entlarven mit dieser Technik aufgenommene Urlaubsbilder nicht nur die offensichtlichen Inhalte, sondern auch deren genauen Standort. Häufig ist die Geotaggingfunktion bei Smartphones standardmäßig aktiviert, und muss vom Nutzer explizit deaktiviert werden. Bei der heutigen Vielzahl an neuen Technologien ist es dem nicht allzu technisch versierten Nutzern nicht immer bewusst, welche Daten er über sich Preis gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die rasante technologische Entwicklung von Smartphones und führt in die Thematik ein, wie diese Geräte neben ihrer kommunikativen Funktion zunehmend als Instrumente zur Überwachung genutzt werden.
2 Das Smartphone: Kommunikationsgerät oder Überwachungsinstrument?: Dieses Hauptkapitel analysiert die technischen Möglichkeiten der Sensorik, die Datenauswertung in sozialen Netzwerken sowie prominente Beispiele für Überwachungsskandale und Sicherheitslücken.
3 Schlussbetrachung: Die Schlussbetrachtung resümiert das steigende gesellschaftliche Bewusstsein für Datensicherheit und Big Data, betont jedoch die bisher mangelnde Gegenwehr und fordert politisches Handeln für ein stärkeres Recht auf informationelle Selbstbestimmung.
Schlüsselwörter
Smartphone, Überwachung, Datenschutz, Datensicherheit, Geotagging, soziale Netzwerke, NSA-Affäre, Big Data, Betriebssysteme, Sensortechnik, Bewegungsprofile, Malte Spitz, Vorratsdatenspeicherung, Privatsphäre, Digitale Demenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Dualität von Smartphones als notwendige Kommunikationsmittel und gleichzeitig als Instrumente zur potenziellen Überwachung der Nutzer durch Datensammlung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die technischen Möglichkeiten der verbauten Sensoren, die Analyse von Nutzerdaten in Netzwerken sowie staatliche Überwachungspraktiken.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie heutige Technologien unbemerkt Daten über Nutzer generieren und wie diese Daten für Überwachungszwecke missbraucht werden können.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse technischer Entwicklungen, der Auswertung dokumentierter Fallbeispiele sowie einer kritischen Hinterfragung aktueller Trends in der digitalen Überwachung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden technische Aspekte wie Ortung und Sensorik, die Auswertung von sozialen Netzwerken sowie reale Skandale wie die NSA-Affäre detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Datenschutz, Überwachung, Smartphone-Sensorik, Big Data und informationelle Selbstbestimmung.
Welche Rolle spielt die Person Malte Spitz in dieser Arbeit?
Sein Fallbeispiel dient als Illustration dafür, welche massiven Datenmengen Mobilfunkbetreiber über einzelne Bürger sammeln und welche rechtlichen Hürden bestehen, um Einblick in diese Daten zu erhalten.
Wie sicher sind moderne mobile Betriebssysteme laut dieser Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht anhand von Sicherheitslücken wie dem „StateFright“-Bug, dass Betriebssysteme anfällig für Manipulationen sind und Nutzerdaten durch Software-Schwachstellen gefährdet werden können.
- Quote paper
- Fabian Schaffner (Author), 2016, Das Smartphone. Kommunikationsgerät oder Überwachungsinstrument?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338019