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Geschlechtsspezifische Sozialisation

Title: Geschlechtsspezifische Sozialisation

Term Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Nadine Reiner (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Bevor wir speziell auf die geschlechtsspezifische Sozialisation eingehen, möchten wir den Begriff der Sozialisation definieren.

„Mit Sozialisation wird zunächst der Prozess bezeichnet, in dem der nur mit rudimentären Instinkten geborene, aber für vielfältige Lernprozesse offene Mensch durch die allgemeinen sozialen, ökonomischen und kulturellen Verhältnisse wie durch spezielle Sozialisationsagenturen der jeweiligen Gesellschaft so geformt wird, dass er ihnen gemäße Einstellungen und Verhaltensweisen entwickelt und schließlich als Erwachsener zum arbeitsteiligen Reproduktionsprozess seiner Gesellschaft beitragen kann. Im weiteren Sinne verstanden, schließt Sozialisation nicht mit dem Erreichen des Erwachsenenstatus ab, sondern umfasst auch die lebenslang immer wieder notwendig werdenden Formungs- und Lernprozesse, besonders beim Eintritt in neue soziale Institutionen (Betriebe, Parteien, Verbände usw.) oder beim Erreichen neuer Lebensabschnitte (z. B. Eheschließung, Pensionierung).“

Ein prägender gesellschaftlicher Unterschied ist immer noch die Zugehörigkeit zum männlichen oder zum weiblichen Geschlecht. Ohne das es immer bewusst ist, gibt es noch immer genügend Unterschiede im Leben von Frauen und Männern. Die Wissenschaft hat seit Ende des vergangenen Jahrhunderts versucht die Unterschiede zwischen Mann und Frau herauszufinden. Wir stellen uns die Frage, wie Männer und Frauen sozialisiert werden, ob dies unterschiedlich ist, ob durch die Gleichberechtigung von Mann und Frau auch die gleiche Sozialisation entstanden ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Sozialisation

2. Geschlechtsspezifische Sozialisation

3. Historischer Rückblick zur geschlechtsspezifischen Sozialisation

3.1 Geschlechtsspezifische Sozialisation im Mittelalter

3.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation in der Zeit der Aufklärung

3.3 Geschlechtsspezifische Sozialisation in der vorindustriellen Zeit

3.4 Geschlechtsspezifische Sozialisation zur Zeit der Industrialisierung

4. Typisch männlich; typisch weiblich

5. Erklärungsansätze der Geschlechtsspezifischen Sozialisation

5.1 Psychologische Erklärungsansätze

5.1.1 Lerntheorie / Lernen am Modell

5.1.2 Kognitionstheorie

5.1.3 Psychoanalytischer Erklärungsansatz

5.2 Sozialisationstheoretische Erklärungsansätze

5.2.1 Ansatz von Talcott Parsons´ Systemtheorie

5.2.2 Ansatz von Habermas´ kritischer Theorie

5.2.3 Ansatz von Hagemann-White

6. Gender Mainstreaming

6.1 Definition

6.2 Entwicklung

6.3 Rechtliche Grundlagen

6.4 Umsetzung

6.5 Auswirkung

6.6 Beispiel für die Ungleichheit im Beruf

7. Reflexion

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Prozesse der geschlechtsspezifischen Sozialisation in verschiedenen historischen Kontexten sowie ihre heutige Bedeutung zu beleuchten. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit geschlechtstypische Verhaltensweisen durch Sozialisationsinstanzen wie Familie und Erziehung geprägt werden und welche Rolle der Strategieansatz "Gender Mainstreaming" bei der Förderung der Chancengleichheit spielt.

  • Historische Entwicklung geschlechtsspezifischer Rollenbilder
  • Psychologische und sozialisationstheoretische Erklärungsmodelle
  • Die Rolle der Familie als primäre Sozialisationsinstanz
  • Analyse der Gender-Mainstreaming-Strategie in Politik und Berufswelt
  • Reflektion über bestehende Ungleichheiten und Geschlechterstereotypen

Auszug aus dem Buch

3.1 Geschlechtsspezifische Sozialisation im Mittelalter

Betrachtet man die Gesellschaft und die Rolle der Frau und des Mannes im Mittelalter, so ist festzustellen, daß bereits mit der Geburt bestimmte Determinanten auf die zukünftige Entwicklung Einfluss hatten. Die gesellschaftliche Stellung des Einzelnen hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die spätere Partnerwahl und den Umgang innerhalb der Gemeinschaft. So war das Verhalten, sowohl des Mannes als auch der Frau durch die Geburt in einen bestimmten Stand festgelegt. Es herrschte eine patriarchalische Struktur, die beinhaltete, dass die Frau dem Mann untergeordnet war. Durch die beengenden Verhältnisse bestand keine Möglichkeit zur Gestaltung von Privatsphäre.

Die Rollenverteilung war starr geregelt. Die Männer versorgten die Familie mit Nahrung und Geld / Tauschwaren. Die Aufgabe der Frauen beschränkte sich auf die Versorgung und Erziehung der Kinder und die Führung des Haushaltes. Die Gesellschaft war stark an Traditionen orientiert, die Individualität des Einzelnen war von sehr geringer Bedeutung. Alle diese Bedingungen führten zwangsläufig zu bestimmten Verhaltensweisen die die Sozialisation der Heranwachsenden in eine bestimmte Richtung lenkte bzw. lenken sollte. Mädchen wurde von frühster Kindheit an auf ihre zukünftige Rolle als Mutter und die Führung des Haushaltes vorbereitet. Die Knaben wurde auf ihre Rolle als Beschützer, Ernährer und Träger der Autorität vorbereitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Sozialisation: Definition des Begriffs Sozialisation als lebenslanger Prozess der Formung durch soziale und ökonomische Verhältnisse.

2. Geschlechtsspezifische Sozialisation: Einführung in das Konzept, dass Sozialisation je nach Geschlecht unterschiedlich verläuft und durch Zuschreibungen geprägt wird.

3. Historischer Rückblick zur geschlechtsspezifischen Sozialisation: Untersuchung der historischen Rahmenbedingungen von Mittelalter bis Industrialisierung und deren Einfluss auf Geschlechterrollen.

4. Typisch männlich; typisch weiblich: Diskussion über Rollenstereotypen und wie diese bereits im Kindesalter durch das soziale Umfeld gefestigt werden.

5. Erklärungsansätze der Geschlechtsspezifischen Sozialisation: Vorstellung verschiedener psychologischer und sozialisationstheoretischer Ansätze zur Erklärung von Geschlechterdifferenzen.

6. Gender Mainstreaming: Erläuterung der Strategie des Gender Mainstreaming, ihre Definition, rechtliche Basis und praktische Umsetzung zur Förderung der Chancengleichheit.

7. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit von Gender Mainstreaming und der Bedeutung der individuellen Reflexion in der sozialen Arbeit.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Geschlechtsspezifische Sozialisation, Geschlechterrollen, Rollenstereotypen, Gender Mainstreaming, Familie, Erziehung, Chancengleichheit, Identitätsbildung, Pädagogik, Sozialwesen, Talcott Parsons, Psychoanalyse, Berufswahl, Gleichberechtigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen, Entstehungsweisen und Auswirkungen geschlechtsspezifischer Sozialisation auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind historische Rollenbilder, psychologische Erklärungsmodelle zur Geschlechtsidentität und die politische Strategie des Gender Mainstreaming.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie tiefgreifend geschlechtsspezifische Zuschreibungen durch das soziale Umfeld und die Familie geprägt sind und welche Möglichkeiten zur Veränderung existieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es werden verschiedene theoretische Ansätze, insbesondere aus der Psychologie (Lerntheorie, Psychoanalyse) und der Sozialisationstheorie (Parsons, Habermas), analysiert und kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Darstellung von Erklärungsansätzen für Geschlechterrollen sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Konzept des Gender Mainstreaming.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Sozialisation, Geschlechterrolle, Gender Mainstreaming, Rollenstereotypen und Gleichberechtigung.

Wie unterscheidet sich die Sozialisation heute von der Zeit der Industrialisierung?

Während früher die Rollen durch starre Ständegesellschaften und klare Arbeitsteilungen im Haushalt fest vorgegeben waren, ist heute die formale Gleichberechtigung erreicht, obwohl informelle Rollenstereotype fortbestehen.

Warum hält die Autorin Gender Mainstreaming für nicht ausreichend?

Da Gender Mainstreaming primär auf politischer und organisatorischer Ebene ansetzt, die prägende Sozialisation jedoch maßgeblich innerhalb der Familie stattfindet, greift die Strategie als Instrument zur Veränderung tief verwurzelter Verhaltensweisen zu kurz.

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Details

Title
Geschlechtsspezifische Sozialisation
College
University of Applied Sciences Koblenz
Grade
2,7
Author
Nadine Reiner (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V33802
ISBN (eBook)
9783638341899
Language
German
Tags
Geschlechtsspezifische Sozialisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Reiner (Author), 2003, Geschlechtsspezifische Sozialisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33802
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