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Genderspezifisches Sprechverhalten. Sind weibliche Figuren in Animationsfilmen das linguistisch unterlegene und höflichere Geschlecht?

Title: Genderspezifisches Sprechverhalten. Sind weibliche Figuren in Animationsfilmen das linguistisch unterlegene und höflichere Geschlecht?

Term Paper , 2016 , 42 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lisa Henigin (Author)

German Studies - Linguistics
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In dieser Hausarbeit wird sich mit dem Forschungsgebiet der Genderlinguistik, insbesondere dem Sprechverhalten von Männern und Frauen beschäftigen. Zunächst wird auf den Begriff Gender und die Disziplin Genderlinguistik eingegangen. Im Anschluss daran wird eine Übersicht herausgearbeitet, welche Ergebnisse die Genderlinguistik allgemein bezüglich geschlechtsspezifischen sprachlichen Varietäten hervorgebracht hat. Dabei wird auch auf die im Jahr 1973 im Aufsatz Language and Woman’s Place aufgestellten und seither stark diskutierten Behauptungen von Robin Tolmach Lakoff eingegangen. Anschließend werden einige der herausgearbeiteten Thesen zum geschlechtsspezifischen Sprechverhalten anhand zweier bekannter Animationsfilme von Disney untersucht, um herauszufinden, ob sich die Ergebnisse der Genderlinguistik bezüglich natürlicher Sprache auch in konstruierter Sprache wiederfinden lassen und inwiefern Kinder und Jugendliche damit in Kontakt kommen.

Dass Männer und Frauen unterschiedlich kommunizieren, wurde in den letzten Jahren immer häufiger in unserer Gesellschaft thematisiert und die aus der unterschiedlichen Kommunikation resultierenden Missverständnisse zwischen Mann und Frau werden wieder und wieder als Themengrundlagen für Bücher, Filme, Serien, oder Bühnenshows genutzt. Eines der besten modernen Beispiele ist wahrscheinlich der Komiker Mario Barth, dessen Bühnenprogramme ausschließlich auf dem unterschiedlichen Verhalten von Männern und Frauen und den daraus entstehenden Konfliktsituationen aufgebaut sind. Aber nicht nur die Gesellschaft und die Unterhaltungsmedien, sondern auch die Soziolinguistik beschäftigt sich seit einigen Jahrzehnten immer intensiver mit den Unterschieden zwischen Mann und Frau. Laut Wardhaugh weist die Literatur, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt, sogar die größte Wachs-tumsrate innerhalb der Soziolinguistik auf. In dieser Literatur wird von Linguisten wiederholt festgestellt, dass es tatsächlich Unterschiede im kommunikativen Verhalten von männlichen und weiblichen Gesprächspartnern gibt, deren mögliche Ursachen stark diskutiert werden und zum Großteil noch immer ungeklärt sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Gender?

3. Genderlinguistik

4. Genderlekte: Männersprache – Frauensprache

5. Genderspezifisches Sprechen in Disneyfilmen

6. Methoden und Materialien

7. Ergebnisse

7.1 Findet Nemo

7.1.1 Unterbrechungen

7.1.2 Fraganhängsel

7.1.3 Komplimente

7.1.4 Entschuldigungen

7.1.5 Bitten

7.1.6 Bedanken

7.2 Arielle, die Meerjungfrau

7.2.1 Unterbrechungen

7.2.2 Fraganhängsel

7.2.3 Komplimente

7.2.4 Entschuldigungen

7.2.5 Bitten

7.2.6 Bedanken

8. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das geschlechtsspezifische Sprechverhalten weiblicher Charaktere in populären Disney-Animationsfilmen, um zu klären, ob diese Figuren tatsächlich den sprachlichen Stereotypen der „höflicheren“ und „unterlegeneren“ Frau entsprechen, wie sie in der klassischen Genderlinguistik diskutiert werden.

  • Grundlagen der Genderlinguistik und linguistische Geschlechterforschung.
  • Analyse der Thesen von Robin Lakoff zur „Frauensprache“.
  • Untersuchung der sprachlichen Merkmale in den Filmen "Findet Nemo" und "Arielle, die Meerjungfrau".
  • Vergleich von Unterbrechungsverhalten, Komplimenten, Bitten und Höflichkeitsformen.
  • Reflektion über die mediale Repräsentation von Geschlechterrollen für Kinder und Jugendliche.

Auszug aus dem Buch

4. GENDERLEKTE: MÄNNERSPRACHE - FRAUENSPRACHE

Robin Lakoff schreibt in ihrem Aufsatz, dass sich Frauen einer Sprache bedienen, die sich durch Unsicherheit, Schwäche und übermäßige Höflichkeit auszeichnet. Sie sprächen auf unterwürfige Art und Weise, um sich auch bei Gesprächen in ihre untergeordnete Rolle als Frau zu fügen, so wie es ihnen in der Regel von der Gesellschaft beigebracht wird. Lakoff zeigt insgesamt sieben Hauptpunkte auf, in welchen sich der Sprachstil der Frau von dem des Mannes unterscheidet, und die die Sprache der Frau zu einer unterwürfigen Sprache machen.

1) Frauen nutzen ein bestimmtes Vokabular, das Männer nicht benutzen. Dabei geht es Lakoff vor allem um sogenannte „leere Adjektive“, wie zum Beispiel süß oder entzückend, oder die Tatsache, dass Frauen genauer zwischen Farbtönen unterscheiden.

2) Frauen benutzen mehr Frageformen und Fraganhängsel, wie zum Beispiel nicht war?, ne?, oder gell?, auch wenn dies nicht notwendig wäre. Laut Lakoff tätigt man im Dialog eine Aussage, wenn man sich sicher ist über ein bestimmtes Wissen zum Thema zu verfügen. Eine Frage hingegen stellt man, wenn man eine Wissenslücke hat und der Meinung ist, der Gesprächspartner könne diese Lücke füllen. Fraganhängsel lassen sich zwischen diesen beiden Extremen einordnen, denn sie werden verwendet, wenn der Sprecher eine Aussage macht, sich aber nicht ganz sicher über deren Wahrheitsgehalt ist.

Durch ein Fraganhängsel wird eine Aussage wage und verliert an Druck. Lakoff interpretiert die häufigere Fraganhängseln-Nutzung von Frauen als eine Art Wunsch nach Zustimmung und Befürwortung, was die Frau in eine untergeordnete Position bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsfeldes der Genderlinguistik und der spezifischen Fragestellung hinsichtlich des Sprechverhaltens in Disneyfilmen.

2. Was ist Gender?: Definition des Begriffs Gender im Abgrenzung zum biologischen Geschlecht sowie dessen soziale Relevanz.

3. Genderlinguistik: Überblick über die Disziplin der feministischen Linguistik, ihre zentrale Kritik am Sprachgebrauch und die historische Entwicklung der Forschung.

4. Genderlekte: Männersprache – Frauensprache: Detaillierte Darstellung der Hypothesen von Robin Lakoff zum vermeintlich unsicheren und höflichen Sprachstil von Frauen.

5. Genderspezifisches Sprechen in Disneyfilmen: Erörterung, wie mediale Stereotype die Sprachdarstellung von Charakteren beeinflussen können und inwieweit Kinder dadurch geprägt werden.

6. Methoden und Materialien: Beschreibung des gewählten Transkriptionssystems (GAT) und der Kriterien für die Auswahl der untersuchten Filme.

7. Ergebnisse: Darstellung der empirischen Befunde aus den Analysen der Filme "Findet Nemo" und "Arielle, die Meerjungfrau" basierend auf den definierten Sprechkategorien.

8. Zusammenfassung und Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse und kritische Bewertung der Hypothese der „höflicheren Frau“ vor dem Hintergrund der tatsächlichen Film-Daten.

Schlüsselwörter

Genderlinguistik, Sprechverhalten, Disneyfilme, Robin Lakoff, Unterbrechungen, Fraganhängsel, Höflichkeit, Mediale Stereotype, Soziolinguistik, Geschlechterrollen, Kommunikation, Findet Nemo, Arielle die Meerjungfrau, Feministische Linguistik, Sprachkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das kommunikative Verhalten von männlichen und weiblichen Charakteren in Animationsfilmen und prüft, ob die linguistischen Hypothesen über geschlechtsspezifische Unterschiede in diesen fiktionalen Medien bestätigt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft die soziolinguistische Genderforschung mit der Analyse von Medieninhalten, wobei insbesondere Merkmale wie Unterbrechungen, Höflichkeitsfloskeln und Fragetechniken im Fokus stehen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die oft als „weiblich“ geltenden Sprachmerkmale – wie Unsicherheit oder Höflichkeit – in konstruierter Sprache wie Disneyfilmen reproduziert werden und wie dies auf junge Medienkonsumenten wirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Autorin verwendet die gesprächsanalytische Transkriptionsmethode (GAT), um Dialoge aus den Filmen präzise zu erfassen und die Frequenz spezifischer sprachlicher Phänomene quantitativ auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Genderlinguistik (insbes. Lakoff) erläutert, gefolgt von einer detaillierten Auswertung der Sprachdaten aus "Findet Nemo" und "Arielle, die Meerjungfrau".

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Genderlinguistik, Sprechverhalten, Disneyfilme, Geschlechterstereotypen und Gesprächsanalyse definieren.

Was ist das Ergebnis bezüglich des Unterbrechungsverhaltens?

Das Ergebnis zeigt in beiden Filmen ein klares Muster: Männliche Charaktere unterbrechen ihre Gesprächspartner deutlich häufiger als weibliche Charaktere, was die Hypothese einer männlichen Dominanz im Gespräch stützt.

Wie bewertet die Arbeit die Lakoff-Hypothese zu Fraganhängseln?

Die Arbeit stellt fest, dass die Befunde aus den Disneyfilmen Lakoffs Annahme, Frauen nutzten diese häufiger, kaum stützen, da die wenigen Fraganhängsel in den Filmen überwiegend von männlichen Charakteren verwendet werden.

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Details

Title
Genderspezifisches Sprechverhalten. Sind weibliche Figuren in Animationsfilmen das linguistisch unterlegene und höflichere Geschlecht?
College
University of Koblenz-Landau  (Germanistik)
Course
Sprache in Interaktion
Grade
1,7
Author
Lisa Henigin (Author)
Publication Year
2016
Pages
42
Catalog Number
V338082
ISBN (eBook)
9783668274891
ISBN (Book)
9783668274907
Language
German
Tags
Gender Geschlecht Sprechverhalten Kommunikation weiblich disney findet nemo arielle die meerjungfrau genderlinguistik soziolinguistik sprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Henigin (Author), 2016, Genderspezifisches Sprechverhalten. Sind weibliche Figuren in Animationsfilmen das linguistisch unterlegene und höflichere Geschlecht?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338082
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