Sehr geehrte Leserinnen und Leser, das Thema dieser Arbeit lautet „Rating und Kapitalmarkt“. Die inhaltliche Ausarbeitung erfolgt unter dem Fokus einer marktbeherrschenden Ratingkultur, ohne die sich das Rating am Kapitalmarkt nicht etablieren kann. Zunächst werden im ersten Kapitel die Begriffe Rating und Kapitalmarkt erläutert. Im zweiten Kapitel wird die Situation der Verbriefung von Fremdkapital und die aktuelle Entwicklung der Ratingkultur im Vergleich zwischen Europa und USA analysiert. Das dritte Kapitel bezieht sich auf die Voraussetzungen zur Akzeptanz eines Ratings am Markt und beschreibt die Nutzen aber auch Grenzen des Ratings aus Sicht der Kapitalmarktteilnehmer. Last but not least beschäftigt sich das vierte Kapitel mit dem Einfluss des Ratings auf den Finanzmarkt.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Was ist das Rating und der Kapitalmarkt?
1.1 Rating
1.2 Kapitalmarkt
2. Status quo am Deutschen und Gesamteuropäischen Kapitalmarkt
2.1 Die Verbriefte Verschuldung im internationalen Vergleich
2.2 Die Ratingkultur an internationalen Kapitalmärkten
3. Nutzen und Grenzen des Ratings für die Kapitalmarktteilnehmer
3.1 Marktakzeptanz des Ratings
3.2 Was bedeutet ein Rating für den Emittenten?
3.2.1 Informationsgewinn für den Emittenten
3.2.2 Das Rating als Instrument in der Emissionspolitik
3.2.3 Rating als Kommunikationsinstrument für das Image
3.3 Was bedeutet ein Rating für den Investor?
3.3.1 Informationsfunktion für die Anleger
3.3.2 Instrument für ein aktives Portfoliomanagement
3.4 Was bringt ein Rating den Banken und der Finanzmarktaufsicht?
3.4.1 Was bedeutet das externe Rating für die Banken?
3.4.2 Was bedeutet das Rating für die Finanzmarktaufsicht?
4. Was bewirkt das Rating auf dem Finanzmarkt?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Rolle von Ratings im Kontext des Kapitalmarkts, untersucht die Unterschiede zwischen der europäischen und US-amerikanischen Ratingkultur und beleuchtet die Vor- und Nachteile sowie den Nutzen von Ratings für verschiedene Kapitalmarktteilnehmer wie Emittenten, Investoren und Aufsichtsbehörden.
- Grundlagen von Rating und Kapitalmarkt
- Vergleich der Kapitalmarktstrukturen in Europa und den USA
- Nutzen und Grenzen des Ratings für Emittenten und Investoren
- Disziplinierungseffekte durch Ratings auf das Management
- Bedeutung des Ratings für Finanzmarktaufsicht und Regulierung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Informationsgewinn für den Emittenten
Unter Ausschaltung der Finanzmarktfokussierung ist zunächst der Informationsgewinn zu erwähnen. Ein Rating kann für eine Unternehmensleitung ein sehr wichtiges Informationsinstrument sein. Ratingagenturen nehmen z.B. die leistungs- und finanzwirtschaftliche Situation unter die Lupe, ermitteln Kapitalbindungskosten, führen einen Konkurrenzvergleich (Benchmarking) durch und überprüfen die Investitions- und Finanzierungspolitik. Außerdem verleiht die neutrale Stellung einer Drittinstanz den Informationen einen besonderen Wert, da das Unternehmen nicht nur aus eigener Sicht beurteilt wird, sondern auch andere Einflüsse berücksichtigt werden. Diese Unabhängigkeit verleiht dem Rating sogleich eine Zertifizierungseigenschaft.
Weiterhin dient das Rating als Risikoidentifikationsinstrument. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die meisten Unternehmenskrisen, insbesondere im Mittelstand, auf die mangelhafte Sensibilisierung der Unternehmensleitung für Risiken der Geschäftstätigkeit zurückzuführen sind. Trotzdem, dass dieser Tatsache bereits das 1998 weitgehend verpflichtend eingeführte Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) Rechnung trägt, ist die Gefahr für ein Missmanagement keineswegs gebannt. Bereits während der Ratingdurchführung, in Zwischenberichten oder während den Managementgesprächen und im Abschlussbericht gehen die Agenturen auf Risikogebiete und riskante Geschäftsfelder ein. Diese Rückschlüsse erhalten sie u.a. aus sog. plausiblen Stressszenarien, wie z.B. die Untersuchung der Reaktionsfähigkeit auf plötzliche Rohstoffpreisänderungen oder der Nachfolgeregelung bei Tod des Geschäftsführers, etc. Nach Aufdeckung potentieller Risikofelder, muss von der Unternehmensleitung beschlossen werden, ob dort aktives Risikomanagement betrieben werden soll oder das Risiko anderweitig beseitigt werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist das Rating und der Kapitalmarkt?: Definiert die Grundlagen von Ratings als Bonitätsbewertung und erklärt die Funktionsweise des Kapitalmarktes im Kontext der Mittelallokation.
2. Status quo am Deutschen und Gesamteuropäischen Kapitalmarkt: Analysiert die Unterschiede in der Verbriefungskultur und im Ratingeinsatz zwischen dem angelsächsischen Raum und Europa.
3. Nutzen und Grenzen des Ratings für die Kapitalmarktteilnehmer: Diskutiert die Akzeptanzvoraussetzungen für Ratingagenturen sowie den konkreten Nutzen und die Disziplinierungswirkung für Emittenten, Investoren und Banken.
4. Was bewirkt das Rating auf dem Finanzmarkt?: Fasst die Auswirkungen auf das Finanzsystem zusammen, insbesondere im Hinblick auf Markteffizienz, Transparenz und künftige Entwicklungen wie die Securitization.
Schlüsselwörter
Rating, Kapitalmarkt, Bonität, Emittentenrating, Emissionsrating, Credit Spread, Securitization, Risikomanagement, Markteffizienz, Finanzmarktaufsicht, Basel II, Ratingkultur, Informationsasymmetrie, Portfoliomanagement, Eigenkapital.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen dem Rating-Gewerbe und dem Kapitalmarkt unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Ausprägungen der Ratingkultur in Deutschland bzw. Europa und den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Ratings, den Status quo der Verbriefung von Fremdkapital, den Nutzen des Ratings für Marktteilnehmer sowie die regulatorischen Auswirkungen auf den Finanzmarkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen von Ratings aus Sicht der verschiedenen Kapitalmarktteilnehmer aufzuzeigen und die Auswirkungen von Ratingprozessen auf das Finanzsystem zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und vergleicht empirische Daten und Statistiken von Ratingagenturen und Zentralbanken, um die Bedeutung des Ratings am Kapitalmarkt zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Marktakzeptanz von Ratingagenturen, dem Nutzen des Ratings für Emittenten (z.B. als Informations- und Risikotool) sowie für Investoren und Banken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Rating, Kapitalmarkt, Bonität, Credit Spreads, Informationsasymmetrie, Markteffizienz und die Bedeutung der institutionellen Rahmenbedingungen für die Ratingkultur.
Inwiefern beeinflusst ein Rating das Management eines Unternehmens?
Ein Rating kann disziplinierend wirken, da es die Unternehmensleitung dazu zwingt, sich mit Risikofeldern auseinanderzusetzen und aktives Risikomanagement zu betreiben.
Was ist das Problem mit dem sogenannten "Rating Shopping"?
Rating Shopping beschreibt das unethische Verhalten von Emittenten, gezielt nur jene Ratingagenturen zu beauftragen, die das günstigste Ergebnis versprechen, was vom Markt bei hoher Transparenz durch Inakzeptanz sanktioniert werden sollte.
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- Matthias Schindler (Author), 2001, Rating und Kapitalmarkt. Definition, Nutzen und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33818