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Der Schriftspracherwerb im Erstunterricht. Wird die Fibel „Karibu“ dem Anspruch der Systemtheorie gerecht?

Titel: Der Schriftspracherwerb im Erstunterricht. Wird die Fibel „Karibu“ dem Anspruch der Systemtheorie gerecht?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Victoria Theis (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei Beginn des Schriftspracherwerbs werden zum Lesenlernen häufig Fibeln eingesetzt. Viele der neuesten Fibelerscheinungen beinhalten augenscheinlich Silbenkonzepte, wie dies beispielsweise bei „Karibu“ der Fall ist. Auf diese Weise entsteht die Vermutung, dass die Fibeln auf die Silbe als Einheit ausgerichtet sind und somit der systemorientierte Ansatz des Schriftspracherwerbs Anwendung findet.

Die Hausarbeit geht der Frage nach, ob die Fibel „Karibu“ dem Anspruch der Systemtheorie wirklich gerecht wird.

In Kapitel 2 werden zunächst die beiden großen, einander komplementär gegenüberstehenden Schrifttheorien, Abbild- und Systemtheorie, vorgestellt. Innerhalb der Systemtheorie werden phonographische, silbische und morphologische Prinzipen erläutert, die unterschiedliche Vorgehensweisen beim Schriftspracherwerb aufzeigen.

In Kapitel 3 werden sodann silbenbasierte Modelle im Rahmen des systemorientierten Schriftspracherwerbs aufgezeigt. Die sprachdidaktischen Modelle zur Sprechsilbe (Röber 2011) und Schreibsilbe (Bredel u.a. 2009) (Hinney u.a. 2010) bieten die Grund-lage für die in Kapitel 4 vorgenommene Analyse der Fibel „Karibu“. Hierbei wird sowohl die Konzeption der Fibel als auch beispielhaft einige Seiten auf verwendetes Wortschatzmaterial analysiert. Dabei soll auch die Frage beantwortet werden, ob der Fibellehrgang „Karibu“ die Aspekte der Systemtheorie strikt aufgreift und umsetzt, oder ob hier auch Komponenten der Abbildtheorie miteinbezogen wurden.

Im Fazit werden die gewonnenen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. SCHRIFTTHEORIEN

2.1 Die Abbildtheorie

2.2 Die Systemtheorie

2.2.1 das phonographische Prinzip

2.2.2 die silbischen Prinzipien

2.2.3 die morphologischen Prinzipien

2.3 Die Wortstruktur des Deutschen im Kernbereich

3. SILBENBASIERTE MODELLE IM RAHMEN DES SYSTEMORIENTIERTEN SCHRIFTSPRACHERWERBS

3.1 Sprachdidaktisches Modell zur Sprechsilbe (Röber)

3.2 Sprachdidaktische Modelle zur Schreibsilbe (Bredel/Hinney)

4. UNTERSUCHUNG DER FIBEL „KARIBU“

4.1 Die Konzeption der Fibel

4.2 Die „Karibu- Fibel“

4.2.1 Analyse der Fibelseiten 38, 39

4.2.2 Analyse der Fibelseite 18 und 19

4.2.3 Analyse der Fibelseiten 20 und 21

4.2.4 Analyse der Fibelseiten 30 und 31

4.2.5 Verwendetes Wortmaterial

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das Fibelwerk „Karibu“ den Anforderungen der Systemtheorie im Hinblick auf den Schriftspracherwerb gerecht wird und ob silbenbasierte Ansätze systematisch zur Vermittlung orthographischer Strukturen genutzt werden.

  • Vergleich von Abbildtheorie und Systemtheorie
  • Analyse silbenbasierter Modelle zur Sprachdidaktik
  • Überprüfung der Fibelkonzeption „Karibu“ auf systemtheoretische Aspekte
  • Evaluierung der Eignung des verwendeten Wortmaterials
  • Kritische Reflexion des Einsatzes von „Entdeckerseiten“ und visuellen Hilfsmitteln

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Abbildtheorie

Die Abbild- und Systemtheorie bilden zwei komplementäre Theorien zur Erklärung der Schreibweise von Wörtern. Das amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung folgt eben dieser Abbildtheorie mit ihrer spezifischen Sicht auf die Orthographie (vgl. Duden 2006: 1161-1216). In jenem Abschnitt des Regelwerkes, das sich mit der Wortschreibung beschäftigt, werden die beiden großen Gruppen Vokale und Konsonanten behandelt und nach diesbezüglich aufgestellten Regeln in grundlegenden, besonderen und speziellen Zuordnungen aufgelistet (vgl. ebd.: 1162). Die Schreibung von Wörtern orientiert sich dabei deutlich an zwei Prinzipien. Das Regelwerk verweist direkt zu Beginn auf das Prinzip der Phonemkonstanz: „Für die Schreibung des Deutschen gilt: Buchstaben und Sprachlaute sind einander zugeordnet“ (ebd.:1161). Daneben wird das Prinzip der Morphemkonstanz angesprochen:

„Die Schreibung der Wortstämme[...] bleibt bei der Flexion der Wörter, in Zusammensetzungen und Ableitungen weitgehend konstant [...]. Dies macht es in vielen Fällen möglich, die Schreibung eines Wortes aus verwandten Wörtern zu erschließen. Dabei ist zu beachten, dass Wortstämme sich verändern können [...]“ (ebd.: 1161).

Das Prinzip der Phonemkonstanz beinhaltet die Annahme, dass sich Grapheme, also die kleinsten Einheiten der geschriebenen Sprache, genau auf Phoneme, die kleinsten Einheiten der gesprochenen Sprache, beziehen lassen. Die Graphem- Phonem- Korrespondenz ist im Hinblick auf die Standardaussprache die Grundregel der Wortschreibung, die die Anordnung der sich daran anschließenden Regeln erklärt (Grundregeln, besondere Regeln, spezielle Regeln) (vgl. ebd.: 1161f.). Die Abbildtheorie sieht demnach „[...] das vermeintliche Ideal einer Alphabetschrift“ (Hinney 2010: 57) in einer 1:1 –Zuordnung von Phonemen auf Grapheme. Laute und Buchstaben sind demnach eindeutig aufeinander bezogen. Ist eine solche Zuordnung nicht möglich, wird eine Abweichung angenommen, die als besondere oder spezielle Zuordnung behandelt wird. Diese Ausnahmen stellen einen großen Teil des Regelwerks dar, denn auch die Vokalquantität, die s- Schreibung oder die Auslautverhärtung weichen von dieser 1:1 Regelung ab (vgl. Duden 2006: 1161-1170).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik des Schriftspracherwerbs und Vorstellung des Forschungsinteresses bezüglich der Fibel „Karibu“.

2. SCHRIFTTHEORIEN: Gegenüberstellung der Abbildtheorie und der Systemtheorie sowie Erläuterung der phonographischen, silbischen und morphologischen Prinzipien.

3. SILBENBASIERTE MODELLE IM RAHMEN DES SYSTEMORIENTIERTEN SCHRIFTSPRACHERWERBS: Darstellung didaktischer Modelle zur Sprech- und Schreibsilbe als Grundlage für modernen Lese- und Schreibunterricht.

4. UNTERSUCHUNG DER FIBEL „KARIBU“: Exemplarische Analyse der Fibelkonzeption und ausgewählter Fibelseiten im Hinblick auf ihre systemtheoretische Fundierung.

5. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse, welche kritisch beleuchtet, dass „Karibu“ trotz Silbenansatzes oft der Abbildtheorie verhaftet bleibt.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, Systemtheorie, Abbildtheorie, Silbe, Schreibsilbe, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Fibelanalyse, Karibu, Orthographie, Sprachdidaktik, Erstunterricht, Wortschreibung, Phonemkonstanz, Morphemkonstanz, Wortstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem systemorientierten Schriftspracherwerb im deutschen Grundschulunterricht und prüft, inwieweit aktuelle Fibelwerke wie „Karibu“ die theoretischen Prinzipien der Systemtheorie tatsächlich im Lernprozess umsetzen.

Welche zentralen theoretischen Themenfelder werden abgedeckt?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen der traditionellen Abbildtheorie und der modernen Systemtheorie sowie die Darstellung verschiedener silbenbasierter Modelle zur Erschließung der deutschen Wortschreibung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, herauszufinden, ob das Fibelwerk „Karibu“ die Silbe als systematisches Grundmuster verwendet oder ob in der Praxis dennoch weiterhin auf eine rein lautorientierte 1:1-Zuordnung von Buchstaben und Lauten gesetzt wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine exemplarische didaktische Analyse der Fibel „Karibu“, bei der spezifische Seiten und das verwendete Wortmaterial kritisch vor dem Hintergrund der graphematischen Systemtheorie untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Schrifttheorien, die Vorstellung silbenbasierter Unterrichtsmodelle (u.a. nach Röber, Bredel und Hinney) sowie die konkrete Untersuchung des Fibellehrgangs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Publikation?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Schriftspracherwerb, Systemtheorie, Abbildtheorie, Silbenstruktur, Graphem-Phonem-Korrespondenz und Fibelanalyse.

Wie bewertet die Arbeit den Einsatz von „Entdeckerseiten“ in „Karibu“?

Die Autorin äußert sich kritisch zu den Entdeckerseiten, da diese teilweise durch überartikulierte Pilotsprache oder ungeeignete Fremdwörter die Einsicht in die systematische Wortstruktur erschweren statt sie zu fördern.

Warum wird die „Leserutsche“ in der Arbeit als problematisch eingestuft?

Die Leserutsche wird kritisiert, da sie den Lernenden ein zu vereinfachtes Bild des Lesenlernes vermittelt und durch das gedehnte Sprechen einzelner Laute die tatsächliche Sprachstruktur entfremdet.

Welches Fazit zieht die Autorin zum Fibellehrgang „Karibu“?

Das Fazit lautet, dass die Silbe in „Karibu“ zwar als Hilfsmittel zur Gliederung genutzt wird, aber nicht systematisch zur Vermittlung des tieferen, systemtheoretisch begründeten Wortaufbaus dient, wodurch die Abbildtheorie weiterhin dominiert.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Schriftspracherwerb im Erstunterricht. Wird die Fibel „Karibu“ dem Anspruch der Systemtheorie gerecht?
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)
Note
1,0
Autor
Victoria Theis (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
28
Katalognummer
V338202
ISBN (eBook)
9783668276253
ISBN (Buch)
9783668276260
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Abbildtheorie Systemtheorie schriftlastig lesen schreiben lernen erstunterricht grundschule 1.klasse Deutsch Anfangsunterricht Probleme Karibu
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Victoria Theis (Autor:in), 2016, Der Schriftspracherwerb im Erstunterricht. Wird die Fibel „Karibu“ dem Anspruch der Systemtheorie gerecht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338202
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Leseprobe aus  28  Seiten
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