Im Rahmen dieser Ausarbeitung wird literaturgestützt erörtert, welche Relevanz die ästhetische Bildung für die Identitätsbildung hat. Es wird weitergehend geklärt, welchen Einfluss ästhetische Prozesse auf Individuen nehmen und in welcher Weise sich diese Prozesse vollziehen. Zu diesem Zweck werden einleitend Definition der ästhetischen Bildung erläutert und weiterführend ästhetische Prozesse genauer betrachtet. Auf diese Weise wird in die Thematik eingeleitet und grundlegende Begrifflichkeiten zu Beginn geklärt. Im Folgenden wird die Subjektorientierung der ästhetischen Bildung in den Fokus genommen und ihre Notwendigkeit für die ästhetische Bildung begründet. Das zweite Kapitel schließt mit der aus den Bildungsprozessen resultierenden Selbstwirksamkeit des Individuums ab und lässt erste Einflüsse auf die Identitätsbildung erahnen. Konkreter werden diese ästhetischen Prozesse in den Unterpunkten des zweiten Kapitels dargestellt, indem dann speziell auf die Einflussmöglichkeiten der ästhetischen Bildung auf die Identitätsbildung eingegangen wird.
Abschließend wird die ästhetische Bildung als Element der Sozialen Arbeit vorgestellt und der daraus resultierende Aufgabenbereich für ErzieherInnen erläutert. In der Schlussfolgerung werden die zentralen Thesen dieser Ausarbeitung erneut aufgegriffen und bewertet.
Für diese Hausarbeit wurde insbesondere der Bereich der politisch-partizipatorischen Kompetenzen ausgewählt, da sowohl die Subjektorientierung als auch die Ich-Stärkung für die Soziale Arbeit und die ästhetische Bildung von elementarer Bedeutung sind. Weiterführende Fragestellungen könnten sich dem Bereich der sozialen und kommunikativen Ziele sowie den kunstbezogenen oder rein kognitiven Kompetenzen, die durch ästhetische Bildung ausgebaut werden, annehmen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition der ästhetischen Bildung
2. Ästhetischen Bildung und das Subjekt
2.1 Einfluss der ästhetischen Bildung auf die Identitätsbildung
2.2 Ästhetischen Bildung als Element der Sozialen Arbeit
3. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung ästhetischer Bildung für die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle der Sozialen Arbeit liegt, um ästhetische Prozesse als Grundlage für Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitsbildung nutzbar zu machen.
- Grundlagen und Definitionen ästhetischer Bildung
- Die subjektorientierte Perspektive in der ästhetischen Bildung
- Einfluss ästhetischer Erfahrungen auf die Identitätsbildung
- Integration ästhetischer Bildung in die Soziale Arbeit
- Förderung von Medienkompetenz und Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
1. Definition der ästhetischen Bildung
Der Begriff Ästhetik geht zurück auf den Begriff Aisthesis, der aus dem griechischen stammt in der deutschen Übersetzung so viel wie Wahrnehmung oder sinnliche Wahrnehmung bedeutet. Ästhetisch heißt somit auch sinnhaft oder mit allen Sinnen. Der Begriff ästhetisch bezieht sich dabei nicht direkt auf künstlerische Phänomene, sondern verweist in seiner weiten Bedeutung auf das Sinnhafte und das Schöne. „Grundlegende Kategorien der Ästhetik sind das Schöne und das Hässliche, das Erhabene und die Negation, das Versprechen einer Alternative durch das Aufzeigen von andersartigen Möglichkeiten“. Ästhetische Bildung kann gleichwohl als Lehre des Schönen bzw. Sinnhaften umschrieben werden und meint eine spezifische Art der Auseinandersetzung zwischen dem Subjekt und der Welt. Innerhalb dieser Auseinandersetzung entsteht ein besonderer Moment der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit für sich selbst und seine Umwelt. Dieser besondere Moment wird als ästhetische Erfahrung innerhalb eines ästhetischen Prozesses beschrieben und bildet ein wichtiges Element der frühkindlichen Entwicklung. Jedem ästhetischen Prozess liegt zunächst eine ästhetische Empfindung zugrunde, die ganz unterschiedliche Ausprägungen haben kann, beispielsweise dem Spiel mit einem bestimmten Element (z.B. Wasser), das Ertasten von bisher unbekannten Materialien oder das aufmerksame Zuhören einer bestimmten Melodie. Infolge dieser Empfindung wird die gesamte Wahrnehmung des Menschen auf diesen Zustand gelenkt und eine erhöhte Selbstaufmerksamkeit entsteht. Dieser Vorgang unterscheidet die ästhetische Wahrnehmung von alltäglichen Wahrnehmungen. Diese Wirkung kann in dem Menschen das Bedürfnis wecken, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, was ein Wechselspiel zwischen Eindruck und Ausdruck zur Folge hat.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung der ästhetischen Praxis innerhalb der Sozialen Arbeit heraus und umreißt die zentrale Forschungsfrage zur Rolle der ästhetischen Bildung bei der Identitätsbildung.
1. Definition der ästhetischen Bildung: Dieses Kapitel erläutert den etymologischen Ursprung der Ästhetik und beschreibt ästhetische Bildung als einen komplexen Prozess der Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit der Umwelt.
2. Ästhetischen Bildung und das Subjekt: Hier wird der Fokus auf eine subjektorientierte Pädagogik gelegt, die das Kind in seiner Selbstwirksamkeit und in seinem Streben nach Identitätsfindung ernst nimmt.
2.1 Einfluss der ästhetischen Bildung auf die Identitätsbildung: In diesem Unterkapitel wird das Wechselspiel zwischen Vernunft und Sinnlichkeit sowie der soziologische Ansatz der Identitätsbildung nach Mead analysiert.
2.2 Ästhetischen Bildung als Element der Sozialen Arbeit: Dieser Abschnitt thematisiert die praktische Anwendung ästhetischer Bildung als Instrument zur Resilienzstärkung, zum Empowerment und zur Integration neuer Medien in den sozialpädagogischen Alltag.
3. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Relevanz der ästhetischen Bildung als festen Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung zusammen und plädiert für eine bewusste Begleitung dieser Prozesse durch Fachkräfte.
Schlüsselwörter
Ästhetische Bildung, Identitätsbildung, Soziale Arbeit, Subjektorientierung, Wahrnehmung, Selbstwirksamkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Frühkindliche Entwicklung, Empowerment, Medienkompetenz, Sinnliche Wahrnehmung, Bildungsprozesse, Aisthesis, Gestaltungsprozess, Resilienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen und praktischen Grundlagen der ästhetischen Bildung und deren entscheidende Bedeutung für die Identitätsbildung bei Kindern und Jugendlichen im sozialpädagogischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition ästhetischer Erfahrung, der Subjektorientierung in pädagogischen Prozessen, der Identitätsentwicklung nach Mead sowie der praktischen Implementierung ästhetischer Praxis in der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu begründen, welche Bedeutung ästhetische Bildung für die Identitätsbildung hat und wie Fachkräfte diese Prozesse zur Stärkung der Persönlichkeit und Ich-Stärkung nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die bestehende Theorien und Bildungskonzepte zusammenführt, um die Relevanz ästhetischer Bildung theoretisch zu fundieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der ästhetischen Bildung, die Betrachtung des Subjekts im ästhetischen Kontext, den Einfluss auf die Identität sowie die konkrete Bedeutung für das Feld der Sozialen Arbeit inklusive moderner Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind ästhetische Bildung, Identitätsbildung, Soziale Arbeit, Subjektorientierung, Selbstwirksamkeit und Wahrnehmung.
Warum wird statt "ästhetischer Erziehung" der Begriff "ästhetische Bildung" bevorzugt?
Dies geschieht bewusst, um die Subjektorientierung zu betonen und Kinder sowie Jugendliche als selbstständige Akteure ihrer eigenen Bildungsbiografie ernst zu nehmen, anstatt sie lediglich erzieherisch zu beeinflussen.
Welche Rolle spielen "Neue Medien" in der ästhetischen Bildung?
Neue Medien werden als integraler Bestandteil der Lebenswelt von Kindern betrachtet, weshalb die Vermittlung von Medienkompetenz und deren Integration in ästhetische Lernprozesse für die Soziale Arbeit unabdingbar sind.
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- Nicoline Rohweder (Author), 2014, Einfluss der ästhetischen Bildung auf die Identitätsbildung von Mädchen, Jungen und Queers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338271