Begründet wurde die Gestaltberatung von Fritz und Laura Perls, sowie dem Soziologen Paul Goodman in den 40er Jahren.
Da Fritz Perls ein Jude deutscher Abstammung war, der während des 2.Welkrieges in die USA emigrierte, hat die Gestalttherapie europäischen Ursprung. Häufiger liest man auch die Namen Friedrich oder Frederick Perls, womit aber auch Fritz Perls gemeint ist. Dies lässt sich damit erklären, da er seinen Namen, ebenso wie seine Frau, in den USA amerikanisierte.
Die Gestaltberatung gehört zu den humanistischen Verfahren in der man den Mensch als Einheit von Körper, Seele und Geist, der in ein soziales und ökologisches Umfeld gebunden ist, betrachtet.
Doch was ist Gestaltberatung eigentlich, an wen wendet sie sich und wie läuft sie ab? Diese Fragen soll diese Hausarbeit klären.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Gestaltberatung
1. Wurzeln der Gestaltberatung
1.1 Psychoanalyse
1.2 Gestaltpsychologie
1.3 Existentialismus und Phänomenologie
2. Konzepte
2.1 Awareness
2.2 Hier und Jetzt
2.3 Prinzip der Ganzheitlichkeit
2.4 Figur – Hintergrund Prinzip
2.5 Tendenz zur Bildung guter Gestalten
2.6 Bearbeitung von Vermeidungsmechanismen
2.6.1 Retroflektion
2.6.2 Projektion
2.6.3 Introjektion
3. Gestaltberatung, für wen?
4. Methoden
4.1 Bewusstheitskontinuum
4.2 Hot seat / leere Stuhl
4.3 Monodrama
4.4 Direkt ansprechen
5. Möglichkeiten, dem Klienten die Arbeit mit Gestalt zu erleichtern
III. Schluß
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über die theoretischen Grundlagen, Konzepte und praktischen Methoden der Gestaltberatung. Ziel ist es, das humanistische Verfahren verständlich zu machen, seine Ursprünge aufzuzeigen und die konkrete Anwendung im Beratungskontext zu erläutern.
- Historische Wurzeln und Einflüsse der Gestaltberatung
- Zentrale Konzepte wie Awareness, Hier und Jetzt sowie das Figur-Hintergrund-Prinzip
- Umgang mit Vermeidungsmechanismen wie Retroflektion, Projektion und Introjektion
- Methodische Ansätze in der Praxis, darunter das Bewusstheitskontinuum und die Arbeit mit dem leeren Stuhl
Auszug aus dem Buch
2.2 Hier und Jetzt
Das Konzept des „Hier und Jetzt“ muss in Verbindung mit dem Konzept der awareness betrachtet werden, denn „Bewusstheit kann sich nur im Jetzt manifestieren und auf reale Fakten, Verhalten und Umwelt stützen“ (Rahm, 1986, S. 165)
Es geht nicht darum zu schauen, was alles in der Vergangenheit schief gelaufen ist und auch nicht, was alles sein könnte oder was man tun müsste. Man versucht in der Gestaltberatung mit verschiedenen Techniken entfernte Situationen bzw. Probleme ins „Hier und Jetzt“ zu verlagern. Vergangenheit und Zukunft sollen vergegenwärtigt werden. Man redet aber nicht nur darüber, sondern man soll es auch im „Hier und Jetzt“ erleben. Ein Beispiel soll zeigen wie der Klient aufgefordert wird im „Hier und Jetzt“ zu bleiben:
„Klient: (spricht über einen Streit, den sie vorige Woche mit einer Bekannten hatte)
Berater: Stellen sie sich vor, dass ist gerade eben…Sprechen sie in der Gegenwart darüber… Wo sind sie gerade?
Klient: In der Küche.
Berater: Beschreiben sie, wie es da aussieht.
Klient: (beschreibt kurz und fährt fort) Die war gerade dabei Kartoffel zu schälen.
Berater: Die schält gerade Kartoffeln.
Klient: Ja, und ich komme mir überflüssig vor!“
(Rahm, 1986, S. 166)
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Begründer der Gestaltberatung vor und ordnet das Verfahren in den humanistischen Kontext ein.
II. Gestaltberatung: Dieses Hauptkapitel erläutert die theoretischen Wurzeln sowie die wesentlichen Konzepte wie Awareness, Ganzheitlichkeit und den Umgang mit Vermeidungsmechanismen.
3. Gestaltberatung, für wen?: Hier wird das breite Einsatzspektrum der Gestaltberatung bei verschiedenen psychischen und existenziellen Belastungen dargestellt.
4. Methoden: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Techniken wie das Bewusstheitskontinuum oder die Arbeit am leeren Stuhl zur therapeutischen Unterstützung.
5. Möglichkeiten, dem Klienten die Arbeit mit Gestalt zu erleichtern: Der Autor zeigt auf, wie durch therapeutische Kommunikation und Sprachmittel der Zugang für den Klienten verbessert werden kann.
III. Schluß: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Kernziele, insbesondere der Förderung von Bewusstheit und Lebensgestaltung.
Schlüsselwörter
Gestaltberatung, Awareness, Bewusstheit, Hier und Jetzt, Ganzheitlichkeit, Figur-Hintergrund-Prinzip, Vermeidungsmechanismen, Retroflektion, Projektion, Introjektion, Psychodrama, Methoden, humanistische Verfahren, therapeutischer Prozess.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern der Gestaltberatung?
Die Gestaltberatung ist ein humanistisches Verfahren, das den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist betrachtet, welche untrennbar mit ihrem sozialen und ökologischen Umfeld verbunden ist.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Quellen, die Konzepte zur Wahrnehmungssteuerung (Awareness), den Umgang mit Vermeidungsmechanismen und die methodische Umsetzung in der Beratungspraxis.
Was ist das primäre Ziel dieser Hausarbeit?
Ziel ist es, die grundlegenden Fragen zu klären: Was ist Gestaltberatung, wer kann davon profitieren und wie wird sie in der Praxis konkret angewendet?
Welche wissenschaftliche Methodik liegt zugrunde?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse klassischer Werke der Gestalttherapie und -beratung, ergänzt durch die Erläuterung praktischer Interventionsbeispiele.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Wurzeln (Psychoanalyse, Gestaltpsychologie, Phänomenologie), die Erklärung zentraler Konzepte und die Vorstellung spezifischer Beratungsmethoden.
Welche Begriffe charakterisieren den Text am stärksten?
Neben dem Kernbegriff der Gestaltberatung sind die Konzepte "Awareness", "Hier und Jetzt" sowie die verschiedenen "Vermeidungsmechanismen" die prägenden Elemente.
Warum ist das Konzept des „Hier und Jetzt“ so zentral?
Laut Text manifestiert sich Bewusstheit nur im gegenwärtigen Moment. Durch die Verlagerung von Problemen in das Hier und Jetzt werden sie erlebbar und damit bearbeitbar gemacht, statt nur über sie zu sprechen.
Welche Rolle spielen „Übertragungsobjekte“ bei der Arbeit am leeren Stuhl?
Der Stuhl oder Kissen dienen als Stellvertreter für Personen, Körperteile oder abstrakte Begriffe, wodurch der Klient in Interaktion treten und blockierte Gefühle ausdrücken sowie auflösen kann.
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- Melanie Öd (Author), 2003, Gestaltberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33836