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Abriss einer Kritik über Émile Durkheims Sozialisationsbegriff

Titel: Abriss einer Kritik über Émile Durkheims Sozialisationsbegriff

Hausarbeit , 2010 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bernd Appel (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird der Sozialisationsbegriffs des französischen Soziologen Émile Durkheim in Bezug zum Erziehungsbegriff untersucht. Dabei werden unter anderem die normativen Aussagen und die deskripitven Analyseelemente in Durkheims Vorlesungstext "Erziehung und Gesellschaft" umfassend betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Durkheims Sozialisationsbegriff in „Erziehung und Gesellschaft“

3 Abriss einer Kritik zu Émile Durkheim

3.1 Durkheim zwischen normativen Aussagen und deskriptiver Analyse

3.2 Die Rolle des Erziehers und des Zöglings bei Durkheim

3.3 Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Émile Durkheims Verständnis von Sozialisation und Erziehung auseinander, insbesondere basierend auf dessen Werk „Erziehung und Gesellschaft“. Das primäre Ziel ist es, die Konsistenz von Durkheims Anspruch auf eine wertneutrale, deskriptive soziologische Forschung zu hinterfragen und die methodischen sowie inhaltlichen Schwachstellen seiner Theorie aufzuzeigen.

  • Analyse der Argumentationsstruktur in Durkheims Antrittsvorlesung
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen normativen und deskriptiven Aussagen
  • Kritische Reflexion der Rollen von Erzieher und Zögling im Sozialisationsprozess
  • Dekonstruktion des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft
  • Beurteilung der soziologischen Methodik im historischen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1 Durkheim zwischen normativen Aussagen und deskriptiver Analyse

Nach einer Analyse von Durkheims Argumentationsstruktur sollen nun im Folgenden die deskriptiven und normativen Aspekte seiner Antrittsvorlesung näher betrachtet werden. Dabei fällt auf, dass es eine Vielzahl von Stellen in Durkheims Ausführungen gibt, die sowohl als deskriptive Beschreibungen aber auch als normative Forderungen verstanden werden können. Somit lässt sich feststellen, dass Durkheim seinem Anspruch auf eine rein deskriptive und sachliche Analyse der sozialen Einflüsse auf die Erziehung, wie es den Bedingungen der späteren Soziologie entsprechen würde, nicht gerecht wird. Hierfür lassen sich mehrere Beispiele finden wie z.B. folgende Aussage:

Der Mensch, den die Erziehung in uns verwirklichen muß, ist nicht der Mensch, den die Natur gemacht hat, sondern der Mensch, wie ihn die Gesellschaft haben will; und sie will ihn so haben, wie ihn ihre innere Ökonomie braucht. (Durkheim: S. 49).

Das Wort „müssen“ kann hier sehr unterschiedlich verstanden werden. Zum einen könnte Durkheim mit dieser Aussage eine deskriptive Beschreibung davon liefern, in welcher Weise die Entwicklung des Menschen durch die Anforderungen der Gesellschaft vorbestimmt sei. Darunter ist zu verstehen, dass die Gesellschaft bestimmte Typen von Menschen benötigt, die im Rahmen „zunehmender Arbeitsteilung“ (Baumgart: S. 31) in allen Arbeitsbereichen des alltäglichen Lebens eingesetzt werden können und auch müssen. So wurden beispielsweise in der Zeit des Feudalismus die Kinder zu Gehorsam und Achtung vor den Eltern erzogen, damit sie auf den Feldern als effiziente Arbeitskräfte eingesetzt werden konnten. Auf Basis der gesellschaftlich geforderten Subsistenzwirtschaft des Feudalismus mussten die Kinder daher bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen, um der „inner[en] Ökonomie“ (Durkheim: S. 49) der Gesellschaft dienen zu können. Nach dieser Auslegung des Wortlauts Durkheims werden an dieser Stelle lediglich historisch-bewiesene Prozesse dargestellt, um einen allgemeinen Blick dafür gewinnen zu können, wie stark „Erziehung mit den sozialen Klassen oder (…) mit dem Wohnort“ (Durkheim: S. 45) verbunden sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt Émile Durkheim als Gründervater der Soziologie vor und skizziert sein Ziel, Pädagogik in eine empirisch fundierte Wissenschaft zu überführen, während sie zugleich die Forschungsfrage nach der Wertneutralität seiner Theorien formuliert.

2 Durkheims Sozialisationsbegriff in „Erziehung und Gesellschaft“: Das Kapitel erläutert Durkheims Kernthese, dass Erziehung untrennbar mit der Gesellschaft verbunden ist und nicht als rein individuelle psychologische Angelegenheit betrachtet werden kann.

3 Abriss einer Kritik zu Émile Durkheim: Hier erfolgt eine tiefgehende kritische Analyse, die Durkheims Schwanken zwischen deskriptiver Analyse und normativen Forderungen sowie seine Sicht auf Erzieher, Zögling und das Individuum-Gesellschaft-Verhältnis hinterfragt.

3.1 Durkheim zwischen normativen Aussagen und deskriptiver Analyse: Dieses Unterkapitel untersucht die Problematik, dass Durkheims Formulierungen oft sowohl als Tatsachenbeschreibung als auch als imperativer Anspruch gedeutet werden können, was seinem wissenschaftlichen Anspruch widerspricht.

3.2 Die Rolle des Erziehers und des Zöglings bei Durkheim: Der Abschnitt kritisiert, dass Durkheim dem Erzieher und dem Kind die Subjektivität abspricht, indem er beide als bloße Ausführungsorgane gesellschaftlicher Bedürfnisse darstellt.

3.3 Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft: Das Kapitel befasst sich mit Durkheims dualistischem Menschenbild und kritisiert, dass das Individuum unter dem Diktat der gesellschaftlichen Anpassung seine Eigenständigkeit zu verlieren droht.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Kritik zusammen und konstatiert, dass trotz Durkheims bahnbrechender Bedeutung für die Soziologie seine Theorien methodisch und inhaltlich angreifbar bleiben.

Schlüsselwörter

Émile Durkheim, Sozialisation, Erziehung, Soziologie, Wertneutralität, Deskriptive Analyse, Normative Aussagen, Gesellschaft, Individuum, Erzieher, Zögling, Arbeitsteilung, Pädagogik, Sozialisationstheorie, Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Auseinandersetzung mit der Sozialisationstheorie von Émile Durkheim, insbesondere basierend auf dessen Text „Erziehung und Gesellschaft“ aus dem Jahr 1902.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Soziologie und Erziehung, der Anspruch auf wissenschaftliche Wertneutralität, die Rolle des Staates und der Gesellschaft bei der Erziehung sowie die moralische Entwicklung des Individuums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, zu prüfen, ob Durkheims Anspruch, eine rein deskriptive und sachliche Analyse der Erziehungsprozesse zu liefern, angesichts seiner teils normativen Argumentationsweise haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textkritische Analyse der Vorlesung Durkheims, wobei sie dessen Argumentationsstruktur zerlegt und mit anderen sozialwissenschaftlichen Perspektiven sowie historischen Kontexten vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schwankungen zwischen deskriptiven und normativen Aussagen, die Entmachtung von Erzieher und Kind gegenüber der gesellschaftlichen Macht sowie das problematische Verhältnis zwischen der Freiheit des Individuums und den Anforderungen der Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Durkheim, Erziehung, Soziologie, Wertneutralität, Kollektivität und das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft.

Inwiefern hinterfragt die Arbeit Durkheims Sicht auf das Kind?

Die Arbeit kritisiert, dass Durkheim das Kind von Geburt an als „egoistisches und asoziales“ Wesen definiert und somit die pädagogische Diskussion seiner Zeit über die tatsächliche Beschaffenheit des Kindes ignoriert.

Warum wird Durkheims „soziologische Methode“ kritisch gesehen?

Kritisiert wird, dass Durkheim zwar Wertneutralität fordert, aber bei der Analyse „schlechter“ Gesellschaftsformen (wie etwa Diktaturen) keine klare moralische Distanzierung einnimmt, da er starr an einer rein sachlichen Betrachtungsweise festhält.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Abriss einer Kritik über Émile Durkheims Sozialisationsbegriff
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Bernd Appel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V338387
ISBN (eBook)
9783668277823
ISBN (Buch)
9783668277830
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Durkheim Sozialisationsbegriff Kritik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bernd Appel (Autor:in), 2010, Abriss einer Kritik über Émile Durkheims Sozialisationsbegriff, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338387
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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