„Was ist denn Dyskalkulie?“ So oder so ähnlich lauteten die Kommentare, wenn ich Freunden, Verwandten oder Bekannten erzählt habe, dass ich eine Hausarbeit über Dyskalkulie schreibe. Bei meinen Erklärungen viel dann auch schnell das Wort Legasthenie. Mit diesem Begriff hatten die wenigsten Probleme, damit konnten sie etwas anfangen. Mit Dyskalkulie dagegen nicht. Kein Wunder. Über Legasthenie gibt es einer Reihe von Büchern und auch in den Medien ist es immer wieder Thema. Dyskalkulie dagegen ist noch weitgehend unbekannt. Es gibt kaum Forschung und die Veröffentlichungen dazu sind spärlich. Doch was ist nun Dyskalkulie? In dieser Arbeit möchte ich zunächst einen groben Überblick über Dyskalkulie geben, was versteht man darunter, wie sind die Symptome und wie lässt es sich diagnostizieren. Meinen Schwerpunkt richte ich dann auf Therapiemöglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Dyskalkulie- Therapie
1. Dyskalkulie – Was ist das?
2. Aktuelle Forschungsbefunde
3. Diagnose
3.1 Ursachen
3.2 Symptome und Erscheinungsbild
3.2.1 Mengen- und Zahlenvorstellung
3.2.2 Zahlen schreiben und Zahlen lesen
3.2.3 Zahlenreihe
3.2.4 Stellenwertsysteme
3.2.5 Schwierigkeiten im Umgang mit Rechenoperationen
3.2.6 Schwierigkeiten beim Einmaleins
3.2.7 Schwierigkeiten beim Lösen von Sachaufgaben
3.2.8 Weiter Schwierigkeiten
3.2.9 Die häufigsten Sekundärsymptome der Dyskalkulie nach Erfahrung von Ramacher-Faasen
3.3 Dyskalkulie Diagnostik
4. Therapie
4.1 Präventive Maßnahmen
4.2 Wie Eltern helfen können
4.3 Pädagogische Hilfen
4.4 Dyskalkulietherapie
4.4.1 Die Beschäftigung mit Mathematik kann Spaß machen
4.4.2 Die Hausaufgaben kann man selbständig bewältigen
4.4.3 Ablauf der Therapiestunde
4.5 Therapeutische Materialien
4.6 Körperarbeit zur Förderung von Dyskalkulenikern
III.Schluß
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das Phänomen Dyskalkulie, beleuchtet zentrale Symptome sowie Diagnoseverfahren und legt einen besonderen Schwerpunkt auf praxisnahe Therapiemöglichkeiten für betroffene Kinder.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung der Rechenstörung
- Diagnostik und Fehleranalyse bei Rechenschwäche
- Präventive Maßnahmen im schulischen und häuslichen Umfeld
- Pädagogische und therapeutische Interventionsansätze
- Einsatz spezieller Materialien und Körperarbeit zur Lernförderung
Auszug aus dem Buch
4.4.2 Die Hausaufgaben kann man selbständig bewältigen
Um dies zu erlernen brauchen die betroffenen Kinder zunächst einmal genügend Zeit, das bedeutet, Kinder ab dem 3.Schuljahr sollten mit Doppelstunden beginnen. Nur so kommt die Arbeit und die Konzentration in Gang. In diesen Doppelstunden werden u.a. die Hausaufgaben bearbeitet. Das erfordert das der Therapeut die gegebenen Aufgaben auf die darin enthaltenen Grundanforderungen hin analysiert. Die analysierten Grundaufgaben werden dann auf einem Niveau, dass das Kind bewältigen kann, geübt. Der Therapeut wechselt dabei zwischen intensiven Übungsphasen und Spielphasen. In diesen Spielphasen kann das Kind selbst über seine Aktivität entscheiden.
In den Übungsphasen kann sich der Therapeut auch mit verschiedenen Anschauungsmaterialien behelfen. Diese sollten aber nur für einen bestimmten Zeitraum eingesetzt werden, sie dürfen nicht zur „Krücke“ (vgl. Krüll, 1996, S.74) des Kindes werden. Es kommt jedoch auch mal vor, dass das Kind die Aufgaben nicht lösen kann, dann sollte der Therapeut keinen Druck ausüben. Das Gefühl, dass das Kind die Hausaufgaben selbst bewältigen kann ist eine wichtige Voraussetzung. Nur so erreicht man einer Verbesserung der Rechenfertigkeiten und dem Verständnis. Je häufiger das Kind solche positiven Gefühle hat, desto mehr wird die Angst vor Mathematik verschwinden. Es baut sich allmählich eine neue Einstellung auf nämlich „Ich kann diese Aufgaben!“ „Ich bin nicht dumm in Mathe“.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht das geringe öffentliche Wissen über Dyskalkulie im Vergleich zur Legasthenie und skizziert das Ziel der Arbeit, einen Überblick über Symptome, Diagnostik und Therapie zu geben.
II. Dyskalkulie- Therapie: Dieses umfangreiche Kapitel bildet den Kern der Arbeit und behandelt Definitionen, Forschungsbefunde, Ursachen, diagnostische Schritte sowie detaillierte pädagogische und therapeutische Hilfsangebote für betroffene Kinder.
III.Schluß: Das Fazit betont, dass sich Dyskalkulie nicht von selbst auswächst, und unterstreicht die Notwendigkeit einer frühzeitigen Diagnose sowie einer engen Zusammenarbeit zwischen Eltern, Schule und Therapeuten.
Schlüsselwörter
Dyskalkulie, Rechenschwäche, Rechenstörung, Diagnostik, Lerntherapie, Prävention, Montessori-Pädagogik, Symptome, mathematische Grundfertigkeiten, Förderdiagnostik, Hausaufgabenbetreuung, Körperarbeit, Teilleistungsschwäche, Fehleranalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der entwicklungspsychologischen Störung Dyskalkulie, erläutert deren Erscheinungsbild und zeigt auf, wie betroffene Kinder durch gezielte therapeutische Maßnahmen unterstützt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören das Verständnis der Dyskalkulie, aktuelle Forschungsergebnisse, die differenzierte Diagnose sowie verschiedene Interventionsmöglichkeiten, einschließlich präventiver Maßnahmen und der Arbeit mit Montessori-Materialien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, einen Überblick über das Störungsbild der Dyskalkulie zu geben und verschiedene Therapiemöglichkeiten darzustellen, die dem Kind helfen, Ängste abzubauen und mathematische Aufgaben selbstständig zu bewältigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung theoretischer Grundlagen sowie praktischer pädagogischer Ansätze aus der Fachliteratur zur Rechenschwäche.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Definition, Forschung, Diagnostik und Therapie. Dabei werden spezifische Symptome, diagnostische Schritte sowie praktische Umsetzungen wie Hausaufgabenhilfe, therapeutische Spielformen und körperorientierte Förderansätze detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dyskalkulie, Rechenschwäche, Lerntherapie, Diagnostik, pädagogische Hilfen, Prävention und Förderung mathematischer Kompetenzen charakterisiert.
Warum ist die „Knickeaufgabe“ für Kinder besonders hilfreich?
Die Knickeaufgabe hilft Kindern dabei, ihr Sichtfeld bewusst auf nur eine Teilaufgabe zu konzentrieren, was den Arbeitsspeicher entlastet und den Fokus auf den aktuellen, überschaubaren Bearbeitungsschritt lenkt.
Welche Rolle spielt die „Körperarbeit“ bei der Dyskalkulietherapie?
Körperarbeit dient dazu, Schwierigkeiten zu adressieren, die das Rechnen indirekt beeinflussen, wie etwa Raumwahrnehmung, Körpergrenzen, Bilateralintegration und die Orientierung im Raum, um damit die Basis für mathematisches Denken zu verbessern.
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- Melanie Öd (Author), 2003, Diagnose und Therapie von Dyskalkulie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33838