In der Hausarbeit wird sich kritisch mit der Rolle der Frau in dem Film My Fair Lady auseinandergesetzt. Dazu gehören auch eine intensive Betrachtung der Hauptcharaktere und eine Analyse der historischen Bedingungen im damaligen London.
„Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blüh´n“ ist mit großer Wahrscheinlichkeit einer der bekanntesten Ausrufe des Filmes My Fair Lady aus dem Jahr 1964 mit Audrey Hepburn und Rex Harrison in den Hauptrollen. Diese Verfilmung gilt als Meisterwerk seiner Zeit und macht die Geschichte rund um Eliza Doolittle bis heute zu einem Klassiker der Filmgeschichte.
Bevor jedoch der Inhalt der Geschichte genauer analysiert wird, lässt der Titel allein schon einigen Spielraum für Interpretationen.
Die Übersetzung des Titels ermöglicht aufgrund der Doppeldeutigkeit des Wortes „fair“ zwei unterschiedliche Bedeutungen. Daraus resultierend entsteht zum einen „Meine schöne Dame“, und zum Anderen „Meine Marktfrau“ als mögliche Übersetzung. Anzumerken ist hier, dass beide Varianten den Filminhalt passend widerspiegeln.
Ein weiterer Clou ist bei genauer Betrachtung der Hinweis auf den noblen Londoner Stadtteil Mayfair, der erst durch die deutliche Aussprache erkennbar wird.
Im Folgenden soll aber nicht nur der Titel auf seine Besonderheiten untersucht werden.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist, die Interaktionen zwischen zwei aus unterschiedlichen Schichten kommenden Personen zu untersuchen. Insbesondere wird der Versuch, die Klassengrenzen zu überwinden, betrachtet.
Darüber hinaus ist die Darstellung der Frau in diesem Film zu beachten. Die Rolle der Frau soll untersucht und in einem historischen Kontext gebracht werden. In Anbetracht dessen lässt sich sagen, dass der Film weit mehr bietet als nur ein "Mein Gott, jetzt hat sie’s!“ .
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Inhaltsangabe „My Fair Lady“
1.2. Zeitliche Einordnung des Films
2. Die Zeit als Hintergrund - London um 1900
2.1. Die Rolle der Frau in dieser Zeit
3. Figurenanalyse
3.1 Eliza Doolittle
3.1. Professor Higgins
3.2. Colonel Hugh Pickering
4. Handlungsanalyse
4.1. Gesellschaftsschichten und ihre Vorurteile
4.2. Überbrückung der Klassengegensätze durch das Mittel der Sprache
4.3 Das Verhältnis von Stärke & Schwäche zwischen Eliza und dem Professor
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Interaktionen zwischen Personen aus verschiedenen sozialen Schichten im Film „My Fair Lady“ und analysiert insbesondere, wie gesellschaftliche Klassengrenzen durch sprachliche Entwicklung und Bildung überwunden werden können, während gleichzeitig die Rolle der Frau in ihrem historischen Kontext beleuchtet wird.
- Die soziale Transformation von Eliza Doolittle
- Der Einfluss von Sprache als Mittel des sozialen Aufstiegs
- Die Charakterisierung von Professor Higgins und Colonel Pickering
- Gesellschaftliche Vorurteile in London um 1900
- Das Spannungsfeld zwischen Macht und Unterwerfung
Auszug aus dem Buch
3.1 Eliza Doolittle
Dem Betrachter wird schon zu Beginn des Filmes klar, dass der erste Auftritt Eliza Doolittles in keinerlei Hinsicht das im Titel enthaltende Wort Lady widerspiegelt. Die junge Frau mit dreckigen Händen und unfrisiertem Haar geht im Londoner Hyde Park ihrer Tätigkeit als Blumenmädchen nach. Jedoch verdeutlicht nicht nur ihr äußeres Erscheinungsbild, sondern auch ihr besonders auffälliges Vokabular ihre Herkunft. Anschaulich illustriert wird diese durch ihren Vater, ein Müllkutscher, als er sie um Geld für Alkohol bittend aufsucht.
Gleichermaßen untermalt ihr Verhalten ihre gesellschaftliche Position, da sie offensichtlich keinen Kontakt zu der feinen Gesellschaft pflegt. Der schwere Berliner Dialekt verdeutlicht in der deutschen Synchronisation (im Englischen spricht Eliza Cockney) die sprachliche Barriere zwischen Unter- und Oberschicht, und dient hier als Aufhänger der ganzen Geschichte.
Eliza durchlebt viele charakterliche Veränderungen. Die erste Begegnung zwischen Eliza und Professor Higgins ist durch ihr auffallend störrisches Verhalten geprägt. Dieses Auftreten ist allerdings der Einstieg, der die Handlung der Geschichte ins Rollen bringt.
Einer der wohl stärksten charakterlichen Eigenschaften ist mit Abstand ihr Selbstbewusstsein. Eliza ist sich ihrer Situation von Beginn an bewusst und versucht diese zu verändern. Sie tritt dem Professor durchaus respektvoll entgegen, was darauf zurückzuführen ist, dass sie auf seine Hilfe angewiesen ist. Ungeachtet dessen ist der Umgang zwischen ihr und Higgins durchaus provokant. Im Laufe des voranschreitenden Lernprozesses, in dem ihr nicht die vornehme Ausdrucksweise sondern auch das Betragen einer feinen Dame ihrer Zeit beigebracht wird, hat sich ihr Selbstbewusstsein auf eine andere Ebene verlagert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Film „My Fair Lady“ ein, beschreibt dessen Bedeutung und erläutert die Zielsetzung der wissenschaftlichen Analyse hinsichtlich der Klassengrenzen und Frauenrollen.
2. Die Zeit als Hintergrund - London um 1900: Hier werden die historischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Londons zur Jahrhundertwende untersucht, wobei besonders auf die Stellung der Frau und Bildungsfragen eingegangen wird.
3. Figurenanalyse: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Charakterisierung der zentralen Protagonisten Eliza Doolittle, Professor Higgins und Colonel Hugh Pickering.
4. Handlungsanalyse: Es wird analysiert, wie Klassenvorurteile im Film dargestellt werden und welche zentrale Rolle die Sprache bei der Überwindung dieser sozialen Schranken spielt, inklusive einer Betrachtung der Dynamik zwischen den Protagonisten.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die zeitlose Bedeutung der im Film thematisierten Vorurteile und sozialen Entwicklungen.
Schlüsselwörter
My Fair Lady, Klassengesellschaft, Eliza Doolittle, Henry Higgins, Sprache, soziale Mobilität, Frauenbildung, London, historische Einordnung, Vorurteile, Figurenanalyse, Sprachwissenschaft, Rollenbild, Identität, Geschlechterkampf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Film „My Fair Lady“ unter dem Fokus der sozialen Stratifikation und der Frage, wie Individuen ihre gesellschaftliche Position durch Sprache und Bildung verändern können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Überwindung von Klassengrenzen, der Rolle der Frau zur Edwardischen Epoche und der psychologischen Dynamik zwischen den Filmfiguren.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Interaktionen zwischen Personen aus verschiedenen sozialen Schichten zu untersuchen und zu analysieren, ob und wie ein Durchbrechen dieser Schranken im Verlauf der Filmhandlung gelingt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine literatur- und filmanalytische Methode, die auf einer fundierten Recherche zu historischen Kontexten und einer detaillierten Figurenanalyse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung des Umfelds, eine Charakterisierung der drei Hauptakteure und eine detaillierte Untersuchung der Handlungsverläufe inklusive der Bedeutung von Sprache als sozialem Aufstiegswerkzeug.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie soziale Mobilität, Klassengesellschaft, Identitätswandel, Sprachbarrieren und Frauenbild charakterisieren.
Warum spielt die Sprache für die Entwicklung von Eliza Doolittle eine solch zentrale Rolle?
Sprache fungiert im Film als das entscheidende Distinktionsmerkmal zwischen der Unter- und Oberschicht; die Beherrschung des korrekten Ausdrucks ermöglicht Eliza erst den Zutritt zu gesellschaftlich gehobenen Kreisen.
Wie verändert sich die Dynamik zwischen Eliza und Professor Higgins im Laufe der Geschichte?
Zunächst ist die Beziehung von Machtgefälle und Arroganz seitens des Professors geprägt, wandelt sich jedoch durch Elizas wachsende Selbstständigkeit zu einer Dynamik, in der sich Higgins erst nach Elizas Abkehr ihrer Bedeutung für ihn bewusst wird.
- Citar trabajo
- Sarah Boost (Autor), 2015, Die Darstellungsweise der Frau und die Überschreitung der Gesellschaftsschichten in dem Film "My Fair Lady", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338496