Seit einigen Jahren spiegelt sich die Bedeutung des derivativen Goodwill in den IFRS-Konzernabschlüssen deutscher Unternehmen wider. Dies scheint hauptsächlich in der Kombination zwischen der Abkehr der planmäßigen Abschreibung des Goodwill zugunsten des seit dem 31. März 2004 praktizierten impairment-only approach (IOA) sowie in der Zunahme von Unternehmenszusammenschlüssen begründet zu sein. Der wertmäßig hohe Betrag des ausgewiesenen Goodwill macht sich mit rund 23,6 Mrd € insbesondere im Konzernabschluss der VW AG bemerkbar. Vor diesem und vor dem Hintergrund der nach der Finanzkrise bereits zweiten durch den VW-Abgasskandals ausgelösten unternehmensinternen Krise seit Einführung des IOA, liegt das Ziel dieser Arbeit in der Analyse der Goodwill-Position im Konzernabschluss der VW AG. Dabei ist das Augenmerk der Arbeit gleichermaßen auf den quantitativen und qualitativen Aspekten der Bilanzierung des Goodwill gerichtet, um so neben der bilanziellen Bedeutung ebenso Indikatoren für ein earnings management herauszuarbeiten.
Im nachfolgenden Kapitel werden in der gebotenen Kürze die Grundlagen zur Goodwill-Bilanzierung sowie deren vorherrschende Kritikpunkte erläutert. Im dritten Kapitel wird zunächst der angrenzende empirische Forschungsstand dargelegt, um darauf aufbauend die Bedeutung des Goodwill, vorgenommene Abschreibungen des Goodwill sowie die in diesem Zusammenhang stehende Berichterstattung im VW Konzernabschluss zu analysieren. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der Analyse kritisch gewürdigt. Die Arbeit schließt im vierten Kapitel mit einem zusammenfassenden Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Goodwill als Bilanzposition nach IFRS
2.1 Erst- und Folgebilanzierung des Goodwill
2.2 Kritik an dem impairment-only approach
3 Analyse der Goodwill-Position im Konzernabschluss der VW AG
3.1 Empirischer Forschungsstand zur Goodwill-Bilanzierung deutscher kapitalmarktorientierter Unternehmen
3.2 Bedeutung des Goodwill bei der VW AG
3.3 Abschreibung des Goodwill bei der VW AG
3.4 Anhangberichterstattung bei der VW AG
3.5 Kritische Würdigung
4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Bachelorarbeit verfolgt das primäre Ziel, die Goodwill-Position im Konzernabschluss der Volkswagen AG detailliert zu analysieren, um sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte der Bilanzierung zu bewerten und mögliche Indikatoren für Bilanzpolitik zu identifizieren.
- Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung nach IFRS
- Kritische Auseinandersetzung mit dem Impairment-Only-Approach
- Empirischer Vergleich der Goodwill-Entwicklung bei deutschen Konzernen
- Analyse der Goodwill-Allokation und Abschreibungspraxis bei VW
- Untersuchung bilanzpolitischer Spielräume und Anhangberichterstattung
Auszug aus dem Buch
Kritik an dem impairment-only approach
Die Kritik an der Goodwill-Bilanzierung richtet sich hauptsächlich an den IOA, mit dessen Einführung im Jahr 2004 die planmäßige Abschreibung weggefallen ist. Seither werden die Möglichkeiten der bilanzpolitischen Gestaltungs- und Ermessenspielräume kritisiert und die adäquate bilanzielle Abbildung eines Goodwill in Frage gestellt.
Die Kritik richtet sich dabei bereits auf die der Folgebewertung vorausgehenden Goodwill-Allokation auf die ZGE bei der Erfassung des Goodwill. Die im Kapitel 2.1 dargestellte, weitgefächerte Möglichkeit der Zuordnung, ermöglicht dem Management eine zielgerichtete Aufteilung des Goodwill auf besonders ertragsstarke oder große ZGE. So kann die Goodwill-Allokation auf ein Geschäftssegment beispielsweise dazu beitragen, dass negative Entwicklungen einzelner Teileinheiten durch andere Teileinheiten dieses Segments kompensiert werden können (Kompensationseffekt). Ein Abschreibungsrisiko des Goodwill kann damit maßgeblich reduziert oder gar ausgeschlossen werden, berücksichtigt man zusätzlich die sich im Zuge einer Restrukturierung ergebene Möglichkeit der Re-Allokation des Goodwill auf eine neue ZGE.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Geschäfts- oder Firmenwerts bei der VW AG ein und umreißt das Ziel der Arbeit sowie die methodische Vorgehensweise.
2 Goodwill als Bilanzposition nach IFRS: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung, insbesondere die Erwerbsmethode sowie die Kritik am Impairment-Only-Approach.
3 Analyse der Goodwill-Position im Konzernabschluss der VW AG: In diesem Hauptteil erfolgt eine tiefgehende Untersuchung der Goodwill-Entwicklung bei VW im Kontext des Forschungsstandes, der Abschreibungspraxis und der Anhangberichterstattung.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die langfristigen Risiken der Goodwill-Bilanzierung für den VW-Konzern vor dem Hintergrund aktueller IFRS-Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Goodwill, IFRS, Impairment-Only-Approach, VW AG, Unternehmenszusammenschluss, Goodwill-Allokation, Bilanzpolitik, Abschreibung, Konzernabschluss, Nutzungsdauer, Wertminderungstest, Earnings Management, Cash-Generating-Units, Kapitalkosten, Finanzberichterstattung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bilanzierung und Entwicklung der Goodwill-Position im Konzernabschluss der Volkswagen AG unter Anwendung der IFRS-Rechnungslegungsvorschriften.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Methodik des Impairment-Only-Approach, die Auswirkungen der Goodwill-Allokation auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten sowie die Identifikation potenzieller bilanzpolitischer Spielräume.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist die Analyse, inwieweit die Goodwill-Bilanzierung bei der VW AG als Instrument für bilanzpolitische Maßnahmen dienen kann und wie robust die Bilanz gegenüber Wertminderungsrisiken ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herleitung der Bilanzierungsgrundlagen, kombiniert mit einer empirischen Analyse von Geschäftsberichten der VW AG und einem Vergleich mit anderen DAX30-Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Forschungsstand zur Goodwill-Bilanzierung, die spezifische Entwicklung des Goodwills bei der VW AG, deren Abschreibungspraxis sowie die Qualität der Anhangberichterstattung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den Kernbegriffen gehören Goodwill, Impairment-Only-Approach, Bilanzpolitik, VW AG, Konzernabschluss und Wertminderungstest.
Welche Rolle spielt die Scania AB oder Porsche AG in der Analyse?
Diese Tochtergesellschaften werden exemplarisch angeführt, um die Auswirkungen von Unternehmensübernahmen auf die Goodwill-Allokation im VW-Konzern nachzuvollziehen.
Warum wird der VW-Abgasskandal im Kontext des Goodwills erwähnt?
Er dient als Beispiel für eine unternehmensinterne Krise, die das Risiko einer außerplanmäßigen Goodwill-Abschreibung erhöht, sofern die Ertragskraft der betroffenen Segmente leidet.
- Citation du texte
- Janco Herzig (Auteur), 2016, Goodwill-Position im Konzernabschluss der VW AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338525