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Masse und Aktion. Vergleichende Betrachtung zweier Massenphänomene. Revolutionäre Volksmasse und Shitstorm

Title: Masse und Aktion. Vergleichende Betrachtung zweier Massenphänomene. Revolutionäre Volksmasse und Shitstorm

Master's Thesis , 2016 , 81 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Sebastian Zeitz (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Was ist eine Masse? Warum geht von der Masse eine solche Faszination aus, der sich Einzelne nur schwerfällig entziehen können? Wie bildet sich eine Masse und welchen ‘Gesetzmäßigkeiten‘ folgt diese scheinbar chaotische Menschenansammlung? Massen spielen spätestens seit dem 19. Jahrhundert als gesellschaftlicher und damit politisch relevanter Faktor in unserer Geschichte eine bedeutende Rolle. Sie können sowohl die Macht eines Herrschers festigen als auch innerhalb kurzer Zeit bestehende Herrschaftsverhältnisse gewaltsam verändern. Proteste, Revolten und Revolution, dies sind die Formen des politischen Kampfes in denen Massen planlos, brutal und oftmals unkontrollierbar auftreten. Sie sind eine politische Macht, mit der gerechnet werden muss, ohne dass sie selbst vorausberechnet werden kann. Sie sind der Inbegriff roher und gefährlicher Leidenschaften, die scheinbar in jedem Menschen schlummern und im kollektiven Verbund ausgelebt werden.

Die Arbeit stellt inhaltlich einen Versuch dar, die Methoden und Erkenntnisse einer klassischen Massensoziologie und -psychologie auf neuartige Formation anzuwenden. So erfolgt im Anschluss eine vergleichende Betrachtung zweier stellvertretender Formationen. Eine Gegenüberstellung spezifischer Merkmale der historischen Masse und die der digitalen Masse Shitstorm soll helfen, feststellbare Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu verdeutlichen. Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit werden die Befunde dann ausgewertet und präsentiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 MASSEKATEGORIEN NACH CANETTI

3 BEGRIFFSGESCHICHTE

4 SOZIALGESCHICHTLICHE BETRACHTUNG DER MASSE

4.1 GEMEINSCHAFT UND GESELLSCHAFT

4.2 DIE GEBURT DER MASSE

4.3 WIE AUS INDIVIDUEN MASSE WIRD

4.3.1 GABRIEL TARDE

4.3.2 GUSTAVE LE BON

4.4 MASSENSOZIOLOGISCHE ERKENNTNISTHEORIE

4.5 ZWISCHENFAZIT

5 HISTORISCHE MASSE: FRANZÖSISCHE REVOLUTION

6 MODERNE MASSE: SHITSTORM

6.1 WAS WIRD UNTER EINEM SHITSTORM VERSTANDEN?

6.1.1 MESSBARKEIT UND DARSTELLUNG

6.2 TECHNISCH-STRUKTURELL E VORAUSSETZUNGEN – DAS WEB 2.0

6.2.1 POPULÄRE PLATTFORMEN

6.3 DAS MEDIUM IST DIE BOTSCHAFT

6.4 BEDEUTUNG DES WEB 2.0 FÜR DEN SHITSTORM

6.5 ANGRIFFSZIELE

6.5.1 MAßNAHMEN

7 AUSWERTUNG

8 FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht das historische Phänomen der revolutionären Volksmasse mit dem modernen digitalen Phänomen des Shitstorms, um Gemeinsamkeiten sowie strukturelle Unterschiede in ihrer Entstehung und Wirkungsweise zu identifizieren.

  • Vergleichende Analyse soziologischer und massenpsychologischer Theorien
  • Bedeutung von Medientechnologien für Massenformationen
  • Die Rolle des Web 2.0 bei der Entstehung von Shitstorms
  • Strukturmerkmale von Gemeinschaft und Gesellschaft
  • Psychologische Mechanismen von Ansteckung und Suggestion

Auszug aus dem Buch

6.1 Was wird unter einem Shitstorm verstanden?

Im landläufigen Verständnis gilt ein Shitstorm als eine Form massenhaft öffentlicher Entrüstung gepaart mit negativer Meinungsbildung, die auf unterschiedlichen Plattformen des Internets stattfindet. Sascha Lobo formulierte 2010 eine enger gefasste Definition: ,,Als Shitstorm soll hier ein Prozess bezeichnet werden, wenn in kurzem Zeitraum eine subjektiv große Anzahl von kritischen Äußerungen getätigt wird, von denen sich zumindest ein Teil vom ursprünglichen Thema ablöst und stattdessen aggressiv, beleidigend, bedrohend oder anders attackierend geführt wird". Der Begriff Shitstorm wird gegenwärtig pejorativ verwendet und gleicht in seiner Bedeutung nahezu einem virtuellen Blutrausch.

Auslöser sind häufig ungeschickte Äußerungen von Akteuren, die dazu führen, dass sich zunächst eine Empörungswelle über die sozialen Netzwerke verbreitet und sich immer mehr Teilnehmer davon anstecken lassen. Anfangs werden Unbeteiligte in diesen Strudel wie im Rausch hineingezogen. Die Dynamik der Beschimpfungen, Beleidigungen bis hin sogar zur Morddrohungen ist in qualitativer Hinsicht neuartig. Es lassen sich allerdings Parallelen zu den historischen Vorgängern erkennen: Die Masse ist auch hier anfangs ruhig bis sie plötzlich wie auf ein geheimes Kommando beginnt, sich zusammenzuballen und kontinuierlich anzuwachsen. Im Sinne Canettis kann dieser Prozess als ‘Entladung‘ verstanden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Masse als soziologisches Phänomen und Darlegung der Zielsetzung, historische Massenphänomene mit dem Shitstorm der Gegenwart zu vergleichen.

2 MASSEKATEGORIEN NACH CANETTI: Vorstellung der Einteilung verschiedener Massetypen nach Elias Canetti sowie Erläuterung der Relevanz von Hetz- und Umkehrmassen für die Arbeit.

3 BEGRIFFSGESCHICHTE: Historische Herleitung des Massebegriffs von der Französischen Revolution bis hin zu massenpsychologischen Ansätzen um 1900.

4 SOZIALGESCHICHTLICHE BETRACHTUNG DER MASSE: Tiefgehende soziologische Analyse des Verhältnisses von Gemeinschaft und Gesellschaft sowie Untersuchung der Mechanismen der Massenentstehung.

5 HISTORISCHE MASSE: FRANZÖSISCHE REVOLUTION: Exemplarische Darstellung der Französischen Revolution als historisches Massenphänomen und Analyse der Faktoren, die zur Politisierung der Volksmasse beitrugen.

6 MODERNE MASSE: SHITSTORM: Analyse des Shitstorms im Kontext digitaler Netzwerke und Erläuterung der Bedeutung des Web 2.0 für diese Form der modernen Masse.

7 AUSWERTUNG: Zusammenfassende Gegenüberstellung und Auswertung der Befunde zur historischen Masse und zum digitalen Shitstorm hinsichtlich ihrer Merkmale und Wirkungsweisen.

8 FAZIT UND AUSBLICK: Reflexion über die Übertragbarkeit klassischer Massentheorien auf die digitale Gegenwart und Einschätzung zukünftiger Massenphänomene.

Schlüsselwörter

Masse, Shitstorm, Soziologie, Massenpsychologie, Web 2.0, Französische Revolution, Hetzmasse, Umkehrmasse, soziale Netzwerke, Entladung, Gemeinschaft, Gesellschaft, Digitalisierung, Kommunikation, kollektive Erregung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Masse in zwei Ausprägungen: als historische revolutionäre Volksmasse und als modernes, digitales Phänomen namens Shitstorm.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die klassische Massensoziologie, die Bedeutung von Medientechnologien für soziale Prozesse und die psychologische Dynamik von Massenbewegungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein Vergleich zwischen der historischen Masse und dem Shitstorm, um zu prüfen, inwieweit klassische Theorien auf moderne, digitale Dynamiken anwendbar sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse soziologischer und massenpsychologischer Standardwerke (z.B. Canetti, Le Bon, Tarde) und wendet diese auf zeitgenössische digitale Phänomene an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffsgeschichtliche und soziologische Einordnung der Masse, eine Fallstudie zur Französischen Revolution und eine detaillierte Untersuchung des Shitstorms inklusive seiner technischen Voraussetzungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Masse, Shitstorm, Soziologie, kollektive Erregung, digitale Netzwerke und soziale Transformation.

Wie unterscheidet sich die "Entladung" beim Shitstorm von der historischen Masse?

Während bei der historischen Masse die physische Versammlung und körperliche Nähe im Vordergrund stehen, ist der Shitstorm ein auf virtuellen Plattformen stattfindendes Phänomen ohne physische Präsenz.

Ist ein Shitstorm ein revolutionäres Ereignis?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Shitstorms zwar psychische Gewalt ausüben, aber aufgrund des Fehlens physischer Gewalt und struktureller Veränderungskraft kaum revolutionäres Potenzial im Sinne eines Systemumsturzes besitzen.

Welche Rolle spielt die Anonymität im Shitstorm?

Anonymität dient im Netz als "Maske", die die Hemmschwelle für aggressive Äußerungen und Beschimpfungen deutlich senkt.

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Details

Title
Masse und Aktion. Vergleichende Betrachtung zweier Massenphänomene. Revolutionäre Volksmasse und Shitstorm
College
University of Koblenz-Landau  (Kulturwissenschaft)
Grade
1.7
Author
Sebastian Zeitz (Author)
Publication Year
2016
Pages
81
Catalog Number
V338545
ISBN (eBook)
9783668288478
ISBN (Book)
9783668288485
Language
German
Tags
Masse Shitstorm Massenpsychologie Massensoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Zeitz (Author), 2016, Masse und Aktion. Vergleichende Betrachtung zweier Massenphänomene. Revolutionäre Volksmasse und Shitstorm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338545
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