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Einsatz der Prozesskostenrechnung in der Praxis

Titel: Einsatz der Prozesskostenrechnung in der Praxis

Seminararbeit , 2004 , 25 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Dipl.-Kfm. Alexander Hesse (Autor:in)

BWL - Controlling
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Vor dem Hintergrund rasanter technologischer Entwicklung, gestiegener Flexibilität in der Fertigung, explodierenden Gemeinkosten in der „verborgenen Fabrik“ (Miller/Vollmann 1986, S. 84) sowie einer von starkem Unternehmenswettbewerb geprägten Situation ergaben sich bereits in den Achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts Verschiebungen in der Kostenstruktur der Betriebe. Durch die zunehmende "Verlagerung von produktiven zu administrativen Tätigkeiten" (Horváth/Mayer 1989, S.214) verschob sich auch der Kostenschwerpunkt weg von der Produktion hin zu sog. „Indirekten Bereichen“ wie z.B. F&E, Beschaffung und Logistik, Arbeitsvorbereitung, Fertigungsplanung und -steuerung sowie Verwaltung und Vertrieb etc. (vgl. Mayer 1990a, S.74). Bedingt durch steuernde, koordinierende sowie überwachende Tätigkeiten stieg der Anteil der Gemeinkosten an den Gesamtkosten sowohl absolut als auch relativ (vgl. Götze 2000, S. 223) und konnte von der durch die Automatisierung gewonnenen Flexibilität nicht kompensiert werden (vgl. Fröhling 1989, S. 67). Es galt, die Faktoren zu identifizieren, welche die Gemeinkosten so in die Höhe treiben (erste Versuche dessen in praxi gab es schon 1987 bei Schlafhorst, einem Maschinenbauunternehmen, vgl. Wäscher 1987, S. 297ff.). Die Unternehmen suchten somit nach neuen Rechenwerken, die dies vermochten, da mit den traditionellen Kostenrechnungsverfahren der tatsächliche Ressourcenverbrauch in den betreffenden Bereichen nicht mehr adäquat abgebildet werden konnte. Zum einen waren die bestehenden Systeme auf produktnahe Bereiche im Unternehmen ausgerichtet und zum anderen führte eine Verrechnung von Gemeinkosten in der Produktkalkulation mittels wertbezogener Zuschlagssätze zunehmend zu Ungenauigkeiten (vgl. Götze 2000, S. 223). Die Zuschlagskalkulation, deren Basis aufgrund des Rückgangs der Einzelkosten immer kleiner wurde, war nicht mehr in der Lage, den gestiegenen Planungs-, Steuerungs-, Koordinations- und Überwachungsaufwand in den indirekten Bereichen verursachungsgerecht auf die verschiedenen Kostenträger zu verrechnen.

Unter diesem Druck entwickelten sich verschiedene Ansätze, die dieses Manko zu beseitigen versuchten, von denen im Zweiten Kapitel die Prozeßkostenrechnung einführend dargestellt und anschließend einer Beurteilung unterzogen wird. Der Hauptteil dieser Arbeit wird sich im Dritten Kapitel mit der Anwendung der Prozeßkostenrechnung in der Praxis beschäftigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Darstellung und Beurteilung der Prozeßkostenrechnung

2.1. Darstellung

2.2. Beurteilung

3. Einsatz der Prozeßkostenrechnung in der Praxis

3.1. Anwendungsfelder

3.2. Ziele

3.3. Ermittlung der Kosten pro Prozeß

3.4. Ergebnisse und Beurteilung

4. Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den praktischen Einsatz der Prozeßkostenrechnung in verschiedenen Unternehmen und Branchen. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen dieses Instruments zur Steigerung der Kostentransparenz und zur Verbesserung der Produktkalkulation in indirekten Unternehmensbereichen aufzuzeigen sowie die Herausforderungen bei der Implementierung zu analysieren.

  • Grundlagen und theoretische Einordnung der Prozeßkostenrechnung
  • Anwendungsfelder in Industrie, Dienstleistung und öffentlicher Verwaltung
  • Methodik der Kostenermittlung pro Prozeß in der Unternehmenspraxis
  • Zielsetzungen bei der Einführung der Prozeßkostenrechnung
  • Ergebnisse und Erfolgsfaktoren aus realen Praxisbeispielen

Auszug aus dem Buch

3.1. Anwendungsfelder

Den folgenden Ausführungen sei vorweggeschickt, daß sie sich auf vorwiegend große Unternehmen beziehen, die vor der endgültigen Einführung einer Prozeßkostenrechnung meist mit einem Pilotprojekt starteten. Ausnahmen hiervon werden explizit genannt. Die Bandbreite der Anwendungsfelder erstreckt sich dabei über nahezu jede Branche und jeden nur denkbaren Funktionsbereich im Unternehmen.

Die wohl erste Veröffentlichung zum Thema stammt aus der Elektronik- / Feinmechanikbranche. Die Siemens AG setzte bereits 1975 eine Arbeitsgruppe ein, um eine Prozeßorientierte Kostenrechnung in das Unternehmen einzuführen (vgl. Ziegler 1992, S. 304). Der Untersuchungsbereich reichte von der Entwicklung über die Markterschließung bis zur Fertigungsplanung und -vorbereitung. Konkreter Untersuchungsgegenstand war zum einen ein Elektromotorenwerk mit heterogener Auftragsstruktur und großer Variantenvielfalt und zum anderen der Produktbereich „Kühl- und Gefriergeräte“ der Bosch - Siemens Hausgeräte GmbH (vgl. Ziegler 1992, S. 311, bzw. S. 314). Über zwanzig Jahre später wurde Siemens erneut tätig, diesmal im Bereich der Medizinischen Technik und speziell auf dem Gebiet der Computertomographie. Neben F&E wurden hier die Prozesse funktionsübergreifend analysiert und optimiert sowie deren Ergebnisse zur Produktkalkulation verwendet (vgl. Behnke/Niemand 1998, S. 97ff.). Ein weiteres Unternehmen war die OBE Präzision GmbH & Co., ein mittelständischer Serienfertiger, welcher sich in erster Linie mit der Fertigung hochwertiger Scharniere für Brillen befaßt (vgl. Rümmelin/Völker/Betz 1998, S. 136f.). Eine Abgrenzung der untersuchten Bereiche erfolgte dort nur insofern, als Bereiche, wo bereits eine exakte Leistungsverrechnung stattfand (Werkstätten und der Maschinenbau) nicht weiter betrachtet wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Diese Einleitung erläutert die Verschiebung der Kostenschwerpunkte hin zu indirekten Bereichen und die daraus resultierende Unzulänglichkeit traditioneller Kostenrechnungsverfahren.

2. Darstellung und Beurteilung der Prozeßkostenrechnung: Das Kapitel definiert Ziele sowie das methodische Vorgehen zur Einführung der Prozeßkostenrechnung und kritisiert deren theoretische Vor- und Nachteile.

3. Einsatz der Prozeßkostenrechnung in der Praxis: Dieser Hauptteil bietet einen detaillierten Überblick über die Anwendungsfelder, Zielsetzungen, Ermittlungsmethoden und die resultierenden Ergebnisse in diversen Unternehmen.

4. Würdigung: Das abschließende Kapitel fasst die positive Resonanz der Unternehmenspraxis auf die Prozeßkostenrechnung zusammen und betont die Notwendigkeit individueller Anpassungen.

Schlüsselwörter

Prozeßkostenrechnung, Kostenmanagement, Gemeinkosten, Indirekte Bereiche, Produktkalkulation, Prozessoptimierung, Tätigkeitsanalyse, Cost Driver, Kostentransparenz, Unternehmenspraxis, Anwendungsfelder, Prozesskosten, Gemeinkostencontrolling, Rationalisierungspotentiale.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit behandelt den Einsatz der Prozeßkostenrechnung in der Praxis und untersucht, wie Unternehmen dieses Instrument nutzen, um ihre Kostenstruktur in indirekten Bereichen transparenter zu gestalten.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen der Prozeßkostenrechnung, deren Implementierung in verschiedenen Branchen sowie die Bewertung des Nutzens für das Controlling und die Kalkulation.

Was ist das Hauptziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Prozeßkostenrechnung erfolgreich in Unternehmen eingesetzt wird, um Ineffizienzen abzubauen und eine verursachungsgerechtere Kostenrechnung zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher dokumentierter Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil befasst sich konkret mit den Anwendungsfeldern in unterschiedlichen Branchen, den verfolgten Zielen der Unternehmen, der technischen Ermittlung der Prozesskosten sowie den resultierenden Erfahrungen und Ergebnissen.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Wichtige Begriffe sind Prozeßkostenrechnung, Gemeinkosten, Kostenmanagement, Prozessoptimierung und Kostentransparenz.

Warum spielt die Variantenvielfalt bei der Einführung der Prozeßkostenrechnung eine Rolle?

Eine hohe Variantenvielfalt führt oft zu komplexen indirekten Prozessen, die mit traditionellen Zuschlagskalkulationen nicht mehr verursachungsgerecht erfasst werden können, was die Prozeßkostenrechnung notwendig macht.

Wie unterscheidet sich der Einsatz im öffentlichen Sektor von der Industrie?

Im öffentlichen Sektor liegt der Fokus oft auf der Steigerung der Effizienz von Verwaltungsleistungen und der Preiskalkulation öffentlicher Dienstleistungen, während in der Industrie die Produktkalkulation im Vordergrund steht.

Können Prozeßkostenrechnung und traditionelle Kalkulation kombiniert werden?

Ja, in der Praxis hat sich bei vielen Unternehmen eine Kombination aus beidem durchgesetzt, um die Stärken der Prozeßkostenrechnung bei gleichzeitigem Fortbestand bewährter Systeme zu nutzen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einsatz der Prozesskostenrechnung in der Praxis
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,3
Autor
Dipl.-Kfm. Alexander Hesse (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V33856
ISBN (eBook)
9783638342315
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einsatz Prozesskostenrechnung Praxis
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Alexander Hesse (Autor:in), 2004, Einsatz der Prozesskostenrechnung in der Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33856
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Leseprobe aus  25  Seiten
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