Die Gerechtigkeitsbegriffe von John Rawls und Martha C. Nussbaum im Vergleich


Hausarbeit, 2015

16 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und gedankliche Eckpfeiler in John Rawls' „Eine Theorie der Gerechtigkeit“
2.1 Definition des Gerechtigkeitsbegriffs bei John Rawls
2.2 Der Kern der Theorie der Gerechtigkeit - Gerechtigkeit als Fairness
2.3 Der Urzustand

3. Martha Nussbaums „Konzeption des Guten“
3.1 Der „capability approach“ von Martha Nussbaum

4. Der Gerechtigkeitsbegriff von John Rawls und Martha Nussbaum im Vergleich
4.1 Unterschiede der schwachen Theorie des Guten von Rawls und der starken vagen Konzeption des Guten von Nussbaum

5. Schluss

1. Einleitung

„ [...] Gerechtigkeit ist eine Hoffnung und ein Ideal, nach dem zu streben durchaus realistisch ist “ (Nussbaum 2009: 1 taz).

Seit jeher hat die Frage nach Gerechtigkeit unzählige Philosophen beschäftigt. Ohne Zweifel gibt es viele Theorien, welche sich mit der Frage was gut ist und was gerecht ist, auseinandersetzen. John Rawls und Martha Nussbaum gehören zu den wichtigsten und prominentesten Denkern unserer Zeit bzw. des vergangenen Jahrhunderts, welche sich der Frage nach Gerechtigkeit gewidmet haben. Martha Nussbaum ist der Ansicht, dass Gerechtigkeit ein Zustand ist, welcher durchaus erreicht werden kann. Sie bemüht sich, mit Hilfe einer aristotelischen Konzeption, zu definieren, was ein gutes und gerechtes Leben ausmacht, um daraufhin dem Staat die Aufgabe zuzuweisen, dieses gute und gerechte Leben zu gewährleisten und zu fördern. In ihrer Theorie Gerechtigkeit oder das gute Leben setzt sie sich kritisch mit John Rawls' Eine Theorie der Gerechtigkeit auseinander, welche 1971 erschienen ist, und seitdem als eine der bedeutendsten Theorien der politischen Philosophie des letzten Jahrhunderts gilt. Rawls versteht sein Werk in der Tradition der Vertragstheorie und grenzt sich damit entschieden gegen den, vor allem in Amerika vorherrschenden, Utilitarismus ab. Sein Ziel ist es, eine auf Gleichheit und Freiheit der Bürger ausgerichtete Grundordnung zu entwerfen, welche einer gerechten Gesellschaft am nächsten kommt. Martha Nussbaum greift einige seiner Ideen auf und bemüht sich, diese durch kritische Analyse fortzuführen und zu verbessern.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich den Versuch unternehmen, die Gerechtigkeitsbegriffe der Beiden vergleichend zu betrachten. Ich werde mich daher bemühen, in dieser Arbeit folgende Frage zu beantworten: Worin liegen die wesentlichen Unterschiede der Gerechtigkeitsbegriffe von John Rawls und Martha C. Nussbaum?

Um diese Frage jedoch zu beantworten, bedarf es zunächst einer Darlegung der beiden Theo- rien. Ich werde im Weiteren vorerst auf die Theorie der Gerechtigkeit von John Rawls eingehen. Anfänglich werde ich die gedanklichen Eckpfeiler der Theorie darlegen, um daraufhin Rawls Gerechtigkeitsbegriff zu definieren. Auch den Kern seiner Theorie, sowie den von ihm entwor- fenen, eine tragende Rolle spielenden Urzustand werde ich beleuchten. Als nächstes werde ich mich dann Martha Nussbaums Konzeption des Guten sowie ihrem Fähigkeitenansatz widmen, um daraufhin zum Hauptteil meiner Arbeit zu kommen, in welchem ich das Verständnis von Gerechtigkeit von Rawls und Nussbaum gegeneinander abgrenzen werde. Im Schlussteil werde ich die Ergebnisse in ein zusammenfassendes Fazit einbetten, welches die wesentlichen Unterschiede der Gerechtigkeitsbegriffe der beiden Philosophen zum Ausdruck bringen soll.

2. Entstehung und gedankliche Eckpfeiler in John Rawls' „Eine Theorie der Gerechtigkeit“

John Rawls verfasst mit seinem 1971 erschienenen Werk Eine Theorie der Gerechtigkeit einen der meistbeachteten und meistdiskutierten Beiträge der politischen Philosophie des letzten Jahrhunderts. Rawls entwirft eine enge Argumentationslinie und somit eine überzeugende Theorie, welche er ausdrücklich dem Utilitarismus gegenüber stellt.

John Rawls erfährt von familiärer Seite her eine stark religiöse Beeinflussung, weshalb er sich schon in jungen Jahren für Fragen der Gerechtigkeit, sowie des Guten und des Bösen interessiert. Aus diesem Interesse entwickelt sich später wohl auch seine Neugierde darauf, was das Leben lebenswert mache. Thomas W. Pogge beschreibt in diesem Zusammenhang, wie sich Rawls folgende Frage stellt: „ Kann man sich eine Gesellschaftsordnung ausmalen, unter der menschliches Zusammenleben lebenswert wäre? “ (Pogge 1994: 35). Die Frage ist hier nach einer Gesellschaftsordnung, welche nicht nur ideal, sondern auch tatsächlich realisierbar wäre; denn nach Rawls' Verständnis ist für eine 'gute' Welt die Möglichkeit einer idealen Gesellschaftsordnung vonnöten. Es war wohl Rawls' Ziel, ein Modell einer derart idealen Gesellschaftsordnung zu entwerfen, als er Eine Theorie der Gerechtigkeit verfasste.

Rawls Gerechtigkeitstheorie bezieht sich im wesentlichen auf Sozialsysteme und nicht auf die Individuen, welche das jeweilige Sozialsystem bilden. Um die Frage beantworten zu können, in welcher Art von Sozialsystem Rawls' Gerechtigkeitstheorie Aussichten auf Erfolg hätte bzw. anwendbar wäre, differenziert Pogge diese in sechs Grundannahmen, welche er als Voraussetzung für eine Erfolgsaussicht beschreibt.

Erstens soll es sich um eine Gesellschaft im modernen Sinne, also einen Staat handeln. Diese Gesellschaft soll darüber hinaus in völliger Isolation existieren.

Zweitens werden, zumindest vorläufig, Behinderungen und Straftaten, aber auch Verantwortung gegenüber Tieren und Natur ausgeschlossen.

Drittens soll es genügend Güter für alle geben, jedoch nicht so viele, dass ein Überfluss bestehe; sodass immer noch eine geregelte Verteilung vonnöten ist.

Viertens bedarf es einer gerechten Organisation der Institutionen der Grundordnung.

Fünftens bemüht sich Rawls, eine Gerechtigkeitskonzeption zu entwerfen, welche eine ideale Grundordnung einer Gesellschaft ermöglicht.

Sechstens ist es von essentieller Wichtigkeit, dass alle Mitglieder der jeweiligen Gesellschaft, welcher Religion oder Weltanschauung sie auch angehören, die Gerechtigkeitskonzeption begreifen und akzeptieren können und darüber hinaus wissen, dass auch alle anderen Mitglieder der Gesellschaft dies tun. Nur dann sei eine stabile Grundordnung gewährleistet (Pogge 1994).

2.1 Definition des Gerechtigkeitsbegriffs bei John Rawls

„ Die Gerechtigkeit ist die erste Tugend sozialer Institutionen, so wie die Wahrheit bei Gedankensystemen “ (Rawls 1991: 19). Mit diesen Worten beginnt Rawls seine Aufzeichnungen zur Gerechtigkeit. Es lässt sich also bereits in diesem ersten Satz erkennen, dass Rawls' Gerechtigkeitsbegriff sich im Wesentlichen auf die Gesellschaft als Ganzes und weniger auf das Individuum als einzelnes Wesen bezieht. Die Gerechtigkeit ist also nicht primär ein moralischer Grundsatz, sondern eine Verpflichtung des Staates, gewisse Gerechtigkeitsprinzipien durch Verfassung und Institutionen sicherzustellen. So konstatiert Rawls auch deutlich, dass die Grundstruktur der Gesellschaft, also das Funktionieren der wichtigsten gesellschaftlichen Institutionen, der erste Gegenstand der Gerechtigkeit sei. Dabei geht es ihm vor allem um Verteilungs- bzw. Ressourcengerechtigkeit, also darum, dass sowohl Rechte und Pflichten, als auch der Ertrag der gesellschaftlichen Zusammenarbeit auf gerechte Weise verteilt werden.

Jedoch wird auch das Individuum nicht außen vor gelassen. Jeder Einzelne ist gefragt und gefordert. Denn eine gemeinsame Gerechtigkeitsvorstellung ergibt nur dann Sinn, wenn sie von jedem Mitglied der Gesellschaft begriffen und akzeptiert wird, und darüber hinaus jeder weiß, dass tatsächlich auch alle anderen Mitglieder der Gesellschaft diese Gerechtigkeitsvorstellung akzeptieren. Ist dies jedoch der Fall, so gewährleistet eine gemeinsame Gerechtigkeitsvorstellung den Bürgerfrieden; vor allem in einem modernen, pluralistischen Staat, in welchem Menschen mit verschiedensten Weltanschauungen zusammenleben. Rawls drückt dies so aus: „ Man kann sich eine gemeinsame Gerechtigkeitsvorstellung als das Grundgesetz einer wohlgeordneten menschlichen Gesellschaft vorstellen “ (Rawls 1991: 21). Um von einer wohlgeordneten Gesellschaft sprechen zu können, bedarf es der rawlschen Definition nach darüber hinaus jedoch auch der Sicherstellung, dass die grundlegenden gesellschaftlichen Institutionen diesen Grundsätzen entsprechen. Unter diesen grundlegenden gesellschaftlichen Institutionen versteht Rawls neben der Verfassung auch „ die wichtigsten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse “ (Rawls 1991: 23). Als Beispiele dafür nennt er die „ Sicherung der Gedanken- und Gewissensfreiheit, Märkte mit Konkurrenz, das Privateigentum an den Produktionsmitteln[...] “ (Rawls 1991: 23).

2.2 Der Kern der Theorie der Gerechtigkeit - Gerechtigkeit als Fairness

Rawls führt den Begriff der Gerechtigkeit als Fairness ein, indem er erklärt, dass die Gerechtigkeitsgrundsätze, auf welche eine Gesellschaft sich stütze, unter bestimmten Voraussetzungen getroffen werden müssten: „ Es sind diejenigen Grundsätze, die freie und vernünftige Menschen in ihrem eigenen Interesse in einer anfänglichen Situation der Gleichheit

zur Bestimmung der Grundverhältnisse ihrer Verbindung annehmen würden “ (Rawls 1991: 28). Die Gerechtigkeitsgrundsätze, welche vernünftige und freie Menschen in einer Situation der Gleichheit miteinander vereinbaren würden, könnte man, da sie aus einer Gleichheit heraus entstanden sind, als fair bezeichnen. Somit hätte man also eine faire Gerechtigkeit, oder anders ausgedrückt: Gerechtigkeit als Fairness. Eine solche Situation bezeichnet Rawls als angemessenen Ausgangszustand, welcher faire Grundvereinbarungen gewährleistet: „ Das rechtfertigt die Bezeichnung 'Gerechtigkeit als Fairness': Sie drückt den Gedanken aus, dass die Grundsätze der Gerechtigkeit in einer fairen Ausgangssituation festgelegt werden “ (Rawls 1991: 29). Aus diesen fairen Grundsätzen und Gerechtigkeitsvorstellungen entspringen dann später alle Institutionen.

Rawls erklärt im Weiteren, dass in einer solchen angemessenen Ausgangssituation kein Platz für altruistische und utilitaristische Motive sei. Da es in der menschlichen Natur liege, seine eigenen Interessen zu verfolgen und zu schützen, gebe es für niemanden einen Grund, sich mit einem dauerhaften Nachteil oder Verlust zufrieden zu geben; selbst wenn daraus ein Vorteil für andere entstünde. Rawls ist der Meinung, dass Menschen sich in der beschriebenen Ausgangssituation auf dem Utilitarismus entgegenstehende Grundsätze einigen würden. In diesem Zusammenhang formuliert er zwei Gerechtigkeitsgrundsätze, welche für ihn von zentraler Bedeutung sind:

„ 1. Jedermann hat gleiches Recht auf das umfangreichste System gleicher Grundfreiheiten, das für alle möglich ist.

2. Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten müssen folgendermaßen beschaffen sein:

(a) sie müssen unter der Einschränkung des gerechten Spargrundsatzes den am wenigsten Begünstigten den gr öß tmöglichen Vorteil bringen, und
(b) sie müssen mit Ä mtern und Positionen verbunden sein, die allen gem äß fairer Chancengleichheit offen stehen “ (Rawls 1991: 336).

Der erste Grundsatz spricht also im Wesentlichen von der Rechtsordnung einer Gesellschaft, wobei sich der zweite Grundsatz auf die wirtschaftliche Ordnung und die sozialen Institutionen bezieht. Der erste Teil des zweiten Grundsatzes besagt, dass Ungleichheiten nur dann zulässig seien, wenn sich dadurch die Lage der am schlechtesten gestellten Mitglieder der Gesellschaft verbessere. Die Grundsätze stehen dabei in lexikalischer Ordnung; was heißen soll, dass beispielsweise eine Verringerung der Grundfreiheiten nicht durch einen wirtschaftlichen Vorteil kompensiert werden kann.

2.3 Der Urzustand

Damit sich Menschen, welche sich entschließen, in einer Gesellschaft zusammen zu leben, jedoch auf die oben beschriebenen Gerechtigkeitsgrundsätze einigen, bedarf es gewissen Grundvoraussetzungen. Es verhält sich laut Rawls nämlich so, dass ein jeder Mensch, der mit einem anderen Menschen einen Vertrag aushandelt, stets die Stärkung der eigenen Interessen im Sinne hat. Grundsätze welche Menschen nur deshalb vereinbaren und akzeptieren würden, da sie Kenntnis über die eigene soziale Stellung und ihre persönlichen Begebenheiten haben, wären der Gerechtigkeit unter Umständen abträglich. Um derartige Grundsätze auszuschließen, bedarf es eines Zustandes, in welchem die Menschen keinerlei Wissen über sich selbst, also über ihre soziale Stellung, ihr Einkommen, ihre Begabungen oder ähnliches haben. John Rawls nennt diesen Zustand der Unkenntnis, den „ Schleier des Nichtwissens “ (Rawls 1991: 36).

Rawls fordert also dazu auf, sich den Urzustand so vorzustellen, dass die Menschen keine Kenntnisse über äußere Gegebenheiten haben: „ Man schließt die Kenntnis solcher Umstände aus, die Unterschiede zwischen den Menschen bilden und diese ihren Vorurteilen ausliefern. So gelangt man auf natürliche Weise zum Schleier des Nichtwissens “ (Rawls 1991: 36). Wenn die Menschen diese Übereinkünfte mit dem Wissen um ihre eigene Stellung treffen wollten, so würden doch die wohlhabenderen Mitglieder der Gesellschaft eine Reichensteuer ablehnen, wohingegen die Ärmeren eine solche Steuer sicherlich befürworten würden. Wenn die Menschen in diesem Urzustand jedoch keine Kenntnis über sich selbst haben und darüber hinaus gleich sind bzw. gleiche Rechte haben, so ist anzunehmen, dass sie sich auf keine Grundsätze einigen würden, welche einigen Mitgliedern der Gesellschaft Nachteile bringen würden, auch wenn diese Grundsätze einem viel größeren Teil der Gesellschaft Vorteile brächten. Denn es wüsste schließlich niemand, in welchem Teil der Gesellschaft er sich später wiederfinden würde. Ein jeder müsste damit rechnen, das schwächste Glied zu bilden, und somit sei allen daran gelegen, bei der Ausarbeitung der Grundsätze, die Schwächsten zu stärken, im besten Falle jedoch ohne die Stärksten zu schwächen.

Natürlich ist auch Rawls klar, dass der Schleier des Nichtwissens ein gedankliches Konstrukt ist, welches rein hypothetisch bleibt und in der Wirklichkeit niemals eintreten wird. Dazu bemerkt er jedoch, wir sollten „ die der Beschreibung des Urzustands zugrundeliegenden Bedingungen tatsächlich akzeptieren “ (Rawls 1991: 39)

3. Martha Nussbaums „Konzeption des Guten“

Nach Martha Nussbaum ist die Aufgabe eines Staates erst erfolgreich erfüllt, wenn er seine Bürger zu einem guten Leben befähigt. Die oberste Priorität der politischen Institutionen sollte es also sein, sicherzustellen, dass alle Mitglieder der Gesellschaft Zugang zu einem guten Leben haben. Nussbaum bringt deutlich zum Ausdruck, dass es notwendig ist, eine Konzeption des Guten zu entwerfen, bevor dem Staat die Aufgabe zugeteilt werden kann, gutes und gerechtes Leben zu fördern.

Indem sie sich auf Aristoteles beruft, bringt Nussbaum zum Ausdruck, dass sich der Staat bei dieser Aufgabe sowohl auf Breite, als auch auf Tiefe konzentrieren sollte. Mit Breite meint sie dabei, dass allen Mitgliedern, ohne Ausnahme, ein gutes Leben ermöglicht werden soll. Die Tiefe bezieht sich darauf, dass das Ermöglichen dieses guten Lebens mit einer gleichmäßigen, gerechten Verteilung von Gütern und Ressourcen nicht getan ist; auch die Selbstentfaltung des Menschen ist von essentieller Wichtigkeit. Die Möglichkeiten, welche den Menschen geboten werden sollten, damit diese ein gutes Leben führen können, müssen sich in alle Lebensbereiche erstrecken. Die Menschen müssen die Möglichkeit zur Selbstentfaltung haben.

Nussbaum erklärt, dass Geld nur Mittel zum Zweck und nicht Zweck selbst ist. Wenn also eine gleichmäßige Verteilung von Geld bei unterschiedlichen Menschen unterschiedliche Auswirkungen hat und sie zu unterschiedlichen Dingen befähigt, dann ist eine solche gleichmäßige Verteilung nicht gerecht. Nicht die Menge der Güter ist entscheidend, so Nussbaum, sondern was man damit tun kann. Sie stellt in diesem Zusammenhang fest: „ So können wir die interessanten Fragen bezüglich ihrer [der Güter] Verteilung - wie viel wir wem und unter welchen institutionellen Bedingungen geben sollten - erst dann beantworten, wenn wir erkennen, was sie für das Leben des Menschen leisten, welche wichtigen Tätigkeiten der Menschen durch sie gefördert oder blockiert werden und wie sich verschiedene Verteilungskonzepte auf diese Tätigkeiten auswirken “ (Nussbaum 1999: 35). Um dies zu veranschaulichen, erklärt Nussbaum, dass beispielsweise eine schwangere Frau mehr bedarf, als eine nicht schwangere Frau; ebenso bedürfen Kinder weniger als Erwachsene etc.

Die logische Konsequenz dieser Argumentation Nussbaums ist, dass es einer standfesten Konzeption des Guten bedarf. Bevor also Muster festgelegt werden können, nach denen Geld, Güter, Boden und Ämter so verteilt werden, dass sie einen jeden Menschen zu einem guten Leben befähigen, muss genau definiert werden, was ein solches gutes Leben ist: „ Welche menschlichen Tätigkeiten sind wichtig? Was ist für ein gutes menschliches Leben notwendig? “

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Gerechtigkeitsbegriffe von John Rawls und Martha C. Nussbaum im Vergleich
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V338626
ISBN (eBook)
9783668280298
ISBN (Buch)
9783668280304
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rawls, Nussbaum, Gerechtigkeit, Theorie, Politikwissenschaft, Ethik, Moralphilosophie
Arbeit zitieren
Winfried Braun (Autor), 2015, Die Gerechtigkeitsbegriffe von John Rawls und Martha C. Nussbaum im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338626

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