Cash Management. Zahlungsverkehr und Zahlungsstromsteuerung


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2016
13 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Relevanz des Cash Managements für den Unternehmenserfolg
1.1. Ziele des Cash Managements
1.2. Zahlungsverkehr
1.3. Zahlungsstromsteuerung

2. Problemstellungen
2.1. Eurokrise
2.2. unterschiedliche Sichtweisen der Wirtschaftsakteure

3. Verbesserungspotenziale
3.1. Eurokrise
3.2. unterschiedliche Sichtweisen der Wirtschaftsakteure

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Relevanz des Cash Managements für den Unternehmenserfolg

Das Cash Management befasst sich mit der Steuerung der liquiden Mittel. Allerdings gibt es unterschiedliche Definitionen von Cash Management in der Literatur. Laut Heesen sind Cash- und Liquiditätsmanagement synonym verwendbar. Das Cash Management geht allerdings auch über eine reine Finanzverwaltung hinaus, da auch diese Steuerung nötig ist, um die Liquidität dauerhaft aufrecht zu erhalten (Heesen 2011, 27 und die dort genannte Quelle). In diesem Werk wird das Liquiditätsmanagement als Steuerung der Cash-Flows betrachtet und das Cash Management als Liquiditätsmanagement inklusive Miteinbeziehung der Finanzverwaltung.

Dem Cash Management ist gerade in unserer hochkomplexen und sich schnell verändernden Wirtschaft eine hohe Relevanz zuzuschreiben. Gerade in einer wirtschaftlichen Abschwung-Phase, wie sie gerade in der Zeit nach der Finanzkrise 2008 der Fall war, ist der Zahlungsverkehr wie auch die Zahlungsstromsteuerung des Cash Managements ein wichtiges Thema für den Erfolg des Unternehmens. In solchen Konjunkturkrisen leiden meist sehr viele Branchen an rücklaufenden Verkaufszahlen und müssen daher bedachter mit ihren finanziellen Mitteln umgehen, um diese möglichst effizient einzusetzen. Auch nun sind die Auswirkungen der Finanzkrise 2008 noch spürbar und sollten unsere wirtschaftlichen Entscheidungen beeinflussen.

Laut einer Studie, bei welcher eine Umfrage unter mehr als 100 deutschen ‚Treasurern’ in leitender Funktion (‚Treasurer’ Panel des deutschen Magazins „Der Treasurer“), stellt die Liquiditätssteuerung neben dem Risikomanagement eine der wichtigsten Bereiche für Unternehmen dar (Heesen 2011, 15). Da die Liquiditätsaufrechterhaltung einen großen Teil des Risikomangements darstellt, kann das Cash Management als sehr relevant für das Corporate Treasuring und damit auch für das Unternehmen gesehen werden.

Nach Heesen können Unternehmen zwar ohne Gewinn eine gewisse längere Zeit, bis zu mehreren Jahren, bestehen bleiben, nicht jedoch bei fehlender Liquidität. Diese bringt Unternehmen dazu, dass sie ihre Rechnungen nicht bezahlen können und daher relativ schnell in die Insolvenz geraten, auch wenn das Unternehmen Gewinn macht. Daher ist mindestens eine kurz- und mittelfristige Planung anhand von geeigneten Tabellen und/oder geeigneter Kennzahlen nötig (Heesen 2011, 16).

Eine möglichst optimale Steuerung des Zahlungsverkehrs sowie der Zahlungsstromsteuerung stellen somit einen sehr wichtigen Aspekt eines jeden Unternehmens dar. Ohne dies würde die Aufrechterhaltung der Liquidität und damit auch die des Unternehmens gefährdet werden.

1.1. Ziele des Cash Managements

Nach Cooper können vier Ziele für das Cash Management definiert werden (Cooper 2004, 265):

1. Die Zeit, die für Geldmittel der Bank verwendet wird, minimieren.
2. Diese Geldmittel in ein zentral verwaltetes Konto, von welchem aus sie zentral verwaltet werden können, geben.
3. Die Kosten für Zahlungen minimieren.
4. Kreditaufnahmen reduzieren oder eliminieren.

Diese Ziele geben erste Orientierungen, wie das Cash Management geführt werden soll, um möglichst effizient zu sein. Beim vierten Ziel ist anzumerken, dass dieses wohl nur für teure, ineffiziente Kreditaufnahmen gilt. Diese können natürlich bei einer falschen oder fehlenden Liquiditätsplanung entstehen, wenn plötzlich Kredite kurzfristig aufgenommen werden müssen, das andernfalls nicht genügend Geldmittel zur Verfügung wären.

1.2. Zahlungsverkehr

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten für Geldüberweisungen, wobei die Auswahl dieser und die Aufteilung der vorhandenen Geldmittel auf verschiedene Liquiditätsmittel, nach dem die Höhe des am Geldmarkt gehaltenen Kapitals des Unternehmens weitgehend bekannt ist, sehr wichtig ist. Beispielsweise wird heutzutage immer weniger Kapital als Bargeld gehalten, was wohl unter anderem mit dem steigenden Trend der Banküberweisungen, bei welchen das Geld in wenigen Tagen überwiesen ist, zu erklären ist (Cooper 2004, 266).

Außerdem ist die Aufteilung der Geldmittel am Geldmarkt von der Branche abhängig. Beispielsweise ist es sinnvoll, als Einzelhändler mehr Geld in Form von Bargeld zu halten, denn als Großhändler, der hauptsächlich im B2B-Bereich agiert.

Das Zahlungsverhalten änderte sich also von der früheren häufigen Verwendung von Barzahlung und Scheck hin zu Überweisung und Lastschrift. (Prümer 2005, 40). Es ist nötig, dies beim Cash-Management zu berücksichtigen. Außerdem sollten auch die Trends heutzutage bzw. der Zukunft berücksichtigt werden, um Veränderungen der üblichen Überweisungsarten zu bemerken und darauf zu reagieren, um den Zahlungsverkehr auch in der Zukunft möglichst kosten- und sicherheitseffizient zu gestalten.

1.3. Zahlungsstromsteuerung

Das Managen der eingehenden Cash-Flows einer Investition ist als sehr wichtig für das Cash Management anzusehen, da nur durch die Planung dieser die Liquiditätsplanung möglichst exakt vorgenommen werden kann. Für die Berechnung bzw. Einschätzung der Zahlungsströme in das Unternehmen sind Investitionsrechnungen sämtlicher Investitionen des Unternehmens nötig. Hierbei ist eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des Eintretens bzw. Mitberücksichtigung des Risikos jeder Investition sinnvoll.

Börsennotierte Unternehmen müssen sowieso laut Handelsgesetzbuch (§ 297 HGB) im Konzernabschluss eine Kapitalflussrechnung beinhalten (Prümer 2005, 144). Diese Kapitalflussrechnung stellt eine von mehreren empfehlenswerten Investitionsrechnungsarten zur Bestimmung der Zahlungsströme dar. Die Cash-Flows können mit Hilfe der Kaitalflussrechnung nicht nur für Investitionen, sondern auch für das laufende Geschäft und Finanzierungen verwendet werden (Prümer 2005, 144).

2. Problemstellungen

2.1. Eurokrise

Es besteht weiterhin das von der Finanzkrise 2008 ausgelöste Problem der Überschuldung der Staaten Europas. Noch jetzt leidet die Wirtschaft unter Faktoren des unsicheren Marktes bedingt durch die schlechte Konjunktur. Diese Faktoren, sowie die Möglichkeiten zukünftiger Veränderungen der Wahrscheinlichkeit nach, müssen in das Cash Management miteinbezogen werden. Beispiele für zukünftige, relativ starke Veränderungen der Wirtschaftslage wäre der Ausstieg Griechenlands aus der EU oder eine Abschaffung des einheitlichen Währungsraumes in Europa.

Zum Beispiel führte der Ausstieg eines Mitgliedstaates laut Bodemer und Disch zu politischer Instabilität, tendenziell starke nationalistische Bestrebungen, Einführung neuer Währung durch austretenden Staat, Einfrieren von Kontoguthaben von 2 bis zu 5 Tagen, Einführung von Kapital(ausfuhr)kontrollen, Verpflichtungen in Euro werden in Verpflichtungen in lokaler Währung gewandelt, mit entsprechendem Verfall des Gegenwertes, Transformationsphase von fixen Wechselkursen hin zu frei fluktuierenden, um nur einige zu nennen (Bodemer, Disch 2014, 99). Dieses Beispiel wird verwendet, um zu verdeutlichen, wie komplex die Situation bei einer Veränderung dieses Ausmaßes sein wird.

2.2. unterschiedliche Sichtweisen der Wirtschaftsakteure

Nach Heesen werden unterschiedliche Betrachtungsweisen der Manager, klassischen Geschäftsbanken und der Konzernbanken (im Fokus „Kurzfristfinanzierer“) herangezogen (Heesen 2011, 10f).

Für das Management, das eine möglichst optimale Leitung des Unternehmens anstrebt, empfiehlt Heesen eine Orientierung an 14 Kennzahlen, die nach dem Prinzip eines Trichters behandelt werden (Heesen 2011, 145). Mit deren Hilfe ist eine leichtere, effizientere Bilanzanalyse erreichbar. Auch als Absicherung gegen Risiko und somit als wirkungsvoller Teil eines Risikomanagements eignen sich diese Kennzahlen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Trichteranalyse

Eine Vorgehensweise nach dem Trichter ist empfehlenswert. Es stellt eine einfache und schnelle Form der Bilanzanalyse dar, wobei sich auf die wichtigsten Kennzahlen konzentriert wird.

Die klassischen Geschäftsbanken, etwa die Raiffeisen- oder Volksbanken wie auch die Sparkassen, gehen oft weniger detailliert bei der Überprüfung der Finanzen vor (Heesen 2011, 242). Dies liegt womöglich an dem zu hohen Aufwand, welcher sich nicht mehr rentieren würde, da nicht für jedes kreditfordernde Unternehmen eine derart genaue Analyse, wie es die Manager vornehmen, möglich ist.

Mit dem Fokus auf Kurzfristfinanzierung ist in diesem Kontext gemeint, dass Konzernbanken, also unternehmensinterne Banken, sich oft nicht auf die Finanzierung von längerfristigen Projekten wie Gebäuden spezialisieren, sondern auf die kurzfristigen (Heesen 2011, 290). Diese kurzfristigen Finanzierungen sind oft die üblichen, alltäglich nötigen Cash-Flows. Heesen erwähnt dabei das Beispiel von Bestand. Für diese kurzfristige Finanzierung ist ein anderes Vorgehen sinnvoll als für ein normales Cash Management. Auf das Cash Management im Konzern wird in dieser Arbeit nicht weiter eingegangen.

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Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Cash Management. Zahlungsverkehr und Zahlungsstromsteuerung
Veranstaltung
Betriebswirtschaft: Coporate Treasury
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V338715
ISBN (eBook)
9783668285088
ISBN (Buch)
9783668285095
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cash Management, Finanzsteuerung, Finanzverwaltung, Liquiditätsmanagement
Arbeit zitieren
Alexander Lang (Autor), 2016, Cash Management. Zahlungsverkehr und Zahlungsstromsteuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338715

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