Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation

Mit Adorno im Fahrstuhl. Theorien radikaler Arbeitszeitverkürzung

Titel: Mit Adorno im Fahrstuhl. Theorien radikaler Arbeitszeitverkürzung

Hausarbeit , 2015 , 31 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Alexander Syad Akel (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie kann eine Arbeitszeitverkürzung in kapitalistischen Gesellschaften auf Dauer und förderlich für alle durchgesetzt werden?

Die vorliegende Arbeit stellt eine Sammlung dar, in der über den Fortlauf des Seminars hinweg Essays und Exzerpte angefertigt worden sind, um sich intensiv mit den Textauszügen auseinandersetzen zu können und neue Erkenntnisse über dieses Thema zu gewinnen. Im ersten Essay-Teil geht es über die Studie der »Arbeitslosen von Marienthal« und die Produktion des relativen Mehrwerts aus dem »Kapital« von Karl Marx. Im zweiten Exzerpt-Teil werden die Texte »Das Maschinenfragment« aus den Grundrissen der Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx, die Arbeit und menschliche Würde von Oskar Negt, das Konzept »Soziale Infrastruktur« der AG links-netz, Frigga Haugs »Vier-in-einem-Perspektive« als Leitfaden für Politik, die Folgen der globalen Proletarisierung von Karl Heinz Roth und die »Kämpfe um Zeit« der Rosa Luxemburg Stiftung untersucht. Kurze Überleitungen zwischen den einzelnen Essays und Exzerpten sollen weitere Anregungen, aber vor allem nahtlose Übergänge, ermöglichen.

In den ›Schlussbetrachtungen‹ wird die Leitfrage, mit der das Seminar besucht wurde, aufgegriffen und anhand der in den Textauszügen gewonnenen Erkenntnisse genauer untersucht. Anschließend soll eine Zusammenfassung der genannten Textauszüge die ›Weichen‹ für eine realpolitische Umsetzung von Arbeitszeitverkürzungen ›stellen‹. Abgerundet wird die Arbeit mit zwei kurzen Ausblicken auf zukünftige alternative Projekte zum Thema Arbeitszeitverkürzung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Essays

1.1 Stillstand: Zeit und Arbeitslosigkeit – Die Arbeitslosen von Marienthal. Ein soziographischer Versuch über die Wirkungen langandauernder Arbeitslosigkeit

1.2 Normalarbeitstag, absoluter und relativer Mehrwert – Die Produktion des relativen Mehrwerts aus dem »Kapital« von Karl Marx

2. Exzerpte

2.1 Das Maschinenfragment – Aus den Grundrissen der Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx

2.2 Kämpfe um Arbeitszeitverkürzung – Oskar Negt: Arbeit und menschliche Würde

2.3 Das Konzept »Soziale Infrastruktur« - AG links-netz: Sozialpolitik als Bereitstellung einer Sozialen Infrastruktur

2.4 Vergeschlechtlichte Arbeitsteilung und Arbeitszeit – Frigga Haug: Die »Vier-in einem Perspektive« als Leitfaden für Politik

2.5 Weltarbeiter*innenklasse – Karl Heinz Roth: Globale Krise – Globale Proletarisierung – Gegenperspektiven

2.6 Strategien für die Kämpfe um Arbeitszeitverkürzung – Kämpfe um Zeit. Bausteine für eine neue (arbeits-)zeitpolitische Offensive

II. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Möglichkeiten und theoretische Hintergründe einer radikalen Arbeitszeitverkürzung in kapitalistischen Gesellschaften, um sozialen Problemen wie Arbeitslosigkeit und Prekarisierung entgegenzuwirken. Dabei wird analysiert, wie Zeitverhältnisse und gesellschaftliche Machtstrukturen miteinander verknüpft sind und welche alternativen politischen Ansätze existieren.

  • Psychologische Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und Zeitverlust.
  • Marxistische Kapitalismuskritik und die Rolle der Maschinerie.
  • Soziale Infrastruktur und bedingungsloses Grundeinkommen.
  • Geschlechtergerechte Neuaufteilung von Arbeit und Lebenszeit.
  • Globale Perspektiven auf Proletarisierung und Arbeitszeitpolitik.

Auszug aus dem Buch

Die zunehmende Ausbeutung des Lohnarbeiters durch den ansteigenden absoluten Mehrwert

Das Verhältnis zwischen Arbeitszeit, relativem und absolutem Mehrwert spielt im Kapitalismus eine große Rolle. Es hat die gleiche Relevanz für den Kapitalisten wie für den Lohnarbeiter, denn anhand dessen definiert sich die Produktivität der Arbeit und damit der ökonomische Gewinn bzw. Verlust für den Kapitalisten; ebenso bestimmt es die Lebensbedingungen des Lohnarbeiters (vgl. Marx 1962: 245-249 u. 331-340).

Für Karl Marx stellt sich im »Kapital« die Frage, wie aus bereits vorhandenem Kapital und durch Einsatz dieses Kapitals noch mehr Kapital produziert werden kann. Im Zentrum steht für ihn der Lohnarbeiter, der seine Arbeitskraft als Ware dem Kapitalisten ›verkaufen‹ muss, da er über keine Produktionsmittel verfügt. Der Lohnarbeiter ist ein freies Subjekt, das in der Lage ist, eigenverantwortlich Verträge abzuschließen und somit seine Arbeitskraft als Ware an den Kapitalisten ›verkauft‹. Der Kapitalist ist der Besitzer der Produktionsmittel und kann über den Lohnarbeiter nach vertraglichen Übereinstimmungen bestimmen (vgl. Marx 1962: 245-249 u. 331-340). Der relative Mehrwert bestimmt sich aus der Verkürzung der Reproduktionsarbeitszeit und der Verlängerung der Überschussarbeitszeit für den Lohnarbeiter. Daher gibt es keine Auswirkungen auf die Verkürzung des gesamten Arbeitstages (Reproduktionsarbeitszeit + Überschussarbeitszeit = gesamter Arbeitstag). Die Produktivität wird dank industriellem Fortschritt sukzessive gesteigert und dadurch wird immer weniger Zeit für die Reproduktion der Arbeitskraft notwendig, da die benötigten Mittel zur Reproduktion an Wert verlieren und somit günstiger anzuschaffen sind. Folglich müsste sich der gesamte Arbeitstag verkürzen, was aber nicht der Fall ist. Der gesamte Arbeitstag behält die gleiche Länge (und wird im weiteren Verlauf vom Kapitalisten verlängert), indem der Lohnarbeiter den gleichen Umfang an Zeit arbeiten muss, also Überschussarbeitszeit ableistet und somit dem Kapitalisten den absoluten Mehrwert erhöht (vgl. Marx 1962: 245-249 u. 331-340).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Erosion betrieblicher Arbeitszeitproteste seit den 1970er Jahren und führt in das Seminarthema ein, das die Reanimierung von Theorien radikaler Arbeitszeitverkürzung zum Ziel hatte.

1. Essays: In diesem Kapitel werden soziologische und ökonomische Studien, darunter die Marienthaler Studie und Marx' Kapitalismus-Analyse, auf ihren Bezug zu Arbeitszeit und Arbeitslosigkeit untersucht.

2. Exzerpte: Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte Auseinandersetzung mit zentralen Werken zur Arbeitszeitverkürzung, von Marx über Negt und Haug bis hin zu aktuellen Diskursen der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

II. Schlussbetrachtungen: Das Fazit führt die verschiedenen theoretischen Ansätze zusammen und betont, dass Arbeitszeitverkürzung nur im Kontext der Umgestaltung gesellschaftlicher Machtverhältnisse und einer globalen Perspektive nachhaltig realisierbar ist.

Schlüsselwörter

Arbeitszeitverkürzung, Kapitalismus, Mehrwert, Lohnarbeit, Prekarisierung, Soziale Infrastruktur, Grundeinkommen, Vier-in-einem-Perspektive, Geschlechterverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Machtverhältnisse, Emanzipation, Produktivität, Proletarisierung, Care-Work.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und realpolitischen Strategien zur Verkürzung der Arbeitszeit in kapitalistischen Gesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Verhältnis von Arbeitszeit zu Freiheit, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf die Psyche und die Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Umverteilung von Tätigkeiten.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Arbeitszeitverkürzung dauerhaft und förderlich für alle durchgesetzt werden kann, unter Einbeziehung kritischer Gesellschaftstheorien.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Essay-Schreiben und Exzerpieren von Fachliteratur, um bestehende Theorien zu analysieren und miteinander in Bezug zu setzen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden zentrale Werke wie Marx’ »Kapital«, Oskar Negts Analysen zur Herrschaft über Raum und Zeit sowie Frigga Haugs »Vier-in-einem-Perspektive« detailliert erarbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Arbeitszeitverkürzung, Prekarisierung, Soziale Infrastruktur, Marxismus und Emanzipation beschreiben.

Welche Rolle spielt die Marienthaler Studie für das Argument des Autors?

Sie dient als soziographische Grundlage, um aufzuzeigen, wie Arbeitslosigkeit zu Lethargie führen kann und warum eine sinnvolle Tagesstruktur durch geregelte Arbeit – oder deren Ersatz – für das menschliche Wohlbefinden entscheidend ist.

Inwiefern beeinflusst das Konzept der »Vier-in-einem-Perspektive« die Schlussfolgerungen?

Es untermauert die Notwendigkeit, Erwerbsarbeit, Reproduktion, Politik und Kultur nicht getrennt voneinander zu betrachten, sondern die gesamte Lebenszeit umzuverteilen, um patriarchale Herrschaftsstrukturen aufzubrechen.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mit Adorno im Fahrstuhl. Theorien radikaler Arbeitszeitverkürzung
Hochschule
Universität Kassel  (Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Mit Adorno im Fahrstuhl – Theorien radikaler Arbeitszeitverkürzung
Note
2,3
Autor
Alexander Syad Akel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
31
Katalognummer
V338770
ISBN (eBook)
9783668283602
ISBN (Buch)
9783668283619
Sprache
Deutsch
Schlagworte
adorno fahrstuhl theorien arbeitszeitverkürzung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Syad Akel (Autor:in), 2015, Mit Adorno im Fahrstuhl. Theorien radikaler Arbeitszeitverkürzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338770
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  31  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum