Die Integration von Menschen mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund in das Gesundheitswesen als Chance zur Reduzierung des Fachkräftemangels


Diplomarbeit, 2016

109 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Ausgangssituation und Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Betrachtung von Angebots- und Nachfrageseite: Theoretische Grundlagen und Beschreibung der betrachteten Variablen
2.1. Der gegenwärtige Gesundheitsmarkt
2.2. Analyse der Nachfrage: Fachkräftemangel im Gesundheitswesen
2.2.1. Demografische Aspekte der Fachkräftesituation in Deutschland
2.2.2. Auswirkung des Fachkräftemangels auf die pflegerische Versorgung
2.2.3. Auswirkung des Fachkräftemangels auf die medizinische Versorgung
2.3. Analyse des Angebots I: Fachkräftepotenzial Menschen mit Migrationshintergrund
2.3.1. Strukturdaten und Status Quo
2.3.2. Bildungs- und Arbeitsmarktsituation
2.4. Analyse des Angebots II: Fachkräftepotenzial Menschen mit Flüchtlingshintergrund
2.4.1. Strukturdaten und Status Quo
2.4.2. Möglichkeiten und Barrieren des Arbeitsmarktzugangs

3. Passung zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Gesundheitsmarkt
3.1. Die Matching-Problematik
3.2. Passungsmöglichkeiten auf Angebotsseite: Matching-Kriterien bei Menschen mit Migrationshintergrund
3.2.1. Qualifikationsbezogene Matching-Kriterien
3.2.2. Informationsbezogene Matching-Kriterien
3.2.3. Motivationsbezogene Matching-Kriterien
3.2.4. Mobilitätsbezogene Matching-Kriterium
3.2.5. Sonstige Matching-Kriterien: Bürokratischer Aufwand
3.3. Passungsmöglichkeiten auf Nachfrageseite: Matching-Kriterien bei medizinischem und pflegerischem Fachkräftebedarf
3.3.1. Qualifikationsbezogene Matching-Kriterien
3.3.2. Informationsbezogene Matching-Kriterien
3.3.3. Motivationsbezogene Matching-Kriterien
3.3.4. Mobilitätsbezogene Matching-Kriterien
3.3.5. Sonstige Kriterien: Kulturelle Kongruenz
3.4. Zusammenfassende und vergleichende Auswertung der betrachteten Matching-Kriterien ..

4. Überwindung der Matching-Problematik
4.1. Maßnahmen zur Verbesserung der Fachkräftesituation
4.2. Good-Practice Beispiele

5. Zusammenfassung

6. Fazit und Ausblick

Anhang
a. Abbildung: Altersspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten nach ausgewählten Altersgruppen und Geschlecht
b. Tabelle: Personen im Erwerbsalter von 20 bis 64
c. Abbildung: Bevölkerung nach Altersgruppen in Prozent
d. Abbildung: 20 häufigsten Todesursachen in Deutschland und deren Veränderung von 1990 bis 2010
e. Schaubild: Bedarfs- und Angebotsentwicklung an Pflegevollkräften in Prognoseeinrichtungen mit und ohne berufliche Flexibilität
f. Abbildung: Aufenthaltsdauer von Ausländern nach ausgewählten Staatsangehörigkeiten, 2013 ..
g. Abbildung: Anzahl pflegebedürftiger Migranten 2013-2030 bei konstanten Pflegequoten
h. Abbildung: Das Förderprogramm Integration durch Qualifizierung IQ: Organisationsstruktur ..

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Alterspyramide nach Migrationshintergrund

Abbildung 2: Arbeitslose nach Migrationshintergrund und Berufsbildung

Abbildung 3: Bevölkerung nach Migrationshintergrund und Berufsbildung

Abbildung 4: Unternehmensumfrage zur Beurteilung des Einstellungspotenzials von Flüchtlingen

Abbildung 5: Beschäftigte im Gesundheitswesen 2014 (in Tausend)

Abbildung 6: Fachkräftemangel in den Gesundheits- und Pflegeberufen

Abbildung 7: Zusammengefasste Geburtenrate in den Jahren, 1960 bis 2013

Abbildung 8: Komponenten der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 1

Abbildung 9: Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland, 1950-2060

Abbildung 10: Entwicklung der Pflegebedürftigkeit nach Altersgruppen, 1999-2060

Abbildung 11: Behandlungsfälle im Krankenhaus, 2004-2014

Abbildung 12: Entwicklung der berufstätigen ausländischen Ärzte

Abbildung 13: Altersstruktur der Zuwanderer, Auswanderer und Gesamtbevölkerung

Abbildung 14: Altersstruktur der Bevölkerung nach Migrationshintergrund, 2012

Abbildung 15: Begrifflichkeiten zum Asylstatus

Abbildung 16: Arbeitsmarktzugang bei Aufenthaltsgestattung und Duldung

Abbildung 17: Handlungsschwerpunkte

Abbildung 18: Das Phasenmodell

Abbildung 19: Projektverlauf

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Annahmen zur künftigen Entwicklung der Lebenserwartung bis 2060

Tabelle 2: Vergleichende Entwicklung der Pflegestatisik, 2013

Tabelle 3: Altersstruktur des Personals in Einrichtungen des Gesundheitswesens, 2013

Tabelle 4: Demografie bedingter Ersatzbedarf an Ärzten und Humanmedizinern bis 2030

Tabelle 5: Zu- und Fortzüge 2014 nach den 10 häufigsten Herkunftsländern

Tabelle 6: Asylanträge nach Altersgruppen im Januar 2016

Tabelle 7: Arbeitserlaubnis nach Aufenthaltstiteln

Tabelle 8: Matching-Kriterien

Tabelle 9: Qualifikation der Asylbewerber 2015 und einheimische Bevölkerung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Danksagung

Diese Arbeit widme ich zwei großen Menschen, deren Liebe sich wie ein roter Faden durch mein Leben zieht:

Meinem Vater Bashir Assadi, Kommandant in der afghanischen Armee, der in Verteidigung der unschuldigen Menschen aufgrund seiner Zivilcourage sowie seiner Tapferkeit im Widerstand sein Leben für ein friedvolles Afghanistan gab. Er war nach den Erzählungen meiner Mutter ein eifriger Leser und fleißiger Autor. Seine Werke blieben unveröffentlicht. Unserer Familie hauchte er die unschätzbare Wichtigkeit von Wissen und Bildung ein. Über sein Ableben weiß ich nicht alles, aber ich bin mir sicher, dass er jetzt wo er ist mit Stolz auf seine Tochter herunterschaut.

Und meiner Mutter Faride Assadi, die 1989 aus Afghanistan über Moskau nach Köln mit zwei Kindern im Schlepptau fliehen musste. Sie tat als tapfere alleinerziehende Mutter alles daran, ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Ihr Traum war es, dass ihre Kinder studieren. Ich hoffe, ihr diesen Traum durch diese Abschlussarbeit zu erfüllen. Ich danke ihr für ihre unendliche Geduld, Nachsicht, Liebe und Motivation.

An allererster Stelle danke ich Gott. Des Weiteren danke ich Personen durch deren Inspiration und deren mentale Unterstützung diese Arbeit entstehen durfte: Meinem geliebten Bruder Massud Assadi, meinem langjährigen Unterstützer Mimoun Berrissoun, meiner Freundin und Motivatorin Ümran Sema Seven und Herrn Karl-Heinz Korn, ein geschätzter, liebevoller und wertvoller Freund.

Mein Dank gilt auch Frau Dr. Köstler, die meine Diplomarbeit betreut und begutachtet hat. Für das Bereitstellen dieses interessanten Themas der Diplomarbeit und für ihre freundliche und entgegenkommende Hilfsbereitschaft bedanke ich mich herzlichst.

1. Einleitung

1.1. Ausgangssituation und Problemstellung

Im Zuge des Demografischen Wandels (DW) und hieraus resultierendem stetig sinkendem Erwerbspersonenpotenzial, stellt die Fachkräftesicherung eine stets gegenwärtige Heraus- forderung dar. Bei einer konstanten Erwerbsbeteiligung und einem Wanderungssaldo von Null wird von einem Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials um 6,5 Mio. Personen in den Jahren 2010 (44,6 Mio. Erwerbstätige) bis 2025 (38,1 Mio.) ausgegangen.1 Selbst die Mobilisierung der vorhandenen freien Potentiale wird die Anzahl Erwerbstätiger nicht kompensieren können, die aufgrund der in den Ruhestand gehenden geburtenstarken Jahr- gänge benötigt werden.2 In einigen Arbeitsmarktsegmenten sehen sich Arbeitgeber schon zunehmend mit einem Arbeitskräfteengpass und erschwerter Besetzung von offenen Stel- len konfrontiert.3 Laut der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) betreffen sog. Mangelberufe nichtakademische als auch akademische Fachkräfte (FK). Doch nicht alle Berufsfelder und Regionen in Deutschland sind vom Fachkräftemangel gleichermaßen betroffen.4 Offene Stellen in technischen, sowie Gesundheits- und Pflege- berufen sind besonders schwer zu besetzen. Im technischen Bereich betrifft es u.a. Ma- schinenbau- und Elektroberufe sowie Berufe in der Ver- und Entsorgung, Sanitär- oder IT- Berufe.5 Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist jedoch weniger der technische Bereich als vielmehr der Bereich der Gesundheit und Pflege. Hier fehlen vor allem FK in der Human- medizin, in der Alten- und Krankenpflege sowie FK und Meister in den Segmenten der Medizintechnik.6 In den Gesundheits- und Pflegeberufen ist ein flächendeckender FK- Engpass in nahezu allen Bundesländern erkennbar.7 Zwar lässt sich z.B. für NRW eine Erhöhung der Beschäftigtenzahl im Pflegebereich um 27.449 Personen erkennen, doch geht dies mit einem ebenfalls erhöhten Versorgungsbedarf und gestiegener Zahl von Pfle- gebedürftigen einher. Im Krankenhaussektor zeigt sich ebenfalls eine Zunahme von zu behandelten Patienten bei insgesamt kürzeren Krankenhausverweildauern. Dies führt zu- sätzlich zu einer Verdichtung der Arbeitsvorgänge und erhöhtem Personalbedarf.8 Um diesem Mangel entgegenzusteuern und somit den materiellen Wohlstand auch für zukünf- tige Generationen zu sichern, zählt die FK-Sicherung und Aktivierung von FK-Potenzialen zu den Zielen und Handlungsfelder der Bundesregierung im Rahmen ihrer Demografiestra- tegie. Hierzu wurde auch ein FK-Konzept entwickelt. Zu diesem Maßnahmenkatalog ge- hört die Mobilisierung und Sicherstellung der Beschäftigungsmöglichkeiten für Ältere und Arbeitslose. Es soll des Weiteren eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermög- licht und die Bildungschancen für alle Bürger verbessert werden. Dazu zählen auch Quali- fikationsmöglichkeiten durch Aus- und Weiterbildung. Als letzter wichtiger Punkt soll die Integration und qualifizierte Zuwanderung gestärkt werden.9 Beispielsweise soll durch die Maßnahme „Partnerschaft für Fachkräfte“ gemeinsam mit Sozialpartnern, Unternehmen und Kammern für diese Themen sensibilisiert, Potenziale erkannt und mobilisiert wer- den.10 Besonders das Erwerbspotential von Frauen, älteren Erwerbstätigen, gering qualifi- zierten Personen, Menschen mit Migrations- und Zuwanderungshintergrund stehen im Mit- telpunkt. Geplant ist, dass durch diese Maßnahmen die genannten Gruppen in ihrer Ar- beitsmarktintegration und -fähigkeit gefördert und unterstützt werden sollen.11 Auf die konkreten Umsetzungen wird in den folgenden Kapiteln eingegangen. Staatliche wie wirt- schaftliche Akteure sind sich bewusst, dass eine Eindämmung des Rückgangs der Er- werbsbevölkerung insbesondere durch die hiesigen Menschen mit Migrationshintergrund (MH) und durch Zuwanderung erzielt werden kann. Laut dem ifo-Institut wird 2030 schät- zungsweise ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland (ohne Nettozuwanderung), einen MH besitzen. Bei mittelmäßiger bis starker Migration würde sie sogar fast 30 % betragen12 Gegenwärtig liegt die Quote, wie Abb. 3 zeigt, bei 20 %. Um sich im internationalen Wettbewerb um ausländische FK zu behaupten, ist es nötig, den deutschen Arbeitsmarkt attraktiver zu gestalten und die Zugangsmöglichkeiten zu erleichtern. Für die Stärkung dieser Anerkennungs- und Willkommenskultur ist es essentiell, inwieweit die hier schon lebenden Menschen mit MH in die Gesellschaft und die Berufswelt integriert werden.13 Ein Blick auf die Alterspyramide (s. Abb. 1) zeigt, dass die Bevölkerungsgruppe mit MH im Schnitt jünger ist als die deutsche. Bei der Gruppe mit MH beträgt der Altersdurch- schnitt 35,4 Jahre und bei der Gruppe ohne MH beträgt dieser 46,8 Jahre.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Alterspyramide nach Migrationshintergrund

Quelle: Statistisches Bundesamt (2015), S. 15.

Die Familienstruktur der Menschen mit MH ist geprägt durch klassische Familienformen. Es gibt weniger kinderlose Ehepaare, Alleinerziehende und sonstige Lebenspartnerschaf- ten.15 Das sind Potenziale, bei deren Aktivierung die FK-Sicherung ihren Nutzen ziehen kann. Jedoch genügt diese Erkenntnis allein nicht, um eine Verbesserung des FK-Mangels zu erreichen. Es verdeutlicht vielmehr die Notwendigkeit gemeinsamer Maßnahmen staat- licher sowie wirtschaftlicher Akteure, um vergangene Versäumnisse nachzuholen, damit gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen effektiv bewältigt werden können.16 Dies äußert sich u.a. im Aspekt der Bildungsunterschiede zwischen Personen mit MH und sol- chen ohne MH.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BA (2014 a).

Eine Befragung unter Arbeitslosen, durchgeführt durch die BA, ergab, dass unter den 35 % Arbeitslosen, die einen MH angegeben haben (vgl. Abb. 2 ), 68 % keine betriebliche oder akademische Berufsausbildung besitzen, im Gegensatz zu 34% der Arbeitslosen ohne MH.17

Abbildung 3: Bevölkerung nach Migrationshintergrund und Berufsbildung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BA (2014 a).

In der Gesamtbevölkerung (s.. Abb. 3) dagegen besitzen 61 % der Personen mit MH ent- weder eine berufliche oder akademische Ausbildung. Dies lässt den Schluss zu, dass diese Quoten vor allem durch fehlende Anerkennung von Qualifikationen begründet sind.18 Hier besteht also enormer Handlungsbedarf. Zu einer der eben angesprochenen Herausforde- rungen unserer Zeit zählt auch die aktuelle Flüchtlingskrise. Ungefähr 1 Mio. Menschen, so schätzt man, sind bislang nach Deutschland eingereist.19 Dies stellt für Teile der Bevöl- kerung eine Belastung dar, andere sehen darin eine Möglichkeit, zukünftige FK zu gewin- nen. Die hierfür erforderlichen Investitionen werden kurzfristig sicherlich keine positiven wohlfahrtsstaatlichen Effekte zeigen, könnten aber bei zweckgerichteten frühzeitigen Maßnahmen zu dauerhaften Verbesserungen in der durch die Demografie bedingten Ar- beitsmarktsituationen führen.20 Dabei sind, wie anfänglich schon vorgestellt, nicht nur Ak- tivitäten staatlicher Akteure gefragt, sondern auch die nach FK suchenden Unternehmen. Zu den notwendigen Maßnahmen zählen u.a. ein verbessertes Asylverfahren, gesetzliche Erleichterungen bei der Arbeitsaufnahme, Unterstützung bei der frühen Teilnahme an Sprachkursen, aber auch die Anerkennung von im Herkunftsland erworbener Qualifikatio- nen.21 Unternehmen der verschiedensten Branchen zeigen ihr Interesse, Flüchtlinge und Asylsuchende zu beschäftigen. Diese Bereitschaft ist vor allem abhängig von der Bleibe- perspektive, von bürokratischen und juristischen Erleichterungen sowie Vermittlung von Sprachkenntnissen und vorhandenen Qualifikationsnachweisen.22 Eine Umfrage unter mehr als 3000 Unternehmen aus dem Baugewerbe, dem verarbeitenden Gewerbe und dem Handel hinsichtlich der Beurteilung des Einstellungspotenzials von Flüchtlingen ergab die in Abb. 4 dargestellten Antworten. 41 % der Befragten sehen ein hohes Einstellungspoten- zial im Bereich der ungelernten Hilfsmitarbeiter. Weitere 37 % könnten sich vorstellen, Flüchtlinge auszubilden und 22 % sehen ein hohes Potenzial darin, sie als Facharbeiter einzustellen. Ein weniger hohes Einstellungspotenzial sehen die Unternehmen in anderen Positionen und in Leitungspositionen.23

Abbildung 4: Unternehmensumfrage zur Beurteilung des Einstellungspotenzials von Flüchtlingen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Battisti (2015).

1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vorrangig mit der Thematik der Fachkräftesiche- rung im Gesundheitswesen. Der Fokus liegt dabei vor allem wegen der Aktualität auf der Ausarbeitung von Chancen und Möglichkeiten, die sich durch den Zustrom von Flüchtlin- gen bietet, um ggf. den besagten Mangel beseitigen zu können.24 Als weiterer Lösungsan- satz für die beschriebene Problematik sollen allgemein Menschen mit MH betrachtet wer- den. Zum einen sollen die beiden Variablen (Menschen mit MH und Flüchtlinge) auf der Angebotsseite theoretisch umrissen und nach Anforderungen und Strukturen charakterisiert werden. Zum anderen soll die Nachfrageseite - in der vorliegenden Studie die Nachfrage nach FK in der Pflege und in der Humanmedizin - analysiert werden. Ziel ist ein Erkennt- nisgewinn, inwieweit ein Marktgleichgewicht25 gewährleistet werden kann, um den Her- ausforderungen der Zeit gerecht werden zu können, sprich den Bedarf nach FK decken zu können.

In dieser Arbeit sollen vorwiegend auf folgende Fragen annähernde Antworten gefunden

werden:

Wie sieht die Fachkräftelandschaft im Gesundheitswesen aus und welche Faktoren beeinflussen diese? Hier soll ein Einblick in die FK-Situation im Gesundheitswesen gegeben werden und vorhandene Einflussfaktoren beschrieben werden. Welche Eigenschaften benötigten die nachgefragten FK und sind diese Eigenschaf- ten bei Menschen mit Migrations- und/oder Flüchtlingshintergrund vorzufinden? Hier soll auf Basis der Identifikation von prägenden Faktoren ermittelt werden wie eine Passgenauigkeit der Nachfrage- und Angebotsseite möglich wäre. Dabei soll ermittelt werden, inwieweit die Zielgruppen diesem gerecht werden können. Darauf aufbauend sollen Maßnahmen und ggf. Strategien ermittelt werden. Gibt es schon erste Projekte, in denen versucht wird den Fachkräftemangel mit die- ser Zielgruppe (Migranten/Flüchtlinge) zu decken? Betrachtet werden hierbei Best- Practice-Beispiele aus dem Inland.

Welche Chancen bieten sich durch die aktive Integration in den Arbeitsmarkt dieser beiden Gruppen im Hinblick auf neue gesellschaftliche Herausforderungen im Gesundheitswesen? Die Idee ist hier, weitere Themen zu benennen, die im speziellen Kontext zu hier lebenden Menschen mit MH zu gesellschaftspolitischen Herausforderungen führen, besonders im Zusammenhang mit der Thematik der kulturellen Passung, da bspw. immer mehr älter werdende Migranten (ehemals sog. „Gastarbeiter“), die ebenfalls der Pflege bedürfen, kultursensible Pflege wünschen. Welche idealen Maßnahmen lassen sich für die Umsetzung der FK-Sicherung ableiten? Basierend auf der Analyse des Bedarfs und der Möglichkeiten ihrer Deckung, sollen Maßnahmen zusammengetragen werden.

Durch die systematische Literaturrecherche26 soll ein möglichst breites und umfassen- des Bild der Thematik gewonnen werden, sodass möglichst konkrete Antworten und Erkenntnisse zu den eben genannten Fragestellungen gewonnen werden können. Um die Aktualität der Materie hervorzuheben, liegt der Fokus bevorzugt auf der Berück- sichtigung von zeitgemäßen Quellen (u.a. aktuelle Berichte aus Fachzeitschriften und Zeitungen). Des Weiteren werden bei der Literaturrecherche einschlägige wissen- schaftliche Datenbanken und Datenbanken von Bibliotheken genutzt, wobei zur Varia- tion der Schlüsselbegriffe, Operatoren, Nachbarschaftsoperatoren und Platzhalter ver- wendet werden.

Die vorliegende Arbeit ist wie folgt gegliedert: Zunächst werden nach Einleitung in die Thematik im zweiten Abschnitt die theoretischen Grundlagen zu den betrachteten Variab- len FK-Mangel, Flüchtlinge und Menschen mit MH in Deutschland nähergebracht. An- schließend wird im dritten Abschnitt der Gesundheitssektor hinsichtlich des vorherrschen- den FK- Mangels analysiert und die Strukturen sowie erforderlichen Anforderungen der Angebots- und Nachfrageseite dargestellt. Darauf aufbauend sollen im vierten Abschnitt konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen veranschaulicht werden und Bespiele aus dem Inland präsentiert, die bei der Lösungsfindung und Beantwortung der eben ge- nannten Fragestellungen hilfreich sein können. Im fünften Abschnitt sollen schließlich die Ergebnisse zusammen getragen werden um abschließend im letzten Abschnitt das Fazit zu ziehen.

2. Betrachtung von Angebots- und Nachfrageseite: Theoretische Grundlagen und Beschreibung der betrachteten Variablen

2.1. Der gegenwärtige Gesundheitsmarkt

Gesundheit und Bildung zeigen zwei Seiten derselben Medaille, in diesem Fall im Sinne des Humankapitals. Der Gesundheitszustand und das Bildungsniveau einer Gesellschaft tragen besonders im Zeitalter der Globalisierung maßgeblich zum volkswirtschaftlichen Wachstum sowie zur Leistungsfähigkeit und zum gesellschaftlichen Wohlstand bei. Das Gesundheitswesen ist somit von großer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft und die Sicherung des Standortes im globalen Wettbewerb.27 Trotz der Herausforderungen, die durch die wirtschaftlichen sowie demografischen Entwicklungen der letzten Jahre zu ver- zeichnen sind, nimmt sie das Gesundheitswesen einen expandierenden Verlauf an. So konnten ein Zuwachs an Beschäftigten und gestiegene Jahresumsätze erzielt werden. Die Bruttowertschöpfung für 2013 betrug in diesem Bereich 268 Milliarden Euro und nahm zwischen 2007 und 2013 schneller zu als die Gesamtwirtschaft. Die Gesundheitswirtschaft umfasst 230.000 Unternehmen sowie Betriebe und hat 5,2 Mio. Beschäftigte.28 In Abb. 5 sind Berufszweige mit mehr als 50.000 Beschäftigten des Gesundheitswesens dargestellt.

Die vier Berufszweige mit den höchsten Beschäftigungszahlen verweisen auf die Gesund- heits- und Krankenpflege, die Arzt- und Praxishilfe, die Altenpflege sowie die Human- und Zahnmedizin.29

Abbildung 5: Beschäftigte im Gesundheitswesen 2014 (in Tausend)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an gbe-bund (2016).

Seit 2000 ist die Zahl der Beschäftigten um 1 Mio. angestiegen, und man rechnet weiterhin mit einem positiven Verlauf. Mehr als 75 % der Erwerbstätigen dieses Sektors sind weib- lich. Der überwiegenden Teil (70 %) der Gesundheitsausgaben wird durch das Sozialversi- cherungssystem gedeckt. Im internationalen Vergleich kann das deutsche Gesundheitssys- tem sich sehen lassen. Es bietet ein breites Spektrum von Leistungen, die jederzeit von allen Versicherten unabhängig von ihrem Einkommen und Versichertenschutz in Anspruch genommen werden können. Hohe fachliche Kompetenz, gute Infrastruktur sowie innovati- ve Medizintechnik, Arzneimittel und Behandlungsmethoden zeichnen die Qualität der me- dizinischen Versorgung aus.30 Um diesen hohen Standard an gesundheitlicher Versorgung auch langfristig zu gewährleisten, ist die Bereitstellung von Ressourcen wie medizinische Einrichtungen, aber vor allem von ärztlichem und pflegerischem Personal erforderlich. Der steigende Personalbedarf ist besonders durch den demografischen Wandel (DW) bedingt und wird künftig weiter ansteigen. Die konkreten Konsequenzen für den FK-Bedarf soll in den folgenden Kapiteln veranschaulicht werden.31

2.2. Analyse der Nachfrage: Fachkräftemangel im Gesundheitswesen

Wie eingangs in Kap. 1 vorgestellt, ist das Gesundheitswesen von einem flächendeckenden FK-Mangel betroffen. Aus Abb. 6 ist ersichtlich, dass kaum ein Bundesland davon unbe- rührt bleibt.

Abbildung 6: Fachkräftemangel in den Gesundheits- und Pflegeberufen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Bundesagentur für Arbeit (2014), S. 15.

Besonders nachgefragt sind Fachkräfte in der Altenpflege, aber auch im Bereich der Hu- manmedizin ist bis auf wenige Ausnahmen der FK-Mangel ebenso spürbar wie in der Gesundheits- und Krankenpflege.32 Die Arbeitskräftesituation ist zum einen durch die wirtschaftliche Entwicklung geprägt, da sie die kurzfristige Nachfrage nach Arbeitskräften und die aktuellen FK-Engpässe beeinflusst.33 Zum anderen ist sie von der demografischen Entwicklung abhängig, die langfristig die Verfügbarkeit von Arbeitskräften mitbestimmt und somit weitreichende Konsequenzen hat.34 Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich aus- schließlich mit dem Einfluss der demografischen Entwicklung. Deshalb soll zunächst auf die Beziehung zwischen dem DW und der FK-Situation eingegangen werden, bevor an- schließend die konkrete FK-Situation veranschaulicht wird.

2.2.1. Demografische Aspekte der Fachkräftesituation in Deutschland

Demografie ist gekennzeichnet durch die methodische Erfassung und Erforschung von Informationen bzgl. des Alters, des Geschlechts, der Nationalität, oder der Familienstruktur innerhalb einer Bevölkerung. Basierend auf den hierdurch gewonnenen Prognosen und Erkenntnisse über zukünftige Entwicklungen, lassen sich Maßnahmen und Lösungsstrate- gien gestalten.35 Beim DW handelt es sich um die veränderte Zusammensetzung eben jener Determinanten, die schließlich zu einer veränderten Bevölkerungsstruktur eines Landes führt. Häufig genannte Dimensionen sind die gestiegene Lebenserwartung und gesunkene Geburtenraten. Von nicht geringerer Bedeutung ist jedoch auch die Heterogenisierung der Bevölkerung, sprich die zunehmende Vielfalt der hiesigen Gesellschaft durch Zuwande- rung.36 Die genannten Dimensionen sind folglich geprägt durch das Zusammentreffen und die Ausprägung der drei Faktoren Fertilität (Geburtenrate), Mortalität (Sterblichkeitsrate) und Migration. Quantitativ beeinflussen diese Faktoren die Anzahl und qualitativ die Al- tersstruktur der Bevölkerung.37 Im Folgenden soll ein kurzer Einblick in die demografische Entwicklung gegeben werden, bevor die konkreten Auswirkungen auf die Gesundheitsver- sorgung behandelt werden.

Betrachtet werden zu Beginn die genannten drei Faktoren. Die Fertilitätsrate ist eines der wichtigsten Einflussfaktoren der demografischen Entwicklung. Dieser ist sehr sensibel ggü. äußeren nationalen Gegebenheiten wie u.a. politischen, sozialen oder ökonomi- schen.38 Die Entwicklung der zusammengefassten Geburtenrate39 in Deutschland, kann ebenfalls auf diese Ursachen zurück geführt werden. Abb. 7 zeigt, dass die Geburtenrate mit 2,37 Kindern pro Frau einen Höhepunkt in der Nachkriegszeit Anfang der 1960er Jahre (Zeit des Babybooms) erreichte. Ab Ende der 1960er Jahre begann dann allmählich die Zeit der kontinuierlich sinkenden Geburtenraten, die erst ab 1980 mit 1,56 Kindern lang- samer voranschritt.40 Diese Entwicklung ging einher mit einem Wertewandel zur Thematik der Familien- und Lebensformen anbelangt. Der Heirats- und Familienwunsch sank und gleichzeitig stieg das Gebär- und Heiratsalter.41

Abbildung 7: Zusammengefasste Geburtenrate in den Jahren, 1960 bis 2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BIB (2015).

2013 betrug die Geburtenrate nur noch 1,4 Kinder pro Frau, seit mehr als 30 Jahren ist die Entwicklung also konstant geblieben. Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Selbstverwirklichungswünsche der Eltern und finanzielle Abwägungen spielen bei Kin- derwünschen eine Rolle.42 Damit jedoch eine Elterngeneration erhalten bleibt, dürfte eine Geburtenrate von 2,08 Kindern nicht unterschritten werden, um langfristig einer schnellen Alterung und Bevölkerungsverringerung entgegenzutreten.43 Ein zweiter wichtiger Ein- flussfaktor stellt die sinkende Sterblichkeitsrate dar. In Bezug auf den DW wird häufig von der der steigenden Lebenserwartung gesprochen, gemeint ist jedoch dieselbe Entwick- lung.44 So zeigt sich eine geringe bis mittlere Veränderung der Sterbewahrscheinlichkeit innerhalb der Altersgruppe zwischen 18 und 23, wobei sich die Wahrscheinlichkeit (WK) für beide Geschlechter annähet (s. hierzu Anhang a.). Bei der Altersgruppe 60 bis 65 Jahre besitzen Männer eine höhere hat sich das Sterberisiko bei beiden Geschlechtern enorm reduziert.45 Bei Betrachtung der Lebenserwartung von der Geburt an zeigt sich, wie in Tabelle 1 abgebildet, eine Erhöhung der Lebenserwartung bis 2060 von 7 Jahren bei Männern, bei Annahme eines starken Anstiegs sogar um 9 Jahre. Bei Frauen entsprechend um 6 bzw. um 7,6 Jahre.46

Tabelle 1: Annahmen zur künftigen Entwicklung der Lebenserwartung bis 2060

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an destatis (2015 a).

Die Betrachtung der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren zeigt ebenfalls bei beiden Geschlechtern einen Anstieg. Bei den Männern beträgt dieser 4,5 bzw. 6,2 Jahre und bei den Frauen beträgt dieser 4,3 bzw. 5,8 Jahre. Darüber hinaus ist erkennbar, dass sich die Differenz der Lebenserwartungen bei beiden Geschlechtern und entsprechenden Szenarien verringert.47 Die Lebenserwartung kann also als Maßstab für die gesellschaftliche Entwick- lung betrachtet werden. Sie lässt sich u.a. zurückführen auf den medizinischen Fortschritt, auf die bessere gesundheitliche Aufklärung oder einen vereinfachten Zugang zur Gesund- heitsversorgung.48 Daneben spielt die Generation der Babyboomer eine Rolle, denn diese geburtenstarken Jahrgänge verstärken mit ihrer großen Zahl ab 2027 den Effekt der demo- grafischen Alterung.49 Ein weiterer Faktor, der die demografische Entwicklung beeinflusst, ist die Migration. Entscheidend hierbei ist die Differenz der Zu- und Fortzüge, sprich der Wanderungssalden. Anders als die Fertilitätsrate oder Lebenserwartung ist dieser Faktor unsicher, sodass eine Vorhersage schwieriger ist.50 Der Wanderungssaldo wird einerseits gesteuert durch die Stärke der Migration aufgrund von ökonomischen, politischen, wirt- schaftlichen oder ökologischen Entwicklungen in den Heimatländern. Andererseits wird der Wanderungssaldo auch durch die Migrationspolitik und die Attraktivität als Zuwande- rungsland - abhängig von sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten - beeinflusst.51

Abbildung 8: Komponenten der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BIB (2015 c).

Der Außenwanderungssaldo und der Natürliche Saldo52 bestimmen das Bevölkerungs- wachstum. In Deutschland sinkt der Natürliche Saldo seit den 1970er Jahren (s. Abb. 8), sodass die Bevölkerungszunahme in den nachfolgenden Jahren allein auf die Zuwanderung zurückzuführen ist. Seit 2002 sinkt die Zuwanderung, dadurch bedingt ebenso die Gesamt- bilanz.53 Das Statistische Bundesamt nimmt ab 2020 ein Außenwanderungssaldo i. H. v. 200.000 Personen jährlich an. Dies würde dennoch nicht genügen, um das Bevölkerungs- defizit durch den Natürlichen Saldo auszugleichen. Man geht somit langfristig von einer kontinuierlich schrumpfenden Bevölkerung aus.54 Zusammenfassend lässt sich aufgrund der dargestellten Entwicklung der Einflussfaktoren die folgende Abb. 9 ableiten.

Abbildung 9: Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland, 1950-2060

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: destatis (2015 a).

Die geringe Fertilitätsrate und die steigende Lebenserwartung aufgrund der sinkenden Mortalitätsrate führen zu den dargestellten Verschiebungen in der Alterspyramide. Der Wanderungssaldo kann den Verlauf der Alterung der Bevölkerung verlangsamen oder be- schleunigen.55 Diese Entwicklung verringert langfristig die Anzahl der Personen im er- werbsfähigen Alter, somit das eingangs beschriebene Arbeitskräftepotenzial (s. hierzu An- hang b.).56 Laut Statistischem Bundesamt wird sich das Erwerbspotenzial bei geringer Zu- wanderung um 15 Mio. und selbst bei starker Zuwanderung um 11 Mio. verringern.57 Dies hat besonders auf die Gesundheitsversorgung großen Einfluss. Eine Folge, die sich aus diesem Umstand ergibt, ist die Herausforderung des angesprochenen FK-Mangels. Darüber hinaus wird sich auch die FK-Nachfrage nach qualifiziertem Personal infolge der durch die alternde Bevölkerung und steigenden Bevölkerungsmorbidität verstärken. Der DW hat demnach in zweierlei Hinsicht Einfluss auf die Gesundheitsversorgung.58

In den folgenden beiden Kapiteln sollen die konkreten Auswirkungen auf das Gesund- heitswesen dargestellt werden.

2.2.2. Auswirkung des Fachkräftemangels auf die pflegerische Versorgung

Eine höhere Lebenserwartung und Morbidität der Bevölkerung, geht einher mit einer höhe- ren Pflegebedürftigkeit der alternden Bevölkerung. Die Prävalenz59 und Inzidenz60 von Erkrankungen verschiebt sich, infolge dessen verändert sich das Krankheitsspektrum.61 Dies hat ganz wesentlich mit der veränderten Altersstruktur der Bevölkerung zu tun. Die in Kap. 2.1.1. beschriebene Entwicklung der Alterung wird besonders die Altersgruppe der Hochbetagten62 berühren. Die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (s. hierzu Anhang c.) zeigt, dass der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2013 5 % betrug. Dieser wird 2030 auf 8 % anwachsen und bis 2060 auf 13 % (ca. 9 Mio. Personen) ansteigen. Ebenso wird der Anteil der jungen Menschen sinken. 2060 wird es doppelt so viele Menschen über 65 Jahren geben wie junge Menschen unter 20 Jahren.63 Bei einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung nimmt die Anzahl multimorbider64 Erkrankungen und altersbedingter chronischer Erkrankungen zu. Dies erschwert die Diag- nostik, die Therapie der Erkrankungen und führt zu einem höheren sowohl medizinischen als auch pflegerischen Versorgungsbedarf.65 Zu den häufigsten chronischen Erkrankungen zählen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems (Schlaganfall, Hypertonie oder Herzin- farkt), Diabetes Mellitus, Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (Arthrose, Rücken- schmerzen oder Osteoporose), Krebs oder Atemwegserkrankungen.66 Aktuelle Untersu- chungen zeigen eine Verschiebung der Häufigkeiten innerhalb dieser Erkrankungen. Laut der Global Burden of Disease-Studie zeigt sich eine solche Verschiebung in der Untersu- chungszeit von 1990-2010, bei Frauen in den rückläufigen Zahlen bei ischämischen Herz- krankheiten, Schlaganfall oder Brustkrebs bis hin zu Rückenschmerzen, Depressionen und chronischen Lungenkrankheiten.67 Zu den häufigsten Erkrankungen bei Männern gehören ischämische Herzkrankheiten, Rückenschmerzen, Lungenkrebs und Schlaganfall. Rückläu- fig ist Leberzirrhose, während Depression und Diabetes steigen.68 Für diese zehn häufigs- ten Todesursachen lassen sich rückläufige altersstandardisierte Raten erkennen (s. hierzu Anhang d.), darunter auch die ischämischen Herzerkrankungen (- 47 %) und Schlaganfall (- 53 %). Gleichzeitig hat die absolute Anzahl der Sterbefälle bei anderen Erkrankungen zugenommen, wie u.a. Erkrankungen der unteren Atemwege (+ 13 %), Herz-Kreislauf- Erkrankungen (+ 15 %) oder Lungenkrebs (+ 18 %).69 Ursächlich für diese Entwicklung ist die demografische Veränderung der Bevölkerung, denn abgesehen von den zehn häufigs- ten Todesursachen sind ebenso andere Sterberaten gestiegen. Darunter Alzheimer mit einer Steigerung von 119 %, chronischen Nierenerkrankungen mit 304 % oder Vorhofflimmern mit 304 %.70 Zudem kann man auf Basis dieser Studie feststellen, dass die zusätzlichen gewonnenen Lebensjahre mit höheren gesundheitlichen Einschränkungen verbunden sind.71 Die Multimorbidität zum einen und die schweren, mit dem Altern assoziierten chronischen Erkrankungen zum anderen führen zu veränderten Anforderungen an die Gesundheitsversorgung.72 Das Risiko für Krankheiten und Pflege wird sich bis 2030 ggü. 2009 in allen Altersgruppen ab 60 Jahren um mindestens 20 % erhöhen. Für die Alters- gruppe über 90 Jahren wird sich das Risiko sogar um 211,9 % erhöhen.73 Innerhalb der älteren Bevölkerung ist also zunehmend eine Entwicklung erkennbar, in der besonders eine Altersstruktur mit höherem Pflege- und Krankheitsrisiko vorherrschen wird.74 Abb. 10 zeigt die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit nach Altersgruppen in der Zeit von 1999 bis 2060. Speziell die im vorherigen Kapitel angesprochene Babyboomer-Generation hat hier- bei einen entscheidenden Einfluss. Ab 2030 werden sie über 80 alt sein und deswegen wird diese Altersgruppe stark ansteigen. Jeder nachrückende geburtenschwächere Jahrgang ist durch eine geringe Zahl Pflegebedürftigen gekennzeichnet.75

Abbildung 10: Entwicklung der Pflegebedürftigkeit nach Altersgruppen, 1999-2060

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an BIB (2015 d).

2060 werden 4,7 Mio. Menschen pflegebedürftig sein, d.h. 6 % der Bevölkerung. Die ers- ten größeren Erschwernisse für die Pflegeversicherung und -versorgung zeigen sich beson- ders ab 2050, da der Anteil der Pflegebedürftigen in den Pflegestufen II und III im Ver- hältnis zu den jüngeren Altersgruppen hoch sein wird.76 Mit der steigenden Zahl Pflegebe- dürftiger geht auch eine zunehmende Nachfrage nach Einrichtungen der stationären und ambulanten Pflege einher. Dementsprechend werden auch verstärkt Beschäftigte benötigt. Diese Entwicklung sei in Tabelle 2 dargestellt. In allen relevanten Kennziffern haben sich im Jahr 2013 die Zahlen im Vergleich zu 2011 und 1999 stark verändert. Es wird vollstati- onär 2,9%, ambulant 6,9 % und häuslich 5,4 % mehr Pflege nachgefragt als 2011. Im Ver- gleich zu 1999 ist diese Veränderung noch stärker erkennbar. Vor allem bei der ambulan- ten Pflege hat sich ein Anstieg um fast 50 % ergeben.77

Tabelle 2: Vergleichende Entwicklung der Pflegestatisik, 2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an destatis (2015 b).

Der Pflegekraftbedarf ist nicht nur von der Zahl der Pflegebedürftigen abhängig, sondern auch vom Umfang der familiär gedeckten häuslichen Pflege, immerhin 67 % der häusli- chen Pflege wird allein von Angehörigen übernommen, deren Zahl zwar gegenwärtig wächst, aber aufgrund der demografischen Entwicklung ebenfalls langfristig schrumpfen wird.78 Dies wird den Bedarf nach zusätzlichen Pflegekräften beeinflussen. Hinzu kommt, dass es sich bei dieser Art der Pflege um ein niedrigschwelliges Angebot handelt, was ei- ner professionellen Beratung und Unterstützung bedarf.79 Zur Prognose des zukünftigen Personalbedarfs in der Pflege gibt es unterschiedliche Ergebnisse. Das Statistische Bun- desamt geht bei seiner Prognose von zwei Szenarien aus, wobei Gegenstände der Untersu- chung Krankenhäuser, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sind. Beim Status- quo-Szenario wird angenommen, dass die Krankenhausfälle und die Zahl Pflegebedürftiger gegenwärtig und zukünftig von der Entwicklung der Bevölkerung abhängen.80 Demnach würde der Bedarf an Pflegevollkräften in den Jahren 2005 bis 2025 um insgesamt 27,3 % steigen, allerdings unterschiedlich stark wachsend. In den Krankenhäusern steigt die Fall- zahl um 12,4 %, während der Bedarf in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen um 48,1 % steigt.81 Das Szenario der sinkenden Behandlungsquoten unterstellt, dass man aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung bei besserem Gesundheitszustand erst im höhe- ren Alter pflegebedürftig wird. Deshalb verschiebt sich die Pflegewahrscheinlichkeit ent- sprechend der höheren Lebenserwartung.82 In diesem Szenario würde der Bedarf nach Pflegekräften 8,1 % und in ambulanten sowie stationären Einrichtungen 35,4 % betragen. Insgesamt würde es bis 2025 eine Bedarfssteigerung von 19,5 % geben.83 Bei der Projekti- on des Bedarfs wird für den betrachteten Zeitraum angenommen, dass die Pflegepersonal- Patienten-Relation auf Basis des Jahres 2005 fix ist. Im Hinblick auf die Angebotsprojekti- on differenziert man zwischen rein ausgebildeten Pflegekräften (Pflegevollkräfte ohne be- rufliche Flexibilität) und ferner Pflegekräften, die ungelernt oder angelernt sind (Pflege- vollkräfte mit beruflicher Flexibilität).84 Nach dieser Prognose würden 2025 nach dem Sta- tus-quo-Szenario 112.000 und nach dem Szenario der sinkenden Behandlungsquote 55.000 Pflegekräfte fehlen - s. hierzu und für das Folgende Anhang e. zur Veranschaulichung. Um genügend Angebote an Pflegekräften zur Deckung der Nachfrage bis zum Jahr 2025 ge- währleisten zu können, müssten sich die Krankenhausfälle und die Zahl der Pflegebedürf- tigen nach dem Szenario der sinkenden Behandlungsquote entwickeln.85 Des Weiteren müsste die Beschäftigungsstruktur dem der neuen Bundesländer entsprechen. Dort gehen Frauen häufiger einer Vollzeitbeschäftigung in Pflegeberufen nach und diejenigen in Teil- zeit arbeiten wöchentlich länger als Frauen in Westdeutschland.86 Im Status-quo-Szenario würde es selbst dann zu einem Engpass führen, falls die Beschäftigungsstruktur dem in den ostdeutschen Bundesländern entspräche. Zur Deckung des Bedarfs musste bereits 2005 auf nicht ausgebildete und angelernte Pflegekräfte zurückgegriffen werden. Diese sogenannte berufliche Flexibilität führte zu einem Angebotsüberhang.87 Es ist jedoch auch erkennbar, dass innerhalb des Status-quo-Szenarios auch bei Einbezug der beruflichen Flexibilität ab 2018 ein Mangel entstehen wird. Der FK-Mangel wird auf der Nachfrageseite allerdings nicht nur durch den DW berührt, sondern dadurch ebenso auf der Angebotsseite beein- flusst. Zwei Aspekte verdeutlichen diesen Zusammenhang: Zum einen nimmt die Zahl der Auszubildenden stetig ab und zum anderen verändert sich die Altersstruktur der Beleg- schaft. Die Entwicklung der Schülerzahlen an allgemeinen und beruflichen Schulen zeigt eine rückläufige Schülerquote an.88 Die Schülerzahl an allgemeinen Schulen betrug 1995 9,9 Mio. und soll bis 2025 auf 7,5 Mio. absinken. Die entsprechende Schülerzahl an Be- rufsschulen soll nach einer kurzfristigen Steigerung im Jahr 2005 mit 2,8 Mio. bis 2025 auf 2,1 Mio. absinken. Die Gesamtzahl der Schüler wird zwischen 1995 und 2025 somit um 2,8 Mio. abnehmen. Dies hat einen Einfluss auf die Zahl der Auszubildenden, wodurch das Potenzial für Auszubildende der Kranken- und Pflegeberufe somit abnimmt.89 Besonders der bei Jugendlichen unbeliebte Beruf als Altenpfleger ist davon betroffen, demnach be- reits 2020 der Bedarf nicht mehr zu decken sein wird. Die Attraktivität des Berufs wird zukünftig zunehmend auch entscheidend für die Berufswahl, da man aufgrund des Arbeits- kräftemangels unabhängiger zwischen den Berufen wird wählen können.90 Diejenigen, die sich indessen für einen Pflegeberuf entscheiden und ausgebildet werden, bleiben diesem auch langfristig erhalten. Die demografische Entwicklung zeigt sich zudem in der Alterung der Belegschaft in den Pflegeeinrichtungen. Tabelle 3 gibt einen Einblick über die Alters- struktur des Pflegepersonals in stationären und ambulanten Einrichtungen des Gesund- heitswesens 2013. Sie ist eine Abbildung der Altersstruktur der Gesellschaft im Kleinen.

Tabelle 3: Altersstruktur des Personals in Einrichtungen des Gesundheitswesens, 2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Berechnung und Darstellung in Anlehnung an gbe-bund (2015).

So ist hier erkennbar, dass der größte Anteil der Belegschaft - sowohl in ambulanten als auch in stationären Einrichtungen - die Altersgruppen der über 40-50 und 50-60-Jährigen bilden. Allein in der stationären Pflege stellen mit 28,1 % die 50-60-Jährigen die stärkste Gruppe dar. Fast jeder dritte Mitarbeiter ist somit älter als 50 Jahre, der Anteil dieser Beschäftigten hat in den letzten Jahren also stark zugenommen. So zeigt sich ein Anstieg von fast 60 % zwischen 2000 bis 2009 in den teilstationären und stationären Einrichtungen. Zeitgleich ist ein Anstieg von 75 % in den ambulanten Einrichtungen erfassbar.91 Der Anteil der unter 35-Jährigen im ambulanten Bereich ist hingegen um 9 % gesunken. Im stationären Bereich ist ihr Anteil nur gering um 3,4 % gestiegen.92

Abschließend kann somit festgehalten werden, dass der DW den Fachkräftemangel in der Pflegeversorgung auf drei Ebenen beeinflusst: Zum einen wird aufgrund des Anstiegs an Pflegebedürftigen, insbesondere in der Gruppe der Hochbetagten, der Bedarf an professio- nellen Fachkräften steigen. Des Weiteren wird auf der Angebotsseite durch die stetig sin- kenden Zahlen an Schülern und Auszubildenden das Fachkräftepotenzial sinken. Schließ- lich wird es schwierig, durch eine alternde Belegschaft eine ausreichende Personalkapazi- tät zu gewährleisten.93

2.2.3. Auswirkung des Fachkräftemangels auf die medizinische Versorgung

Wie zu Beginn des Kapitels 2.2. beschrieben, ist nicht nur der Pflegesektor (sei es statio- när/ambulant, Kranken-/Altenpflege) vom Fachkräftemangel betroffen, sondern auch die medizinische Versorgung. In Abb. 5 ist erkennbar, dass dieser Mangel in vielen Regionen Deutschlands eine Tatsache ist. Zum einen sind hierfür die beschriebene Multimorbidität der Patienten und die Zunahme der Behandlungsintensität aufgrund einer alternden Gesell- schaft verantwortlich. Zum anderen werden mehr Ärzte aufgrund des medizinischen Fort- schritts benötigt, um damit einhergehend bis dato nicht durchführbare diagnostische und therapeutische Behandlungen zu gewährleisten.94 Das typische Krankheitsbild einer altern- den Gesellschaft ist geprägt von geriatrischen, dementen oder multimorbiden Patienten, die ebenso eine zunehmende Spezialisierung der Medizin bedingt wie die wissenschaftliche Entwicklung.95 Abb. 11 zeigt die Entwicklung der stationären Behandlungsfälle der letzten zehn Jahre ab 2004. Erkennbar ist, dass die Fallzahl jährlich ansteigt, denn 2004 betrug die Fallzahl 16,8 Mio. und stieg bis 2014 um 2,3 Mio. auf 19,1 Mio. Fälle.96

Abbildung 11: Behandlungsfälle im Krankenhaus, 2004-2014

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung.

Die Zahl der ambulanten Fälle nahm um 136 Mio. bis 2012 zu. Dies verdeutlicht die Not- wendigkeit des Zuwachses an jahr sind nicht selten von einer Fülle von Erkrankungen betroffen. Sie gehen somit häufi- ger zum Arzt und werden länger stationär behandelt. Die Häufigkeit der Behandlungsgesu- che zeigt sich dementsprechend in den Fallzahlstatistiken.97 2010 nahm man an, dass laut Vorausberechnung nach dem Status-quo-Szenario bis 2030 die stationäre Fallzahl 19,3 Mio. betragen wird. Diese Zahl ist schon 2014 beinahe überschritten. Das Diagnosespekt- rum wird stärker von altersbedingten Erkrankungen und weniger durch Geburten und Schwangerschaften geprägt sein.98 Ein weiterer Faktor, der den Bedarf beeinflusst, ist die Altersstruktur der Ärzteschaft, die durch die demografische Entwicklung geprägt wird. Der Anteil der höheren Altersgruppen nimmt tendenziell zu, was sich in der Entwicklung des Durchschnittsalters der Ärzte der letzten Jahrzehnte zeigt. Besonders bei den Vertragsärz- ten wird dies deutlich. Zwischen 1993 (46,6 Jahre) und 2014 ist das Durchschnittsalter um fast 7 Jahre gestiegen und beträgt aktuell 53,4 Jahre.99 Demgegenüber zeigt sich, dass der Anteil der unter 35-jährigen Ärzte im Zeitverlauf abnimmt, sodass dieser derzeitig 18,3 % beträgt.100 Die Ärztegruppe mit dem höchsten Anteil an über 60-Jährigen sind Hausärzte (32 %) und Psychotherapeuten (37 %). Sobald diese Ärzte in den Ruhestand gehen, wird die Besetzung der vakanten Stellen für die Fachkräftesicherung von Bedeutung sein.101 Die Herausforderung liegt hierbei besonders bei der Besetzung approbierter Ärzte in ländlichen Regionen, denn im Gegensatz zur FK-Lage in der Pflegeversorgung ist der Ärztemangel regional bedingt. Während einige Gebiete unter einer Überversorgung leiden, gibt es in weniger dicht besiedelten Gebieten eine Unterversorgung. Der regional, besonders in länd- lichen Gebieten vorherrschende Ärztemangel ist von verschiedenen Faktoren geprägt.102 Die jüngere Ärztegeneration setzt andere Prioritäten und ordnet ihr Berufsleben diesem unter. Sie möchten ihr berufliches und privates Leben in Einklang bringen. Dies führt zu dem verstärkten Wunsch, einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen oder in einem Ange- stelltenverhältnis zu stehen. Immer weniger Ärzte entscheiden sich für eine eigene Nieder- lassung.103 Die Work-Life-Balance erklärt auch, warum sich besonders viele Ärzte gegen einer Niederlassung im ländlichen Raum entscheiden. Ausschlaggebend sind die berufli- chen Chancen des Partners oder der Partnerin, vorhandenes bzw. fehlendes familienfreund- liches Umfeld oder die eigene Herkunft. Stammt man aus der Stadt, neigt man eher weni-

[...]


1 Vgl. BMAS (2011), S. 10.

2 Vgl. Vollmer (2015), S. 16.

3 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2014), S. 3.

4 Vgl. ebd.

5 Vgl. ebd.

6 Vgl. ebd.

7 Vgl. ebd., S. 15.

8 Vgl. MGEPA (2014), S. 25 ff.

9 Vgl. BMWi (2014), S. 34.

10 Vgl. Bundesregierung (o. J.).

11 Vgl. BMAS (2014), S. 2.

12 Vgl. Thum (2015), S. 6 f.

13 Vgl. BMAS (2014), S. 5 ff.

14 Vgl. destatis (2015), S. 7.

15 Vgl. ebd.

16 Vgl. BMAS (2014), S. 6 ff.

17 Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2014 a), S. 6.

18 Vgl. ebd., S. 2.

19 Vgl. BMI (2015).

20 Vgl. Hinte (2015), S. 1 ff.

21 Vgl. Thränhardt (2015), S. 35 f.

22 Vgl. IHK (2015).

23 Vgl. Battisti (2015), S. 23.

24 Vgl. Wrobel (2016), S. 1 f.

25 Von einem Marktgleichgewicht spricht man, wenn das Angebot die Nachfrage deckt. Somit ein Preis ge- funden wird, der zum Marktausgleich führt. Jedoch ist der Markt ständig in Bewegung, und folglich ist das Erreichen des Marktgleichgewichts nicht ausschlaggebend, sondern wie schnell der Markt auf Änderungen reagiert.

26 Vgl. Läzer (2010), 2 ff.

27 Vgl. Ehrhard (2014), S. 1.

28 Vgl. BMG (2016).

29 Vgl. gbe-bund (2016).

30 Vgl. BMG (2016).

31 Vgl. Ehrhard (2014), S. 1 f.

32 Vgl. BA (2014), S. 15.

33 Vgl. BMAS (2015), S. 9.

34 Vgl. ebd.

35 Vgl. Pintér (2013), S. 14.

36 Vgl. Thum (2015), S. 8.

37 Vgl. LDS NRW (2005), S. 8.

38 Vgl. ebd., S. 12.

39 Die zusammengefasste Geburtenrate (Total Fertility Rate) gibt an, wie viele Kinder durchschnittlich eine Frau im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 zur Welt bringt, wenn für sie die altersspezifische Geburtenziffer des jeweiligen Beobachtungsjahres unterstellt wird.

40 Vgl. BIB (2015 a).

41 Vgl. ebd.

42 Vgl. LDS NRW (2005), S. 13.

43 Vgl. ebd., S. 12 f.

44 Vgl. ebd., S. 16.

45 Vgl. BIB (2015 b).

46 Vgl. destatis (2015 a), S. 38 f.

47 Vgl. ebd.

48 Vgl. LDS NRW (2005), S. 15.

49 Vgl. RKI (2015), S. 437.

50 Vgl. LDS NRW (2205), S. 20.

51 Vgl. destatis (2015 a), S. 37.

52 Als Natürlicher Saldo wird die Differenz aus der Anzahl der Geburten- und Sterbefälle bezeichnet.

53 Vgl. BIB (2015 c).

54 Vgl. ebd.

55 Vgl. destatis (2015 a), S. 15 ff.

56 Vgl. ebd., S. 22.

57 Vgl. destatis (2015 a), S. 22.

58 Vgl. Institut der deutschen Wirtschaft (2011), S. 7.

59 Prävalenz ist die Zahl der Erkrankten innerhalb einer Bevölkerung.

60 Inzidenz ist die Zahl der Neuerkrankungen in einem bestimmten Zeitraum.

61 Vgl. Beske (2011), S. 28.

62 Menschen im Alter von 80 und älter.

63 Vgl. destatis (2015 a), S. 19.

64 Multimorbidität bezeichnet das Auftreten mehrerer Erkrankungen an einem Patienten.

65 Vgl. Beske (2011), S. 28.

66 Vgl. ebd., S. 29 f.

67 Vgl. RKI (2015), S. 439.

68 Vgl. ebd.

69 Vgl. Plass (2014), S. 633.

70 Vgl. ebd.

71 Vgl. ebd., S. 637.

72 Vgl. RKI (2015), S. 439.

73 Vgl. destatis (2010), S. 6.

74 Vgl. ebd., S. 5.

75 Vgl. BIB (2015 d).

76 Vgl. ebd.

77 Vgl. destatis (2015 b), S. 7 f.

78 Vgl. RKI (2015), S. 445.

79 Vgl. ebd.

80 Vgl. Afentakis/Maier (2010), S. 996.

81 Vgl. ebd., S. 996 f.

82 Vgl. Hofsäss-Kusche/Dolle (2011), S. 20.

83 Vgl. Afentakis/Maier (2010), S. 998.

84 Vgl. Hofsäss-Kusche/Dolle (2011), S. 20.

85 Vgl. ebd., S. 22.

86 Vgl. Afentakis/Maier (2010), S. 999.

87 Vgl. ebd.

88 Vgl. Bettig u.a. (2012), S. 14.

89 Vgl. ebd.

90 Vgl. Afentakis/Maier (2010), S. 1001.

91 Vgl. Bettig u.a. (2012), S. 15.

92 Vgl. ebd.

93 Vgl. ebd., S. 12.

94 Vgl. BÄK (2013).

95 Vgl. ebd.

96 Vgl. gbe-bund (2015 a).

97 Vgl. destatis (2010), S. 9.

98 Vgl. ebd., S.14 f.

99 Vgl. BÄK (2014), S. 5.

100 Vgl. ebd.

101 Vgl. KBV (2015).

102 Vgl. RKI (2015), S. 447.

103 Vgl. BÄK (2014 a).

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten

Details

Titel
Die Integration von Menschen mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund in das Gesundheitswesen als Chance zur Reduzierung des Fachkräftemangels
Hochschule
Universität zu Köln  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
109
Katalognummer
V338921
ISBN (eBook)
9783668291850
ISBN (Buch)
9783668291867
Dateigröße
6082 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsökonomie, Wirtschaft, Migrationshintergrund, Pflege, Pflegemangel, Fachkräftemangel, Flüchtlinge, Migranten
Arbeit zitieren
Avista Assadi (Autor), 2016, Die Integration von Menschen mit Migrations- oder Flüchtlingshintergrund in das Gesundheitswesen als Chance zur Reduzierung des Fachkräftemangels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338921

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